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Lexikon zur Schmerzmedizin
Cachets
Pharmaz.: Kapseln, Capsulae.
CACI
Engl. Abk. für "computer-assisted continuous infusion".
Caerulein
Ein spezifisches Dekapeptid, das aus der Haut des australischen
Amphibiums Hila caerulea gewonnen wird und ähnliche Eigenschaften hat
wie
® Cholezystokinin (Stimulation der gastrischen,
biliären, pankreatischen Sekretion; Stimulation gewisser glatter
Muskeln; therapeutisch bei paralytischen Ileus sowie als Diagnostikum
bei exokriner Pankreasinsuffizienz eingesetzt).
Cahours, Auguste (1813--1891)
Isolierte Salicylsäuremethylester aus der nach dem kanadischen Arzt
und Botaniker J.F. Gaultier (1708--1756) genannten Gaultheria
procumbens, einem Heidekraut aus dem östlichen Nordamerika, aus dessen
Blätter das früher als Antirheumamittel benutzte Wintergrünöl oder
Gaultheriaöl gewonnen wurde. Die roten Früchte der immergrünen,
winterharten Pflanze sind Kapseln mit zahlreichen Samen, die - zerrieben
- stark aromatisch riechen und auch in der Parfumindustrie eingesetzt
werden.
Calcineurin
Eine von ® Calmodulin sowie Ca2+
abhängige Proteinphosphatase, aus je einer katalytischen und
regulatorischen Untereinheit (CnA bzw. CnB) bestehend; reguliert
multiple synaptische und zelluläre Funktionen wie ligand- und
voltageabhängige Ionenkanäle, Transmitterfreisetzung, Gentransskription
etc. Putativer physiologische Calcineurin-Antagonist ist Cain.
Calcitonin-gene-related-Peptid
Calzitonin, Salcatonin, Thyreocalzitonin: bioaktives
(Neurotransmitter, Vasodilatator), im ZNS, Darm und in perivaskulären
Nerven nachweisbares 37-Aminosäuren-Peptid, aus der mRNA des
Calcitonin-Gens entstehend. Calcitonin ist ein in Schilddrüse und
Nebenschilddrüse gebildetes Polypeptidhormon und Gegenspieler des
Parathormons. ®
Wirkstoffprofil Kalzitonin.
Calciumantagonisten
Ca-Antagonisten, Ca-Blocker: Wirkstoffe, die den Einstrom von
Kalziumionen in Zellen hemmen.
Calmodulin
Ein im ZNS und Herz nachgewiesenes Aktivatorprotein: in Verbindung mit Ca2+-Ionen
zu cAMP, cGMP gebunden und diese somit aktivierend.
cAMP
Ein zyklisches Nukleotid; es wird aus ATP gebildet (®
Adenylatzyklase) aufgrund einer Stimulation durch sog. "erste Boten" des
ersten Rezeptorsystems; durch Phosphodiesterase zu azyklischem AMP
(5'-AMP) abgebaut. Wirkt als "zweiter Bote" ("second messenger") auf das
zweite Rezeptorsystem.
Campbell, Walter (1868--1937)
Bedeutender australischer Neurologe; Arbeiten in Edinburgh, mit
Krafft-Ebing in Wien sowie Prag, publizierte u. a. "Histological studies
on the localization of cerebral function".
Camu, Frédéric (Belgien 1942*)
ztg. belgischer Anästhesiologe und Algesiologe.
Cannon, W.B. (1871--1945)
am. Physiologe, Pionier der Untersuchung emotioneller, vegetativer und
hormonaler Aspekte des Organismus in Extremsituationen. 1914: "The
emergency function of the adrenal medulla in pain and the major
emotions." 1926: "Studies on the conditions of activity in endocrine
glands. The influence of motion and emotion on medulloadrenal
secretion". 1929: "Organization for physiological homeostasis". Wies
nach, dass man durch Reizung des Dienzephalon ein ®
Stressulkus erzeugen konnte. Nach ihm wird die sog.
Cannon-Notfallreaktion benannt: sie ist die sog. Alarmreaktion des
® Adaptationssyndrom des Organismus mit adrenerger
"Sofortreaktion" auf schwerste psychische und physische Belastungen:
"Bodily changes in pain, hunger, fear and rage. An account of recent
researches into the function of emotional excitement"( New York,
Appleton 1929). "The wisdom of the human body" (New York, Norton, 1939,
1947). Siehe auch Arbeiten von ®
Selye. Ebenfalls nach Cannon sind die Bezeichnungen "Vagustod",
"Stresstod", "Voodoo-Tod", "vegetativer Tod", "psychogener Tod"
gebräuchlich. Cannon beschreibt 1932 den Begriff "Homöostase".
Capsaicin
Vanillylamid aus Fructus capsici. U.a. zur entzündlichen Reizung von
Nervenendigungen in der Experimentalphysiologie gebraucht. Ebenfalls
Einsatz als kutanes Therapeutikum bei neuralgischen Schmerzen
(sogenannter Substanz-P-Erschöpfer: engl. "depletor").
