Klinische Pharmakologie / Psychopharmakologie

 
 

 
 
Kinder sind keine "kleinen Erwachsenen"

Informationen des AOK Mediendienstes

Bei Arzneitherapien für Kinder gelten andere Spielregeln

(psg) Wenn die Nase läuft, der Husten dem Kind auch nachts keine Ruhe gönnt oder die Windpocken sprießen, sind Eltern oft unsicher, was zu tun ist. Kinder sind im allgemeinen häufiger krank als Jugendliche und Erwachsene. Ihre Abwehrkräfte sind noch nicht stark genug ausgebildet, um allen Krankheitserregern Paroli bieten zu können. Mit der Zeit "lernt" ihr Immunsystem und die Häufigkeit der Infekte nimmt ab.

Was ist zu tun, wenn das Kind krank ist, wenn es mit hohem Fieber und kräftigem Husten aus dem Kindergarten kommt und vielleicht auch noch den Säugling ansteckt? "Der Griff zum Arzneimittel sollte wohlüberlegt sein, denn Kinder sind keine "kleinen Erwachsenen": Eine Reduzierung der Dosis reicht oftmals nicht aus," erläutert dazu Dorothee Becker, Apothekerin beim AOK-Bundesverband. "Der kindliche Körper reagiert unter Umständen ganz anders auf ein Arzneimittel, als dies bei Erwachsenen der Fall ist. Zum Beispiel ist die Fähigkeit des Körpers, manche Stoffe wieder abzubauen, noch nicht vollständig entwickelt."

Eine verstopfte Nase stört nicht nur die Atmung und damit auch den Schlaf der Kinder, sie begünstigt auch die Entstehung einer Mittelohrentzündung. Daher sollten die Eltern unbedingt für eine freie Nase sorgen. Dazu eignen sich einfache Kochsalz-Nasentropfen, die die Nasenschleimhäute feucht halten. Auch Nasentropfen, die die Schleimhaut abschwellen, kommen in Frage. Sie werden in sehr geringer Dosierung speziell für Säuglinge und Kleinkinder angeboten. Die Erwachsenen-Präparate sind nicht geeignet: Sie enthalten den abschwellenden Wirkstoff in zu hoher Dosierung.

Balsam speziell für Kleinkinder

Ein Erkältungsbalsam mit ätherischen Ölen, auf Brust und Rücken gerieben, kann sehr wohltuend sein. Dabei ist allerdings zu beachten, daß die Präparate, die für Erwachsene angeboten werden, für Kinder oft nicht geeignet sind. "Sie enthalten meistens Menthol, und das kann bei Kindern Atemstörungen hervorrufen," so Dorothee Becker. Daher gibt es speziell für Säuglinge und Kleinkinder mildere, mentholfreie Zubereitungen.

Bei einem Husten ist es sehr wichtig, daß die Kinder viel trinken, damit sich der festsitzende Schleim lösen kann. Tee, Wasser oder verdünnter Apfelsaft können schon sehr hilfreich sein. "Der Hustenreiz sollte, wenn möglich, tagsüber nicht mit Medikamenten unterdrückt werden, damit der Schleim aus den Bronchien auch abgehustet werden kann," rät Dorothee Becker. Kommt das Kind nachts wegen des Hustens nicht zur Ruhe, können Zäpfchen oder Hustensaft den Hustenreiz stillen.

Fieberkrampf verhindern

Bei Kindern geht ein Infekt häufig mit zum Teil hohem Fieber einher. Gerade bei Säuglingen und Kleinkindern kann es wichtig sein, hohes Fieber zu senken, um einen sogenannten Fieberkrampf zu verhindern. Wenn Wadenwickel und lauwarme Waschungen nicht zum Erfolg führen, können fiebersenkende Zäpfchen helfen. Aspirin, das Erwachsene häufig gegen Fieber einnehmen, soll man kleinen Kindern nicht geben. Es kann das zwar seltene, aber sehr gefährliche Reye-Syndrom auslösen.

Generell rät Dorothee Becker: "Wenn man sich nicht sicher ist, ob ein Medikament auch für Kinder geeignet ist, gilt die Devise: Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker."

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