Klinische Pharmakologie / Psychopharmakologie

 
 

 
 
 

Lexikon zur Schmerzmedizin

Wachstumsfaktoren
Syn.: Wuchsstoffe, engl. "growth factors", Superfamilie von Signalmolekülen, die das Zellwachstum und die Zelldifferenzierung steuern.

Wadell-Tests
Unspezifische Schmerztests (Ablenkmanöver etc.) zur Differenzierung von spezifischen und unspezifischen Rückenschmerzen (Wadell 1980).

Waldeyer, W. (1836--1921)
Anatom, begründete sog. Neuronentheorie, s. auch ® Cajal/Golgi.

Wall, Patrick (Nottingham 1925--)
engl. Schmerzforscher, "Bachelor of Medicine" 1948. Ausbilder in Anatomie, Physiologie, Biologie (Yale, Chicago, Mass. Inst. of Technology), Anatomielehrstuhlinhaber der Universität London bis 1990. Mit ® Melzack Erarbeitung der ® Gate-control-Theorie. Mitgründer der ® IASP. Seit 1975 Herausgeber des Schmerzjournals "Pain". Von ihm stammt:

"So long as one person remains in pain and we cannot help, our knowledge of pain remains inadequate."

Wallenberg, Adolf (1862--1949)
bdt. dt. Neurologe, erforschte u. a. die Blutversorgung des verlängerten Marks (nach ihm benannt Wallenberg-Syndrom [1895], s.neurogene Schmerzen).

Walthers-Ganglion
Syn.: "Ganglion impar", auf Höhe Sakrokokkys gelegenes Ganglion des paravertebralen Sympathikusstrangendes mit Funktion der Innervation des Beckens und Perineums. Möglicherweise involviert bei neurogenen Schmerzbildern dieser Regionen.

Wang, S.C.
Erforschte zusammen mit ® Borison H.L. den Zusammenhang zwischen klinischer Nausea und Erbrechen und entsprechende Regionen des ZNS (1949, 1952), s. ® Chemotriggerzone Area Borison und Wang.

Warburg, Otto Heinrich (Freiburg 1883--1970)
Aus der deutschjüdischen "Warburgdynastie" stammend (die Warburgs waren über Italien im 16. Jahrhundert in Norddeutschland, v. a. bei "Cassel" und in "Warburg", Zuflucht findende Ashkenazis). Chemiestudium bei Emil Fischer in Berlin und Promotion in Medizin in Heidelberg 1911. Im 1. Weltkrieg als Preussischer Kavallerist kriegsverletzt und mit dem "Eisernen Kreuz" ausgezeichnet. Forschung im Kaiser-Wilhelm-Institut (später Max-Planck-Institut) Berlin, gegenüber dem Naziregime eigentümlich blind (wahrscheinlich einziger "Warburg", der in Deutschland verblieb und heil überlebte). 1931 Nobelpreis (Entdeckung der Atmungsenzyme), 1944 2. Nobelpreisvorschlag, den er aber im politischen Umfeld Hitlers refusieren musste. Schüler von Warburg waren u. a. die Nobelpreisträger Otto Meyerhof und Hans Adolf Krebs; nach Besetzung Berlins durch die sowjetische Armee, kurzer Aufenthalt in den USA, wo er sich offenbar mit seinen nächsten Verwandten zerstritt, zurück nach Berlin, wo er 1970 verstarb. Zu lesen: Sir Siegmund G. Warburg (1902--1982) "Un homme d’influence" von Jacques Attali (Fayard, Paris 1985). In diesem faszinierenden Buch wird Otto Warburg am Rande erwähnt. Zu besuchen, das "dem guten Europäer gewidmete", 1995 wiedereröffnete Warburg-Haus in Hamburg (Aby-Warburg-Stiftung).

Wartenberg-Syndrom
Neurol. nach dem amer. Neurologen Wartenberg TW (1887--1956) benanntes Syndrom einer im Schlaf auftretenden, auf Bewegung abnehmenden Akroparästhesie im ellenseitigen Handbereich (Syn. nokturnale idiopathische Brachialgie).

