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	<title>Pharmacon Net &#187; Angst</title>
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	<description>Interaktion: Medizin und Psychologie, Pharmakologie und Pharmazie</description>
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		<title>Trauer bricht das Herz: Erhöhtes Infarktrisiko nach Tod eines Nahestehenden</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Jan 2012 11:30:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Psychosomatik]]></category>
		<category><![CDATA[Angst]]></category>
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		<description><![CDATA[Wer ein sensibles Herz hat, sollte im Trauerfall besonders auf seine Gesundheit achten. Das zeigen Harvard-Forscher vom Beth Israel Deaconess Medical Center in der Fachzeitschrift &#8220;Circulation&#8221;. In der Woche nach dem Tod eines Nahestehenden steigt das Risiko des Herzinfarkts auf das Achtfache, am unmittelbaren Tag nach dem Ereignis sogar auf das 21-fache, so das Ergebnis ihrer Studie&#8230; Trauer: Hohe Belastung für Seele und Körper bidmc.org &#8211; pte &#8211; Die Wissenschaftler befragten 2.000 Patienten, die einen Herzinfarkt überlebt hatten, nach einem möglichen Auslöserereignis im Vorfeld. 270 von ihnen berichteten von einem Todesfall im nahen Umfeld in den sechs Monaten davor, 19 innerhalb eines Zeitraums von bloß 24 Stunden. Am deutlichsten war der Zusammenhang zwischen Todesfall und Herzinfarkt bei jenen, die schon zuvor herzkrank waren. Körper leidet mit &#8220;Trauer ist verbunden mit Depression, Angst und Wut &#8211; Gefühle, die Herzschlag und Blutdruck steigen und das Blut leichter verklumpen lassen&#8221;, erklärt Studienleiterin Elizabeth Mostofsky das erhöhte Risiko. Stress trifft sensible Stelle Auch Christine Pernlochner-Kügler, Chefredakteurin des Trauerportals Aspetos http://aspetos.at , hebt das enorme Stressempfinden von Hinterbliebenen hervor. &#8220;Todesfälle gehören neben der Diagnose schwerer Krankheiten, Scheidung und Eheschließung zu den größten Stresssituationen im Leben. Je nachdem, wo ein Mensch körperliche Dispositionen hat &#8211; etwa [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer ein sensibles Herz hat, sollte im Trauerfall besonders auf seine Gesundheit achten. Das zeigen Harvard-Forscher vom Beth Israel Deaconess Medical Center in der Fachzeitschrift &#8220;Circulation&#8221;. In der Woche nach dem Tod eines Nahestehenden steigt das Risiko des Herzinfarkts auf das Achtfache, am unmittelbaren Tag nach dem Ereignis sogar auf das 21-fache, so das Ergebnis ihrer Studie&#8230;<span id="more-3793"></span></p>
<p>Trauer: Hohe Belastung für Seele und Körper</p>
<p><a href="http://bidmc.org">bidmc.org</a> &#8211; <a href="http://www.pressetext.de">pte</a> &#8211; Die Wissenschaftler befragten 2.000 Patienten, die einen Herzinfarkt überlebt hatten, nach einem möglichen Auslöserereignis im Vorfeld. 270 von ihnen berichteten von einem Todesfall im nahen Umfeld in den sechs Monaten davor, 19 innerhalb eines Zeitraums von bloß 24 Stunden. Am deutlichsten war der Zusammenhang zwischen Todesfall und Herzinfarkt bei jenen, die schon zuvor herzkrank waren. </p>
<p><strong>Körper leidet mit</strong> </p>
<p>&#8220;Trauer ist verbunden mit Depression, Angst und Wut &#8211; Gefühle, die Herzschlag und Blutdruck steigen und das Blut leichter verklumpen lassen&#8221;, erklärt Studienleiterin Elizabeth Mostofsky das erhöhte Risiko. </p>
<p><strong>Stress trifft sensible Stelle</strong> </p>
<p>Auch Christine Pernlochner-Kügler, Chefredakteurin des Trauerportals Aspetos http://aspetos.at , hebt das enorme Stressempfinden von Hinterbliebenen hervor. &#8220;Todesfälle gehören neben der Diagnose schwerer Krankheiten, Scheidung und Eheschließung zu den größten Stresssituationen im Leben. Je nachdem, wo ein Mensch körperliche Dispositionen hat &#8211; etwa bei der Verdauung, beim Schlaf oder beim Herz &#8211; steigt bei diesem Gefühlschaos das Risiko eines Zusammenbruchs&#8221;, so die Trauerpsychologin im pressetext-Interview.</p>
<p>Dabei macht Trauer nicht per se krank, sondern ist vielmehr ein notwendiger und sinnvoller Prozess der Bewältigung. &#8220;Es ist gesund, die mit der Trauer verbundenen Gefühle zuzulassen, sofern sie richtig kanalisiert werden. Vielen geht es jedoch in der Schocksituation so, dass sie den Boden unter den Füßen verlieren&#8221;, berichtet Pernlochner-Kügler. Strukturen und Tagesabläufe brechen zusammen, was wohl auch ein entscheidender Grund dafür ist, dass viele auf die Einnahme wichtiger Herzmedikamente vergessen.</p>
<p><strong>Hinterbliebene nicht alleine lassen</strong></p>
<p>Unterstützen kann man trauernde Angehörige am besten darin, indem man sie nicht alleine lässt. &#8220;Primär geht es nicht um das Reden oder tröstende Worte für die Hinterbliebenen, sondern darum, dass in Akutsituation 24 Stunden jemand bei ihnen ist oder sie bei Angehörigen oder Nachbarn übernachten können. Personen, die dieses Auffangnetz bilden, sollten sich durchaus abwechseln&#8221;, rät die Expertin. Mit diesem Rückhalt falle es leichter, Gefühle zu normalisieren, Struktur zurückzugewinnen und damit zugleich Gesundheitsrisiken abzuwenden.</p>
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		<title>Keine Empathie unter Studenten mehr: Wirtschaftskrise fördert Ellbogengesellschaft</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Jan 2012 14:44:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Psychologie allg.]]></category>
		<category><![CDATA[Angst]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
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		<category><![CDATA[Medien]]></category>
