Klinische Pharmakologie / Psychopharmakologie

 
 

 
 
GW Pharmaceuticals in Großbritannien:
Zulassung von Sativex in Großbritannien lässt auf sich warten

Am 9. Juni wurde GW Pharmaceuticals informiert, dass die zuständige Behörde (MHRA, Medicines and Healthcare products Regulatory Agency) ihre Entscheidung aufrechterhält, dass eine weitere klinische Studie zur Spastik von Multiple-Sklerose-Patienten notwendig sei, bevor GWs Cannabisextrakt Sativex eine arzneimittelrechtliche Zulassung in Großbritannien erhalten könne.

Im Dezember 2004 hatte die MHRA entschieden, dass die Beweise für die Wirksamkeit von Sativex bei MS-Spastik bisher nicht ausreichend überzeugend seien. GW legte gegen diese Entscheidung bei der Medizinischen Kommission, dem wichtigsten Beratungsgremium der Arzneimittelbehörde, Widerspruch ein.

Professor Mike Barnes, Präsident der Weltgesellschaft für Rehabilitation und Vorsitzender des königlichen Kollegs des ärztlichen Rehabilitationsrates, erklärte: "Es ist meine Meinung, dass es ausgezeichnete klinische Beweise dafür gibt, die Zulassung von Sativex in Großbritannien zu unterstützen. Ich bin sehr enttäuscht, dass die Medizinische Kommission nicht meiner Empfehlung und der anderer führender Experten in der Behandlung der MS gefolgt sind. Menschen mit MS haben einen erheblichen unerfüllten medizinischen Bedarf, und ich bin sehr traurig, dass die Behördenvertreter sich noch nicht in der Position fühlen, dieses wichtige Produkt zuzulassen."

Im Dezember 2004 kündigte GW seine Absicht an, eine weitere MS-Spastik-Studie parallel zum Verfahren mit der medizinischen Kommission zu beginnen. Diese Studie, die 280 Patienten umfassen wird, hat nun begonnenen. Ergebnisse sollen im Frühling 2006 vorliegen.

http://www.acmed.org
(Quelle: Presseerklärung von GW Pharmaceuticals vom 10. Juni 2005)

Weitere Kurzmeldungen:

Großbritannien: Scotland Yard für Liberalisierung
Der neue Chef von Scotland Yard, Sir Ian Blair, hat sich gegen Pläne der Regierung ausgesprochen, Cannabisbesitz wieder zu einem Vergehen hochzustufen, das eine Verhaftung nach sich zieht. "Leute wegen geringer Mengen zu verhaften, ist eine Verschwendung von Zeit und Mitteln," erklärte er.
(Quelle: The Independent vom 20. Mai 2005)

Wissenschaft: Depression
Das synthetische Cannabinoid HU-210 und der Endocannabinoid-Wiederaufnahmehemmer AM404 zeigten in einem Rattenmodell für Depressionen antidepressive Wirkungen.
Diese wurden durch einen CB1-Antagonisten blockiert, was nahe legt, dass diese Wirkung durch CB1-Rezeptoren vermittelt wird.
(Quelle: Hill MN and Gorzalka BB. EUR Neuropsychopharmacol, 22. Mai 2005; [Elektronische Veröffentlichung vor dem Druck])

Deutschland: Morbus Crohn
Für die Teilnahme an einer klinischen Studie mit einem Cannabisextrakt bei Morbus Crohn an der Universität München werden noch Teilnehmer gesucht. Mehr Informationen unter "Teilnahme an Therapiestudien" unter http://med2.klinikum.uni-muenchen.de.
Die Studie stellt einen wichtigen Schritt für die Zulassung von Cannabis für die Behandlung von Morbus Crohn dar.
(Quelle: Persönliche Mitteilung der Studienleiter)

Raphael Mechoulam, PhD, Israel, 1st ChairmanRaphael Mechoulam
PhD, Israel, 1st Chairman
acmed.org

I am a professor of medicinal chemistry and natural products at the Medical Faculty of the Hebrew University in Jerusalem.

My major topic of research for over 40 years has been the chemistry/pharmacology/clinical uses of cannabinoids.

In the early 1960's my group identified many of the plant cannabinoids including delta-9-THC, the major psychotropic factor. Later we worked on the metabolism, biochemistry and pharmacology of cannabinoids. In the 1990's we identified the major endogenous cannabinoids in the mammalian body - anandamide and 2-arachidonoyl glycerol - which have turned out to be of considerable importance in physiology. Most of our work at present is on the neuroprotective role of the endocannabinoids and we have initiated work on the identification of the yet unknown endocannabinoid transmitters in the cardiovascular system.

For my work I have received numerous prizes including the highest local scientific prize - the Israel Prize. I am a member of the Israel Academy of Sciences.

hagalil.com / 16-06-2005

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