Waters, Ralph Milton (N Bloomfield/Ohio 1883--1979)
am. Anästhesist, Inhaber einer eigenen Privatklinik mit Tageschirurgietätigkeit, führte 1928 an der Universitätsklinik Wisconsin erste Kurse in Anästhesiologie ein. Nach ihm wird das "To-and-Fro-System" benannt. Erster Lehrstuhl der Anästhesiologie in Madison 1938. Lehrer u. a. von ® Gordh, ® Apgar, Neff, Rovenstine etc. Waters prägte zusammen mit Rovenstine und ® Guedel die amerikanische Anästhesie in der ersten Hälfte des Jahrhunderts massgeblich.

Weber-Fechner-Gesetz
Nach dem Leipziger Anatomen und Physiologen Weber 1795--1878 und G.T. Fechner -- der 1880 Webers Arbeiten von 1843 sowie eigene Arbeiten in einem Gesetz zusammenfasste -- benannt. Das Gesetzt formuliert mathematisch den Reiz-Sinnesempfindungs-Zusammenhang. Die Änderung der Empfindungsstärke (D E ) = logarith.-proport. Reizstärkenverhältnisse. Das Gesetz wird vielfach in seiner Gültigkeit relativiert. Eine Verbesserung bringt das Gesetz nach Stevens (1970): Empfindungsstärke = k * Reizstärke (in Exponentialfunktion). Anwendbar in der Schmerzforschung mit dem Ziel, Schmerzreize zu standardisieren und sie anderen Sinnesreizen gegenüber zu vergleichen (sog. "cross modality matching") -- in der Hoffnung, subjektive Schmerzwahrnehmungen zu quantifizieren.

Wedell, G.C.
Postulierte die sog. ® Patterntheorie (1955).

Weese, Helmut (München 1897--1954)
bdt. dt. Anästhesist und klinischer Pharmakologe, Pionier der i.v.-Narkoseeinleitung mit der Einführung von Hexobarbitone 1932 (Evipan) und beim Einsatz vom Plasmaexpander.

Weinstein, Tadeus (Wloclawek 1897--1996 Basel)
Studium der Chemie, u. a. als Assistent von Ruzicka (ETH Zürich), ab 1946 Aufbau des Institutes für organische Chemie der Universität Basel. Synthetisierte 1933 das Vitamin C und später Nebennierenhormone (Aldosteron, Kortison). 1950 mit E.C. Kendall ("Compound E" = Kortison) und P.S. ® Hench Nobelpreis in der Medizin.

Weisenborn, Günther (Velbert/Rheinland 1902--1969 Berlin)
Studium der Germanistik und Medizin. Dramaturg in Berlin. Seine Bücher wurden 1933 verboten und verbrannt. Emigration nach den USA, 1938 in den deutschen Untergrund zurück (u. a. Flugblätter für "Rote Kapelle"), 1942--1945 im Gestapogefängnis. Schrieb u. a. " Der lautlose Aufstand: Berichte über die Widerstandsbewegung des deutschen Volkes 1933--1945 (basierend auf einer von Ricarda Huch [Braunschweig 1864--1947 Schönberg im Taunus, als erste Frau mit Doktorat der Philosophie, Mitgründerin der Kleistgesellschaft und 1926 als erste Frau in die Preußische Akademie der Künste berufen -- aus der sie 1933 demonstrativ austrat] angelegten Sammlung von Dokumenten). Mitbegründer des Hebbel-Theaters. Mitherausgeber des "Uhlenspiegels".

Weiss, Ernst (Brünn 1884--1940 Paris)
Nach dem Studium der Medizin weltreisender Schiffsarzt und Schriftsteller, Flucht 1933 nach Österreich, 1938 nach Prag, 1939 nach Paris. 1940 beim Einzug der deutschen Truppen bzw. der Gestapo Selbstmord.

