Toxikologie
Zur Erinnerung
Emil
Starkenstein
Er wurde am 18.12. 1884 in Boehmen geboren.
1942 wurde er im KZ Mauthausen ermordet.
Waehrend seiner
Studienzeit an der Deutschen Universitaet zu Prag, volontierte er am
dortigen Institut fuer Pharmakologie und Pharmakognosie.
Seit 1929 leitete
er das Institut als Direktor und Lehramtsinhaber. Neben
klinisch-pharmakologischen Arbeiten beschaeftigte er sich mit
toxikologischen Fragestellungen und brachte 1929 zusammen mit Rost und Pohl
das hervorragende ''Lehrbuch zur Toxikologie'' heraus. Dieses bereits vor 60
Jahren geschriebene Buch blieb bis vor wenigen Jahren in seiner klaren
Gliederung einzigartig im deutschen Sprachraum.
Weil Emil Starkenstein Jude
war, wurde das Lehrbuch verboten. 1939 emigrierte er nach Holland, dort
wurde er 1941 verhaftet. Ende 1942 kam er im Konzentrationslager Mauthausen
um.
Quelle: Aus dem Vorwort des Emil Starkenstein gewidmeten
Buches ''Toxikologie: Eine Einfuehrung fuer Naturwissenschaftler und
Mediziner'', Hsg. Greim u. Deml, VCH Weinheim, ISBN 3-527-28483-4, 1996
Die Toxikologie hat einerseits die qualitative Aufgabe, gefaehrliche
Stoffeigenschaften von Chemikalien zu erkennen und zu beschreiben,
andererseits die quantitative Aussage zu machen, unter welchen
Expositionsbedingungen mit Schaedigungen der Gesundheit des Menschen zu
rechnen ist. Damit ergeben sich die beiden grundsaetzlichen
Problemstellungen:
- Beschreibung der toxischen Wirkungen und des Wirkungsmechanismus
(die qualitative Aussage zur Gefaehrlichkeit),
- Abschaetzung der Wahrscheinlichkeit fuer das Auftreten von
Gesundheitsschaeden bei bestimmter Exposition (die quantitative Aussage
zum Risiko).
Dabei gilt, dass Wirkungen und ihre Intensitaet dosisabhaengig sind und mit
toxischen Wirkungen zu rechnen ist, wenn die Chemikalien oder ihre
Metaboliten in ausreichender Menge und ueber einen ausreichenden Zeitraum in
den fuer die Toxizitaet empfindlichen Zielorganen vorliegen. Dies wird durch die verschiedensten Faftoren beeinflusst. Um die
Gesundheitsgefaehrlichkeit einer Chemikalie abschaetzen zu koennen, muessen
daher neben den toxischen Wirkungen die zugrundeliegenden Mechanismen, der
Expositionsweg, die Toxikokinetik, die Expositionshoehe und -dauer, die
Dosis-Wirkungs-Beziehung und die Empfindlichkeit der exponierten Personen
bekannt sein.
Ein steigendes gesellschaftliches und oekologisches Verantwortungsgefuehl
fordert heute von immer mehr Wissenschaftlern, Biologen, Chemikern,
Medizinern und Pharmazeuten aktuelles toxikologisches Wissen. Aufbauend auf
medizinischen, biologischen und pharmakologischen Grundlagen beschreibt eine
1996 von H.Greim und E. Deml herausgegebene 'Einfuehrung fuer
Naturwissenschaftler und Mediziner' die neuesten Konzepte mit denen heute
toxikologische Risiken erkannt und bewertet werden. Ausfuehrlich behandelt
es die molekularen Wirkmechanismen gesundheitsgefaehrdender Stoffe.
Darstellungen aktueller Nachweisverfahren, internationaler Methoden zur
Grenzwertfestlegung sowie der relevanten Rechtsvorschriften runden das Bild
ab. Eine langjaehrige Taetigkeit in Forschung und Lehre verlieh den Autoren
sowohl fachliche als auch didaktische Kompetenz.
Toxikologie - Eine Einfuehrung fuer Naturwissenschaftler und Mediziner
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VCH 1996, ISBN 3-527-28483-4, 88 DM
Giftnotrufzentrale Bonn
1996 '97© haGalil onLine - Munich - Kirjath haJowel
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