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		<description><![CDATA[Studenten zeigen deutlich weniger Empathie als noch vor 20 oder 30 Jahren. Zu diesem Schluss kommt eine Meta-Studie unter insgesamt 14.000 College-Studentenin den USA. Verglichen wurden dabei Daten zwischen 1979 und 2009. &#8220;Den größten Abfall von Empathie konnten wir nach dem Jahr 2000 feststellen&#8221;, schreibt Sara Konrath, Forscherin am Institute of Social Research der University of Michigan&#8230; pte &#8211; umich.edu &#8211; Präsentiert wurde das Forschungsergebnis beim jährlichen Treffen der Association for Psychological Science in Boston. Verglichen mit den Studenten der späten 70er-Jahre stimmen heute Studierende Sätzen wie &#8220;Manchmal versuche ich meine Freunde besser zu verstehen, indem ich mir vorstelle, wie Dinge aus ihrer Perspektive betrachtet aussehen&#8221; deutlich seltener zu. Auch fehle es an Gefühlen für Menschen, die ärmer oder weniger begütet sind, geben die Studenten zu. Aus dieser Geisteshaltung sehen viele Menschen die heutigen Jugendlichen als &#8220;Generation Me&#8221;, die sich durch Attribute wie egozentrisch, ich-bezogen, narzisstisch, individuell und überzeugt auszeichnen. Leistungsgesellschaft fördert Egoismus &#8220;Da die heutige Gesellschaft eine Leistungsgesellschaft ist, wird schon sehr früh Wert darauf gelegt, wie man am besten durchkommt und Karriere macht&#8221;, meint die Psychologin Caroline Erb gegenüber pressetext. Der Druck auf jeden Einzelnen steige, weil jeder das Ziel erreichen will &#8211; notwendigerweise auch ohne Rücksicht auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Studenten zeigen deutlich weniger Empathie als noch vor 20 oder 30 Jahren. Zu diesem Schluss kommt eine Meta-Studie unter insgesamt 14.000 College-Studentenin den USA. Verglichen wurden dabei Daten zwischen 1979 und 2009. &#8220;Den größten Abfall von Empathie konnten wir nach dem Jahr 2000 feststellen&#8221;, schreibt Sara Konrath, Forscherin am Institute of Social Research der University of Michigan&#8230;<span id="more-2913"></span></p>
<p><a href="http://www.pressetext.de">pte</a> &#8211; <a href="http://www.umich.edu">umich.edu</a> &#8211; Präsentiert wurde das Forschungsergebnis beim jährlichen Treffen der Association for Psychological Science in Boston. Verglichen mit den Studenten der späten 70er-Jahre stimmen heute Studierende Sätzen wie &#8220;Manchmal versuche ich meine Freunde besser zu verstehen, indem ich mir vorstelle, wie Dinge aus ihrer Perspektive betrachtet aussehen&#8221; deutlich seltener zu. Auch fehle es an Gefühlen für Menschen, die ärmer oder weniger begütet sind, geben die Studenten zu. Aus dieser Geisteshaltung sehen viele Menschen die heutigen Jugendlichen als &#8220;Generation Me&#8221;, die sich durch Attribute wie egozentrisch, ich-bezogen, narzisstisch, individuell und überzeugt auszeichnen.</p>
<p><strong>Leistungsgesellschaft fördert Egoismus</strong></p>
<p>&#8220;Da die heutige Gesellschaft eine Leistungsgesellschaft ist, wird schon sehr früh Wert darauf gelegt, wie man am besten durchkommt und Karriere macht&#8221;, meint die Psychologin Caroline Erb gegenüber pressetext. Der Druck auf jeden Einzelnen steige, weil jeder das Ziel erreichen will &#8211; notwendigerweise auch ohne Rücksicht auf Verluste. &#8220;Massenuniversitäten fördern die Angst, ein anderer könnte einem den Job vor der Nase wegschnappen.&#8221;</p>
<p>&#8220;Diese Situation macht Menschen unzufriedener und geht zu Lasten des allgemeinen Wohlfühlfaktors&#8221;, so Erb. Gerade am Anfang der Studienzeit suche man nach Rückhalt bei Kommilitonen. &#8220;Der große Druck sorgt jedoch dafür, dass jeder in erster Linie auf sich selbst schaut als auf die anderen.&#8221;</p>
<p><strong>Egoismus im Berufsleben als Unzufriedenheitsfaktor</strong></p>
<p>&#8220;Diese Geisteshaltung, dass jeder nur für sich selbst ist, schafft auch im Berufsleben ein deutliches Unwohlsein&#8221;, sieht Erb. Das führe dazu, dass die Unzufriedenheit wachse und man einfach nicht mehr gerne zur Arbeit geht. &#8220;Offensichtlich zählt es mehr, ob man etwas am Konto hat, als die Frage nach Werten und Idealen&#8221;, meint Erb. &#8220;Es besteht die ernstzunehmende Gefahr, dass wir immer mehr zu einer Ellbogengesellschaft werden.&#8221;</p>
<p>&#8220;Empathie muss von Kindheit an gelernt werden&#8221;, bestätigt die Psychologin, die unter anderem auch für die Partnerplattform Parship.com arbeitet. Empathie mit einem anderen Menschen bedeutet, sich in dessen Lage zu versetzen und mit ihm mitzufühlen, sich darüber klar zu werden, was der andere fühlt oder fühlen könnte. Dazu ist es allerdings auch notwendig, die eigenen Gefühle zu erkennen und angemessen zu reagieren.</p>
<p><strong>Ältere Generation war nicht besser</strong></p>
<p>Eine <a href="http://www.pressetext.com/news/100318023/">Studie</a> an mehr als 450.000 Mittelschulabgängern verschiedener Jahrgänge hat gezeigt, dass die heutige Jugend nicht selbstbezogener war als ihre Eltern es damals waren. Was sich jedoch in den vergangenen 30 Jahren deutlich veränderte, war der Einfluss der Massenmedien und der Video-Games. Zudem spielen auch immer mehr soziale Netzwerke eine Rolle. &#8220;Wenn es auch so einfach ist, online mit Menschen in Kontakt zu treten, ist es auch leicht diese beim Auftreten von Problemen einfach zu ignorieren oder wegzuschalten. Dieses Verhalten könnte auch einen Einfluss auf das tägliche Leben in der Realität haben&#8221;, meint Studien-Koautor Edward O&#8217;Brien. Vorhergehende Untersuchungen haben gezeigt, dass College-Studenten Suchtverhalten bei der Nutzung von sozialen Medienplattformen zeigten.</p>
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		<title>Anna Halprin: Den Atem sichtbar machen</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Jan 2012 14:04:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Psychotherapie]]></category>
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		<category><![CDATA[Krebs]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Musiktherapie]]></category>
		<category><![CDATA[Tanz]]></category>
