Apotheke & Marketing
Gesundheitsfachmann Apotheker:
Prävention schafft Profil
Das alte Sprichwort, wonach Vorbeugen besser sei als Heilen, hat heute einen
ganz neuen Sinn bekommen.
Im Medizinteil vieler Zeitschriften ist das Thema Prävention mittlerweile
präsent, die Krankenkassen
fördern entsprechende Bemühungen. Auch für Apotheken eröffnet sich hier ein
zukunftsträchtiger Bereich. Denn ein Schwerpunkt Prävention kann nicht nur das
Image der Apotheke stärken. Er erschließt auch neue Kundenkreise und wird -
nicht zuletzt - die Umsätze heben. A&M zeigt, wie die Apotheke sich in der
Prävention stark machen kann.
Zugegeben: Wenn es um das Thema Prävention geht, steckt die Apotheke in einer
Zwickmühle. Eigentlich hat sie die Aufgabe, die Bevölkerung mit Arzneimitteln zu
versorgen. Bislang ist sie vor allem dann gefragt, wenn die Menschen bereits
krank sind, zudem "lebt" sie (noch) hauptsächlich von den Arzneimitteln.
Andererseits verlangen sinkende GKV-Umsätze eine Neuorientierung der
Apotheken. Und die tendiert eindeutig in die Richtung "Apotheke als Haus der
Gesundheit". Ganz zu schweigen davon, daß das Apothekenteam ein Mehr an
Fachwissen und Sortiment zu bieten hat, als für die ausschließliche
Arzneimittel-Versorgung von Kranken nötig ist.
Warum "präventiv aktiv"?
Ein Engagement im Bereich Prävention ist für Apotheken aus den
unterschiedlichsten Gründen interessant:
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Es ist imagebildend und eröffnet neue Kundenkreise. Bislang
assoziieren die meisten Menschen bei dem Begriff Apotheke "Krankheit" -
nicht "gesund werden" oder gar "gesund bleiben". Eine Apotheke die
Präventiv-Themen aufgreift, signalisiert, daß ihr die Gesundheit ihrer
Kunden am Herzen liegt. |
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Die Apotheke gewinnt neue Kunden. Entsprechendes
Präventions-Engagement wird allmählich ein Umdenken herbeiführen und
neue Kunden ansprechen, die die Apotheke bislang (sie fühlen sich ja
gesund, brauchen vermeintlich also nicht den Rat des Apothekers) nicht
betreten. |
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Umsatzzuwachs ist zu erwarten. Indem die
Apotheke bestimmte Sortimente forciert, macht sie dort auch
Zusatzumsätze. Mit einer Umgruppierung der Freiwahl oder einer
Zweitplazierung ist es natürlich nicht getan, die Kunden müssen in die
Sortimente auch bewußt eingeführt werden (darüber später mehr). |
Warum schiebt sich präventives Denken zunehmend in den Vordergrund? Die
Ursachen dafür sind sicher vielfältig. Da ist zum einen das ständig zunehmende
Wissen über die Zusammenhänge von Lebensstil und Krankheit, von den Einflüssen
der Ernährung und Hygiene auf die individuelle Gesundheit, da ist die verstärkte
Aufklärung der Bevölkerung und ihr steigendes Interesse an präventiven
Maßnahmen. Verbesserte Bildung und (relativer) Wohlstand der Bevölkerung tun ein
übriges. Dazu kommt die steigende Lebenserwartung der Menschen, die nicht nur
alt werden, sondern vor allem dabei gesund bleiben wollen.
Prävention - aktuell wie nie
Verändert hat sich aber auch das Panorama der Krankheiten. Die früher alles
beherrschenden Infektionskrankheiten sind zurückgegangen. Dafür sind heute
Leiden im Vormarsch, die, zumindest zu gewissem Grade, vom Lebensstil des
einzelnen beeinflußt werden: chronische Herz- und Kreislauferkrankungen, Krebs,
Diabetes.