Weisse Rose
Vornehmlich aus Medizinstudenten wie Hans Scholl (Forchtenberg, später Ludwigsburg, dann Ulm 1918--1943), Sophie Scholl (1921--1943, Biologie und Philosophiestudentin, Schwester von Hans), Christoph Probst (1919--1943), Alexander Schmorell (1917--1943), Willi Graf (1918--1943) sowie dem Philosphieprofessor Karl Huber (1893--1943) gegründete Widerstandsgruppe gegen den totalitären Geist des "Dritten Reiches". Die meisten Mitglieder erkannten progressiv, zuerst als Mitglieder der Hitlerjugend, dann als Eingezogene einer Studentenkompanie an der Ostfront den wahren Charakter des Nazitotalitarismus (z. B. Sophie, die vom Vergasen "unwerten Lebens" durch SS-Mitglieder erfuhr; Hans an der Ostfront, Massenhinrichtungen). Hans und Sophie wurden vom Hausmeister der Universität, Herrn Jakob Schmid, bei einer Flugblattaktion ergriffen und "ordnungsgemäss" der Gestapo übergeben. Eintägiges, nicht öffentliches "Gerichtsverfahren" unter dem eigens aus Berlin eingeflogenen "Volksgerichtspräsidenten" Roland Freisler. Hans, Sophie und Christoph wurden im Vollstreckungsgefängnis München-Stadelheim durch die Guillotine hingerichtet und klammheimlich auf dem Perlacher Friedhof beerdigt. Alexander, Willi und Karl Huber wurden einige Tage später verhaftet und hingerichtet. Heute u. a. "Geschwister Scholl Platz" vor Ludwig-Maximilians-Universität in München. Ebenfalls seit 1980 "Geschwister-Scholl-Preis", Preisträger bislang: Rolf Hochhuth 1980, Reiner Kunze 1981, Franz Fühmann 1982, Walter Dirks 1983, Anja Rosmus Wenninger 1984, Jürgen Habermas 1985, Cordelia Edvardson 1986, Christa Wolf 1987, Grete Weil 1988, Helmuth J. Moltke 1989, Lea Rosh/Eberhard Jäckel 1990, Georges-A. Goldschmidt 1991, Barbara Distel/Wolfgang Benz 1992, Wolfgang Sofsky 1993, Heribert Prantl 1994, Victor Klemperer 1995, Hans Deichmann 1996, Ernst Klee 1997 ("Auschwitz, die NS-Medizin und ihre Opfer"), Saul Friedländer 1998.

Wells, Horace (Hartford/Vermont 1815--1848)
Führte im Januar 1845 die analgetische Wirkung von N2O zum Zahnziehen an der Harvard Medical School im Beisein von ® Morton und ® Charles T. Jackson vor, nachdem er bei einer öffentlichen "Lachgas-Budenshow" zu einem Eintrittspreis von 25 Cents des unbekannt gebliebenen "Prof." Colton am 10.12.1944 den analgetischen Effekt hatte beobachten können. Der Versuch war aber ein Fiasko und Wells wurde aus dem Saal gebuht. Wells publizierte noch 1847 "A history of the discovery of the application of nitrous oxide gas, ether, and other vapours to surgical operations", verkraftete aber seinen Misserfolg nie, gab seinen Zahnarztberuf auf und verkam regelrecht "im Sumpf", wurde eingekerkert, nachdem er eine Prostitutierte mit Schwefelsäure attackiert hatte und nahm sich dann das Leben durch Aufschlitzen der Femoralarterie.

Weltschmerz
Sog. existentieller Pessimismus, der das seelische Leiden beschreibt, ausgelöst durch Verzweiflung, Negierung am Sinn der Welt und Resignation.

Wenner-Gren, Axel Leonard (Uddevalla 1881--1961)
schwed. Industrieller (Gründer des Electrolux-Konzerns), rief die bedeutende Wenner-Gren-Foundation ins Leben (® Zotterman).

Werner, Alfred (Mülhausen/Elsass 1866--1919)
bdt. dt. Chemiker, Nobelpreis 1913, Arbeiten über Stereokonfigurationen.

Wernicke, Carl (1848--1904)
bdt. dt.-poln. Forscher u. a. über sensorische Aphasie, zentrale Poliomyelitis, Erkrankungen der inneren Kapsel etc.

Westphal, Alexander (1863--1941 Neurologe, Greifswald und Bonn)
Siehe Edinger-Westphal-Kern.

WHYMPI
engl. Abk. für "West Haven-Yale muldidimensional pain inventory", ein in der Schmerzpraxis eingesetztes psychometrisches Testverfahren nach Kern et al. (1985).

Wieland, Heinrich Otto (Pforzheim 1877—1957 München).