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		<description><![CDATA[Seit mehr als sieben Jahrzehnten stellt sich die mittlerweile fast neunzigjährige Anna Halprin die Frage: Was ist Tanz? Ihre Suche nach einer Antwort hat in den USA eine Ära der Experimente in Theater, Musik, Happening und Performance-Kunst eingeleitet und den Tanz neu definiert&#8230; BREATH MADE VISIBLE Ein Film von Ruedi Gerber Dokumentation über die amerikanische Tanzpionierin Anna Halprin, die seit über 70 Jahren auf den Bühnen dieser Welt steht. Zusammen mit ihrem Mann, dem renommierten Landschaftsarchitekten Lawrence Halprin (Roosevelt Memorial), entwickelte sie neues Gedankengut, das Generationen von Künstlern beeinflusst hat. BREATH MADE VISIBLE ist ein bewegendes Filmporträt über Anna Halprin, der Tanzpionierin aus den USA, die inzwischen über 90 Jahre als ist. Ein Leben in Tänzen In eindringlichen Bildern und Zeugnissen wird das Leben und Werk dieser Tanz- und Performance-Ikone porträtiert, die ihre Kunst und ihr Leben untrennbar miteinander verschmolzen hat. Die Dokumentation des schweizerischen Filmemacher Ruedi Gerber verbindet neue Interviews und Bühnenauftritte mit frühen Performances von Anna Halprin. Bisher unveröffentlichtes Archivmaterial eröffnet zudem Einblicke in die Geschichte der gesellschaftlich engagierten Tanzkunst Nordamerikas. Anna Halprin fragt: „Was ist das wichtigste im Leben?“ Sie macht uns in ihrem hohen Alter Mut und zeigt, wie uns die ungebrochene Kraft des Tanzes nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit mehr als sieben Jahrzehnten stellt sich die mittlerweile fast neunzigjährige Anna Halprin die Frage: Was ist Tanz? Ihre Suche nach einer Antwort hat in den USA eine Ära der Experimente in Theater, Musik, Happening und Performance-Kunst eingeleitet und den Tanz neu definiert&#8230;<span id="more-3644"></span></p>
<p><a href="http://astore.amazon.de/buchundjudenhaga/detail/B0042SFNNU"><span style="font-size: medium;"><strong>BREATH MADE VISIBLE</strong></span></a><br />
Ein Film von Ruedi Gerber</p>
<p><strong></strong>Dokumentation über die amerikanische Tanzpionierin Anna Halprin, die seit über 70 Jahren auf den Bühnen dieser Welt steht.</p>
<p>Zusammen mit ihrem Mann, dem renommierten Landschaftsarchitekten Lawrence Halprin (Roosevelt Memorial), entwickelte sie neues Gedankengut, das Generationen von Künstlern beeinflusst hat. BREATH MADE VISIBLE ist ein bewegendes Filmporträt über Anna Halprin, der Tanzpionierin aus den USA, die inzwischen über 90 Jahre als ist.</p>
<p><strong>Ein Leben in Tänzen</strong></p>
<p>In eindringlichen Bildern und Zeugnissen wird das Leben und Werk dieser Tanz- und Performance-Ikone porträtiert, die ihre Kunst und ihr Leben untrennbar miteinander verschmolzen hat. Die Dokumentation des schweizerischen Filmemacher Ruedi Gerber verbindet neue Interviews und Bühnenauftritte mit frühen Performances von Anna Halprin. Bisher unveröffentlichtes Archivmaterial eröffnet zudem Einblicke in die Geschichte der gesellschaftlich engagierten Tanzkunst Nordamerikas.</p>
<p>Anna Halprin fragt: „Was ist das wichtigste im Leben?“<br />
Sie macht uns in ihrem hohen Alter Mut und zeigt, wie uns die ungebrochene Kraft des Tanzes nicht nur helfen kann, mit unserem Leben umzugehen, sondern es auch zu transformieren und uns dabei im 21. Jahrhundert treu zu bleiben.</p>
<p><a href="http://www.pharmacon.net/2012/01/anna-halprin/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p>Merce Cunningham bezeichnet sie als Prophetin und Philosophin und ihre Tochter Daria Halprin, die als Schauspielerin auch in Antonionis Meisterwerk „Zabriskie Point“ zu sehen war, wirft einen kritischen Blick auf die wilden Workshops der 1960er Jahre. Der Film führt von Halprins ersten komischen Tänzen und experimentellen Performances auf einem Tanzboden unter kalifornischen Mammutbäumen über ihre Aufsehen erregenden Tourneen in Europa, ihren Rückzug von der Bühne wegen Krankheit, bis zur triumphalen Rückkehr auf die Bühne.</p>
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<p>Halprin betrachtet den Tanz als Antwort auf die Kräfte unseres sozialen und natürlichen Umfelds. Improvisation und Experiment sind ihr die wichtigsten Mittel des kreativen Ausdrucks. Früh verbindet Halprin in ihren Choreografien alltägliche Gesten und Bewegungen mit persönlichen Geschichten. Ihre Bühne waren und sind der Ozean, ein Fahrrad, eine Küche. Unvergesslich zum Beispiel, wie sie sich an der Pazifikküste mit 82 Jahren den Wellen hingibt und daraus eine Performance kreiert.<br />
Bereits in den 1950er Jahren gründet sie den später weltberühmten San Francisco Dancers Workshop. Ihre Truppe, zu der John Graham und A.A. Leath gehörten, macht Furore in Schweden und die Nacktheit als neues Ausdrucksmittel provoziert Skandale in den USA. In dieser Zeit arbeitet Anna Halprin zusammen mit Musikern wie John Cage, La Monte Young, Terry Riley and Morton Subotnick. Sie inspirieren sich gegenseitig. Die Truppe schwingt sich von Dächern, tanzt in der „La Fenice“ in Venedig (Musik: Luciano Berio) und balanciert auf dem Gerüst eines Frachthangars am Flughafen von San Francisco. In den späten 1960er Jahren gründet Halprin dann die erste multikulturelle Company – Schwarz und Weiß finden sich im Tanz.</p>
<blockquote><p><em>„Before I had cancer I lived my life for my art, after I had cancer I lived my art for my life“.</em></p></blockquote>
<p>Mit fünfzig Jahren erkrankt Anna Halprin schwer. Sie sagt, sie habe sich den Weg zur Heilung frei getanzt. Von der Bühne verabschiedet sie sich für längere Zeit. Tanz wird für Halprin Mittel zur Heilung. Sie beginnt als Lehrerin mit Krebs- und Aidskranken zu arbeiten und später mit älteren Menschen. Bis plötzlich ihr Ehemann Lawrence Halprin erkrankt. Die Besuche an seinem Krankenbett inspirieren sie 2004 zur Choreografie „Intensive Care“: Halprin, nun über 80, kehrt mit großem Erfolg auf die Bühne zurück! In den folgenden Jahren tritt sie in Paris, San Francisco und Washington auf, und in New York ruft sie im großen Joyce Theater während ihres 15-minütigen Solo ins Publikum: „Es sind noch so viele Tänze zu machen!“</p>
<p><strong>Was sagt der Regisseur?</strong></p>
<p>BREATH MADE VISIBLE ist ein Film über die höchst lebendige Legende Anna Halprin, eine der einflussreichsten, jedoch viel zu wenig bekannten Größen des modernen Tanzes. BREATH MADE VISIBLE ist mehr als ein Film über Tanz: ein Film über das Leben an sich, darüber, was uns wirklich wichtig ist und wie wir heute mit dem Leben umgehen. Im Zentrum geht es um unsere Werte und darum, wie wir authentisch bleiben und uns im 21. Jahrhundert selbst erleben können.</p>
