Klinische Pharmakologie / Psychopharmakologie

 
 

 
 

Lexikon zur Schmerzmedizin

La 1--5
Abk. in Deutschland werden die Arzneimittel in 5 Laktationsklassen eingeteilt, s. ® Schwangerschaftskategorie.

Labat, Gaston (Seychelles 1877--1934)
Führte auf Mauritius eine Apotheke und liess sich mit 37 Jahren in Montpellier in Medizin bzw. Chirurgie ausbilden. Schrieb zusammen mit Victor Pauchet 1922 ein Lehrbuch über Regionalanästhesie, das nach seiner Übersetzung ins Amerikanische bzw. Labats Emigration in die USA als: "Regional anesthesia: its technique and clinical application" wegweisendes Lehrbuch wurde. Von den Gebrüdern Mayo nach Rochester verpflichtet. Gründer der "American Socity of Regional Anesthesia", ASRA (1923).

Labores
Auch "dolores", lat. Wehen.

Laennec, Théophile, René Hyacinthe (Quimper 1781--1826 Kerlouan/Finistère)
Erfinder des Stethoskops und Begründer der Auskultation (1819: "De l'auscultation médiale").

Laerdal Asmund S. (Stavanger 1913--1981)
Herausgeber von Kinderbüchern, Kinderspielzeug. Man sagt, dass er unter dem Eindruck einer, um die Jahrhundertwende angefertigten und weltbekannten, Totenmaske, einer aus der Seine tot geborgenen jungen Frau, die Trainingspuppe "Resusci-Anne 1960" entwickelte. Sein Sohn Tore Laerdal entwickelte das Unternehmen weiter und gründete u. a. die Laerdal Foundation for Acute Medicine.

Lands-Einteilung
Historische Einteilung nach Lands (1985) der antipyretischen Schmerzmittel in kompetitive reversible Prostaglandin(PG)-Inhibitoren, irreversible PG-Inhibitoren (analgetische Säuren mit Sauerstoff-Acetylgruppe, z. B. Aspirin) und kompetitive, reversible sowie peroxydneutralisierenden Inhibitoren (z. B. Paracetamol).

Landsteiner, Karl (Wien 1868--1943 New York)
Nobelpreis 1930 für die Entdeckung des Blutgruppensystems ABO.

Langbein, Hermann (Wien 1912--1995)
Widerstandskämpfer, Flucht 1938 vor dem "Anschluss", Teilnahme am Spanischen Bürgerkrieg, 1941 in Frankreich verhaftet, bis 1945 KZ Dachau und KZ Ausschwitz. Wirkte als Überlebender und Publizist bis zu seinem Tode gegen das grosse Vergessen.

Langgässer, Elisabeth (Alzey/Rheinhessen 1899--1950 Rheinzabern/Rheinpfalz)
Literaturpreis 1932, als Deutschjüdin 1936 aus der Reichsschifttumskammer ausgeschlossen ("Berufsverbot"), überlebte als Fabrikarbeiterin. Posthum (!) Georg-Büchner-Preis. Ihre Werke "Das unauslöschliche Siegel", "Märkische Argonautenfahrt" und "Gang durch das Ried" werden zur Weltliteratur gezählt. Ihre älteste Tochter kam ins KZ Ausschwitz: sie schrieb später als Cordelia Evardson ihre Berliner Jugend nieder: "Gebranntes Kind sucht das Feuer".

Langley, J.N. (1852--1925)
Führte die Bezeichnungen autonomes Nervensystem und Parasympathikum (1898) ein. Erforscht kutane Phänomene, die mit Schmerzen, Allodynie ("Sonnenbrand und Hemd"), Hyperalgesie oder Dysästhesien verbunden sind ("Erythralgien"). Beschreibt die hyperalgetischen Hautzonen (Zweitschmerz) mit lokaler Entzündung. Postuliert ein "Nozifensorsystem". "The autonomic nervous system" Cambridge, 1921.

lanzinierende Schmerzen
Stechende Schmerzen.

Laudacon
Historische Bezeichnung für Dihydromorphinon, ® Hydromorphon INN.

Laudanum
Historische Bezeichnung für Rohopium (opium crudum), Meconium, Thebaicum, ® Opium.