Capsulae
Kapseln. Meist aus Stärke (Capsulae amylaceae) oder Gelatine (C.
gelatinosae) hergestellte Kapseln, die Wirkstoffe im GI-Trakt, Rektum
etc. freigeben.
Carossa, Hans (Bad Tölz 1878--1956 Passau)
Aus oberitalienischer Arztfamilie stammend; Medizinstudium; im I.
Weltkrieg als Bataillonsarzt verwundet (u. a. "Rumänisches Tagebuch",
1924), u. a. Goethepreis1938; 1948 Ehrenbürger der Stadt Passau; Carossa
lehnte 1933 die Wahl in die Preußische Dichterakademie ab; liess sich
aber 1942 zum Präsidenten des "Bundes europäischer Schriftsteller"
wählen (was ihm heute zu einseitig vorgeworfen wird).
Carus, Carl Gustav (Leipzig 1789--1869 Dresden)
Im Goetheschen Sinne "Allround-Mediziner", Naturwissenschafter, Maler,
Philosoph: führte den Begriff des Unbewussten in die Medizin ein. Führte
das Fach "vergleichende Anatomie" in Deutschland ein. Freundschaften mit
Alexander vom Humboldt, C.D. Friedrich, Tieck und Goethe
(Briefkorrespondenzen).
CAS
engl. Abk. für "chemical abstracts services registry number"
(Register-Nummer).
CATIA
engl. Abk. für "computer-assited total intravenous anaesthesia":
® TCI, ® TIVA.
CCK
Abk. für ® Cholecystokinin.
CDS
engl. Abkürzung cluster disturbed sleep: EEG-Phänomen der temporären,
reversiblen Aktivitätsreduktion der kortikalen Oberfläche mit einer
Geschwindigkeit von 2--5 mm/min. (Migränepatienten).
Ceiling-Effekt
Klin. Pharm: Plafonnierung der Wirkung (Ceiling, engl. = Decke).
Celan, Paul (1901--1988)
Czernowitz in der legendären Bukowina -- wie der "kleine, grosse
Tenor" Joseph Schmidt -- wie Rose Ausländer "Einer Gegend, in der
Menschen und Bücher lebten", im Nelly-Sachs-Haus in Düsseldorf
verstorben, Pseudonym für Paul Antschel. Studium der Philosophie
und Medizin (Paris 1938). Seine Eltern wurden in Konzentrationslagern
umgebracht. Celan wurde während des Krieges in ein Arbeitslager
deportiert (1943--1944). Danach Arbeit in Bukarest unter den Namen Paul
Aurel, Paul Ancel. Von der Poesie Georg Trakls und Rainer Maria Rilkes
hingezogen, ging er über Wien (1947) nach Paris, wo er Deutschlehrer an
einer École Normale Supérieure wurde. Verheiratet seit 1952 mit der
Graphistin Gisèle Lestrange. Publizierte u. a. "Mohn und Gedächtnis";
1960 Georg-Büchner-Preis. Daneben Übersetzer von Cocteau, Mandelstam,
Rimbaud etc. Die Witwe von Yvan Goll (1891--1950), bedeutender in den
damalig deutschen Vogesen als Isaac Lang geborener zweisprachiger
literarischer Pazifist/pazifistischer Literat im Kreis von Romain
Rolland, Pierre Jean Jouve, Stefan Zweig, James Joyce, dessen Ulysses er
ins Deutsche übersetzte!), die Surrealistin Claire Goll-Studer
(1891--1977) warf ihm Plagiate vor; Celan warf sich 1970 in die Seine.
"Umsonst trank ich das bittre Haschisch."
Kein Rauschgift heilt Schlaflosigkeit der Seele.
CEOPS
Abk. für Children’s Hospital of Eastern Ontario Pain Scale.
Cephalea
® Kopfschmerz (verschiedenste Formen).
Cerletti, Aurelio (Ilanz 1918--1988)
ital. Schmerzforscherin.
C-Fasern
Histologisch dünne, marklose Fasern (1 mm
Dicke) mit langsamer Leitungsgeschwindigkeit von 1m/s: postganglionäre
Fasern des autonomen Nervensystems. Afferenzen von Mechano-, Kälte-,
Wärme- sowie Nozizeptionsrezeptoren (sog. "langsame Schmerzfasern").
Arbeiten von ® Iggo und ®
Zotterman.
c-fos
Abk. für cellular fos: ein Kernprotein der grossen Familie der IEG,
von denen über 100 bekannt sind und die Zellproliferation,
Zellausdifferenzierung bis Zelltod regulieren. Mittels
immunhistochemischer Nachweisverfahren können damit indirekt, durch
irgendwelche Stimulationen aktivierte, Neurone nachgewiesen werden
(z. B. Stimulation von Nozisensoren Ad nd C =
c-fos-Expression in den Laminae I-II sowie V-VI). Da eine
c-fos-Expression auch nach nichtnoziven Stimulationen induzierbar ist,
genügt sie per se nicht für eine Quantifizierung nozizeptiver spinaler
Prozessierung.
