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	<title>Pharmacon Net &#187; ADHS</title>
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	<description>Interaktion: Medizin und Psychologie, Pharmakologie und Pharmazie</description>
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		<title>Psychotherapie und Diagnose: Depression</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Jul 2011 12:08:43 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Depressionen sind sehr häufig, dies gilt sowohl für die unipolare (nur depressive) als auch die bipolare (manisch-depressive) Form der Störung. Dabei werden bipolare Depressionen häufig fälschlich als unipolare Depression diagnostiziert. Die Ursache dafür dürfte nicht zuletzt daran liegen, dass Patienten mit bipolarer Depression eher während einer depressiven Phase als während einer eventuellen hypomanischen oder auch manischen Phase Hilfe suchen. Auf der anderen Seite wird der Hausarzt eher selten sich die Mühe machen, bei einer vorliegenden Depression nach hypomanischen oder manischen Phasen in der Vorgeschichte zu fragen&#8230; Weit über 30% der mit unipolarer Depression diagnostizierten Patienten reagieren nicht oder nur teilweise auf eine Behandlung mit Antidepressiva. Bei ca. 10% der als unipolar depressiv diagnostizierten Patienten findet sich eine bipolare Störung. Eine genauere Evaluation kann häufig Klarheit verschaffen. Besonders zu beachten sind das Alter beim ersten Auftreten, frühere Behandlungsversuche &#8211; haben Antidepressiva den Zustand eventuell schon einmal verschlechtert oder gab es eine Art paradoxer Reaktion, was sagt die Familiengeschichte&#8230; Dabei haben sich bestimmte Techniken im Patientengespräch bewährt. Z.B. die Frage nach dem eindrucksvollsten Hochgefühl, das jemand erlebt hat, oder auch nach dem bekannten Tiefpunkt. Nach Hypomanie oder Manie kann gezielt, wenn auch verklausuliert, gefragt werden. Eine gute Möglichkeit ist natürlich auch ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Depressionen sind sehr häufig, dies gilt sowohl für die unipolare (nur depressive) als auch die bipolare (manisch-depressive) Form der Störung. Dabei werden bipolare Depressionen häufig fälschlich als unipolare Depression diagnostiziert. Die Ursache dafür dürfte nicht zuletzt daran liegen, dass Patienten mit bipolarer Depression eher während einer depressiven Phase als während einer eventuellen hypomanischen oder auch manischen Phase Hilfe suchen. Auf der anderen Seite wird der Hausarzt eher selten sich die Mühe machen, bei einer vorliegenden Depression nach hypomanischen oder manischen Phasen in der Vorgeschichte zu fragen&#8230;<span id="more-2856"></span></p>
<p>Weit über 30% der mit unipolarer Depression diagnostizierten Patienten reagieren nicht oder nur teilweise auf eine Behandlung mit Antidepressiva. Bei ca. 10% der als unipolar depressiv diagnostizierten Patienten findet sich eine bipolare Störung. Eine genauere Evaluation kann häufig Klarheit verschaffen. Besonders zu beachten sind das Alter beim ersten Auftreten, frühere Behandlungsversuche &#8211; haben Antidepressiva den Zustand eventuell schon einmal verschlechtert oder gab es eine Art paradoxer Reaktion, was sagt die Familiengeschichte&#8230; Dabei haben sich bestimmte Techniken im Patientengespräch bewährt. Z.B. die Frage nach dem eindrucksvollsten Hochgefühl, das jemand erlebt hat, oder auch nach dem bekannten Tiefpunkt. Nach Hypomanie oder Manie kann gezielt, wenn auch verklausuliert, gefragt werden. Eine gute Möglichkeit ist natürlich auch ein Stimmungsfragebogen der dem Patienten eventuell schon im Wartezimmer übergeben werden kann.</p>
<p>Auch wenn es heute noch so ist, dass bipolare Depressionen eher zu selten diagnostiziert werden, kommt es auch vor, dass eine unipolare Depression fälschlicherweise als bipolare Depression behandelt wird. Manche Experten sprechen deshalb nicht mehr von einer Unter- sondern bereits von einer Über-Diagnostik bipolarer Störungen.</p>
<p>Eine  weitere Komplikation stellen zusätzliche Störungen dar (Komorbidität). Patienten mit bipolarer Depression leiden häufig auch an Angstsymptomatik, auch psychotische Symptome paranoid / schizophrener Art können auftreten. Man unterscheidet bipolare Störungen vom Typ eins und vom Typ zwei. Der Zyklus kann kürzer oder länger sein. In der Anamnese kann ein Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADHS), eventuell in der Frühgeschichte, vorliegen oder übersehen worden sein. Auch Suchterkrankungen werden häufig nicht berichtet.</p>
<p>Es ist klar, dass vor der richtigen Behandlung, erst einmal die richtige Diagnose stehen muss. Dies kann umso notwendiger werden, je mehr neue und unterschiedliche therapeutische psychopharmakologische Regimens zur Verfügung stehen. Verstärkt diskutiert wird zur Zeit beispielsweise die Behandlung von Depressionen mit Neuroleptika der zweiten Generation.</p>
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		<title>Experten warnen: Gehirndoping immer alltäglicher</title>
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		<pubDate>Wed, 25 May 2011 06:23:27 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Der Gebrauch von Substanzen, die die Gehirnleistung verbessern sollen, nimmt ständig zu. Immer mehr Menschen setzen sich somit teils unbekannten Risiken aus&#8230; Regelungen durch die Politik verlangt &#8211; Gehirndoping gerade bei Jüngeren im Vormarsch Bern &#8211; pte &#8211; 25.05.2011 &#8211; Den derzeitigen Stand des Gehirndopings in der Gesellschaft zeigt eine Studie des Zentrums für Technologiefolgen-Abschätzung. Eine politische Diskussion zum Thema ist ausständig, fordern die Berichtsautoren. &#8220;Als Grundlage dafür brauchen wir eine systematische Erfassung, wie verbreitet Human Enhancement ist, von wem und warum es angewendet wird und welche Folgen es hat&#8221;, betont Projektleiterin Anne Eckhardt im pressetext-Intereview. Gehirnmittel für Gesunde Unter dem Begriff &#8220;Human Enhancement&#8221; fasst man alle Verfahren zusammen, die Leistungen und Aussehen von Gesunden verbessern sollen. Während hier etwa Gendoping noch Zukunftsmusik ist, sieht Eckhardt bereits heute besonders bei den pharmakologischen Substanzen einen Boom. &#8220;Die Palette reicht vom leicht wirksamen Alltagsmittel Koffein über in Apotheken frei erhältliche Stressmedikamente bis hin zu verschreibungspflichtigen Mitteln wie Ritalin oder Modafinil oder illegalen Drogen.&#8221; Derzeit dopen rund fünf Prozent der Beschäftigten mit Medikamenten, ergab eine Umfrage der Deutschen Angestellten Krankenversicherung DAK http://dak.de unter 3.000 Berufstätigen. Am öftesten kommen in dieser Gruppe Substanzen gegen Angst, Nervosität und Unruhe zum Einsatz (44 Prozent), gefolgt von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Gebrauch von Substanzen, die die Gehirnleistung verbessern sollen, nimmt ständig zu. Immer mehr Menschen setzen sich somit teils unbekannten Risiken aus&#8230;<span id="more-3338"></span></p>