Läwen, Arthur (Waldheim/Sachsen 1876--1958)
Ausbildung in Leipzig und Greifswald als Schüler von H.F.W. ® Braun, Trendelenburg etc.; Chirurg in Königsberg, Vorkämpfer für die Lokoregionalanästhesie; entwickelte die paravertebrale Leitungsanästhesie. Schlug 1912 den Einsatz von muskelrelaxierendem Curare zu Narkosezwecken vor. Starb 1958 als Flüchtling in der DDR, nach dem er Alles nämlich seine Söhne, Haben und Gut verloren hatte.

Lazaroide
Siehe Aminosteroide.

LD
engl. Abk. "lethal dosis" s. DL (dosis letalis).

Le Bars, Daniel (Paris 1947*)
bdt. frz. Schmerzforscher (Pathophysiologie, Neurophysiologie, Psychobiologie ; z.B : Diffuse noxious inhibitory controls).

Lehmann, Klaus A. (Neviges/Rheinland 1947--)
bdt. dt. Anästhesiolog (insbes. Schmerzmedizin; nach Absolvierung eines integralen Chemiestudiums). "Der postoperative Schmerz. Bedeutung, Diagnose und Behandlung" .

Leksell, Lars (1907--1986)
Neurochirurg in Uppsala, Lund und am ® Karolinska-Institut, führte u. a. 1949 stereotaktische Instrumente und 1968 das sog. "Gamma-knife" in der Neurochirurgie ein.

Lembeck, F. (Oberwinden/Österreich 1922*)
Forschung u. a. über Katecholamine, Serotonin, Neuropeptide, Bradykinin etc.; Biographie über ® Otto Loewi (zusammen mit W. Giere 1968). Lembeck postulierte 1983 die spinale Mediatorrolle der 1931 durch von Euler und Gaddum entdeckten Substanz P im Nozizeptionssystem.

Lemberg Max Rudolph (Breslau 1896--1975 Australien)
Nach Studien in Breslau, München und Heidelberg, 1917 in den Armeedienst eingezogen, wo er als Telephonist im Grabenkrieg in der Schlacht an der Somme 1918 verwundet wurde. Biologieabschluss summa cum laude 1923, zu Bayer, später zu Karl Freudenberg, der ihn später tagelang vor den Nazischergen versteckte. Auf Ratschlag Szent-Gyorgis Emigration nach England, dann Australien, wo er später einer der Gründer der australischen Akademie der Wissenschaften wurde. Seine Mutter, die mit ihm und seinem Bruder in Breslau Hausmusik pflegte, wurde in einem KZ umgebracht.

Lemmon, W.T.
Veröffentlichte zusammen mit G.W. Paschal frühe Arbeiten über kontinuierliche ® Intraduralanästhesie bzw. Spinalanästhesie (1944).

LEP
engl. Abk. für "laser-evoked-potential".

Leriche, René (Roanne 1879--1956 Cassis)
Bedeutender franz. Chirurg (Gefässchirurgie, Chirurgie des Sympathikus, erste periarterielle Sympathektomie 1913) und Schmerzforscher (Schmerzchirurgie). Vom eminenten frz. Physiologen Franck beeinflusst, der 1899 die Wichtigkeit des autonomen Nervensystems für gewisse Schmerzformen postulierte. Formulierte die Ausdrücke "Douleur-maladie" sowie "Chirurgie de la Douleur" (1937). Schrieb: "Souvenirs de ma vie morte" (1956) "La chirurgie, discipline de la connaissance" (1949).

Lesch-Nyhan Syndrome (1964)
Syndrom mit x-chromosomal-rezessiver Störung des Purinstoffwechsels (Mangel an Hypoxanthin-Guanin-Phosphoribosyltransferase, HPRT, lokalisiert auf Enzym 21), schwere Gichtanfälle (massive Uratsteinbildung), ungenügende Motorik-Kontrolle (Rollstuhlgebundenheit), Intelligenzdefekt bis seltenerweise Selbstverstümmelung (Lippen, Zunge, Finger; ® Automutilation).

Leukotomie
Neurochirurgie, Syn. Lobotomie.

Leukotriene
Lipidmediatoren, enzymatisch (Lipoxygenase A2) von Zellen der myeloischen Reihe (Granulozyten, Mastzellen, Makrophagen) aus Zellmembranphospholipiden bzw. Arachidonsäure gebildet. In diesen Zellen kann die Arachidonsäure über den Zyklooxygenasenweg zu Prostaglandinen und Thromboxan, über den Lipoxygenasenweg zu Leukotrien LTA4 (und danach zu LTB4 bzw. LTC4, LTD4, LTE4) abgebaut werden. Dazu muss die 5-Lipoxygenase (5-LO) über Koppelung mit dem entsprechenden Aktivierungsprotein (5-Lipoxygenase-Aktivierungsprotein, FLAP) aktiviert werden, damit wird die Lipoxygenase aus dem Zytosol an die Zellmembran transferiert (vgl. 5-LO-Inhibitoren bei Asthma bronchiale).