Cervero, Fernando (1949*)
bdt. span. Schmerzforscher (v.a. viszerale Nozizeption)
CGMP
Abk. für cyclisches Guanosin-Mono-Phosphat: u. a. wichtig für die
Relaxation der glatten Muskulatur.
CGRP
Abk. für Calcitonin-gene-related-peptide, im afferenten C-System
verfügbares exzitatorisches Neuropeptid (langsame Depolarisation
spinaler Neurone, potenziert Substanz P-induzierte Depolarisation). Von
der Aminosäurensequenz her zu 20--50% Übereinstimmung mit anderen aus
menschlichen Insulinomen sowie Phäochromozytom isolierten Biopeptiden
(Isletamyloid bzw. Amylin, Adrenomedullin).
CGRP-Peptide
Verschiedene Biofunktionen (Vasodilatation, Nozizeption,
Glukoseaufnahme, muskuläre Glukolyse) daher potentielle Therapeutika bei
Migräne, Diabetes mellitus, Schmerzen etc.
CGRP-Rezeptoren
G-Protein-gekuppelte Rezeptoren mit Rezeptor-Subtypen 1, 2 und
möglicherweise 3 (® N. accumbens); die
Rezeptoraffinität scheint durch Nukleotide wie GTP moduliert zu sein.
Charcot, Jean Martin (1825--1893)
Pariser Neurologe, neben ® Jackson
Mitbegründer der modernen Neurologie. Nach ihm werden benannt:
Charcot-Gelenk, M. Charcot, Charcot-Syndrom, Charcot-Erb-Syndrom,
Charcot-Joffroy- Syndrom, Charcot-Marie-Tooth-Hoffmann-Syndrom,
Charcot-Weiss-Syndrom, sowie folgende klinische Zeichen: Charcot-Trias,
Charcot-Zeichen. Charcot machte das Pariser Neurologiezentrum "Hospice
de la Salpêtrière" weltberühmt. Zu seinen Schülern zählen u. a. Gilles
de la
® Tourette, ®
Babinski, ® Bechterew und ®
Freud.
Charlin, Carlos (1886--??)
chilenischer Augenarzt. Nach ihm benannt wird das Charlin-Syndrom oder
"Nasoziliarisneuralgie" bei Neuritis des N. nasociliaris und Ganglion
ciliare bei entzündlichen Prozessen im Nasen-Siebbein-Bereich
(einseitige Rhinitis, in die Stirn, Nasenrücken etc. ausstrahlende
Neuralgie sowie Augensymptomen wie Keratitis etc.).
Chassaignac-Syndrom
Nach dem Pariser Chirurgen C.M.E. Chassaignac (1805--1879) benannte
bei Kleinkindern nach perianulärer Subluxation des Radiusköpfchens
(z. B. Armzerrung nach Hochreißen) auftretende Parese und
Schmerzhaftigkeit (sog. "schmerzhafte Armlähmung").
Chauffard-Schmerzpunkt
Nach dem Pariser Internisten A.E. Chauffard (1855--1932) benannter,
unter dem rechten Schlüsselbein befindlicher Druckschmerzpunkt bei
Erkrankungen der abführender Gallengänge. Als Chauffard-Rivet-Zeichen
wird eine Druckschmerzhaftigkeit im rechten Oberbauch bei
Pankreaserkrankungen bezeichnet.
Chavany-Brunhes Syndrom
Chronische frontale Kopfschmerzen bei Erkrankungen im Bereich der Falx
cerebri.
Chavany-Chaignot Syndrom
Während einer Goldtherapie auftretende diffuse Schmerzen und
Hyperästhesie in den Extremitäten, Schweißausbrüche, Angstzustände etc.
Che Guevara, Ernesto (Rosario/Argentinien 1928--1967 Bolivien)
Nach Studium der Medizin (Buenos Aires) Ausbildung in Allergologie in der
Clinica Pisani (Che Guevara litt seit seiner frühesten Kindheit an
schwerem Asthma bronchiale und stand unter einer - sofern verfügbaren -
Dauermedikation mit Kortison, Adrenalin, "Asthmazigaretten mit Folium
belladonnae, stramonii et salviae" und Theophyllin). Danach Reisen
("notas de viaje"), Studiumabschluss (1953) und Vortragsreisen
(Allergieforschung) in Mexico. 1955 Zusammentreffen mit Fidel und Raúl
Castro; als Rebell in den Bergen Kubas. Nach dem Fall des kubanischen
Diktators Batista 1959 Beginn einer intensiven Reisetätigkeit (Ägypten,
Indonesien, Gaza, Pakistan, Japan etc.), wo er seinen Traum einer
weltumspannenden Solidarität sozialistischer Länder zum Zusammenbruch
des Kapitalismus verkündete. 1965 Führer einer "Volksbefreiungsarmee" in
Zentralafrika unter dem Namen Ramón Benítez (Kongo); über Tansania nach
Bolivien mit dem Ziel, eines panamerikanischen sozialistischen
Einheitsstaates. Nach wochenlangen Gewalt-Märschen unter schwersten
Bedingungen im Urwald und Gebirge wurde der physisch und psychisch
ausgebrannte Che mitsamt seiner Kampfgenossen in eine Falle der
bolivianischen Polizei gezwängt und in Anwesenheit des rasch
eingeflogenen CIA-Mannes Félix Rodriguez 1967 erschossen.