<p><strong>[<a href="http://astore.amazon.de/buchundjudenhaga/detail/B0042SFNNU">DVD BESTELLEN?</a>]</strong></p>
<p>Als Leute, die Anna kannten, von meinem Filmprojekt erfuhren, waren Freude und Aufregung groß. Meine Absicht war es allerdings auch, einen Film für Leute zu machen, denen Anna gänzlich unbekannt ist. Ich wollte keinen biografischen Lehrfilm, sondern das Publikum wie bei einem Spielfilm emotional einbinden. Ich wollte die Zuschauer durch Annas charismatische Persönlichkeit unmittelbar berühren und das Publikum mitnehmen in ihr kreatives, in den Wäldern Nordkaliforniens verborgenes Leben. Dorthin, wo Anna gerne im Einklang mit der freien Natur arbeitet und von wo aus sie in die Welt hinaus geht, auf die großen Bühnen von New York, Venedig, Stockholm, Paris und Washington.</p>
<p><a href="http://www.pharmacon.net/2012/01/anna-halprin/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p>In ihren Darbietungen in der Natur der Westküste, in denen die Künstlerin ihre Seele öffnet und sich verletzlich zeigt, erfahren wir Anna umfassend – ihre humorvolle, freudige Art und ihre tiefe emotionale Zugänglichkeit. In ihren Interviews hingegen ist sie sehr bestimmt, getrieben von dem Wunsch, sich sehr klar und deutlich auszudrücken.<br />
Als unvergleichliche Tanzerzieherin bekannt, die den Tanz sogar als Mittel zur Heilung nutzt – manche nennen sie eine Schamanin –, ist sie in meinen Augen eine sehr ungewöhnliche Performancekünstlerin. Ich wollte sie von Anfang in meinem Film als solche präsentieren. Ihr Wissen und ihre Weisheit bezieht sie aus ihrer jahrzehntelangen Erfahrung mit Tanz und Performance. Später, im Schneideraum, wurde mir klar, dass ich mehr als genug faszinierendes Material beisammen hatte, um die Ge- schichte ihres Lebens anhand ihrer sehr berührenden Performances und Auftritte erzählen zu können.</p>
<p>Ich wollte Anna auf ihre einzigartige Weise durch ihr eigenes Leben tanzen lassen. In diesem Film wird der Tanz zum Vehikel, um das Leben selbst anzusprechen und all das, was im Leben wirklich wichtig ist. Tanz bringt Menschen zusammen, er schafft Gemeinschaft. Merce Cunningham sagt: „Anna ist eine Prophetin, eine Philosophin“.<br />
1982, als ich Anna kennen lernte, trat sie nicht mehr öffentlich auf. Sie war mit der Entwicklung von Tanz als Therapie und als Mittel zur Heilung beschäftigt und sollte damit der Welt der Kunst- und Tanztherapie entscheidende Impulse liefern. Ich selbst war damals Bühnenschauspieler am deutschen Staatstheater und betrachtete sie als eine Performancekünstlerin, die – mittels Bewegung – die Überschneidungen von Theater und Tanz mit dem gelebten Leben erforschte. Ich wiederum war schon immer leidenschaftlich am Umgang mit Echtzeit und authentischer Improvisation auf der Bühne interessiert. Schnell war ich von Anna gefesselt. Während einige meiner Freunde ihr in den 1980er Jahren das Etikett New Age verpassten, nahm ich eher wahr, wie sie die Grenzen des Theaters erweiterte und ihrer Zeit weit voraus war. Sie hatte die Fähigkeit, die Kreativität anderer Menschen freizusetzen. Schließlich beeinflusste mich dies ein paar Jahre später bei meinem Entschluss, Filmemacher zu werden und so weiterhin mit Fiktion und Wirklichkeit zu spielen.</p>
<p>In den nächsten zwanzig Jahren hatten Anna und ich nur losen Kontakt, bis zum Februar 2002, als ich es zu ihrer Show im Joyce Theater schaffte.<br />
Da war sie wieder und sogar die New York Times berichtete über sie! Es war unglaublich, mit über achtzig Jahren kehrte sie auf die Bühne und damit zu ihren Anfängen zurück! Für ihren Eröffnungsauftritt führte sie mit Iko und Komo ein Stück im Butoh-Stil auf. Danach folgte ein 15-minütiges Solo, in dem sie ihre Lebensgeschichte tanzte und erzählte. Im Laufe des Stücks bemerkte ich, dass manchen Zuschauern die Tränen kamen. Und plötzlich fühlte auch ich mich tief von dieser Frau berührt. In einer Welt von Posen und konkurrierenden Stilisierungen war die Präsenz von jemandem, den ich als ganz und gar authentisch empfand und dessen Botschaft universell war, eine erholsame Befreiung. Das Publikum spürte ihre Unmittelbarkeit, ihre direkte, auf ihrem Alltag beruhende Kunst (mit Wurzeln auch in der Pop-Art).<br />
Ich fragte mich, warum nicht mehr Leute außerhalb der Tanz- und Kunsttherapie-Welt sie kannten. Ihre Show weckte in mir den Wunsch, einen Film zu machen, der das Publikum so berühren würde, wie Annas Auftritte ihr Publikum berührten. Als ich von Anna erfuhr, dass niemand ihre Performance per Video aufgenommen hatte, organisierte ich schnell Aufnahmen für den letzten Abend. Es war zu spät, um eine Erlaubnis zum Dreh hinter den Seitenkulissen zu erhalten, aber wir konnten aus einer Ecke hinter dem Publikum filmen. Als mich Anna später einlud, im kommenden Sommer an ihrem Workshop teilzunehmen, zögerte ich. Ich hatte gerade meinen ersten Spielfilm fertig gestellt, „Heartbreak Hospital“, und fühlte mich nicht genügend in Form, um mit professionellen Tänzern aus Japan, Australien, Frankreich und verschiedenen Teilen der USA zu tanzen und zu performen.<br />
Schließlich nahm ich aber ihre Einladung an. Da ich eine einzigartige Gelegenheit kommen sah, nahm ich eine Filmkamera mit.</p>
<p>Unglücklicherweise hatten einige wenige Workshop-Teilnehmer etwas gegen die Anwesenheit der Kamera. „Dies ist ein Laboratorium, wo wir uns völlig frei fühlen sollten“, sagten sie. Anna versuchte sie umzustimmen, aber schlussendlich mussten wir den Wunsch derjenigen respektieren, die lieber nicht gefilmt werden wollten. Wieder trat ich in die Falle und verwechselte Leben und Kunst, gleichzeitig entschied ich aber für mich, dass der Film genau dieser Überschneidung dicht folgen würde.<br />
Annas Workshop in den frühen 1980er Jahren, der in einem Wald mit Mammutbäumen sowie am Strand von Nordkalifornien stattfand, erwies sich als Erfahrung, die mir zwanzig Jahre später die Augen öffnen sollte.<br />