Levi, Primo (Turin 1919--1987 Turin)
Promotion in Chemie an der Universität Turin 1941. 1943 als Jude verhaftet, vom Lager Fossoli im Viehwagen nach Auschwitz deportiert. 1945 von den sowjetischen Truppen befreit. Verfasser mehrerer autobiographischer und fiktivpoetischer Bücher, Selbstmord 1987.

Lewin, Kurt (1890--1947)
Begründete sog. Berliner Arbeits- und Organisationspsychologie ("Gruppendynamik"), musste 1933 emigrieren und befruchtete die amerikanische Schule am Institute for Social Research der Universität Michigan. Die Sozialisierung des Taylor-Systems. Schriftenreihe "Praktischer Sozialismus", 1920 sowie "Untersuchungen zur Handlungs- und Affektpsychologie" Psychologische Forschung, 1926.

Lewis, Sir T. (1881--1945)
britischer Kardiologe, befasste sich nach einem eigenen Herzinfarkt mit Herzmuskel-, später Schmerzen der quergestreiften Muskulatur und schrieb 1942 eine Monographie über den Schmerz.

L'hermitte-Zeichen
Bestrahlungsmyelopathie, Frühzeichen myelopathischer Schädigung mit elektrischen Schlägen bei Flexion der Halswirbelsäule.

Liebeskind, John C. (Waterbury/Conn. 1935--1997 Los Angeles)
Psychologie. Arbeiten über ® PAG und endogene Schmerzmodulation, über Schmerz und Stress:

"Pain can kill".

Gründer der "Liebeskind History of Pain Collection" der University of California in Los Angeles (UCLA).

Ligand
Pharm. eine Substanz, die sich an Rezeptoren bindet. So gibt es für die Opioidrezeptoren exogene Liganden (sprich Opioide oder zentrale Schmerzmittel vom Opioidtyp) und endogene Liganden (sprich Endorphine etc.). Ähnliches ist möglich bei anderen Wirkstoffklassen, z. B. gibt es für GABA-Rezeptoren exogene (Wirkstoffe der Klasse der Benzodiazepine) als auch endogene Liganden (endogene Benzodizepine).

limbisches System
Bestehend aus Hippocampus, Indusium griseum, Area entorhinalis, Gyrus cinguli, Nucleus amygdalae und Area septalis. Phylogenetisch alter Hirnteil mit Repräsentations- und Steuerungsfunktionen für Hypothalamus sowie Affektverhalten.

Lims-Tierversuch (1964)
Die Arbeitsgruppe um Lim injizierte Bradykinin in die Milzarterie des Hundes. Bei 2 nebeneinandergelagerten Hunden wurde nun durch Gefässkanulierung die Kreisläufe gekreuzt, sodass die freipräparierte Milz des 2. Hundes vom Kreislauf des 1. Hundes perfundiert wurde, aber in Bezug auf Innervation intakt blieb. Wird nun pronozizeptives Bradykinin in die Milz des 1. Hundes injiziiert, kann beim 2. durch Kreuzperfusion angeschlossenen Hund eine Gewebe- und Schmerzreaktion in der mitperfundierten, aber in Bezug auf Innervation intakten Milz beobachtet werden. Diese "periphere" Gewebereaktion kann durch saure antipyretische Analgetika unterdrückt werden, wenn die Wirkstoffe die vorher geschädigte Milz direkt erreichen können. Wird das gleiche Experiment wiederholt, wirken dagegen "zentralangreifende" Substanzen wie Morphin nur, wenn sie das Hirn des entsprechenden Hundes erreichen können. Aus dieser klassischen Versuchsanordnung wurden die Begriffe "periphere" und "zentrale" Analgetika abgeleitet. Neueste Erkenntnisse schränken diese Definition ein, weil man unterdessen nachweisen kann, dass sowohl "periphere" Analgetika über periphere und zentrale Wirkmechanismen ihre Effekte erzielen und dass der klassische Wirkstoff Morphin ebenfalls nicht nur zentrale, sondern auch periphere Wirkungen erzielt. Lims Versuchsanordnung führt auch über den Integritätsverlusts von Zellmembranen indirekt zur Entdeckung der damit verbundenen ® Entzündungskaskaden durch Sir J.R. ® Vane (1971).