Cheiralgia paraesthetica
Schmerzhafte Parästhesien im Handgebiet.
Chemokine
Eine Gruppe von chemotaktischen Proteinen (8--10-kd-Proteine;
Aminosäurensequenz zwischen 20--70% homolog) der Superfamilie
® Zytokine. Es gibt zzt. keine standardisierte
Einteilung der mindestens 4 Chemokingruppen: die gängige Einteilung
erfolgt in Bezug auf die Position der Zysteingruppe (a-,
b- Chemokine; Lymphotaktin und Fraktalkin, IL-8
etc.). Chemokin-Rezeptoren sind G-Protein-gekuppelte, mit Phospholipasen
funktionierende Rezeptoren, die von Eosinophilen, Basophilen, Monozyten,
aktivierten und Ruhe-T-Zellen, Neutrophilen, Natural-Killer-Zellen, aber
auch nichthämatopoetischen Zellen (Neurone, Astrozyten, Epithelial- und
Endothelzellen usw.) exprimiert werden: zzt. sind mehr als 1 Dutzend
Chemokin-Rezeptoren identifiziert worden; man unterscheidet konstitutive
und induzierbare Rezeptorsysteme. Chemokine induzieren Zellmigration und
Zellaktivation der entsprechenden Zielzellen (v. a. Leukozyten).
Wichtige Chemokinstimulatoren sind: frühinflammatorische Zytokine (IL-1,
TNF-a), Lipopolysaccharide bzw. bakterielle
Stoffe, Virusinfektion, Interferon-g,
Lymphozytenprodukte etc.
Chemokinese
Migrationsaktivation von Zellen.
chemotaktische Faktoren
Biochemische Stoffe, die bei Gewebeverletzungen, Infektionen etc. Zellen
oder Organismen anziehen oder zurückweisen und Leukozyten, Makrophagen
etc. zur Abwehrfront führen.
Chemotaxis
Die durch einen chemischen Reiz (Beispiel Gicht: Uratkristalle)
auslösbare (positive oder negative) Bewegungsreaktion von Blutzellen. So
kann innerhalb von 24 h auf chemotaktische Stimuli ein
aktiv-rheumatisches Gelenk durch mehr als 1 Milliarde Neutrophile
infiltriert werden (Zwaifler 1971).
Chinin
Alkaloid aus der Chinarinde. Reines Chinin hemmt die Nukleinsäuresynthese
durch Komplexbildungen mit DNA usw. und ist ein Zellgift. Historisch
erstes Malariamittel (® Hahnemanns
Erstversuch), als unspezifisches, obsoletes Grippemittel und in
obsoleten "antipyretisch-analgetischwirksamen
Schmerzmittelkombinationen" immer noch im Handel. Die durch Napoleon
verhängte Kontinentalblockade gegenüber Großbritannien verhinderte den
weiteren Import von Chinin aus Großbritannien. Als "Chinin-Ersatz" wurde
dabei u. a. die Extrakte von Salix alba vulgaris (Weidenbaum) u. a.
durch Buchner, Pharmakologe in München, intensiver untersucht: es gelang
im 1828, eine gelbliche tanninfreie Substanz (®
Salicin) aus der Weidenrinde zu extrahieren.
Cholezystokinin
Abk. CCK; ein 33-Aminosäuren-Endopeptid. Neurobiologisch in der Peripherie
(Hormon-Synthese: pankreatische Apudzellen, GI-Zellen; Funktion:
Sekretion/Motilität GI-Trakt) sowie im ZNS (Neurotransmitter,
Neuromodulator in Kolokalisation mit anderen Neurotransmittern)
vertreten. Chemisch mit dem Sekretin verwandt (deshalb auch historische
Bezeichnung: Cholezystokinin-Pankreozymin). Diskutiert werden:
Nozizeption (Anti-Opioidwirkung; möglicherweise involviert in
neuropathischer Hyperalgesie); Interaktionen mit Dopaminsystem;
physiologische Interaktionen mit Hunger/Nahrungsaufnahme sowie Verhalten
(Angst, Panik etc.). CCK-Subrezeptoren: CCKA (Opiodwirkung?),
CCKB (Anti-Opioidwirkung?).
Chrysotherapie
Goldtherapie (Rheumatologie)
Churg-Strauss-Syndrom
Allergische granulomatöse Angiitis, systemisch nekrotisierende
Vaskulitis mit respiratorischer Symptomatik, Bluteosinophilie,
Lungeninfiltraten, Mono- bis Polyneuritis, Nasenpolypen, Perikarditis
und blutigen Durchfällen. Durch den Wirkstoff Mesasalazin auslösbar;
Triggerung durch Aminosalizylatverbindungen.
CIBA
Die Vorgeschichte der Fa. CIBA reicht in die Jahre 1864--1884, wo über den
aus Lyon stammenden Alexander Clavel die Oswaldsche Seidenfärberei in
der Rebgasse auf das Gebiet der Teerfarbenfabrikation ausgedehnt wurde.