Ich realisierte, wie sie ihre Vision im Umgang mit Bewegung und Performance schärfte, um authentische persönliche Erfahrungen mit ihrer Kunst zu kommunizieren und universell zu machen. Am Ende des Workshops von 2004 fragte ich Anna, ob sie mir erlauben würde, einen Film über ihr Leben zu machen. „Okay“, sagte sie, „aber du musst dich beeilen, ich bin schon 83!“ Ein paar Monate später schickte ich ihr eine formelle Vereinbarung und war überrascht, als sie nicht unterschreiben wollte. Ein französischer Journalist verfolgte wegen eines Theater- und Tanzfestivals im Centre Pompidou in Paris bereits ein ähnliches Projekt.<br />
Enttäuscht gab ich die Idee auf.</p>
<p>2005 kehrte ich nach San Francisco zurück, um an Annas jährlichem Workshop teilzunehmen. In diesem Sommer fragte mich Anna, ob ich mit ihr zusammen an einem Film mit dem Titel „Seniors Rocking“ arbeiten wolle. Es ging um ein Tanzstück, das sie kreiert hatte, um älteren Menschen zu helfen, ihre Klischeevorstellungen vom Älterwerden zu überwinden. Sie wollte mir das Exklusivrecht zum Filmen dieser Performance mit 50 Teilnehmern im Alter zwischen 65 und 100 geben, die in Schaukelstühlen bei einer Lagune auftreten sollten. Ihr Konzept für den Film war es, die Performance um die persönlichen Geschichten der Teilnehmer zu erweitern und so der Frage nachzugehen: Was ist das Wichtigste im Leben? Sie suchte nach Geschichten, die von Herzen kamen, und Botschaften, welche die Teilnehmer ihren Kindern, Enkeln und Freunden hinterlassen wollten.<br />
Da ich Anna inzwischen bereits gut kannte und wusste, wie sie eine persönliche Frage in ein großes Ereignis zu verwandeln vermag, machte ich sie darauf aufmerksam, dass dieses Projekt auch ihr Vermächtnis berühre; erneut kündigte ich mein Interesse an, ihr Leben zu dokumentieren. Anna überlegte einen Moment, dann plötzlich lud sie mich und meine Kamera zu sich nach Hause ein. Sie erklärte sich nicht nur dazu bereit, mir Zugang zu ihrer Vergangenheit und ihrem Werk zu gewähren, sondern auch, dass ich ihren Mann, den bekannten Architekten Lawrence Halprin, in das Projekt mit einbeziehe. Seit jenem Nachmittag, als Anna mich in ihrer Küche willkommen hieß, hat sie mir eine Tür ihres Lebens nach der anderen geöffnet. Dies führte dazu, dass ich nicht nur „Seniors Rocking“, sondern auch alle ihre wichtigen Shows, Vorlesungen und Workshops, ihre Performances in San Francisco, ihre Arbeit in der Natur, ihre verschiedenen Unterrichtsklassen, ihr jüngstes Werk „Rodin“, sowie den 90. Geburtstag ihres Mannes und ihre Arztbesuche mit einbeziehen konnte! Ich entdeckte, wie verflochten Annas persönliches Leben mit ihrem Leben als Künstlerin tatsächlich war. „Es besteht keine wirkliche Trennung“, wie eine ihrer Töchter ironisch erklärt. Anna Halprin pflegt, was sie als Leben- Kunst-Prozess bezeichnet, und integriert die Auf und Abs in ihrem Leben kontinuierlich in ihre kreative Arbeit. Im letzten Stadium ihres Lebens beschäftigt sie sich heute mit den Themen Altern und Tod. In „Intensive Care“ schafft sie es, die Furcht vor dem Tod ihres Mannes mit ihrer eigenen Angst vor dem Tod in eine kraftvolle und zugleich universell gültige Choreografie umzusetzen. Mit 85 Jahren spielt sie am Ende des Stücks ihren eigenen Tod. Damit kreiert sie nicht nur einen unvergesslichen, visuellen Höhepunkt des Stücks (wie auch unseres Films), sondern macht uns zugleich bewusst, dass wir nicht wegschauen dürfen – vor allem nicht vor uns selbst.</p>
<p>Anna Halprin ist eine leidenschaftliche, besessene Künstlerin, die ihr ganzes Leben in ihre Kunst und ihre ganze Kunst in ihr Leben verpackt.</p>
<p>Mit ihren Performances fragt Anna auch nach der wahren Bedeutung des Lebens. Wie kann Kunst uns helfen, mit dem Leben zurechtzukommen? Warum machen wir Kunst? In einem späten Interview sagte Anna, sie hoffe, es werde ihr Vermächtnis sein, den Tanz neu definiert zu haben. Diese Neudefinition schaffen nicht nur junge Körper auf der Bühne, nein, sie vollzieht sich in jedem Alter und potenziell überall.<br />
Das Ergebnis ist ein Film, der nicht nur Annas einzigartige Geschichte von ihren wegweisenden Performances der 1950er- und 1960er Jahre bis zu ihren aktuellen Soloperformances vor uns entfaltet, sondern auch erzählt, wie ihr Leben und Werk die wahre Bedeutung von Tanz illustrieren sowie dessen Macht, uns zu helfen, nicht nur unser Leben zu bewältigen, sondern es auch zu verändern und uns selbst dabei treu zu bleiben.</p>
<p><em>Ruedi Gerber hat bereits verschiedene preisgekrönte Dokumentarfilme gedreht, darunter: „Meta-Mecano“ (1997), ein Film über Jean Tinguelys und Niki de Saint Phalles Einzug in das von Mario Botta gebaute Tinguely Museum, „Living with the Spill“, eine Dokumentation über die Ölpest vor der Küste Alaskas für den Britischen Sender Channel 4.</em><br />
<em> Darüber hinaus hat Ruedi Gerber bei einer Anzahl preisgekrönter Kurzspielfilme Regie geführt: „Café Mecanique“, eine traumähnliche Geschichte über die abendliche Begegnung zwischen einem Mann und einer Frau zur Musik von Carla Bley, und „Midnight Barbeque“, eine im Thriller-Stil gehaltene Parodie auf William Burroughs an Wilhelm Tell erinnernde wahre Lebensgeschichte. „Communication At Your Workplace“ war eine preisgekrönte Auftragsserie von kurzen Comedy-Filmen zum Thema Misskommunikation.</em></p>
<p><strong>[<a href="http://astore.amazon.de/buchundjudenhaga/detail/B0042SFNNU">DVD BESTELLEN?</a>]</strong></p>