<p><strong>Regelungen durch die Politik verlangt &#8211; Gehirndoping gerade bei Jüngeren im Vormarsch</strong></p>
<p>Bern &#8211; <a href="http://www.pressetext.de">pte</a> &#8211; 25.05.2011 &#8211; Den derzeitigen Stand des Gehirndopings in der Gesellschaft zeigt eine Studie des <a href="http://www.ta-swiss.ch">Zentrums für Technologiefolgen-Abschätzung</a>. Eine politische Diskussion zum Thema ist ausständig, fordern die Berichtsautoren. &#8220;Als Grundlage dafür brauchen wir eine systematische Erfassung, wie verbreitet <strong>Human Enhancement</strong> ist, von wem und warum es angewendet wird und welche Folgen es hat&#8221;, betont Projektleiterin Anne Eckhardt im pressetext-Intereview.</p>
<p><strong>Gehirnmittel für Gesunde </strong></p>
<p>Unter dem Begriff &#8220;Human Enhancement&#8221; fasst man alle Verfahren zusammen, die Leistungen und Aussehen von Gesunden verbessern sollen. Während hier etwa Gendoping noch Zukunftsmusik ist, sieht Eckhardt bereits heute besonders bei den pharmakologischen Substanzen einen Boom. &#8220;Die Palette reicht vom leicht wirksamen Alltagsmittel Koffein über in Apotheken frei erhältliche Stressmedikamente bis hin zu verschreibungspflichtigen Mitteln wie Ritalin oder Modafinil oder illegalen Drogen.&#8221;</p>
<p>Derzeit dopen rund fünf Prozent der Beschäftigten mit Medikamenten, ergab eine Umfrage der Deutschen Angestellten Krankenversicherung DAK http://dak.de unter 3.000 Berufstätigen. Am öftesten kommen in dieser Gruppe Substanzen gegen Angst, Nervosität und Unruhe zum Einsatz (44 Prozent), gefolgt von Pharmaka gegen depressive Verstimmungen (35 Prozent) und Medikamenten gegen Aufmerksamkeits-Störungen wie ADHS (13 Prozent). Die Anwender erhalten verschreibungspflichtige Medikamente teils von Ärzten verschrieben. Manche beziehen sie auch von Bekannten oder über den Internet-Handel.</p>
<p><strong>Mehr Stress durch Mittel gegen Stress </strong></p>
<p>Obwohl die Nachfrage von stark wirksamen wie auch von illegalen Substanzen somit noch kein Massenphänomen darstellt, ist die Entwicklung für Eckhardt besorgniserregend. &#8220;Besonders gibt die Tatsache zu denken, dass Enhancement offenbar weniger von erfolgreichen Menschen verwendet wird als von solchen, die Mühe haben, in der Leistungsgesellschaft mitzuhalten.&#8221;<br />
Nahe liege, dass wirksame Nervenmittel besonders bei Jüngeren in die Entwicklung des Gehirns eingreifen können &#8211; eventuell auch auf nachteilige Weise. &#8220;Es gibt kaum verlässliche Studien bei gesunden Versuchspersonen zu Nebenwirkungen, vor allem langfristigen Nebenwirkungen. Neben Risiken für die Anwender sind auch Risiken für die Gesellschaft erkennbar.&#8221; Beispielsweise müsse das Gesundheitssystem letztendlich die Kosten für Nebenwirkungen des Enhancements tragen, zudem steige der Druck im Alltag für das gesamte Umfeld, sobald jemand durch Doping den Wettbewerb verzerrt. Im Radsport sei dies deutlich geworden.</p>
<p><strong>Wirkung nicht erwiesen </strong></p>
<p>Dabei sei gar nicht geklärt, ob die pharmakologischen Formen des Gehirndopings wirken und tatsächlich die intellektuelle Leistungen verbessern. &#8220;Wissenschaftliche Studien zeigen meistens nur eine geringe Wirksamkeit. Die Anwender dagegen geben in Befragungen oft an, dass die mit der Wirkung zufrieden sind. Dafür gibt es verschiedene Erklärungen, darunter auch der Placebo-Effekt.&#8221; Eine systematische Zulassung wäre sinnvoll, da man dadurch Substanzen ebenso auf ihre Sicherheit prüfen kann wie dies bisher im Heilmittelrecht bekannt ist, so die Expertin. &#8220;Häufig wäre es jedoch auch möglich, gesellschaftliche Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass sich die Einnahme derartiger Mittel erübrigt.&#8221;</p>
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		<title>ADHS: Natürliche Arzneien im Fokus</title>
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		<pubDate>Sat, 01 Jan 2011 15:46:29 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Relativ neu ist ein Behandlungsansatz des ADHS mittels Nährstofftherapie. Studien an den Universitäten Oxford und der Universität von Südaustralien haben gezeigt, dass die tägliche Gabe von Omega-3-Fettsäure die Symptome der Hyperaktivität gegenüber einer Kontrollgruppe nach einigen Wochen stark reduziert hat, wobei einmal „mittlere bis starke Behandlungseffekte“ aufgezeigt wurden und einmal „Verbesserungen gegenüber der Placebogruppe in Lesen, Schreiben und Verhalten nach 3 Monaten Behandlung“ festgestellt wurde&#8230; In anderen Studien wurde Magnesium, Zink und Vitamin E als Lebensmittel- oder Nahrungsergänzungspräparate gegeben. Ebenfalls wird empfohlen, den Konsum von Lebensmitteln mit hoher glykämischer Last zu vermeiden und möglichst proteinhaltige und kohlenhydratreiche Nahrung zu verzehren. Ob es sich dabei um einen wissenschaftlichen Ansatz oder um eine diätetische Mode handelt, sei dahingestellt. Überblickartikel betonen, dass Omega-3-Fettsäuren bei einigen Betroffenen zu wirken scheinen, aber nicht bei allen. Ältere, mittlerweile verworfene Ansätze führten ADHS auf einen Phosphatüberschuss in der Nahrung zurück, was jeglicher wissenschaftlichen Grundlage entbehrt. http://de.wikipedia.org / pte Im Bereich der Psychiatrie rechnen Experten zur Zeit kaum mit neuen, innovativen Arzneimitteln. &#8220;Es sind keine neuen Substanzen zu erwarten&#8221;, meint Peter Hoffmann vom Universitätsklinikum Graz. Diese Tatsache begünstigt die Suche nach Alternativen, insbesondere nach natürlichen Produkten. In Wien informierten heute, Mittwoch, Mediziner im Rahmen der Veranstaltung &#8220;Die Omega-Revolution&#8221; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Relativ neu ist ein Behandlungsansatz des ADHS mittels Nährstofftherapie. Studien an den Universitäten Oxford und der Universität von Südaustralien haben gezeigt, dass die tägliche Gabe von Omega-3-Fettsäure die Symptome der Hyperaktivität gegenüber einer Kontrollgruppe nach einigen Wochen stark reduziert hat, wobei einmal „mittlere bis starke Behandlungseffekte“ aufgezeigt wurden und einmal „Verbesserungen gegenüber der Placebogruppe in Lesen, Schreiben und Verhalten nach 3 Monaten Behandlung“ festgestellt wurde&#8230;<span id="more-2871"></span></p>