Sein Arsenikverfahren zur Herstellung von Fuchsin führte zu
Vergiftungserscheinungen des Grundwassers, das Schmelzen von Arsensäure
zu "pestilenzialischen Gerüchen im minderen Basel". Umzug in die Nähe
des Rheins in die damals kaum besiedelte Klybekstrasse 1864, heute Sitz
von Novartis (Ciba, Geigy, Sandoz 1996).
Cinchona
Tropische Baumarten (>40), aus deren Rinde verschiedenste Alkaloide
gewonnen werden (Chinin, Chinidin, Cinchonin, Cinchonidin usw.).
Cinchonismus: chronische Vergiftung mit Alkaloiden vom Chinintyp (früher
als Malariamittel und bei Neuralgien eingesetzt) mit neurotoxischen
Erscheinungen (Seh- und Hörstörungen, reversible, aber monatelang
dauernde Blindheit, Photophobie, Schwindel, Kopfschmerzen, Delirien),
gastrointestinalen Störungen (Emesis, Gastritis, Diarrhöe) und
allergisch-toxischen Symptome wie Urtikaria und Thrombozytopenie.
CIPA
engl. Abk. für "congenital insensitivity to pain with anhidrosis" (CIPA
bzw. hereditary sensory and autonomic neuropathy type IV); s. auch
Neurotrophine, NGF. Siehe auch Fanconi-Ferrazini-Syndrom.Es scheint
auch, dass damals die Anhidrosis in der Regel nicht mitdiskutiert wurde,
sondern als "ektodermale anhidrotische Dysplasie" eigenständig
diskutiert wurde. Heute werden die seltenen Fälle von kongenitaler
Schmerzindifferenz in der Regel mit Anhydrosis gekoppelt, wie es die
Bezeichnung CIPA beweist. Viele Autoren unterscheiden verschiedenste
neuropathische Formen (Typ I bis V).
Clearance
Abk.: Cl; pharmakokinetische Bezeichnung für die irreversible
Gesamtausscheidung (totale Clearance: Clt). Clearance ist das
Volumen Plasmaflüssigkeit, das pro Zeiteinheit vom enthaltenen Wirkstoff
"geklärt" wird. Die dazu notwendige Eliminationsprozesse sind u. a. die
hepatische Verstoffwechselung und die renale Elimination: hier kann auch
von hepatischer (Clhep) und renaler Clearance (Clren)
gesprochen werden. Da Eliminationsvorgänge in der Leber und Niere
abhängig sind von der jeweiligen Plasmakonzentration, ist es leicht
verständlich, dass ein Medikament mit großem Verteilungsvolumen bzw.
Sequestrierung in periphere, wenig perfundierte Gewebe a priori eine
längere Eliminationszeit hat bzw. verminderte renale, hepatische oder
totale Clearancewerte aufweist. Bei repetierter Wirkstoffgabe im
Fliessgleichgewicht bestimmt die Clearance die notwendige Dosierung
gemäss der Formel: Dosis (mg/Zeiteinheit) = Plasmakonzentration (C
steady state) in mg/l * Clearance (l pro Zeiteinheit).
Der Löwe von Münster: Euthanasie...: eine furchtbare Lehre, die die
Ermordung Unschuldiger rechtfertigen will, die die gewaltsame Tötung der
nicht mehr arbeitsfähigen Invaliden, Krüppel, unheilbar Kranken,
Altersschwachen grundsätzich freigibt. Wenn einmal zugegeben wird, dass
Menschen das Recht haben "unproduktive Mitmenschen" zu töten – und wenn
es jetzt zunächst auch nur arme wehrlose Geisteskranke trifft, dann ist
grundsätzlich der Mord an allen unproduktiven Menschen, also an
unheilbar kranken Invaliden der Arbeit und des Krieges, dann ist der
Mord an uns allen, wenn wir alt und alterschwach und damit unproduktiv
werden, freigegeben. 03.08.1941 aus einer Predigt an der Lambertikirche
in Münster.
Clemens August, Graf von Galen ("Der Löwe von Münster" 1878
Dinklage--1946 Münster)
Studium der Theologie in Innsbruck, 1933 Beförderung zum Bischof, ab 1945
gegenüber der britischen Besatzungsmacht in Sachen Denazifierung
resistent und mit deren Erlaubnis in Rom durch den Papst Pius XII 1946
zum Kardinal in Münster gekürt. Anfänglich Antibolschewik,
konservativer, nobler "Kritischer" und in Opposition zum
nobel-zurückhaltenenden Kardinalskollegen Bertram von Breslau weniger
zurückhaltend gegenüber dem III. Reich, ab 1941 immerhin eine der
wenigen herausragenden Köpfe der nichtemigrierten etwas
hervorstilisierten Résistance, anfänglich sehr befangen und gegenüber
dem bekannten Holocaust eigenartigerweise "unmotitiviert",
möglicherweise durch die Tatsache, dass ein anderer "Landsmann", der
Westfale von Papen, voll in den Funktionen des III. Reichs integriert
war. "Philosophischer Antagonist" des offiziellen NSDAP-Philosophen
Alfred Rosenberg ("Mythos des 20. Jahrhunderts").