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		<title>Hirschfeld &amp; Freud: Wie wird man heterosexuell?</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Dec 2011 12:13:09 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die biologistische Sichtweise verknüpft Geschlecht und Sexualität miteinander. Demnach gibt es eine männliche und eine weibliche Sexualität, egal ob homo oder hetero. Ilka Quindeau, Professorin für Klinische Psychologie und Psychoanalyse an der FHS Frankfurt, stellt diese Festlegungen in einem originellen Rückgriff auf Freud in Frage&#8230; Ilka Quindeau: Wie wird man heterosexuell? [BESTELLEN?] Sie entwickelt ein Konzept von Bisexualität, die nicht nur in der Richtung des Begehrens offen ist, sondern auch im eigenen Empfinden nicht auf &#8220;männlich&#8221; oder &#8220;weiblich&#8221; festgelegt ist. Lustempfinden und Begehren sind demnach nicht einseitig im Körper verwurzelt, sondern bilden sich als Antwort, als Reaktion auf das heraus, was ihm von außen Befriedigung bereitet. Ihr Vortrag erscheint als Queer Lectures (Heft 10) Herausgegeben von der Initiative &#8220;Queer Nations&#8221;,  einer Allianz von WissenschaftlerInnen, die sich dem Wiederaufbau des 1933 von den Nationalsozialisten zerstörten Instituts für Sexualwissenschaft widmen. Queer Nations will den akademischen Diskurs um &#8220;queere&#8221; Fragestellungen auch öffentlich fruchtbar machen &#8211; zu diesem Zweck erscheinen die Queer Lectures. „Per scientiam ad justitiam“ „Durch Wissenschaft zur Gerechtigkeit“ „Through science to justice“ Dr. med. Magnus Hirschfeld (1868 – 1935)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die biologistische Sichtweise verknüpft Geschlecht und Sexualität miteinander. Demnach gibt es eine männliche und eine weibliche Sexualität, egal ob homo oder hetero. Ilka Quindeau, Professorin für Klinische Psychologie und Psychoanalyse an der FHS Frankfurt, stellt diese Festlegungen in einem originellen Rückgriff auf Freud in Frage&#8230;<span id="more-3705"></span></p>
<p><a href="http://www.hagalil.com/images/personen/hirschfeld.jpg"><img class="alignright" src="http://www.hagalil.com/images/personen/hirschfeld.jpg" alt="M. Hirschfeld" width="298" height="464" /></a><span style="font-size: medium;"><strong><em>Ilka Quindeau:</em></strong></span><br />
<span style="font-size: medium;"><strong><em> Wie wird man heterosexuell?</em></strong></span><br />
[<a href="http://astore.amazon.de/buchundjudenhaga/detail/3939542857">BESTELLEN?</a>]</p>
<p>Sie entwickelt ein Konzept von Bisexualität, die nicht nur in der Richtung des Begehrens offen ist, sondern auch im eigenen Empfinden nicht auf &#8220;männlich&#8221; oder &#8220;weiblich&#8221; festgelegt ist. Lustempfinden und Begehren sind demnach nicht einseitig im Körper verwurzelt, sondern bilden sich als Antwort, als Reaktion auf das heraus, was ihm von außen Befriedigung bereitet.</p>
<p>Ihr Vortrag erscheint als Queer Lectures (Heft 10) Herausgegeben von der Initiative <a href="http://www.queer-nations.de/" target="_blank">&#8220;Queer Nations&#8221;</a>,  einer Allianz von WissenschaftlerInnen, die sich dem Wiederaufbau des 1933 von den Nationalsozialisten zerstörten <a href="http://glbt-news.israel-live.de/deutschland/hirschfeld.htm">Instituts für Sexualwissenschaft</a> widmen. Queer Nations will den akademischen Diskurs um &#8220;queere&#8221; Fragestellungen auch öffentlich fruchtbar machen &#8211; zu diesem Zweck erscheinen die Queer Lectures.</p>
<p><strong>„Per scientiam ad justitiam“</strong><br />
<strong>„Durch Wissenschaft zur Gerechtigkeit“</strong><br />
<strong>„Through science to justice“</strong><br />
<em>Dr. med. Magnus Hirschfeld (1868 – 1935)</em></p>
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		<title>Jüdische Patienten: Psychotherapie ist ein Maßanzug</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Dec 2011 08:05:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adm</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine orthodoxe Jüdin wird mit schwersten Depressionen und Zwangsstörungen in ein Krankenhaus eingewiesen. Der Aufnahme ging ein monatelanges Martyrium in der Familie, im Berufsleben und im Freundeskreis voraus. Die Ärzte diagnostizieren einen klassischen &#8220;Nervenzusammenbruch&#8221; und behandeln ebenso &#8220;klassisch&#8221;: viel Ruhe, Psychopharmaka, autogenes Training, schließlich die Entlassung und die Überweisung in eine ambulante psychotherapeutische Betreuung&#8230; Musik erwünscht? &#8230; aus Radio haGalil&#8230; Im Gespräch mit dem jüdischen Psychotherapeuten Nicolai Stern Von Lutz Lorenz Für den nichtjüdischen Therapeuten ist die Ursache der Erkrankung dann sehr vorschnell gefunden: die streng orthodoxe Lebensweise der Patientin, die nicht mit den alltäglichen Anforderungen einer modernen Gesellschaft einhergehen würde, seien schuld an ihrer Krankheit. &#8220;Orthodoxie als Zwangsstörung&#8221;, diagnostizierte der Mediziner &#8211; und findet sich dabei durchaus in Übereinstimmung mit Sigmund Freud, dem Vater der Psychotherapie, der jede Religiosität als Zwangsstörung ansah und auch als solche behandelt wissen wollte. Der hier geschilderte Fall steht nicht allein. Schulbuchmediziner sind mit den Anforderungen ihrer religiösen Patienten oft überfordert, das weiß auch Nicolai Stern. Der junge Mann betreibt in der Berliner Innenstadt eine psychotherapeutische Praxis und spricht mit mir über die Besonderheiten der Betreuung jüdischer Patienten. Als ehrenamtlicher psychotherapeutischer Berater in der Sozialabteilung der Jüdischen Gemeinde zu Berlin wird Stern häufig mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine orthodoxe Jüdin wird mit schwersten Depressionen und Zwangsstörungen in ein Krankenhaus eingewiesen. Der Aufnahme ging ein monatelanges Martyrium in der Familie, im Berufsleben und im Freundeskreis voraus. Die Ärzte diagnostizieren einen klassischen &#8220;Nervenzusammenbruch&#8221; und behandeln ebenso &#8220;klassisch&#8221;: viel Ruhe, Psychopharmaka, autogenes Training, schließlich die Entlassung und die Überweisung in eine ambulante psychotherapeutische Betreuung&#8230;<span id="more-3678"></span></p>
<p>Musik erwünscht? &#8230; <a href="http://www.hagalil.com/sound/mp/nov-2011.mp3" target="_blank">aus Radio haGalil</a>&#8230;</p>
<h2 dir="LTR">Im Gespräch mit dem jüdischen Psychotherapeuten Nicolai Stern</h2>
<p><em>Von Lutz Lorenz</em></p>
<p dir="LTR">Für den nichtjüdischen Therapeuten ist die Ursache der Erkrankung dann sehr vorschnell gefunden: die streng orthodoxe Lebensweise der Patientin, die nicht mit den alltäglichen Anforderungen einer modernen Gesellschaft einhergehen würde, seien schuld an ihrer Krankheit. &#8220;Orthodoxie als Zwangsstörung&#8221;, diagnostizierte der Mediziner &#8211; und findet sich dabei durchaus in Übereinstimmung mit Sigmund Freud, dem Vater der Psychotherapie, der jede Religiosität als Zwangsstörung ansah und auch als solche behandelt wissen wollte.</p>
