Klinische Pharmakologie / Psychopharmakologie

 
 

 
 

Pharmakotherapie:
Pindolol verbessert die antidepressive Wirkung von Fluoxetin

The Lancet 1997, 349, pp1594-1597

Die zusätzliche Gabe eines Antihypertensivums, scheint bei manchen depressiven Patienten sowohl die Effektivität zu verbessern als auch den Eintritt der Wirkung zu beschleunigen. Dies meldet eine Forschungsgruppe aus Spanien (Dr. V. Perez et al., Hospital de Sant Pau, Barcelona).

Ähnlich wie selektive Serotonin Reuptake Inhibitoren (SSRIs), scheint auch der ß-Blocker Pindolol (1-(Indol-4-yloxy)-3-isopropylaminopropan-2-ol) die Serotoninverfügbarkeit zu steigern.

Studiendesign:
111 Patienten mit diagnostizierter endogener Depression erhielten jeweils 20 mg Fluoxetin/tgl., und zusätzlich entweder Placebo oder 7.5 mg (2,5mg tid) Pindolol.

Ergebnisse:
Nach 42 Tagen hatten 75% der Fluoxetin/Pindolol-Gruppe positiv auf dei Behandlung reagiert. In der Kontrollgruppe (Fluoxetin/Placebo) waren dies nur 59%.

Eine Verbesserung der depressiven Symptomatik trat in der Fluoxetin/Pindolol-Gruppe schon nach 19 Tagen ein. In der Kontrollgruppe trat eine Wirkung erst nach 29 Tagen ein.

Nach Dr. Ivan Goldberg, Direktor des Psychopharmakologischen Instituts in NYC, ist der Gedanke Pindolol (Visken®...) mit Fluoxetin (Fluctin®, Prozac®...) zu kombinieren zwar nicht neu, in der Praxis hat er sich allerdings noch nicht herumgesprochen.

Das Risiko eines zu starken Blutdruckabfalls scheint relativ gering zu sein (Hypertoniker erhalten idR 10 bis 30mg Pindolol tgl.).

1997© PharmacOn Line - München

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