Clusterkopfschmerz
Syn.: Horton-Syndrom, Bing-Syndrom, ältere Bezeichung: "migrainous
neuralgia": migräneartige einseitige, seitenkonstante unerträgliche
vaskuläre Kopfwehanfälle mit Flushing, Schwitzen, Rhinorrhö und erhöhtem
Tränenfluss begleitet.
CND
engl. Abk. für "Commission on Narcotic Drugs" der UN (Suchtstoffkommission
des Wirtschafts- und Sozialrates der UN).
CNTF
engl. Abk. für "ciliary neurotrophic factor": neurotropher Faktor mit
Wirkung auf verschiedene Neurone und Gliazellen; verwandt mit "leukemia
inhibitory factor" und "oncostatin factor" (möglicherweise gleiche
Andockstellen).
CNV
Abk. für Untersuchungsmethode "Contingente negative Variation": bei
gewissen Schmerzkranken (z. B. Kopfschmerzen vom sog. Spannungstyp)
zeigt sich gegenüber Gesunden eine Verstärkung höherer kortikaler
Negativierung (abgeleitetes EMG, das indirekt das Ausmaß erhöhter
Muskelspannungen in der perikranialen Muskulatur angibt) auch während
schmerzfreien Phasen (nach Böcker et al. 1990).
CO
Kohlenstoffmonoxid, Biogas, gasförmiger (deshalb dreidimensionaler
["retrograder"]) putativer Neurotransmitter: CO wird peripher und auch
im ZNS enzymatisch durch das ®
Hämoxygenasesystem-2 (HO-2) syntethisiert. CO, ein Aktivator der löslichen
Guanylatzyklase wird als putativer Transmitter des peripheren und
zentralen NS, so bei hypothalamischer Freisetzung ACTH
(Corticotropin-releasing-factor), Gonadotrophin-releasing-Hormon (GnRH)
diskutiert.
Coccygodynie
Schmerzhafte Sensationen in der Coccyxgegend, v. a. beim Sitzen; Ätiologie
unklar, teilweise auf primäre Gründe zurückzuführen (Traumata, Tumoren
im Coccyxbereich, ausstrahlende Schmerzen bei Wirbelsäulenerkrankungen
etc.). Nicht zu verwechseln mit dem ®
Piriformis-Syndrom.
Cochrane, Archie (1909--1988)
Schottischer Epidemiologe, erforschte bei den Kohlenmineuren von South
Wales die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von Lungenkrankheiten,
die bei dieser Berufsgruppe auftreten. Er kam zum Schluss, dass nur eine
medizinische Versorgung bzw. Gesundheitsservices (Health Service)
sinnvoll wären, wenn die entsprechenden eingesetzten therapeutischen
Mittel auf ihre Effizienz ("helpful, useless or harmful") geprüft wären.
Cochrane-Bewegung
Syn.: Cochrane Collaboration, Durch die epidemiologische
Pionierleistung des schottischen Epidemiologen Archie
® Cochrane inspirierte, jetzt globale Bewegung, die sich einsetzt
für eine laufende Verbesserung der medizinischen Versorgung
(Qualitätskontrolle Klinik und Forschung: Cochrane Arbeitsgruppe der
IASP; Cochrane Pain, Palliative and Supportive Care Group, Oxford).
Cocktail lytique
Nach Laborit u. Huguenard 1948, enthält ursprünglich Chlorpromazin,
Hydergin sowie Pethidin; früher eingesetzt zu Narkosetechniken,
Hypothermie, Sedation bei akuten psychotischen Erregungen.
Codein
Kodein; kodeia griech. Mohnkopf, 1883 durch Robiquet isoliertes und 1881
durch Grimaux synthetisiertes Referenzopioid. Albert
®
Knoll entwickelte ein industrielles Grossverfahren zur Gewinnung des
damals teuren Codein aus dem billigeren Morphin (1886).
Codeinismus
Siehe Kodeinismus.
Coderre, Terence James (Ottawa 1958*)
zeitg. kanad. Schmerzforscher.
Coffein
Auf Anregung Goethes vom Apotheker F.F. Runge 1819 entdeckt; Purinagonist.
cold-plate-test
Siehe unter "hot-plate-test".
Collemplastra
Heftpflaster, Gewebe oder Folien, die mit einer auf der Haut klebenden
Masse bestrichen sind.
Collyria
Augentropfen, Augenwässer; Lösungen und Suspensionen für tropfenweise
Anwendung im Bindehautsack (siehe ® sAA) oder
auf Hornhaut bzw. Lösungen zum Waschen und Baden des Auges.
Colony-stimulating-factor
Abk. CSF, Glykoproteinfamilie, die das Wachstum und Ausdifferenzierung
von Knochenmark- bzw. Blutzellen (Granulozyten, Makrophagen) koreguliert
und somit bei Entzündungen etc. eine wichtige Rolle spielen. Zur
CSF-Familie werden gezählt: IL-3, G-CSF (Granulozyten-CSF), M-CSF
(Makrophagen-colony-stimulating-factor), GM-CSF
(Granulozyten-Makrophagen-CSF).