<p dir="LTR">Der hier geschilderte Fall steht nicht allein. Schulbuchmediziner sind mit den Anforderungen ihrer religiösen Patienten oft überfordert, das weiß auch Nicolai Stern. Der junge Mann betreibt in der Berliner Innenstadt eine psychotherapeutische Praxis und spricht mit mir über die Besonderheiten der Betreuung jüdischer Patienten. Als ehrenamtlicher psychotherapeutischer Berater in der Sozialabteilung der Jüdischen Gemeinde zu Berlin wird Stern häufig mit solchen Problemfällen betraut.</p>
<p>Nach der Ausbildung trat Stern eine Stelle als Psychologe im &#8220;Auguste Viktoria Krankenhaus&#8221; an und wurde zu Beginn seiner Tätigkeit mehr von muslimischen Patienten konsultiert. &#8220;Da habe ich so eine Art &#8220;positiven Antisemitismus&#8221; erlebt&#8221;, erinnert sich Stern. Auch für Muslime war ein Mediziner, der sich ganz offen zu seiner Religion bekennt, lieber als ein Atheist: Stern trägt seinen Davidstern, für jeden sichtbar, als Kette um den Hals. Später wurde er verstärkt bei der Behandlung zugewanderter russisch-jüdischer Patienten hinzugezogen. Stern hatte zu psychologischen Aspekten der russischjüdischen Zuwanderung seine Diplomarbeit geschrieben, die sich mit der späteren Stressverarbeitung auf Grund des Zusammenfalls von Pubertät und Emigration befasst. Somit war Stern der richtige Mann zur richtigen Zeit am richtigen Platz. Seine Kollegen bemerkten schnell, wie sehr sich die Patienten bei Stern aufgehoben und zunehmend wohler fühlten, so wurde bald die Mitbehandlung der jüdischen Patienten durch Nicolai Stern fast selbstverständlich. Auch nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus wollten diese Patienten weiter von ihm betreut werden, in der Synagoge sprach sich seine Tätigkeit schnell herum.</p>
<p>Nicolai Stern widmete sich nun zunehmend diesem Aufgabenbereich, las sich verstärkt in die denkbaren Problematiken jüdischer Patienten ein, beschäftigt sich seitdem intensiv und auch in seiner Praxis schwerpunktmäßig mit transgenerationalen Problemen. Zu deren Lösung hat er sich explizit ausbilden lassen und kann nun vielfältige Rückschlüsse ziehen, Verständnis entwickeln und seinen Patienten Lösungswege aus ihren persönlichen Krisensituationen anbieten.</p>
<h3 dir="LTR">Spezielle Symptome</h3>
<p dir="LTR">Ich möchte von Nicolai Stern wissen, welche besonderen Krankheitsbilder ihm in seiner Praxis vorgetragen werden. Er spricht von Depressionen, Angststörungen, etwa um den Arbeitsplatz, Mobbing. Häufig sei auch eine Mehrfachstörung zu beobachten, so Stern, etwa Depressionen plus Angst oder auch Autoaggressivität plus einer Suchtproblematik. Das alles ist für mich als Laien noch keine Besonderheit &#8211; und ich frage nach: Stern erklärt mir, dass insbesondere bei jungen Leuten emotionale frühe Störungen im Kindesalter, so genannte &#8220;Strukturstörungen&#8221;, aus der Zeitgleichheit von Heranwachsen und Emigration entstehen würden. In einer Phase, in der sich erste wirkliche soziale Kontakte entwickeln, wird der junge Mensch aus eben diesem sozialen Umfeld herausgerissen: er wechselt nicht nur die Stadt, was alleine schon die Trennung von Freunden und Familie bedeute, er wechselt zugleich die Sprache, die Kultur, nicht selten sogar das Gesellschaftssystem.</p>
<p>In der Aufnahmegesellschaft Deutschland angelangt, kommt dann eine weitere Spezifik hinzu: Nicht selten leben sich Heranwachsende zwar wesentlich besser in der neuen Heimat ein, sprechen schneller die Sprache und kommen mit den Anforderungen der Gesellschaft gut zurecht &#8211; doch müssten sie nun oft die Rolle ihrer Eltern übernehmen, denen genau das nicht gelinge. So werden die Jugendlichen &#8220;parentifiziert&#8221; und müssen in einer Art &#8220;Rollentausch&#8221; oft die Alltagsaufgaben übernehmen, die normalerweise den Eltern zufallen: Vom Behördengang bis zum Ausfüllen von Formularen oder dem Aufbau von Kontakten zu den Nachbarn. Die Eltern, nicht selten Akademiker, haben dabei ihrerseits mit einem Verlust an Identität zu kämpfen, spätestens dann, wenn sie keine Arbeit finden, die ihren Fähigkeiten und Abschlüssen entspricht. Massiver Ansehensverlust sei die Folge. So ein &#8220;Rollentausch&#8221; führe schließlich oft zu schwer schädigenden Irritationen bei den Heranwachsenden wie den Älteren. Die Jungen merken durchaus, wie massiv die ältere Generation sich innerlich und schweigend gegen die &#8220;Führungsrolle&#8221; ihrer Kinder auflehnt, auch wenn sie das hinnehmen müssen. Kommt dann noch manifester oder auch &#8220;nur&#8221; gefühlter Antisemitismus hinzu, seien oft Bindungsstörungen zwischen den Generationen und das Zerstören der traditionellen Familienstrukturen die Folge.</p>
<p>Auch in der Generation der Senioren sind spezielle psychische Störungen zu diagnostizieren, so Stern, die er als &#8220;posttraumatische Belastungsstörungen&#8221; bezeichnet. &#8220;Diese Menschen haben zum ersten Mal Zeit, über sich nachzudenken, ob nun über die Geschehnisse während der Schoah, die Zeit der Unterdrückung des Judentums in den sozialistischen Ländern der Nachkriegszeit oder die Erinnerungen an die immerwährenden Kriege und Bürgerkriege in Israel &#8211; je nachdem, woher sie nach Deutschland gekommen sind. Für sie wäre es wichtig ihre Geschichte erzählen zu können &#8211; doch die diesbezüglichen Blockaden sind nicht erst hier und heute ein Problem: Die Angst davor, sich zu erinnern, sich und anderen erklären zu müssen, warum Dies oder Jenes so oder so gemacht wurde, die Scham, überlebt zu haben &#8211; ob nun den Holocaust, ein Lager, wo auch immer, einen Krieg vielleicht &#8211; das alles beim Erinnern und Erzählen noch einmal vor seinem &#8220;geistigen Auge&#8221; ablaufen lassen zu müssen, sei für viele aus der so genannten Ersten und Zweiten Generation noch immer nicht möglich, trotz der Liebe, der Geborgenheit aber eben auch wegen der ungestillten und unnachgiebigen Neugier der Jungen.</p>