<p>In anderen Studien wurde Magnesium, Zink und Vitamin E als Lebensmittel- oder Nahrungsergänzungspräparate gegeben. Ebenfalls wird empfohlen, den Konsum von Lebensmitteln mit hoher glykämischer Last zu vermeiden und möglichst proteinhaltige und kohlenhydratreiche Nahrung zu verzehren. Ob es sich dabei um einen wissenschaftlichen Ansatz oder um eine diätetische Mode handelt, sei dahingestellt. Überblickartikel betonen, dass Omega-3-Fettsäuren bei einigen Betroffenen zu wirken scheinen, aber nicht bei allen. Ältere, mittlerweile verworfene Ansätze führten ADHS auf einen Phosphatüberschuss in der Nahrung zurück, was jeglicher wissenschaftlichen Grundlage entbehrt.</p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Aufmerksamkeitsdefizit">http://de.wikipedia.org</a> / <a href="http://www.pressetext.de">pte </a>Im Bereich der Psychiatrie rechnen Experten zur Zeit kaum mit neuen,  innovativen Arzneimitteln. &#8220;Es sind keine neuen Substanzen zu erwarten&#8221;,  meint Peter Hoffmann vom Universitätsklinikum Graz. Diese Tatsache  begünstigt die Suche nach Alternativen, insbesondere nach natürlichen  Produkten. In Wien informierten heute, Mittwoch, Mediziner im Rahmen der  Veranstaltung &#8220;Die Omega-Revolution&#8221; über die wesentliche Bedeutung von  Omega-Fettsäuren bei Nervenkrankheiten.</p>
<p><strong>Omega-Fette unterstützend bei Konzentrationsstörungen und ADS</strong></p>
<p>Mögliche Optionen bietet hier die Natur. Naturerzeugnisse sind bei der breiten Masse der Bevölkerung gefragt; nicht umsonst ist beispielsweise Johanniskraut als rein pflanzliches Produkt in vielen Ländern das Topprodukt in der Behandlung von Depressionen. Mehrere Studien haben nun auch die wesentliche Bedeutung von Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, die in Fisch, Nüssen und Eiern vorkommen, für das Gehirn ermittelt.</p>
<p><strong>Schlüsselrolle bei Entwicklung des Zentralnervensystems </strong></p>
<p>Diese Fettsäuren bilden eine Schlüsselrolle in der Entwicklung des Zentralnervensystems (ZNS). Die ungesättigten Fettsäuren tragen zum Aufbau von Zellverbänden bei und fördern das Wachstum des Gehirns, außerdem besitzen sie innerhalb des Nervensystems eine entzündungshemmende Wirkung. Die Omega-Fette tragen zudem zu einem positiven Verlauf bei ADS-erkrankten Kindern und Jugendlichen bei.</p>
<p>Wesentlich ist hierbei die bisher unterschätzte Unterscheidung in Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. &#8220;Zwischen den beiden Omega-Fetten muss eine ausgewogene Balance bestehen&#8221;, sagt Karl Zwiauer, Kinderarzt am Landesklinikum St. Pölten. Eine Unausgewogenheit kann zu psychischen Erkrankungen, Demenz, ADS, Depressionen und zu Störungen der frühkindlichen Gehirn- und Sehentwicklung führen, fügt der Mediziner hinzu.</p>
<p>Ein Defizit an den &#8220;guten&#8221; Fetten kann durch Mangelnahrung oder erhöhten Verbrauch bei Stress hervorgerufen werden. Zusätzlich können gesättigte Fettsäuren (&#8220;schlechte&#8221; Fette), die ungesättigten Fette verdrängen und so einen Mangel verursachen.</p>
<p><strong>Ergänzung zu Therapien </strong></p>
<p>Brigitte Hackenberg, behandelnde Ärztin an der Universitätskinderklinik Wien, bestätigt Erfolge mit Omega-Fettsäuren als Ergänzung zu Therapien. Die Fettsäuren müssen jedoch hoch dosiert sein. Durch eine bloße Nahrungsumstellung ist die Aufnahme der Fette in der Form nicht möglich. Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren sind jedoch kein Allheilmittel, ist ebenfalls in den Studien zu lesen. Allerdings sind sie eine sinnvolle Ergänzung zu Therapien. Sie helfen vor allem bei Kindern und Jugendlichen mit Konzentrationsstörungen oder ADS. Die Wirksamkeit der Omega-Fette ist durch messbare klinische Effekte bewiesen, sagt Hoffmann. Bei Kindern äußerst hilfreich, bei Älteren eine sinnvolle Ergänzung zur Therapie.</p>
<p><strong>Nicht zu Selbstmedikationen greifen</strong></p>
<p>Die Experten wiesen in der Veranstaltung darauf hin, dass bei Anzeichen des Aufmerksamkeitsdefizitsyndroms (ADS) &#8211; beispielsweise Konzentrationsstörungen &#8211; die Eltern zuerst einen Arzt aufsuchen sollten und nicht zu Selbstmedikationen greifen.</p>
<p><strong>&#8220;ADHS zur flächendeckenden Versorgung mit Amphetaminen&#8221;</strong></p>
<p>Unmissverständlich kritische Worte fand der Grazer Psychiater und Gerichtssachverständige Univ. Prof. Dr. Peter Hofmann vor 21 JournalistInnen bei einer Pressekonferenz im Presseclub Concordia anlässlich der Präsentation der wissenschaftlichen Daten zu einer in Österreich neuen, natürlichen Therapie des Aufmerksamkeits-Defizit-Syndroms/AD(H)S: &#8220;Das ADHS ist die gebräuchlichste Ausrede, um Österreich flächendeckend mit Amphetaminen zu versorgen!&#8221;</p>
<p>Der Hintergrund? Bisher waren die Möglichkeiten der PsychiaterInnen in der Behandlung des AD(H)S in Österreich sehr bescheiden. Entweder Psycho- und Familientherapie ODER &#8220;harte&#8221; Psychopharmaka wie die von Hofmann kritisierten Amphetamine. Dazwischen unerfüllter therapeutischer Bedarf, der nun in manchen Fällen, durch eine Kombination von Omega3&amp;6 Fettsäuren geschlossen werden kann. Vorgestellt wurden n unter anderem 5 Placebo kontrollierte Studien, die allesamt klar die Wirkung der Omega-Fettsäuren-Kombination belegen. Sämtliche Kernsymptome des AD(H)S wurden in diesen Studien signifikant abgesenkt.</p>
<p>Schon bisher weigerten sich Eltern immer wieder, ihren Kinder Amphetamine zu verabreichen. Expertin Ass. Prof. Dr. B Hackenberg vom AKH Wien: &#8220;Es gibt allerdings eine &#8211; relativ kleine &#8211; Zahl von Kindern, die diese Präparate unbedingt brauchen. Zumindest für einige Zeit, denn als Dauertherapie sind sie ja nicht gedacht&#8221;. Einige wenige sind aber eben nicht alle.</p>
<p>Hofmann: &#8220;Wir haben bereits die ersten PatientInnen zum Entzug, die sich unter der Schein-Diagnose Erwachsenen-AD(H)S haben Amphetamine verordnen lassen! Schon vor diesem Hintergrund bin ich froh, dass nun ein gleichermaßen nachweislich wirksames wie unbedenkliches Präparat zur AD(H)S-Therapie zur Verfügung steht!&#8221;</p>
<p><strong>Omega-Fettsäuren &#8211; Studien kritisch bewerten<br />
Nur ausgewählte Studien seriös</strong></p>
<p>Anlässlich eines Medien-Seminars erläuterte der Vorsitzende der Ernährungskommission der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde, Prim Univ. Prof. Dr Karl Zwiauer, die spezielle Studien-Situation im Zusammenhang mit der Gabe von Omega-Fettsäuren. Der Großteil der Studien verdient diese Bezeichnung eigentlich gar nicht, da sie den strengen internationalen GCP-Standards nicht im Entferntesten entsprechen. Dadurch sind sie rein spekulativ und ihre Aussagen haben nur geringen bis keinen Wert. Die einzige Ausnahme derzeit ist die Indikation Aufmerksamkeitsstörung.</p>
