Klinische Pharmakologie / Psychopharmakologie

 
 

 
 
Gesundheitspolitik

BKK Landesverband Bayern schließt
Vertrag mit Arzneimittelversandapotheke ab

München, 19. März 2002 - Der BKK Landesverband Bayern hat - erstmalig in Deutschland - einen Arzneimittelliefervertrag mit einer Versandhandelsapotheke abgeschlossen. "Mit unserem Vertragspartner, der niederländischen Versandapotheke DocMorris, haben wir eine Vereinbarung getroffen, die höchsten Qualitätsansprüchen genügt, anwenderfreundlich ist und zudem Effizienzvorteile für unsere Mitgliedskassen und deren Versicherten bietet", teilte Gerhard Schulte, Vorstandsvorsitzender des BKK Landesverbandes Bayern, heute der Presse in München mit.

Schulte möchte mit dieser Vereinbarung die Vorteile des freien Warenverkehrs innerhalb der Europäischen Union (EU) auch für den Arzneimittelsektor nutzbar machen und die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Mitgliedskassen seines Verbandes klarstellen: "Im Moment spielt die zusätzliche Vertriebsalternative, per Internet, Telefon, Briefpost oder Fax Arzneimittel zu ordern, noch eine verschwindend geringe Rolle. Viele Versicherte sind sich ob der Zuverlässigkeit des Arzneimittelversands und der persönlichen Vorteile noch unsicher. Und auch unsere Mitgliedskassen fordern sichere Rahmenbedingungen, damit sie Leistungen ordnungsgemäß abrechnen und kontrollieren können."

Innerhalb der deutschen Bevölkerung besteht ein offensichtlicher Bedarf für den Arzneimittelversandhandel. Wie eine Studie des Forschungsinstituts INIFES zeigt, spielen schon jetzt Hauslieferungen von Apotheken eine bedeutsame Rolle. Nach INIFES ist für 39 Prozent der Verbraucher ein Bezug von Arzneien über eine Versandapotheke denkbar. Allerdings setzen die Verbraucher eine einheitliche Qualität der Arzneimittel und der Beratung, eine 24-Stunden-Hotline sowie kurze Lieferfristen voraus.

Diesen Anforderungen hat der BKK Landesverband Bayern in den Vertragsverhandlungen höchste Priorität beigemessen: In allen Fragen der Leistungserbringung, Abrechnung, Datenübermittlung und Datenschutz wird die europäische Vertragsapotheke wie eine deutsche Apotheke behandelt. Zusätzlich muss die europäische Apotheke ihre Qualitätssicherung nach den internationalen Normen ISO 9000 zertifizieren lassen.

Die Leistungserbringung soll, wie in Deutschland üblich, nach dem Sachleistungsprinzip erfolgen. Das heißt, nach Zusendung des ärztlich autorisierten Rezeptes kann das Medikament den Versicherten bargeldlos durch Boten zugestellt werden. Damit wird ein missbräuchlicher Bezug von apotheken- und rezeptpflichtigen Arzneimitteln ausgeschlossen. Des Weiteren ist die Abrechnung nach dem Kostenerstattungsprinzip mit der EU-Apotheke möglich.

Der Vertrag mit DocMorris ist auch finanziell für die Betriebskrankenkassen und deren Versicherte interessant: "Wir können einen Preisvorteil von bis zu 9 Prozent durch den Einkauf im EU-Ausland realisieren", freut sich Schulte. Der BKK Landesverband Bayern ist für weitere Vertragsverhandlungen mit anderen EU-Apotheken, die den hohen Anforderungen genügen, bereit.

Hintergrund:
Arzneimittelversandhandelsapotheken sind in den EU-Staaten Großbritannien und den Niederlanden bereits etabliert. Nach dem deutschen Arzneimittelrecht sind sie in Deutschland nicht zulässig. Da das Europarecht innerhalb der EU den freien Warenverkehr garantiert, gilt nach Ansicht des BKK Landesverbandes Bayern und annähernd aller Sachverständigen auch für Arzneimittel der Grundsatz des freien Warenverkehrs.

Pressesprecherin:
Manuela Osterloh, Tel. 089 / 74579421, osterloh@bkk-lv-bayern.de

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