Pharmaka (Wirkstoffe, Heilmittel, Gifte) können also auch als
biologisch wirksame Dosen von Stoffen bezeichnet werden und werden durch
Werturteil in Arzneimittel und Gifte unterteilt.
(1) Arzneimittel
(Heilmittel, Medikamente) sind Pharmaka, die zur Prophylaxe und
Therapie von Krankheiten, Leiden, Körperschäden dienen bzw. die es
ermöglichen, Funktionen des Organismus zu erkennen oder zu beeinflussen
(Werturteil "Nützlichkeit").
(2) Gifte
(Schadstoffe, Toxika) sind Pharmaka, die Strukturen und Funktionen
des menschlichen und tierischen Organismus schädigen (Werturteil
"Schädlichkeit").
Biologische Wirkung ist die Summe aller durch eine definierte Menge
eines Stoffes induzierten funktionellen und morphologischen
Veränderungen des Ausgangszustandes eines biologischen Systems. Sie ist
die Resultante des Zusammenwirkens der 3 Komponenten Stoff, Dosis und
Biosystem. Mit Variation jedes Elements ändert sich auch der biologische
Effekt. Jede der 3 Komponenten ist vom Milieu abhängig, vor allem
Biosystem und Stoff.
Die
Wirkung resultiert aus der Interaktion von Dosis, Substanz und
biologischem System.
Substanzen (Stoffe) sind chemische Elemente und Verbindungen,
die teils in reiner Form (Chemikalien), teils in Naturerzeugnissen
(Drogen) vorkommen und durch die Gesamtheit ihrer chemischen und
physikalischen Eigenschaften charakterisiert werden.
Zubereitungen (Mischungen, Lösungen, Destillate u. a.) sind
Verarbeitungsprodukte dieser Stoffe. Im Handel befinden sich meist
konfektionierte Präparate (Fertigpräparate).
Dosis ist die applizierte Menge eines Stoffes.
Biosysteme (biologische Systeme) sind Lebewesen oder deren
intakte, funktionstüchtige Partialstrukturen.
Jedes Pharmakon bewirkt im Biosystem qualitative und
quantitative Veränderungen. Dabei ist der Stoffcharakter eines
Pharmakons für die Wirkungsqualität (= Wirkungsspektrum, -bild, -art, -palette),
der Mengencharakter für seine Wirkungsstärke bestimmend.