<p>Welchen wissenschaftlichen Hintergrund gab es, bei Aufmerksamkeitsstörungen langkettige mehrfach ungesättigte Fettsäuren (LC- PUFA) zu geben: Erste Hinweise kamen durch die Tatsache, dass Kinder mit ADHS &#8211; abgesehen vom Konzentrationsmangel &#8211; Symptome zeigten, die man vom Mangel an essentiellen Fettsäuren kannte wie etwa erhöhten Durst oder schlechte Haut. Also gab man versuchsweise LC-PUFA und das führte über zahlreiche Studien mit Präparaten unterschiedlichster Zusammensetzungen zu jenen Studien, die man aufgrund ihrer gewissenhaften Ausrichtung nach den GCP-Kriterien (randomisiert, doppelt blind, Placebo kontrolliert) heute guten Gewissens zitieren kann.</p>
<p>Zwei mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die Linolsäure und die Alpha-Linolensäure sind für den Menschen essenziell, das heißt, dass sie mit der Nahrung zugeführt werden müssen. PUFA sind in verschiedenen Ölen enthalten, vor allem in Fischöl. PUFA aus Fischöl müssen zusammen mit Antioxidantien wie zum Beispiel Vitamin E eingenommen werden, damit sie stabil bleiben und ihre Wirkung entfalten können. Die Wahrscheinlichkeit einer ungenügenden Versorgung mit PUFA ist am größten bei Menschen, deren Bedarf erhöht ist, zum Beispiel bei Infektionen, chronischen Krankheiten oder in Wachstumsphasen.</p>
<p>Der Hintergrund<br />
60% des Trockengewichtes des Gehirns ist Fett. Die höchsten Konzentrationen von DHA (Docosahexaensäure, 22:6 ω-3) finden sich in Retina, Gehirn und Nervensystem. DHA ist unbedingt notwendig für die Nervenzellmyelinisierung und damit für die Reizweiterleitung.</p>
<p>PUFA insgesamt sind wesentliche Bausteine für die ZNS Entwicklung (Gehirn), Sehentwicklung, als Komponenten in neuronalen Membranen, durch ihre Effekte auf Neurotransmitter, für die Prävention der neuronalen Apoptose (Zelluntergang) sowie durch ihren Einfluss auf das Neuritenwachstum</p>
<p>Im Ideal-Fall sorgt eine Balance zwischen Omega -3 und Omega -6-PUFA für das ideale Funktionieren der davon beeinflussten Systeme (zB. Nervensystem, Immunsystem, Haut u.a.)</p>
<p>Was aber kann diese Balance stören?<br />
* Genetische Stoffwechseldefizite<br />
* Geschlechtsspezifische Unterschiede (Frauen begünstigt)<br />
* Mangel an Magnesium und Zink<br />
* Kompetitive Enzymsysteme &#8211; Zufuhr &#8220;falscher&#8221; Fette (zB. Transfette) vermindert Synthese<br />
* Der lange, wenig effiziente Syntheseweg</p>
<p>Mangelzustände und Imbalancen von PUFA in Entwicklungsphasen haben weitreichende Konsequenzen. Stärkste Konsequenzen: pränatal/postnatal, aber in allen anderen Altersklassen ist ein Mangel an ω-3 Fettsäuren assoziiert mit Verhaltensauffälligkeiten und ADHS</p>
<p>Insgesamt ist eine abnehmende Zufuhr von ω-3 PUFA in der Gesamtbevölkerung in den letzten Jahrzehnten festzustellen.</p>
<p>In den 1980er Jahren wurde der Mangel an essentiellen Fettsäuren bei Kindern mit Entwicklungsstörungen (Dyslexie, Dyspraxie, Autismus, Angststörungen, auffälligem Sozialverhalten, Tic-Störungen, Konzentrationsstörungen, Hyperaktivität, Aufmerksamkeitsstörungen) in Verbindung gebracht.<br />
Es wurden niedrige ω-3 PUFA-Werte sowie ω-6/ω-3 Imbalancen festgestellt und dies war gleichsam der Auftakt zu zahlreichen klinischen Studien</p>
<p>Diese Beobachtungsstudien erbrachten folgende Erkenntnisse:<br />
* ADHS   Mangel an ω-3 Fettsäuren (ALA, DHA) und ω-6 Fettsäuren (AA)<br />
* Plasmaspiegel: FS-Versorgung der letzten 24 Stunden<br />
* Phospholipide an Erythrozyten: FS-Versorgung der letzten Monate, korrelieren mit den FS Konzentrationen im Gehirn</p>
<p>1995 wurden bei ADHS-Kindern Zeichen eines PUFA-Mangels identifiziert wie Durst, häufiges Urinieren, trockene Haut, verstärkte Schuppenbildung, trockenes Haar u.a.). Anhand der Erythrozyten wurden an ADHS-Kindern verminderter AA- und DHA-Konzentrationen festgestellt.</p>
<p>1996 brachte eine erste Studie ADHS mit einem Mangel an ω-3 PUFA in Zusammenhang.</p>
<p>ABER &#8211; Diese Studien waren allesamt NICHT KAUSAL beweisend!</p>
<p>Warum?<br />
* Studiendesign nur geeignet Hypothesen zu generieren<br />
* Zahlreiche Einflussfaktoren und komplexe chemische Interaktionen<br />
* Umwelteinflüsse<br />
* Möglichkeit genetischer Variationen</p>
<p>Frühe Studien mit isolierter DHA-Supplementierung &#8211; also NUR Omega-3 oder NUR Omega-6 zeigten nur minimale positive klinische Effekte oder auch keine Veränderungen.</p>
<p>Wesentlich wurde daher die Kombination von ω-3 plus ω-6-Fettsäuren (Fischöl + Nachtkerzenöl)</p>
<p>Das sind die aktuellen Kombinationsstudien, die den kausalen Zusammenhang und damit den Wert der hoch dosierten interventionellen Gabe beweisen konnten<br />
ω-3 Fettsäuren: EPA, DHA (Fischöl)<br />
ω-6 Fettsäuren: LA, GLA, AA (Nachtkerzenöl)</p>
<p>* Richardson AJ et al. Oxford-Durham Studie &#8211; Pediatrics. 2005<br />
* Portwood M. Nutrition and Health. 2006<br />
* &#8220;Sure Start-Studie&#8221; (Kinder von 18 Monaten bis 3 Jahren)<br />
* Open label studie (Jugendliche von 12 &#8211; 15 Jahren)<br />
* Sinn N et al. Journal of Developmental and Behavioral Pediatrics. 2007<br />
* Sinn N. et al. Prostaglandins Leukotrienes Essent. Fatty Acids 2008<br />
* Johnson M et al. Journal of Attention Disorders. 2009</p>
<p>Zusammenfassung des aktuellen Studienstandes:</p>
<ul>
<li>* LC-PUFA spielen eine zentrale Rolle für das Funktionieren des Nervensystems</li>
<li>* Beobachtungsstudien zeigen einen Mangel/Imbalance von ω-3/ω-6 Fettsäuren bei Kindern mit neurokognitiven Störungen &#8211; ADHS, Dyslexie, Dyspraxie, Autismus etc.</li>
<li>* Kontrollierte, randomisierte doppel-blinde Studien zeigen signifikante klinische Verbesserungen durch die Supplementierung mit LC-PUFA</li>
</ul>
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		<title>Omega-3? Kindliche Gehirne verhungern vor vollen Kühlschränken</title>
		<link>http://www.pharmacon.net/2010/03/omega-3-2/</link>
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		<pubDate>Tue, 16 Mar 2010 22:31:20 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Psychologie allg.]]></category>
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		<category><![CDATA[Kinder]]></category>