U.a. Mitarbeiter von Fritz Haber. Nobelpreis Chemie 1927; mutiger Gegner des NS; setzte sich u.a. für jüdische Kollegen ein. Nach Kriegsbeginn gelangt es ihm, seine Forschungen im Bereich der Schmetterlingsflügelfarbstoffe und Hormone als "kriegswichtig" zu erklären: damit gelang es ihm u.a., "rassisch belastete" Studenten als unabkömmlich einzustellen. Entsprechend waren seine Studenten kritisch eingestellt. Nach Verhaftung der Mitglieder der "Weissen Rose" (siehe unter Geschwister Scholl) führten einige Wieland-Studenten den Widerstand auf eigene Faust fort, so Hans Leipeltm Marie-Luise Jahn und andere Institutsangehörige, die 1943 verhaftet wurden. Wieland, von diesen Widerstandsaktivitäten nicht informiert, entlastete mutig vor dem Volksgerichtshof als Entlastungszeuge seine Studenten. Nur Hans Leipelt wurde zum Tode verurteilt, die anderen Urteile waren im Kontext des Gerichts relativ.......

Widal-Syndrom
Syn.: "ASS-Trias", Acetylsäureintoleranzsyndrom, s. ® "Aspirin-induced asthma" (AIA).

Wiesenfeld-Hallin, Zsuzsanna (Budapest 1946*)
ungar.-schwed. Schmerzforscherin

Willer, Jean-Claude (Toulouse 1944*)
bdt. frz. Schmerzforscher (Neurophysiologie)

Willstätter, Richard (1872--1942 Locarno/Exil)

bdt. dt. Chemiker in München, v. a. Erforschung von Naturstoffen, syntethisierte 1901 Atropin und 1902 das Hauptalkaloid Kokain, 1859 durch Albert Niemann rein dargestellt. Nobelpreis 1915 für Forschungen im Bereich Anthrozyane und Chlorophyll. Aus Protest wegen des zunehmenden Antisemitismus an der Münchner Universität Demission 1924. Entzog sich seiner Verhaftung durch NS-Schergen durch Emigration in die Schweiz.

"wind-up"-Phänomen
Mendell 1966: "Uhrmäßiges Aufziehen der nozizeptiven Vorgänge auf zentraler (® spinaler) Ebene " (s. auch "preemptive-analgesia"). Zu hoher spinaler nozizeptiver C-Input induziert über Freisetzung pronozizeptiver Neurotransmitter wie Substanz P (via NK-1 Rezeptoren) und Glutamat (via NMDA-Rezeptor) eine erhöhte, tonische Exzitabilität der Zweitafferenz (erhöhte Spontanaktivität, progressive Erhöhung der evozierbaren Potentiale, Nachentladungen, Vergrößerung der rezeptiven Felder, Geninduktion etc.) im Sinne einer "spinalen Sensibilisierung" (s. auch "periphere Sensibilisierung" bzw. Mikromilieu).

Winnie, A.P.
bdt. am. zeitg. Anästhesist. Gründer der amerikanischen Gesellschaft für Lokoregionalanästhesie 1976. Entwickelte u. a. den interskalenischen Zervikalplexusblock (1975).

Wintergrünöl
In der älteren Volksmedizin für rheumatische Beschwerden empfohlenes Öl, den 1843 aus der Gaultheria procumbens isolierten toxischen ® Salicylsäuremethylester enthaltend.

Wittgenstein, Ludwig Josef Johann (Wien 1989--1951 Cambridge)
Eminenter Denker. Repräsentant der nie mehr erreichten Blüte großbürgerlich-deutschjüdischer Kultur. Palais Wittgenstein an der früheren Alleegasse, heute: Argentinergasse, die Wittgensteins gaben musikalische Familienabende mit Brahms, Mahler, Bruno Walter, unterstützten Klimt (Portrait Madame Wittgenstein!), Moser, Rodin etc. Ludwigs Bruder Karl verlor während des 1. Weltkriegs an der Ostfront seinen rechten Arm, für ihn komponierte Maurice Ravel u. a. das "Konzert für die linke Hand". Nach 1929 in Cambridge, nachdem er schon 1908 in Manchester Flugtechnik(!) lernte. Seit 1911 war er Protégé und Gesprächspartner von Bertrand Russel, publizierte u. a. Tractus logicophilosophicus.

Wittmaack-Ekbom-Syndrom
Nach dem dt. Arzt T. Wittmaack und dem schw. Neurologen Ekbom benanntes Syndrom unklarer Genese mit v. a. nachts auftretenden schmerzhaften Dys- und Parästhesien in den Beinen.

