Klinische Pharmakologie / Psychopharmakologie

 
 

 
 

Verwirrte TV-Kids greifen zum falschen Essen:
Fernsehen erzeugt Trugbild von gesunder Ernährung

Illinois (pte / 09.06.2005) - Eine US-amerikanische Studie hat nun einen ganz neuen, negativen Aspekt des Fernsehens ans Tageslicht gebracht. Demnach steigt mit der Zahl der Stunden, die Kinder vor dem TV-Gerät zubringen, auch die Verwirrung darüber, welche Lebensmittel denn nun gesund sind und welche nicht.

"Viele Kinder glauben irrtümlich, dass fettfreier Sirup und Cola light gesünder sind als Orangensaft oder Milch. Die Attribute "Light","Diät" oder "fettreduziert" werden von den Kids irrtümlicherweise mit "gesunden" Nahrungsmitteln gleichgesetzt", erklärte Studienleiterin Kristen Harrison von der University of Illinois at Urbana-Champaign http://www.uiuc.edu in der aktuellen Ausgabe der Health Communication http://www.gwu.edu/~cih/journal.

Durch das Bombardement mit Fitness- und Diätprodukten verlieren die Kinder das Gefühl für gesunde, nahrhafte Lebensmittel. "Für einen Erwachsenen ist es leicht zu unterscheiden, welche Produkte gesund sind, weil sie nahrhaft sind und welche Produkte gesund sind, da sie beim Abnehmen helfen können", erklärte Harrison.

In der empirischen Studie wurden 134 Volksschulkinder über ihr Ernährungswissen befragt und im speziellen auch dazu, welche Lebensmittel sie denn gesund und stark heranwachsen lassen. Bei einem Test mussten sie aus sechs Lebensmittelpaaren (hoher Nährwert versus niedrige Nährwertdichte) wählen und anschließend ihre Entscheidung begründen. Bei den Lebensmitteln handelte es sich um Karotte/Sellerie, Reiswaffeln/Weizenbrot, Marmelade/Erdnussbutter, Spinat/Salat, fettfreie Eiskrem/Cottage Cheese und Orangensaft/Diätcola. Diese Prozedur wurde nach sechs Wochen, in denen die Kinder durchschnittlich 28 Stunden pro Woche ferngesehen haben, nochmals wiederholt.

Hatten die Kinder am Anfang der Untersuchung ein moderates Ernährungswissen (Note 3,7 auf einer Skala bis sechs), so sank dieser Wert innerhalb der sechs Wochen auf die Note vier ab. Die Begründungen, warum manche Produkte gesünder oder weniger gesund sind fielen mitunter sehr eigen aus: "Mein Bruder hasst ihn" (Spinat), "Ist so schon zäh beim Kauen" (Brot), "Ist saftiger und hat mehr Vitamine" (Sellerie), "Hat weniger Kalorien" (fettfreie Eiskrem) oder "Da ist Käse drin. Käse wird aus Milch gemacht und Milch ist gut" (Cottage Cheese).

"Ich werde oft damit konfrontiert, dass angesichts der zunehmenden Fettleibigkeit von Kindern, die Wahl von Diätprodukten nichts Schlechtes sein muss. Doch es muss klargestellt werden, dass diese Produkte der Gesundheit von Kindern schaden, da sie nur geringe Nährstoffe, wie Vitamine, Mineralien oder Ballaststoffe, besitzen", so Harrison.

Die Studienautorin macht für das schlechte Ergebnis vor allem das Fernsehprogramm und die TV-Werbung verantwortlich. In ihrer Studie zieht sie einen Querverweis zu vorherigen Studien, die herausfanden, dass 97,5 Prozent der Nahrungsmittel-Werbespots am Wochenende für ungesunde Produkte werben.

hagalil.com / 09-06-2005

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