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		<description><![CDATA[Sie füllen die Kassen und Säle der Nachhilfe-Institute. Schüler mit Aufmerksamkeitsstörungen, Lese- und Schreibschwäche. Englische Studiendaten beziffern die Zahl der Kinder mit Konzentrationsstörungen mit bis zu 10%. Rezente Studien machen einen Mangel an mehrfach ungesättigten Fettsäuren dafür verantwortlich&#8230; ExpertInnen informieren zum Aufmerksamkeitsstörungs-Syndrom Die Gehirne der Kinder verhungern gleichsam vor vollen Kühlschränken. Fehlernährung führt zu Mangel an essentiellen Fettsäuren. Aktuelle Studien zeigen Zusammenhänge nicht nur mit der Entstehung des Aufmerksamkeitsstörungs-Syndroms, sondern auch mit Depression, Autismus und einer Vielzahl von Verhaltensstörungen. In einem JournalistInnen-Seminar in Zusammenarbeit mit der Ernährungskommission der Österrichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde informieren nun ExpertInnen nun erstmals über ihre Erkenntnisse. Vor allem den offensichtlichen Zusammenhang mit dem Mangel an Omega-3/6-Fettsäuren. Erschreckendes aus den Schulen Dazu Mag. Heinz Längle, Beratungslehrer und Klinischer Psychologe in Niederösterreich: &#8220;In den mittlerweile 20 Jahren meiner beruflichen Tätigkeit musste ich feststellen, dass die Zahl der Kinder mit auffälligen Konzentrationsstörungen stark im Steigen begriffen ist. Wir sind an der vordersten Beratungsfront tätig. Ich sehe betroffene Kinder regelmäßig und begleite sie. Oft tun sich in den Gesprächen Blicke in eine wenig schöne Welt auf. So müssen wir Eltern heute immer wieder erklären, doch wenigstens 10 Minuten mit ihren Kindern zu reden&#8230;&#8221; Die konstante überdimensionale Reizüberflutung führt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sie füllen die Kassen und Säle der Nachhilfe-Institute. Schüler mit  Aufmerksamkeitsstörungen, Lese- und Schreibschwäche. Englische  Studiendaten beziffern die Zahl der Kinder mit Konzentrationsstörungen  mit bis zu 10%. Rezente Studien machen einen Mangel an mehrfach  ungesättigten Fettsäuren dafür verantwortlich&#8230;<span id="more-1837"></span></p>
<p><strong>ExpertInnen informieren zum Aufmerksamkeitsstörungs-Syndrom</strong></p>
<p>Die Gehirne der Kinder verhungern gleichsam vor vollen Kühlschränken. Fehlernährung führt zu Mangel an essentiellen Fettsäuren. Aktuelle Studien zeigen Zusammenhänge nicht nur mit der Entstehung des Aufmerksamkeitsstörungs-Syndroms, sondern auch mit Depression, Autismus und einer Vielzahl von Verhaltensstörungen. In einem JournalistInnen-Seminar in Zusammenarbeit mit der Ernährungskommission der Österrichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde informieren nun ExpertInnen nun erstmals über ihre Erkenntnisse. Vor allem den offensichtlichen Zusammenhang mit dem Mangel an Omega-3/6-Fettsäuren.</p>
<p><strong>Erschreckendes aus den Schulen</strong></p>
<p>Dazu Mag. Heinz Längle, Beratungslehrer und Klinischer Psychologe in Niederösterreich: &#8220;In den mittlerweile 20 Jahren meiner beruflichen Tätigkeit musste ich feststellen, dass die Zahl der Kinder mit auffälligen Konzentrationsstörungen stark im Steigen begriffen ist. Wir sind an der vordersten Beratungsfront tätig. Ich sehe betroffene Kinder regelmäßig und begleite sie. Oft tun sich in den Gesprächen Blicke in eine wenig schöne Welt auf. So müssen wir Eltern heute immer wieder erklären, doch wenigstens 10 Minuten mit ihren Kindern zu reden&#8230;&#8221; Die konstante überdimensionale Reizüberflutung führt zur Überforderung des kindlichen Gehirns mit massiven Verhaltensstörungen, die immer intensiver und häufiger Inhalt wissenschaftlicher Studien sind. Es zeigt sich ein enger Zusammenhang mit einem (behandelbaren) Mangel.</p>
<p><strong>Steigende Mangelernährung</strong></p>
<p>Sozialmediziner Prof. Dr. Bernhard Schwarz zur Versorgungssituation der Bevölkerung: &#8220;Wir beobachteten in der Ernährungsbilanz, die die ÖSTAT herausgibt, sogar einen Rückgang des Konsums an Fisch. Das ist fatal, denn gerade in fettreichen Fischen sind diese essentiellen Fettsäuren besonders enthalten. Der Organismus kann sie nur in Spuren synthetisieren. Daher müssen wir sie extern zuführen. Gewarnt werden muss jedoch vor unkontrollierten &#8220;Nahrungsergänzungsmitteln&#8221;, die in der Regel nie in Studien untersucht wurden und in viel zu geringer Dosierung angeboten werden. Nur tatsächlich in Studien geprüfte Präparate machen Sinn. Leider sind sie in Österreich derzeit noch nicht erhältlich.</p>
<p><strong>Wozu Omega-Fettsäuren?</strong></p>
<p>Die Langkettigen-Ungesättigten-Omega-Fettsäuren sind zunächst notwendig für das strukturelle Wachstum von Nervenzellen, aber auch für deren reibungsloses Funktionieren. Das bestimmt sowohl den unmittelbaren Signalaustausch über die Nervenzell-Membran als auch die Nervenleitgeschwindigkeit. Nicht nur ein Mangel auch eine Imbalance zwischen Omega3- und Omega-6-Fettsäuren führen bereits zu &#8211; zum Teil schweren &#8211; Störungen. Die verminderte Leistung der Nervenzellfunktion ist Wegbereiter für Erkrankungen wie Depression, Schizophrenie, Autismus oder das ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom) mit oder ohne Hyperaktivität, um nur einige sehr plakative Beispiele zu nennen. Aber auch in anderen wichtigen Bereichen des Organismus wie etwa dem Immunsystem kann es zu massiven Störungen kommen, da diese Fettsäuren das Vorläufermolekül für viele Signalstoffe des körpereigenen Abwehrsystems darstellen, die dann vermindert gebildet werden.</p>
<p><strong>Seriosität oberstes Gebot!</strong></p>
<p>Prim. Univ. Prof. Dr. Karl Zwiauer, Landesklinikum St. Pölten und Vorsitzender der &#8220;Ernährungskommission der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde&#8221; zur aktuellen Situation: &#8220;All diese Erkenntnisse sind sehr, sehr jung. Zunächst entdeckte man, dass Kinder mit dem Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom ähnliche körperliche Symptome zeigten, wie Kinder mit einem Omega-3-Fettsäure-Mangel &#8211; also etwa trockene Haut, trockene Haare, vermehrten Durst und oftmaliges Urinieren. Erste Beobachtungsstudien in den 1990er-Jahren bestätigten den Verdacht eines Zusammenhanges, waren aber noch nicht beweisend. Erst in den letzten 5 Jahren erschienen jene Studien, auf die es ankommt.&#8221; Gemeint sind damit Studien nach den GCP-Richtlinien, die natürlich nicht nur für klassische Pharmaka gelten sondern für jede Art Intervention und möge sie auch auf der Gabe von Karottensaft beruhen. &#8220;Durch die Verwendung standardisiertet Präparate in Placebo kontrollierten Doppelblindstudien haben wir nun den Beweise, dass die Gabe von Omgea-3/6-Fettsäuren zu eine deutlichen Verbesserung der kognitiven Leistung von betroffenen Kindern führt.&#8221;</p>
<p><strong>Omega-Fettsäure statt Chemiehämmer</strong></p>