Lindblom, Ulf A. (Bromma 1927*)

bdt.schwedischer Algesiologe

lineare Kinetik
Kinetik erster Ordnung, gemäss dem Massenwirkungsgesetz proportionale Konzentrationsveränderungen des Wirkstoffes. Lineare Eliminationskinetik: die Geschwindigkeit der Konzentrationsänderung ist direkt proportional der Konzentration des Wirkstoffes, s. auch Halbwertszeit).

Lingg, Hermann (Lindau 1820--1905 München)
Militärarzt und Lyriker.

Linimenta
Syn.: Linimente, Lösungen oder Emulsionen zur Applikation von Wirkstoffen auf die Haut.

Lipidperoxidation
Die oxidative Schädigung von Lipidstrukturen durch freie Radikale.

Lipmann, Fritz Albert (Königsberg 1899—1986 Emigration Poughkeepsie/NY)
Emigration 1939, Nobelpreis 1953 für die Entdeckung des Koenzym A.

Lipopolysaccharide
Abk. LPS, bestehend aus (toxischem) Lipid A und Polysacchariden (= O-Antigen). LPS stimulieren wandständige Rezeptoren von Makrophagen und induzieren eine Reaktionskaskade über ADN-Stimulation, ARN-Expression, Proteinsynthese von Abwehrproteinen in Form von proinflammatorischen ® Zytokinen (v. a. TNF, IL-1, IL-8, PDGF, TGF etc.) mit Aktivierung der Leukozytenchemotaxis, Formation von freien Sauerstoffradikalen, Freisetzung von Enzymen (Elastase, Myeloperoxidase, Kollagenasen etc.).

Liposome
Bezeichnung in der modernen Galenik für mikroskopisch kleine, fettähnliche Stoffe, welche zeitlich begrenzt Substanzen binden und sie später am Wirkungsort wieder freisetzen können.

Lipoxygenasen
Fettsäurespaltende Enzyme, die die aus Biomembranen nach Stimulation freigesetzte ® Arachidonsäure zu biologisch aktiven ® Leukotrienen peroxidieren. Im Gegensatz zum Abbauweg über die COX, braucht es zur Auslösung der Lipoxygenase bzw. Leukotrien-Kaskade Aktivatoren wie Ca-Ionen. Die Kombination der Leukotriene C4 und D4 löst Reaktionen aus, die bislang einer sog. "slow-reacting substance of anaphylaxis" (SRS-A) zugeschrieben wurde.

LTP
Abk. für "long-term-potentiation", Gegenteil: LTD bzw. "long-term-depression". Die langanhaltende Potenzierung oder Unterdrückung der neuronalen Erregbarkeit nach repetierten noxischen Reizen bzw. nozizeptivem Langzeit-Input.

Liquor zerebrospinalis
Gehirnrückenmarksflüssigkeit in Hirnventrikel, Zisterna und Rückenmarkkanal mit intrazerebralen Verbindungen (Foramen Monroi, Aquäductus Sylvii, Foramina Luschka et Morgandie), die von den Plexus choroidei sezerniert wird (ca. 30 ml/h), mit "re-uptake" durch Pacchionische Granulationen in Abhängigkeit von der zentralvenösen Zirkulation. Funktioniert als Hydrosuspension für das zentrale Nervensystem und reguliert partiell den intrakraniellen Druck. Totalvolumen ca. 150 ml, spezifische Gravidität 1,002--1,009 und pH 7,32. Enthält mehr Na-/Cl-Ionen und Glukose, jedoch weniger K-Ionen und Eiweiß als die extrazelluläre Flüssigkeit. Der hydrostatische Liquordruck beträgt auf Höhe L3/L4 >70 mmH2O (liegend) bzw. >150 mmH2O (stehend).

Lissauer-Trakt
Syn.: Lissauer-Randbündel, Tractus dorsolateralis. Nach dem Breslauer Neurologen Heinrich Lissauer (1861--1891!) benannt. Zwischen Hinterhornspitze und Oberfläche befindlich, enthält Afferenzen und Efferenzen (Schmerz, Temperatur,Tastsinn). Die sog. ® Lissauer-Zone ist die Zona terminalis des Rückenmarks. Nach Lissauer wird ebenfalls eine sogenannte Lissauer-Paralyse benannt eine progressive Paralyse mit Herdsymptomatik und gut erhaltenen intellektuellen Funktionen.

