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Lexikon zur Schmerzmedizin
A.A.S.
Abk. für allgemeines Adaptationssyndrom (®
Selye).
a.c.
Lat. Abk. Rezepturkunde, ante cenam, vor Mahlzeiten, präprandial.
aa
Lat. Abk. Rezepturkunde: ana partes aequales, zu gleichen Teilen.
AA
Abk. für Adjuvansarthritis, adjuvansinduzierte Polyarthritis (AIP): durch
intradermale/intraartikuläre Injektion einer Substanz (z. B. abgetötete
Bakterien etc.) kann im Tierversuch eine experimentelle Entzündung im
Sinne einer AA provoziert werden.
AAA
Engl. Abk. für postoperative Trias "analgesia, ambulation, alimentation".
Aaron-Zeichen
Nach dem US-am. Internisten C.D. Aaron (Detroit 1866--1951) benannter
Schmerz, der am sog. McBurney-Punkt bei Appendicitis acuta auftreten
kann.
A.A.S.
Abk. für allgemeines Adaptationssyndrom (®
Selye).
Abadie-Zeichen (Abadie-Rocher-Zeichen)
Nach dem frz. Ophthalmologen C. Abadie (1842--1932) sowie dem frz.
Neurologen A. Rocher (1873--1934) benannte Druckanalgesie
(Druckunempfindlichkeit) am Unterschenkel bei Tabes. Der beim M. Basedow
auftretende Krampf des M. levator palpebrae superior wird ebenfalls als
Abadie-Zeichen benannt.
ABC-Maßnahmen
Nach Peter ® Safar - zuerst im
"Feuerwehrmanual" von Baltimore "Manual on resuscitation of the
unconscious victim" 1957, dann 1961 im JAMA publiziert - bezeichnete
Reanimations-Trias ABC: "Airway" (Luftwege sichern!), "Breathing"
(Atmung sichern!), "Circulation" (Kreislauf sichern!); auch durch W.B.
Kouwenhoven (1886--1975; mit James R. Jude und G. Guy Knickerbocker
Begründer der geschlossenen, äusseren Herzmassage 1960) und Gordon
(Pionierfilm über Anästhesieausbildung: "Pulse of Life", 1960) gelehrt.
ABC-Syndrom
Engl. Abk. für "angry backfiring c-nociceptor syndrome":
Schmerzsyndrom mit brennenden Schmerzen bei diversen Nervenschädigungen
(z. B.: diabetische Neuropathien); seine Entstehung wird durch Reizung
® polymodaler Nozizeptoren erklärt.
Abdominalkrisen (Moore-Syndrom)
Um den Nabel lokalisierte, paroxysmale Schmerzen ohne
Bewusstseinsverlust bei Erregungsstörungen kortikaler Zentren.
Abiosis
Nachlassen der Lebenskraft (Palliativmedizin: hohes Alter, terminale
Erkrankungen, Depressionen).
Abstinenzsyndrom
Entziehungssyndrom.
Abusus
Lat., der Missbrauch von Wirkstoffen zu nichttherapeutischen Zwecken..
Acetylcholin
Abk. ACh; Mr: 163,2; chem. ein leicht hydrolisierbarer Essigsäureester
des biogenen instabilen Amins Cholin; durch Henry A. Dale 1914 isoliert;
Arbeiten von ® Otto Löwi ["Vagusstoff",
1921]; 1932 durch Wilhelm Feldberg [1900--1993], später durch Fessard
[Ehemann von Denise ® Albe-Fessard] und
Nachmansohn als Neurotransmitter beschrieben). Funktion: Hormon,
Neurotransmitter. Biosynthese: via Cholin-Acetyltransferase.
Elimination: durch echte Acetylcholinesterase zu Cholin und Essigsäure
gespalten, wobei Cholin zur Resynthese vom Nerven wiederaufgenommen wird
("reuptake"). Die im Plasma, nicht aber im synaptischen Raum vorhandenen
unechten (Plasma-) Acetylcholinesterasen hydrolisieren Exoliganden wie
Remifentanil (hochpotentes Opioid). Zielrezeptoren: es wird
unterschieden zwischen cholinergen Nikotin- und cholinergen
Muskarinrezeptoren. Bei beiden Rezeptortypen sind multiple Subtypen
identifizierbar. Die am häufigsten diskutierten Wirkunge von Ach sind:
nikotinartig über N1
(autonome Ganglien)/N2(Muskelendplatte)-Rezeptoren
(Parasympathikus-, Sympathikus- und Endplatten-Zielorgane) und
muskarinartige Wirkung über M1
(autonome Ganglien, ZNS)/M2 (Herz,
Speicheldrüsen)-Rezeptoren (Parasympathikus-Zielorgane). Zentral
applizierte M-Agonisten wirken antinozizeptiv. Siehe auch unter
M(uskarin)-Subrezeptoren, N(ikotin)-Subrezeptoren.
Acetylierung
Die Substitution eines H-Atoms durch eine Acetylgruppe,
® acetylierte Salicylate.
Achenbach-Syndrom
Engl. "paroxysmal finger hematoma", nach dem Kölner Internisten W.A.
Achenbach bezeichnetes Syndrom unklarer Ätiologie mit heftigen
brennenden Schmerzen und Hämatomen in den Fingern, v. a. bei Frauen ,
nach mechanischer Belastung, aber auch spontan auftretend. Als
"Achenbach's Child Behavior Checklist" wird auch ein in der
Kinderpsychologie eingesetzter, durch die Familie auszufüllender
Questionnaire bezeichnet.
Achillodynie
Umschriebene Schmerzen im Achillessehnenbereich.
Achsenzylinder
Axon, Achsenfortsatz, Neuraxon; besteht aus Axoplasma (Neuroplasma),
Neurofibrillen, Protofibrillen, Axolemm und Mitochondrien.
ACTH
Abk. für adrenocorticotropes Hormon; engl. Corticotropine, ein das
Wachstum der Nebennierenrinde sowie deren Aktivität (Freisetzung von
Nebennierenkortikosteroiden) regulierendes hypophysäres Hormon.
ad m.m.
lat. Abk., Rezepturkunde: ad manum medici = zu Handen des behandelnden
Arztes.
Ad usum proprium
lat., Rezepturkunde: zum eigenen Gebrauch
Adaptationssyndrom
Von ® Selye eingeführte Bezeichnung für
Anpassungsphasen des Organismus an Stresssituationen mit Alarmreaktion,
Gegenschockphase, Resistenzphase und Erschöpfungsphase.
adde
lat., Rezepturkunde: "Füge hinzu!"
Quelle: Glossar
zum "Handbuch
der Schmerztherapie" (Hsg.: Herman Hans
Waldvogel), gewidmet Ernst von der Porten, einem der Wegbereiter der
moderenen Schmerztherapie. Ernst von der Porten wurde von der Gestapo,
gemeinsam mit seiner Frau, im "freien Teil Frankreichs" in den Tod
getrieben.
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haGalil onLine 14-10-2001
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