<p>Schon lange beschäftigte sich Ass. Prof. Dr. Brigitte Hackenberg, am AKH Wien mit einer Störung, die AD(H)S genannt wird. Das so genannte &#8220;Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom&#8221; kann nun mit oder ohne (H)yperaktivität auftreten. Prof. Hackenberg: &#8220;Nach dem heutigen Stand des Wissens, behandeln wir betroffene Kinder zunächst mit Psychotherapie, natürlich unter Einbeziehung des gesamten Umfeldes von den LehrerInnen bis zu den Eltern. Der nächste Schritt ist die Gabe der Omega-Fettsäuren, weil wir wissen, dass sie die Leistung der betroffenen Nervenzellen in vielen Fällen deutlich verbessern. Das tun wir, ehe wir mit &#8216;schweren chemischen Geschützen&#8217; wie etwa Amphetaminen auffahren. Rezente Studien zeigen uns, wie vielfältig die Einsatzmöglichkeiten dieser Omega-Fettsäuren und ihrer generell leistungssteigernden Effekte sind. Anders ist die Vielfalt der Wirksamkeit bei sehr unterschiedlichen Erkrankungen wie Depression oder Schizophrenie und sogar Alzheimer nicht zu erklären.&#8221;</p>
<p>Omega-Fettsäuren als &#8220;Gehirnzellen-Doping&#8221;, als &#8220;Red-Bull&#8221; und &#8220;Jungbrunnen&#8221; der kleinen grauen Zellen? Vermutlich ja. Da lächelt Oma still und denkt an den grauenhaft schmeckenden Lebertran ihrer Kindertage zurück, der oftmals mit großem Nachdruck eingeflößt wurde.</p>
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		<title>Spiel-System gegen Hyperaktivität bei Kindern</title>
		<link>http://www.pharmacon.net/2010/01/adhs/</link>
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		<pubDate>Mon, 11 Jan 2010 11:52:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Psychologie allg.]]></category>
		<category><![CDATA[ADHS]]></category>

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		<description><![CDATA[In Großbritannien wird der Hyperaktivitätsstörung bei Kindern mit einem Computerspiel-System der Kampf angesagt. Der Trick bei &#8220;Play Attention&#8221; ist, dass Kinder die Games nur dann steuern können, solange sie sich einer Hirnstrommessung zufolge auch konzentrieren&#8230; &#8220;Play Attention&#8221; setzt auf Hirnwellenmessungen per Helm Mit dem Sensorsturzhelm gegen ADHS (Foto: University of Hertforshire) pte -&#8221;Die Play Attention-Methode könnte langfristige Probleme verhindern, indem sie Kindern hilft, weniger impulsiv zu sein&#8221;, sagt Karen Pine, Psychologieprofessorin an der University of Hertfortshire http://www.herts.ac.uk . Das Team der Wissenschaftlerin hat das System der Non-Profit-Organisation Games for Life http://www.gamesforlife.co.uk mithilfe von zehn Kindern getestet und konnte nachweisen, dass die Symptome einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) damit tatsächlich reduziert werden können. Im Laufe des Monats soll das System nun in Großbritannien zum breiteren Einsatz gebracht werden. Spielen nur bei Konzentration Während ein Kind sich mit Play Attentions Lernspielen beschäftigt, trägt es einen Helm ähnlich einem Fahrradsturzhelm. &#8220;Sensoren im Helm überwachen thalamokortikale Rhythmen, die mit Aufmerksamkeit zusammenhängen. Aufmerksamkeitsänderungen zeigen sich durch typische EEG-Frequenzmuster&#8221;, erklärt Pine gegenüber pressetext. Die Kopfbedeckung stört die Nutzer offenbar nicht. &#8220;Die Kinder mögen den Helm sogar&#8221;, meint Ian Glasscock, Managing Director bei Games for Life, auf Nachfrage von pressetext. Dennoch sei für dieses Jahr eine Stirnbandlösung als Alternative [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In Großbritannien wird der Hyperaktivitätsstörung bei Kindern mit einem Computerspiel-System der Kampf angesagt. Der Trick bei &#8220;Play Attention&#8221; ist, dass Kinder die Games nur dann steuern können, solange sie sich einer Hirnstrommessung zufolge auch konzentrieren&#8230;<span id="more-1516"></span></p>
<p><strong>&#8220;Play Attention&#8221; setzt auf Hirnwellenmessungen per Helm</strong></p>
<p><img class="alignright" style="border: 0pt none;" src="http://img.pte.at//lowrespics/1262964554i15758.jpg" border="0" alt="" width="300" height="273" align="middle" /></p>
<p><em>Mit dem Sensorsturzhelm gegen ADHS<br />
(Foto: University of Hertforshire)</em></p>
<p><!--PTE:ORT--><a href="http://www.pressetext.de">pte</a> -&#8221;Die Play Attention-Methode könnte langfristige Probleme verhindern, indem sie Kindern hilft, weniger impulsiv zu sein&#8221;, sagt Karen Pine, Psychologieprofessorin an der University of Hertfortshire <a href="http://www.herts.ac.uk/" target="_blank">http://www.herts.ac.uk</a> .</p>
<p>Das Team der Wissenschaftlerin hat das System der Non-Profit-Organisation Games for Life <a href="http://www.gamesforlife.co.uk/" target="_blank">http://www.gamesforlife.co.uk</a> mithilfe von zehn Kindern getestet und konnte nachweisen, dass die Symptome einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) damit tatsächlich reduziert werden können. Im Laufe des Monats soll das System nun in Großbritannien zum breiteren Einsatz gebracht werden.</p>
<p><strong>Spielen nur bei Konzentration</strong></p>
<p>Während ein Kind sich mit Play Attentions Lernspielen beschäftigt, trägt es einen Helm ähnlich einem Fahrradsturzhelm. &#8220;Sensoren im Helm überwachen thalamokortikale Rhythmen, die mit Aufmerksamkeit zusammenhängen. Aufmerksamkeitsänderungen zeigen sich durch typische EEG-Frequenzmuster&#8221;, erklärt Pine gegenüber pressetext. Die Kopfbedeckung stört die Nutzer offenbar nicht. &#8220;Die Kinder mögen den Helm sogar&#8221;, meint Ian Glasscock, Managing Director bei Games for Life, auf Nachfrage von pressetext. Dennoch sei für dieses Jahr eine Stirnbandlösung als Alternative geplant.</p>
<p>Das therapeutische Prinzip ist einfach: Wenn das Kind mit den Gedanken abschweift, hält das Spiel an &#8211; um wirklich Spielspaß zu haben, muss sich das Kind also wirklich konzentrieren. Im Rahmen der Studie haben die zehn Probanden in einem zwölfwöchigen Zeitraum je dreimal pro Woche für eine halbe Stunde Play Attention genutzt. Der gewünschte Erfolg hat sich dabei eingestellt: Die Kinder legten weniger impulsives Verhalten an den Tag als eine Vergleichsgruppe, die das System nicht genutzt hat.</p>
<p>&#8220;Gedankengesteuerte Lernspiel-Technologie ist die einzige Form der Intervention, die nachweislich die Kernsymptome von ADHS lindert, wenn einem Kind bisher vielleicht Medikamente verschrieben worden wären&#8221;, freut sich daher Glasscock.</p>
<p><strong>Zukunftspotenzial</strong></p>
<p>Play Attention, das in den USA schon an rund 450 Standorten zum Einsatz kommt, soll aber nicht nur in Großbritannien mehr Verbreitung finden. Auch an weiteren internationalen Kooperationen gibt sich Glasscock interessiert. Außerdem soll das System noch merklich weiterentwickelt werden. &#8220;Wir untersuchen derzeit, ob das System so angepasst werden kann, dass es nicht nur misst, ob sich das Kind konzentriert, sondern auch, auf welchen von zwei Stimuli auf dem Bildschirm der Fokus gerichtet ist&#8221;, sagt Pine.</p>
