Generikum / Generika
Als Generikum (Plural Generika)
bezeichnet man ein
Arzneimittel, das eine Nachahmung eines sich bereits unter einem
Markennamen auf dem Markt befindenden Medikaments ist. Es handelt sich
um eine im Wesentlichen wirkstoffgleiche Nachahmung des
Originalpräparats, wobei aber die Hilfsstoffe und die
Herstellungstechnologie variieren können.
Ein Generikum soll dem Originalprodukt in dessen beanspruchten
Indikationen therapeutisch äquivalent sein, d. h. es muss ihm an dieser
Stelle mit Hinblick auf die Wirksamkeit entsprechen. Beispielsweise darf
ein Generikum nicht weniger als 80% und nicht mehr als 125% der
Bioverfügbarkeit des Originalpräparats haben. Somit können aber
Generika eines Wirkstoffes untereinander Abweichungen von mehr als 50%
in der Bioverfügbarkeit haben. Generika werden meistens nach dem
Freinamen (International
non-proprietary name, INN) des Wirkstoffes mit dem Zusatz des
Herstellers benannt.
Generika sind in der Regel preisgünstiger als das Originalpräparat, da
die
Forschungs- und Entwicklungskosten bei der Kopie des Wirkstoffes
entfallen und deshalb auch nicht amortisiert werden müssen. Um den durch
die
pharmazeutische Forschung erzielten Nutzen nicht sofort an die
Generika-Hersteller zu verlieren, belegen die forschenden
Pharma-Unternehmen die von ihnen entwickelten Produkte regelmäßig mit
einem Patentschutz. Er schützt die Originalpräparate in den ersten
Jahren nach der Markteinführung vor der Konkurrenz durch
wirkstoffgleiche Generika.
Die Hersteller von innovativen, forschungsintensiven
Medikamenten und von Generika bilden meist zwei scharf voneinander
getrennte Gruppen innerhalb derselben Branche, da die forschenden
Pharma-Unternehmen in den Generika-Produzenten lediglich Nutznießer
sehen, die die Früchte ihrer eigenen Arbeit ohne Forschungsaufwand
einsammeln und zu Kampfpreisen in den Markt drücken. Umgekehrt vertreten
die Generika-Hersteller den Standpunkt, dass die Hersteller der
Originalpräparate die hohen Preise ihrer Produkte auch dann noch
einfordern, wenn die Forschungskosten sich längst amortisiert haben,
wodurch das
Gesundheitssystem bzw. die Kostenträger unmäßig finanziell belastet
werden. Allerdings produzieren immer mehr forschende Pharmaunternehmen
selbst auch Generika. So ist zum Beispiel die Novartis-Tochter
Sandoz
mit Hauptsitz in Wien, künftig Holzkirchen (Obb.) die zweitgrösste
Generika-Firma der Welt.
Bekannte Hersteller von Generika in Deutschland sind
Ratiopharm,
Hexal und
Stada.
Beispielhaft für Generika sind
Acetylsalicylsäure (ASS)-haltige Präparate. Der ursprünglich von der
Bayer
AG (Leverkusen) entwickelte und in verschiedenen
Arzneiformulierungen unter dem Namen
Aspirin®
vertriebene Wirkstoff ist nunmehr Bestandteil zahlreicher Generika wie
z.B. ASS
Ratiopharm.
Die größten Generikahersteller der Welt, 2002, Umsatz
in Mio $
-
Teva (Israel/USA) 2518
-
Sandoz (Generikasparte von
Novartis) 1812
- Allergan (USA) 1385
-
Watson (USA) 1223
- Ivax (USA) 1197
-
Barr (USA) 1189
-
Hexal (inkl. Eon Labs,
Deutschland) 1111
- Mylan (USA) 1104
-
Merck (Deutschland) 1074
-
Schwarz Pharma (Deutschland)
908
-
Ratiopharm (Deutschland) 878
Quelle: Gesundheitswesen Schweiz 2004-2006
Hrsg. Gerhard Kocher/Willy Oggier, Verlag Hans Huber, Bern, 2004, 336
S., ? 22.95.
ISBN 3-456-84080-2.
Durch die Übernahme von Hexal und 66,7% der EON-Labs
durch
Novartis im Februar 2005 wird Novartis zum größten
Generika-Hersteller der Welt.
Teva Pharmaceuticals:
Deutschland ist der zweitgrößte Generikamarkt der Welt
Der israelische Arzneimittelhersteller TEVA sieht in der
deutschen Stada Arzneimittel AG den "natürlichen Kandidaten", wenn es darum
geht endlich eine angemessene Representanz am deutschen Markt aufzubauen...
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hagalil.com / 05-07-2005
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