Löns Hermann (1866—1914)

Studium der Medizin, Naturwissenschaften und Mathematik in Münster, Greifswald und Göttingen; bdt. Satiriker; später auch Naturbeschreiber mit Neigung zu "Blut- und Bodentheorien". Am 26. September 1914 als Kriegsfreiwilliger an der Front bei Loivre gefallen. Später von den Nazis publizistisch ausgeschlachtet.

Loeser, John (Newark/New York 1935*)
Schmerzforscher, Leiter der Kinderneurochirurgie in Seattle (1974--1986). Mitbegründer und Past President von APS (1986/1987) und IASP (1993/96).

Loewi, Otto (Frankfurt/M 1873--1961 New York)
Medizinstudium in Straßburg, hier beinflusst durch den Internisten ® Naunyn und den Pharmakologen Schmiedeberg, wo er mit Arbeiten am isolierten Froschherzen promovierte, und München. Habilitation bei H.H. Meyer in Marburg (1900) mit dem Beweis, dass tierische Organismen aus Aminosäuren Proteine aufbauen können. Berufung 1904 nach Wien, 1909 nach Graz (Lehrstuhl für Pharmakologie 1939--1938). Bahnbrechende Arbeiten, unter anderem "Über eine Steigerung der Adrenalinfreisetzung durch Kokain", 1910, "Über den Zusammenhang von Digitalis und Calziumwirkung", 1917--1918, "Über humorale Übertragbarkeit der Herznervenwirkung", 1921, mit der Postulierung der Idee von spezifischen chemischen Überträgerstoffen und der Möglichkeit, der spezifischen Blockierung der Transmitterwirkung durch Pharmaka. 1936 gemeinsam mit ® Sir Henry Dale Nobelpreis für Physiologie und Medizin. 1938 als Jude inhaftiert. Unter Zurücklassung seines gesamten Besitzes und Bezahlung speziell eingeführter Steuern war es ihm dann "erlaubt", das "Hohheitsgebiet des Deutschen Reiches" zu verlassen. Tod in der Emigration.

Lotz Ernst Wilhelm (Culm 1890—1914 Westfront)

Zuerst Militärlaufbahn, dann in Hamburger Firma tätig, zuletzt dt. Lyriker (Expressionismus).

Lumbosakralneuralgie
Verschiedene Schmerzzustände bei Erkrankungen der betreffenden Region.

Lundy, John Silas (Seattle 1894--1973)
am. Anästhesist, Pionier der Thiopental-Anästhesie, führte in die damalige Narkosepraxis zum ersten Mal Anästhesieprotokolle ein (1924), und formulierte 1926 den Begriff "balanced anesthesia". Publizierte 1942 ein Buch über "Clinical Anesthesia".

Lyell-Syndrom
Epidermiolysis acuta toxica, nach dem schottischen Dermatologen Alan Lyell 1956 sog. Typ IV-Immunreaktion, z. B. die UAW nach Einnahme von ® sAA. Unter akuter Nekrose und Bläschenbildung löst sich die Oberhaut ab, dazu parallel schwerste andere Organmanifestationen (Bronchopneumonie, Nebennierennekrose, toxischallergische Nephrose usw. Nebenbemerkung: die von Lyell mitbeschriebene fokale Staphylokokken-Nekrose wird durch zirkulierende Gifte induziert und heute vom wirkstoffinduzierten Lyell-Syndrom getrennt diskutiert.

Lymphokine
Immunologie, durch aktivierte Lymphozyten synthetisierte Stoffe, die andere Zellen beeinflussen (z. B. Leukocyte-migration-inhibitory-factors). Schmerzlink: rheumatologische Erkrankungen.

Lymphozyten
Beim Kind 20--70%, beim Erwachsenen 20--40% der Leukozyten als Lymphozyten vorhanden, davon in folgenden Subpopulationen: CD3 bzw. T-Lymphozyten 67--76%, CD3/CD4 bzw. T-Helfer-Lymphozyten 38--46%, CD3/CD8 bzw. T-Suppressor-Lymphozyten 31--40%, CD3/CD16/CD65 bzw. NK-Lymphozyten 10--19%.

 

Quelle: Glossar zum "Handbuch der Schmerztherapie" (Hsg.: Herman Hans Waldvogel), gewidmet Ernst von der Porten, einem der Wegbereiter der moderenen Schmerztherapie. Ernst von der Porten wurde von der Gestapo, gemeinsam mit seiner Frau, im "freien Teil Frankreichs" in den Tod getrieben.
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haGalil onLine 14-10-2001

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