<p>Dadurch könnten Kinder mit gröberen physischen oder neurologischen Einschränkungen, die das Benutzen von Maus oder Joystick schwer machen, Auswahlaufgaben gestellt werden. &#8220;Ein gedankengesteuertes System bietet enormes Potenzial, solchen Kindern bessere Kontrolle über Computer zu ermöglichen, als Hilfsmittel bei Lernen und Spielen, sowie zu Zwecken der Beurteilung&#8221;, betont die Psychologin.</p>
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		<title>Wirkstoff des Monats: Methylphenidat</title>
		<link>http://www.pharmacon.net/2009/01/ritalin/</link>
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		<pubDate>Thu, 15 Jan 2009 18:00:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Psychopharmakologie]]></category>
		<category><![CDATA[Abhängigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[ADHS]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>

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		<description><![CDATA[Kinder mit dem Zappelphilippsyndrom haben es nicht leicht: Sie gelten als extrem anstrengend und haben Schwierigkeiten, Alltagsanforderungen zum Beispiel beim Lernen zu erfüllen. Dabei hat ihr auffälliges Verhalten nichts mit ihrer Persönlichkeit oder ihrer Erziehung zu tun. Sie leiden vielmehr an der so genannten Aufmerksamkeits-Hyperaktivitätsstörung ADHS&#8230; Diese Erkrankung wird durch eine Funktionsstörung im Gehirn ausgelöst. Betroffene haben Schwierigkeiten, alle auf sie einwirkenden Informationen zu verarbeiten. Dabei ist das Krankheitsbild bei jedem Patienten unterschiedlich. Während einige Kranke versuchen, ihre subjektive Reizüberflutung mit extremer körperlicher Aktivität abzureagieren, neigen andere eher zur Träumerei. Konzentrationsstörungen treten bei beiden Ausprägungen der Krankheit auf. Wirkstoff des Monats: Methylphenidat kann Informationsverarbeitung verbessern Nach dem Stand der Wissenschaft hat diese Gehirnstörung unter anderem molekularbiologische Ursachen. Verschiedene Botenstoffe haben die Aufgabe, Informationen zu übertragen, indem sie Nervensignale im Gehirn weiterleiten. Menschen, die an ADHS leiden, weisen einen Mangel dieser Informationsüberträger auf. Die Folge: Reize aus der Umwelt können nicht vollständig und schnell genug weitergeleitet werden. Besondere Bedeutung kommt dabei dem Botenstoff Dopamin zu. Und genau hier greift Methylphenidat ein. Dieser Wirkstoff sorgt nämlich dafür, dass eine größere Menge freien Dopamins zur Verfügung steht, die die Informationsverarbeitung erleichtert und beschleunigt. Die emotionale Selbstkontrolle wird verbessert, Ablenkbarkeit und motorische Unruhe werden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kinder mit dem Zappelphilippsyndrom haben es nicht leicht: Sie gelten als extrem anstrengend und haben Schwierigkeiten, Alltagsanforderungen zum Beispiel beim Lernen zu erfüllen. Dabei hat ihr auffälliges Verhalten nichts mit ihrer Persönlichkeit oder ihrer Erziehung zu tun. Sie leiden vielmehr an der so genannten Aufmerksamkeits-Hyperaktivitätsstörung ADHS&#8230;<span id="more-273"></span></p>
<p>Diese Erkrankung wird durch eine Funktionsstörung im Gehirn ausgelöst. Betroffene haben Schwierigkeiten, alle auf sie einwirkenden Informationen zu verarbeiten. Dabei ist das Krankheitsbild bei jedem Patienten unterschiedlich. Während einige Kranke versuchen, ihre subjektive Reizüberflutung mit extremer körperlicher Aktivität abzureagieren, neigen andere eher zur Träumerei. Konzentrationsstörungen treten bei beiden Ausprägungen der Krankheit auf.</p>
<p><strong>Wirkstoff des Monats: Methylphenidat kann Informationsverarbeitung verbessern</strong></p>
<p>Nach dem Stand der Wissenschaft hat diese Gehirnstörung unter anderem molekularbiologische Ursachen. Verschiedene Botenstoffe haben die Aufgabe, Informationen zu übertragen, indem sie Nervensignale im Gehirn weiterleiten. Menschen, die an ADHS leiden, weisen einen Mangel dieser Informationsüberträger auf. Die Folge: Reize aus der Umwelt können nicht vollständig und schnell genug weitergeleitet werden. Besondere Bedeutung kommt dabei dem Botenstoff Dopamin zu. Und genau hier greift Methylphenidat ein. Dieser Wirkstoff sorgt nämlich dafür, dass eine größere Menge freien Dopamins zur Verfügung steht, die die Informationsverarbeitung erleichtert und beschleunigt. Die emotionale Selbstkontrolle wird verbessert, Ablenkbarkeit und motorische Unruhe werden reduziert.</p>
<p>Ängste, dass Methylphenidat die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes negativ beeinflusst, sind unbegründet. Methylphenidat macht auch nicht abhängig. Dieser Wirkstoff reduziert ganz im Gegenteil die Tendenz zu Suchtverhalten, die ADHS-Patienten auf Grund ihrer Erkrankung zeigen.</p>
<p>1954 kam Methylphenidat auf den deutschen Markt. Im Mai 2005 folgte eine Darreichungsform mit verzögerter Wirkstofffreigabe. Nach Angaben des unabhängigen Marktforschungsinstituts INSIGHT Health liegt das Gesamtumsatzvolumen zurzeit bei 69,8 Mio. Euro. Das erste Generikum gab es 2004. Mittlerweile bieten vier Unternehmen preisgünstige Generika dieses Wirkstoffs an. Ihr Marktanteil liegt nach Umsatz bei 36%.</p>
<p><em>PM Pro Generika e.V.</em></p>
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		<title>Ritalin: Was tun gegen ADHS?</title>
		<link>http://www.pharmacon.net/2008/11/adh/</link>
		<comments>http://www.pharmacon.net/2008/11/adh/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 23 Nov 2008 11:55:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Psychopharmakologie]]></category>
		<category><![CDATA[Psychotherapie]]></category>
		<category><![CDATA[ADHS]]></category>

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		<description><![CDATA[Zappelphilipp, Wackelpeter, Traumsuse &#8211; sie sind anders als andere Kinder. Sie können nicht stillsitzen, nicht aufmerksam sein, sie stören im Unterricht, sind unruhig, rasen manchmal vor Wut oder träumen nur vor sich hin. Diagnose: Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung, kurz: ADHS&#8230; Nach Schätzungen sollen etwa 300.000 bis 500.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland betroffen sein. Doch über ADHS besteht eine der größten Kontroversen in der Geschichte der Kinder- und Jugendpsychiatrie, die Meinungen gehen weit auseinander. Ist ADHS eine Hirnfunktionsstörung, die medikamentös behandelt werden muss? Oder wird kindliches Verhalten pathologisiert? Was sind die Ursachen? Gibt es eine genetische Veranlagung? Und welche Rolle spielen soziale Faktoren und Umweltbedingungen? In den vergangenen 15 Jahren stieg die Zahl der Hyperaktivitätsdiagnosen sprunghaft an. Wie schwer ist eine genaue Diagnose? Werden Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern oft vorschnell als ADHS bezeichnet? Wo ist die Grenze zwischen gesund und krank? Wie sieht der Alltag mit einem ADHS-kranken Kind aus? Wie kann Kindern, Eltern und Lehrern am besten geholfen werden? Die Verschreibungen von entsprechenden Medikamenten gegen ADHS steigen sprunghaft an. Was ist die erfolgreichste Therapie: Medikation, Verhaltenstherapie oder Erziehung? WissenschaftsFORUM Petersberg am Sonntag, 23. November, 22.30 Uhr Zum Thema diskutieren Prof. Gerd Lehmkuhl (Direktor Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters, Uni [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zappelphilipp, Wackelpeter, Traumsuse &#8211; sie sind anders als andere Kinder. Sie können nicht stillsitzen, nicht aufmerksam sein, sie stören im Unterricht, sind unruhig, rasen manchmal vor Wut oder träumen nur vor sich hin. Diagnose: Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung, kurz: ADHS&#8230;<span id="more-96"></span><br />