WLM
Abk. für Wood Library Museum of Anesthesiology, nach Paul M. Wood ([1894--1963), im Staate Illinois 1987 gegründetes Anästhesiologie-Museum, organisierte u. a. Pavillon am Chicagoer Flughafen: "Sieg über den Schmerz" ("Conquest of Pain").

Wood, John
Miterfinder der Hohlnadel (1853). Die Erfindung der Hohlnadel sowie der Glasspritze durch Pravaz ergab die technische Voraussetzung der ® invasiven Anwendung -- engl. "circumneural application" -- von Schmerzmitteln. Die Publikation im Edinburgher Chirurgie-Journal von 1985 "New method of treating neuralgia by the direct application of opiates to the painful points" stellt historisch auch die erste Publikation einer peripheren Applikationsweise von Opioiden zu analgetischen Zwecken dar.

Wolf Friedrich (Neuwied 1888—1953 Lehnitz)

Kunstakademie, danach Medizinstudium in Tübingen. Mitarbeiter bei der "Jugend des Simplicissimus". Ab 1912 Assistenzarzt u.a. in Dresden, Meißen und Bonn. Im I. Weltkreig Truppenarzt (Westfront), später Stadtarzt in Remscheid und Praktiker in Stuttgart. Im KZ Le Vernet 1939—1941, danach gelungene Flucht in die Sowjetunion. 1948 Rücksiedelung in die DDR, wo er u.a. Botschafter in Polen wird. siedelte er von der Sowjetunion nach Lehnitz bei Oranienburg über. Sein 1933 entstandendes Buch "Professor Mamlock" wurde verfilmt (u.a. auch Goebbels vorgeführt).

Wolfskehl, Karl (Darmstadt 1869--1948 Auckland/NZ)
Alias "Schwabinger Zeus", Lyriker um den Kreis von Stefan George, musste 1933 emigrieren.

Wright
Stellte Heroin durch Semisynthese aus Morphin dar (1874).

writhing-test
Koster 1959, nach i.p.-Applikation von Formalin wird die Schmerzantwort (Kontraktionen der Abdominalmuskulatur bei ausgestreckten Pfoten) aufgezeichnet.

Wunderlich, K.R.A. ( Sulz/Neckar 1815--1877 Leipzig)
Mitbegründer einer physiologisch-orientierten Medizin. Hauptwerk: "Arbeiten über klinische Thermometrie" (1868).

Wundstupor
Kurzdauernde, temporäre Schmerzlosigkeit im Bereich einer Wunde.

Wundt, Wilhelm (Neckarau 1832--1920)
Nach Gymnasium in Bruchsal Medizinstudium in Tübingen (u. a. Hirnanatomie unter Leitung seines Onkels Friedrich Arnold) mit Abschluss 1855 in Heidelberg. Nach einem Berliner Jahr ab 1857 Dozent für Physiologie in Heidelberg (Helmoltzs Assistenz). In Leipzig 1879/1880 Leiter des ersten Forschungslaboratoriums für experimentelle Psychologie, wo auch -- wahrscheinlich zum ersten Mal überhaupt -- psychophysikalische Apparate eingesetzt wurden.

Wurzelneuralgie
Syn.: Radikulalgie, neuropathische, segmentär in entspechende Dermatome ausstrahlende Schmerzsymptomatik bei Schädigung/Reizung (hinterer) Spinalnervenwurzeln.

Wüsten, Johannes (Heidelberg 1896--1942 Gollnow/Pommern)
Kupferstecher, Literat. Aus politischem Protest Emigration nach Prag, dann Paris, wo er an Tuberkulose erkrankt, verarmt und der Gestapo in die Hände fiel. Vom Volksgerichtshof zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Genaues Todesdatum unbekannt.

 

Quelle: Glossar zum "Handbuch der Schmerztherapie" (Hsg.: Herman Hans Waldvogel), gewidmet Ernst von der Porten, einem der Wegbereiter der moderenen Schmerztherapie. Ernst von der Porten wurde von der Gestapo, gemeinsam mit seiner Frau, im "freien Teil Frankreichs" in den Tod getrieben.
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haGalil onLine 14-10-2001

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