Compliance
Lungenphysiologie, Dehnbarkeit des Thorax-LungenSystems. In der klinischen
Pharmakologie und Schmerzklinik: Bereitschaft des Patienten zur
Kooperation.
Compressi
Tabletten, maschinell durch Pressen trocken aus Pulver, Kristallen
und/oder Granulaten einzeldosierbar entstandene feste Arzneimittel.
COMT
Abk. für catechol-O-methyltransferase.
Confusion Assessment Method
Abk. CAM, durch Inouye et al. 1990 beschriebene einfache
Skalisierungsmethode für Nichtpsychiater (bzw. Palliativmediziner),
Bewusstseinsstörungen einfach zu erfassen.
Context-sensitive-half-time
Abk. CSHT, nach M.A. Hughes et al. 1992 vorgestelltes, kinetisches
Konzept für i.v.- Applikation: die Zeitdauer, die notwendig ist, um die
Plasmakonzentration eines i.v.-Wirkstoffes nach einer definierten
Infusionsdauer (= "Kontext") bei konstantem Plasmaspiegel auf die Hälfte
fallen zu lassen; ® Halbwertszeit.
Corning, J. Leonard (1855--1923)
New Yorker Neurologe, beobachtete ® Halsteds
Arbeiten und publizierte eigene Arbeiten über Spinalanästhesie am Hund:
"Spinal anesthesia and local medication of the cord" (1885) und "A
further contribution on local medication of the cord" (1888).
Corticotropin-releasing-hormone
Abk. CRS, ein hypophysäres Neuropeptid, das u. a. die Freisetzung von
ACTH koreguliert. Zielrezeptoren sind CRS-Rezeptor 1 und 2.
Costen-Syndrom
Syn.: myofasziales Syndrom, otodentales Syndrom; benannt nach dem am.
Otologen James B. Costen (St. Louis 1895--??); Erstbeschreibung 1930.
Cotugno, D. (1736--1822)
Nach Cotugno benannt ist der Sammelbegriff von Neuralgien im Bereich des
N. ischiadicus (Cotugno-Syndrom): "De ischiade nervosa Commentarius",
Venedig 1764.
Cousins, Michael
ztg. austral. Schmerzforscher und Schmerztherapeut
COX-1, COX-2
Abk. für Cyclooxygenase 1 ("konstitutive" COX) und Cyclooxygenase 2
("induktive" COX). Die Enzyme bestehen aus ähnlichen
Aminosäurensequenzen. Funktion beider COX-Systeme: enzymatischer Abbau
von aus Phospholipiden entstandener ®
Arachidonsäure zu Prostaglandine PG2 unter Sauerstoffaufnahme
(2 O2: "Endoperoxidbildung"). Die PG2 wird dann
über die Hydroperoxydase zu PGH2 (unter Elektronaufnahme 2
e-) abgebaut, Vorstufe für die Prostazyklinfamilie (PGD-Synthase
®
PGD2; PGE-Synthase ® PGE2,
PGF2a-Synthase
®
PGF2a, Thromboxane-Synthase
® TXA2, Prostacyclin-Synthase
® PGI2. Die Bezeichnung
"konstitutiv" (= COX-1) ist griffig, aber teilweise irreführend, weil
die "induktive" COX-2 im ZNS und Nierensystem "konstitutiv"
funktioniert. Das COX-2 Gen ist kürzer als das COX-1 Gen (8,3 kb vs. 22
kb). Neuere Arbeiten (Takahashi et al. 1998) weisen darauf hin, dass die
COX-2 ebenfalls eine physiologische Funktion in der Heilung von
gastrischen Ulzera hat (s. Wirkstoffprofil Celocoxib: UAW Gastropathie).
COX-1
Protein 72kDa; 600--602 Aminosäuren, mRNA: 2,8 kB; Position auf
Chromosom 9; Funktion: konstitutives organeigenes Enzym in allen
Geweben, v. a. Thrombozyten, Nieren, Magen.
COX-2
Protein 72 kDa; 603--604 Aminosäuren; mRNA 4,5 kB; Position auf
Chromosom 1; Funktion: durch entzündliche Stimuli und Zytokine
induzierbares Enzymsystem v. a. in Makrophagen, Monozyten, Synoviozyten,
Chondrozyten, Fibroblasten, Endothelzellen. Auch durch Hormone
induzierbar (Ovarien; Fetalmembrane). ZNS und Nieren: konstitutives (!)
Enzym-System. COX-2-Hemmer. Abkürzung für "Cyclooxygenase2-Hemmer"
(sog. "induzierbare" Gewebe-COX). Theoretisch sollten spezifische
COX-2-Hemmer die Gewebe-PG-Homöostase (COX-1) nicht stören und somit
weniger gastrointestinale, bronchiale und renale Nebenwirkungen
induzieren.