Nach Schätzungen sollen etwa 300.000 bis 500.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland betroffen sein. Doch über ADHS besteht eine der größten Kontroversen in der Geschichte der Kinder- und Jugendpsychiatrie,  die Meinungen gehen weit auseinander. </p>
<p>Ist ADHS eine Hirnfunktionsstörung, die medikamentös behandelt werden muss? Oder wird kindliches Verhalten pathologisiert? Was sind die Ursachen? Gibt es eine genetische Veranlagung? Und welche Rolle spielen soziale Faktoren und Umweltbedingungen? In den vergangenen 15 Jahren stieg die Zahl der Hyperaktivitätsdiagnosen sprunghaft an. Wie schwer ist eine genaue Diagnose? Werden Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern oft vorschnell als ADHS bezeichnet? Wo ist die Grenze zwischen gesund und krank? Wie sieht der Alltag mit einem ADHS-kranken Kind aus? Wie kann Kindern, Eltern und Lehrern am besten geholfen werden? Die Verschreibungen von entsprechenden Medikamenten gegen ADHS steigen sprunghaft an. Was ist die erfolgreichste Therapie: Medikation, Verhaltenstherapie oder Erziehung?</p>
<p>WissenschaftsFORUM Petersberg am Sonntag, 23. November, 22.30 Uhr</p>
<p>Zum Thema diskutieren Prof. Gerd Lehmkuhl (Direktor Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters, Uni Köln), Prof. Marianne Leuzinger-Bohleber (Direktorin Sigmund-Freud-Institut Frankfurt), Dr. Myriam Menter (Vorsit-zende ADHS Deutschland e.V.), Dr. Hans-Joachim Weber (Medizinischer Direktor Lilly Deutschland). Es moderiert Nina Ruge.</p>
<p>Wiederholung: Sonntag, 30. November, 13.00 Uhr</p>
<p>Ritalin oder Yoga?</p>
<p><strong>Sechswöchige Yoga-Familientherapie brachte erstaunliche Ergebnisse</strong></p>
<p>London/Sydney &#8211; Ein australisch-britisches Forscherteam hat die regulative Wirkung von Sahaja Yoga bei hyperaktiven Kindern bestätigt. Die östliche Meditation wurde als Familientherapie für Kinder mit Aufmerksamkeitsstörungen und ihre Eltern entdeckt. Kinder, die an dem hyperkinetischen Syndrom leiden, fehlt es an Aufmerksamkeit und Selbstkontrolle. Sie handeln extrem impulsiv und zerstörerisch. Nach nur sechs Wochen Therapie waren bereits deutliche Zeichen der Besserung zu bemerken.</p>
<p>&#8220;Die herkömmlichen Therapien zur Behandlung von hyperaktiven Kindern sehen die Gabe von psycho-stimulanten Medikamenten vor&#8221;, so Katya Rubia vom Institute of Psychiatry, am Kings College http://www.iop.kcl.ac.uk in London, im pressetext-Interview. Rubia hat gemeinsam mit Linda J. Harrison von der Charles Sturt University, Australien und Ramesh Manocha von der University of New South Wales, eine Studie durchgeführt. &#8220;Kinder mit dem &#8216;Zappelphilipp-Syndrom&#8217;, auch ADHD oder Attention Deficit-Hyperactivity Disorder genannt, haben sehr oft auch hyperaktive Mütter oder Väter. Daher haben wir die Kinder mit den Eltern behandelt&#8221;, erklärt die Psychiaterin. ADHD entwickle sich auch häufig unter alleinerziehenden Müttern, die sich mit ihren sowieso schon schwachen Nerven von der Erziehung überfordert fühlen. &#8220;In diesem Zusammenhang sprechen Ärzte oft von Konflikten oder wenig synchronen Interaktionen mit dem Erziehungsberechtigten.&#8221; Buben mit einem unsicheren und kontakt-gestörten Verhältnis zu ihrer Mutter sind acht Mal häufiger davon betroffen als jene mit einem normalen, intimen, gut funktionierendem Aktion-Reaktions-Mutterverhältnis.</p>
<p>&#8220;Die Behandlung war sehr vielversprechend&#8221;, berichtet Rubia. &#8220;Die Hauptsymptome reduzierten sich nach der Behandlung bedeutend, auch die Schulleistungen nahmen dank besserer Konzentration und einer Steigerung des Erinnerungsvermögens zu.&#8221; Auch Angst und geringes Selbstvertrauen, soziale Unfähigkeiten und das &#8220;mangelnde sich Einbringen&#8221; in kollektive Spiele oder gesellschaftliche Situationen waren nach der Therapie erheblich reduziert. &#8220;Zudem verbesserten sich auch der Schlaf, die Anzahl der Wutanfälle und das Anecken mit den Eltern&#8221;, erklärt die Wissenschaftlerin. Das galt auch für die Eltern, die an der Meditation teilnahmen. &#8220;Sie berichteten davon, dass ihr Stress, aufkommende Wut und Konfliktgefühle gegenüber ihren Kindern deutlich abgenommen hatten.&#8221;</p>
<p>Die Forscher sind sich einig darüber, dass die Probleme der Kinder oft bei der Unfähigkeit der Eltern anfangen, ihre eigene Unruhe zu beherrschen. &#8220;Daher halten wir die Familientherapie mit Meditation für einen brauchbaren Ansatz, der sich auch in Indien über unsere Jahrtausendealte Tradition bewehrt hat. Sie werden es viel schwerer haben, im Himalaja ein hyperkinetisches Kind zu entdecken, als in der westlichen Welt&#8221;, meint Ramesh Manocha. Auch wenn der genaue Mechanismus der Rückwirkung von Sahaja Yoga auf ADHD erst identifiziert werden muss, sind sich die drei Studien-Ärzte einig, dass die Beruhigung Neuronen-gesteuert abläuft. &#8220;Die Sahaja-Yoga Meditation ist eine uralte östliche Meditationstechnik, die zu einer Verminderung oder dem zeitweiligen Verschwinden der Gedanken führt, während sie die Wachsamkeit und das Bewusstsein stärkt&#8221;, so Rubia.</p>
<p>Ein Problem von Shahaja-Yoga ist allerdings die Tatsache, dass ihre Anhänger als Sektenmitglieder bezeichnet werden. &#8220;Man kann die Meditation natürlich auch abgelöst von der Religion betrachten und betreiben&#8221;, meint Rubia. Allerdings werde Meditation immer etwas Spirituelles bleiben. &#8220;Es bleibt zu erforschen, ob Meditation auch bei anderen kinderpsychiatrischen Erkrankungen so eine positive Wirkung zeigt wie beim hyperkinetischen Syndrom&#8221;, meint Rubia abschließend im pressetext-Interview.</p>
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