Pharmakotherapie
Flexibilität in der Asthmatherapie
Asthma-Langzeitbehandlung mit weniger Anfällen und geringerem
Bronchodilatatoren- und Corticoidverbrauch.
Das langzeitwirksame ß2-Sympathomimetikum Salmeterol
führt durch eine Anregung der bronchialen Ziliarmotilität auch zu vermehrtem
Schleimabbau.
Mit 100 µl Salmeterol täglich, läßt sich für mindestens drei Monate eine
Bronchodilatation aufrecht erhalten.
Zu Rückfällen kann es aber, wie bei anderen ß2-Agonisten, auch unter Salmeterol
kommen. Eine Entzündung der Atemwege wird durch Salmeterol weder verhindert noch
beeinflußt.
Optimale Asthmatherapie heißt heute 'flexible Behandlung':
Das heißt tägliche Anpassung der Bronchodilatatoren- bzw.
(inhalativen) Corticoiddosierung, an das subjektive Befinden des Patienten und
die Ergebnisse der Peak-Flow-Messung.
Ein flexibles Basis-DR (Dosier-Regiment) kann folgendermaßen aussehen:
50 µg Salmeterol bid und mindestens 400 µg / tgl.
Beclomethason-Dipropionat oder Budesonid.
Die darüber hinausgehende Corticoidadministration ist individuell
anzupassen:
Bei jedem Patienten ist ein Richtwert für seine Peak-Flow-Messung festzulegen.
Wenn der Patient über einen Zeitraum von mindestens 14 Tagen beschwerdefrei und
sein Peak-flow größer oder gleich dem festgelegten Richtwert ist, so kann seine
Steroid-Einnahme um zweimal eine Inhalation pro Tag reduziert werden. Eventuell
kann dann auch ein neuer Richtwert für die Peak-Flow-Messung festgelegt werden.
Verschlechtert sich der Zustand des Patienten und nimmt sein Peak-Flow ab (-10%
an zwei aufeinanderfolgenden Tagen, bzw. -15% innerhalb eines Tag), so sollen
zweimal zwei Steroid-Inhalationen pro Tag zusätzlich erfolgen.
Resultat einer flexiblen Asthmatherapie sind die verminderte
Corticoideinnahme, die verbesserte Lungenfunktion und die verbesserte
Symptom-Kontrolle. Bei Einnahme von Salmeterol treten kaum systemische Effekte
wie Hypokaliämie und Muskelzittern auf.