Kein Wunder, daß die Krankenkassen verstärkt im Vorfeld gegen diese
Erkrankungen mobil machen (siehe Bsp. KKH).
Die typischen Leiden unserer Zeit kosten die Solidargemeinschaft viel Geld. Und
gerade Zivilisationserkrankungen lassen sich durch individuelles Verhalten
beeinflussen, wenn nicht gar vermeiden.
Entsprechend wandeln sich die Sichtweisen im Gesundheitswesen. "Die Medizin
befindet sich heute in der zweifellos größten Umbruchsituation in der
Geschichte. Es handelt sich um die Verlagerung der Schwerpunkte Foschung, Lehre
und Praxis von der Therapie auf die Prävention", meint Prof. Dr. Dr. Wildor
Hollmann, ehemals Leiter des Instituts für Kreislaufforschung und Sportmedizin
der Deutschen Sporthochschule Köln.
Häufig bedarf es nur intensiver Aufklärung, um bereits Nutzen aus einer
präventiven Aktion zu ziehen. Typisches Beispiel: Karies. Der richtige Umgang
mit der Zahnbürste, kombiniert durch einige Hilfsmittel wie Zahnseide,
Munddusche, Mundspülungen kann ein Gebiß bis ins hohe Alter kariesfrei halten.
Eine Erkenntnis, die sich in den vergangenen Jahrzehnten auf breiter Ebene
durchgesetzt hat (heute lernen Kleine schon im Kindergarten das richtige
Zähneputzen). Ein Verdienst präventiver Maßnahmen.
Nun ist ein Loch im Zahn untrügliches Zeichen dafür, daß es an präventiven
Maßnahmen gefehlt hat. Bei den typischen Zivilisationskrankheiten ist das etwas
schwieriger, denn ihre Symptome bleiben lange unbemerkt. Viele Menschen wissen
überhaupt nicht, daß sie gefährdet sind. Hoher Blutdruck "tut nicht weh". Und
selbst jeder zweite von denen, die einen hohen Blutdruck haben, ist sich nicht
bewußt, welches Risiko das für ihn bedeutet. Will sagen: Präventiv zu wirken,
kann mühsam sein. Denn manchmal muß das Bewußtsein für Prävention erst
geschaffen werden.
Gesundheit als "höchstes Gut"
Aber: Der Wunsch nach Gesundheit ist bei der Bevölkerung ganz oben
angesiedelt. Bereits 1994 zeigte der Datenreport des statistischen Bundesamtes,
daß achtzig Prozent aller Bundesbürger die Gesundheit als besonders wichtig für
das eigene Wohlbefinden erachten. Dennoch haben beispielsweise im Jahr 1993 nur
acht Prozent der Bevölkerung an Maßnahmen der Gesundheitsförderung teilgenommen.
Und nur etwa 17 Prozent der Bevölkerung haben überhaupt jemals solche Maßnahmen
besucht.
Nun kann die Apotheke sicher nicht eine grundsätzliche Bewußtseinsänderung
der Bevölkerung herbeiführen. Sie wird im Normalfall auch nicht alle Bereiche,
die in der Prävention wichtig sind, völlig abdecken können.
Ansonsten aber können Apotheken im Bereich Prävention sehr viel tun: Sie
können ihre Kunden über die Bedeutung der Prävention aufklären - und das in den
verschiedensten Gesundheitsbereichen - und damit Bewußtsein schaffen. Sie können
ihnen Hilfsmittel an die Hand geben, um präventiv aktiv zu werden. Und sie
können natürlich die entsprechenden Produkte dazu verkaufen. Eine Übersicht zum
Engagement einer Apotheke im Bereich Prävention, zeigt Ihnen die folgende
Tabelle. Weitere Anregungen finden Sie ii unserem Artikel:
Engagement für Gesundheit
1997© PharmacOn Line - München
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