CP
Chronische Polyarthritis. Ebenfalls üblich jcP: für juvenile chronische
Polyarthritis.
Cp50
Abk. für minimale Plasmakonzentration im Fliess-Gleichgewicht ("steady
state"), die für i.v.- applizierte Analgetika bei der Hälfte der
Probanden/Patienten ausreicht, eine somatische Antwort nach
standardisierten Nozizeptionsreiz (Beispiel Hautinzision) zu
unterdrücken. Gilt als Pendant zu Egers ®
MAC-Begriff. Wenn zusätzliche autonome Antworten auf die nozizeptive
Stimulation gemessen werden (Plasmakatecholamine etc.), wird der Begriff
Cp50 BAR ("barish autonomic response") verwendet.
CPMP
engl. Abk. für Committee on Proprietary Medicinal Products: EWG Behörde
(Registrierung neuer Arzneimittel, Arzneimittelüberwachung) vergleichbar
der amerikanischer ® FDA.
CPT
engl. Abk. für "cold pressor test". Ursprünglich die Immersion der Hand in
Eiswasser (Wolf u. Hardy 1941); s. auch Turks’ Arbeiten.
CRPS
engl. Abk. für "complex regional pain syndrome", komplexes regionales
Schmerzsyndrom (früher: sympathische Reflexdystrophie.
CRPS-Tests
Bei CRPS durchgeführte Tests, um autonome Nervenfunktionen zu testen
(z. B. QSART, RSO; daneben einfache Vasomotorentests wie
Valsalva-Manöver etc.).
Crush-Syndrom
Bei Unfällen, Erdbeben etc. durch stumpfe, ausgedehnte, massive
Quetschung und Zersplitterung von Muskel- und. Knochengewebe etc.
auftretendes Syndrom mit Zellmembranschädigung (Freisetzung von Kalium,
Enzymen, Myoglobin etc.), sekundärer Nierendysfunktion (akute tubuläre
Nekrose, Urämie), in der Regel mit starken neurogenen (relativ
"therapierefraktären") tage- bis wochenlangen Schmerzzuständen begleitet
(I: kontinuierliche Epiduralanalgesie).
CS
engl. Abk. für "conditioned stimulus"; kann eine sog. CR bzw. "conditioned
response" auslösen.
CSAID
engl. Abk. für "cytokine-suppressive anti-inflammory drugs" (®
Zytokine).
CSF
engl. Abk. für "colony stimuting factors". Gruppe immunomodulatorischer
Glykoproteine (IL-3, G-CSF, M-CSF,
Granulocyte-macrophage-colony-stimulating-factor, GM-CSF) von
Knochenmarkzellen mit multiplen Aufgaben
(Granulozyten-/Makrophagenkoloniestimulation).
CSHT
engl. Abk.für ® "context sensitive halflife
time.
Curbelo, M.M.
Führte 1949 die kontinuierliche Epiduralkathetertechnik ein.
Cushing, Harvey (1869--1939)
Schüler von ® Halsted u. Theodor Kocher
(Bern; erster Nobelpreisträger in Medizin; 1841--1917). Vater der
modernen Neurochirurgie (Harvard, Yale). Nach ihm ist das
Cushing-Syndrom benannt. Führte u. a. die Führung von präzisen
Anästhesieprotokollen ein. Publizierte eine Biographie über Sir William
Osler. Stimulierte als erster Forscher 1909 den menschlichen
sensorischen Kortex.
Cyclooxygenase
Abk. COX; Syn. Prostaglandin-Endoperoxid-Synthase, Enzymsystem von dem
bislang 2 Isoenzyme identifiziert sind (®
COX-1, ® COX-2).
Cytochrom p450
Hämoproteinenzymsystem, das im Falle der Lebermikrosomen am oxidativen
Abbau von Wirkstoffen bzw. Redoxsystem mit Elektronenaustausch über
reduziertes Flavoprotein, oxidiertes Flavoprotein und NADP beteiligt
ist: unter O2-Aufnahme wird aus dem Reaktionskreis ein
oxidierter Wirkstoff zur Verstoffwechselung weitergeleitet wird und zur
erneuten Reaktion die Redoxkreise Flavoprotein/NADPH dem nummehr
oxidierten Enzym p450 (Fe3+) 1 Elektron zur Verfügung
gestellt, damit die Reaktion wieder von vorn beginnen kann. Es gibt
multiple Cytochromsysteme. Sog. langsame Verstoffwechsler (ca. 10% der
kaukasischen Bevölkerung!) verfügen über dysfunktionelle
Cytochromsysteme und können entsprechend Exoliganden schlecht abbauen.
Relevant für Schmerzpraxis:
® Kodein (Prodrug Morphin),
® Alfentanil.
Quelle: Glossar zum "Handbuch
der Schmerztherapie" (Hsg.: Herman Hans
Waldvogel), gewidmet Ernst von der Porten, einem der Wegbereiter der
moderenen Schmerztherapie. Ernst von der Porten wurde von der Gestapo,
gemeinsam mit seiner Frau, im "freien Teil Frankreichs" in den Tod
getrieben.
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haGalil onLine 14-10-2001
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