<h3 dir="LTR">&#8220;Wenn ich tot bin&#8230;&#8221;</h3>
<p>Ich erinnere mich an eine eigene Begegnung mit einer Jüdin, die einer bedeutenden deutsch-jüdischen Industriellenfamilie angehörte und als Kind mit ihren Elten: noch rechtzeitig vor dem Naziterror in die USA emigrieren konnte. Fast 90-jährig besuchte sie mit ihren Enkeln Berlin und ich hatte die einmalige Chance, die Familie drei Tage durch die Stadt begleiten zu dürfen. Zum Abschied erklärte mir die mir die stolze alte Dame, die in diesen Tagen ihren Enkeln und mir ununterbrochen von &#8220;damals&#8221; erzählt und viele Orte und Erinnerungen wiedergefunden hatte, sie müsse mir leider rigoros verbieten, ihre Geschichte zu veröffentlichen, so lange sie selbst noch lebe. Sie würde es nicht ertragen, dass vielleicht jemand von &#8220;damals&#8221; sie lesen, sich darin wieder finden oder die Nachkommen dies könnten. &#8220;Ich sage nicht &#8220;auf Wiedersehen&#8221;, denn das wird es zwischen uns nicht mehr geben, junger Mann. Aber meine Enkel werden Sie anrufen, wenn ich tot bin &#8211; und dann machen Sie mit der Geschichte was Sie !&#8221; Bis heute liegen die Aufzeichnungen in meinem Schreibtisch.</p>
<p dir="LTR">Insbesondere das Gefühl, nirgendwo dazuzugehören, belaste stark:<br />
weder ins alte Russland, noch nach Israel, wohin der Weg vieler zuerst geführt habe, noch hier in Deutschland.</p>
<p>Insbesondere die postsowjetischen Zuwanderer, die, trotz Verfolgung ihrer Religion, in einem hohen Maße gesellschaftlich und beruflich anerkannt waren und über einen relativen Wohlstand, mit Datscha und großem Auto verfügten, sehen sich nun in Deutschland oft an der Grenze der Grundsicherung lebend und haben Angst, zu verarmen.</p>
<p dir="LTR">Doch auch millionenschwere Zuwanderer aus den USA und Südamerika mit &#8220;Verarmungswahn&#8221; zählen zu Sterns Patienten: Er berichtet mir von einer mehrfachen Millionärin, die nach jeder Konsultation das Toilettenpapier aus der Patiententoilette und die Pfandflasche vom Tisch &#8220;mitgehen&#8221; lassen wollte.</p>
<h3 dir="LTR">Allgemeines und Spezielles</h3>
<p dir="LTR">Stern sieht sich tagtäglich den klassischen Krankheitsbildern seines Berufes gegenüber, die von speziellen jüdischen Problemen noch wesentlich verstärkt werden. Insbesondere das Gefühl, nirgendwo dazuzugehören, belaste stark: weder ins alte Russland, noch nach Israel, wohin der Weg vieler zuerst geführt habe, noch hier in Deutschland.</p>
<p>Dieses Gefühl lasse sich jedoch nicht nur bei Einwanderern beobachten. Auch &#8220;Alteingesessene&#8221; würden oft von einem Gefühl der Fremdheit berichten, einem &#8220;Trauma der De-klassierung&#8221;, beides in der Familiengeschichte und der Geschichte der Juden in Deutschland ganz allgemein begründet. Oft bringe dann ein winziger Tropfen, der von deutschen Patienten oft noch ganz gut &#8220;weggesteckt&#8221; werden könne, das &#8220;Faß zum Überlaufen&#8221; und führe zu schweren psychischen Schäden.</p>
<p dir="LTR">Eine besondere Belastung sieht Stern auch in der kulturspezifisch jüdischen Erinnerungskultur. Kaum eine christliche Familie werde sich an der Inquisition des Mittelalters orientieren, doch berichtet er mir von einer Patientin, in deren Familie immer wieder von der Verbrennung einer namentlich sogar bekannten Vorfahrin als Hexe vor mehreren hundert Jahren erzählt wurde. Im Kopf seiner Patientin führe sich diese Hexenverbrennung mit den Pogromen vieler späterer Jahrhunderte bis zum Holocaust weiter, &#8220;und jetzt bin ich die einzige Überlebende&#8221;, resümiert die Dame ihre Familiengeschichte, die mit ihrem Tod, ausgerechnet in Deutschland, nun bald enden werde.</p>
<p dir="LTR">Stern sieht bei vielen seiner Patienten ein &#8220;Konglomerat aus Angst&#8221;, das mit einem übergroßen Assimilationswunsch einhergehe, zugleich wiederum mit der Angst verbunden, dass eine Assimilation den deutschen Juden in der Nazizeit auch nicht geholfen habe. Solche Gedankengänge würden nicht selten zu &#8220;jüdischem Selbsthass&#8221; fuhren und damit dem Wunsch, mit &#8220;den Juden&#8221; nichts zu tun haben zu wollen. Wenn man das dann aber &#8220;müsse&#8221;, eben weil die Gemeinden Sozialleistungen und andere Betreuungen anbieten, die die deutsche Aufnahmegesellschaft nicht erbringen kann und auch nicht erbringen will, schließe sich ein Teufelskreis, aus dem viele nicht mehr selbst herausfänden, mehr noch, auch andere Familienmitglieder mit hineinzögen.</p>
<p>Die Verzweiflung ist oft groß &#8211; und es scheint nur zu einfach, das eigene Versagen mit einer solchen Verzweiflung zu begründen und auf andere abzuwälzen: &#8220;die Deutschen&#8221;, die deutsche Gesellschaft, die deutsche Geschichte. Auch solche Patienten sitzen bei Stern. &#8220;Das hat mit &#8220;den Deutschen&#8221; nichts zu tun&#8221;, erklärt er ihnen immer wieder. In Selbstmitleid zu zerfließen, Sozialbetrug zu begehen und mit der &#8220;Schuld&#8221; der Deutschen zu begründen, ist nicht die Lösung. &#8220;Als jüdischer Therapeut kann ich meinen jüdischen Patienten das auch so deutlich sagen&#8221;, weiß Stern und berichtet mir von nichtjüdischen Kollegen, die dann schon mal als Nazi bezeichnet werden.</p>
<h3 dir="LTR">Erste Schritte</h3>
<p>Nur zwei Prozent aller psychisch Kranken oder Menschen, die an sich selbst merken, &#8220;dass etwas nicht stimmt&#8221;, gingen überhaupt zum Psychotherapeuten. &#8220;Der erste Schritt ist der schwerste&#8221;, weiß Stern und wirbt um Vertrauen in seine speziellen Fähigkeiten als Diplompsychologe, verbunden mit seiner tiefen eigenen Verwurzelung in das Judentum. &#8220;Psychotherapie ist ein Maßanzug! Niemand wird von mir null-acht-fünfzehn behandelt&#8221;, versichert er mir.</p>
<p dir="LTR">Derzeit kämpft Stern für eine &#8220;Sonderbedarfszulasssung&#8221; für seine Praxis, denn der &#8220;Zulassungsausschuss für Ärzte und Psychotherapeuten der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin&#8221; ist leider noch nicht so weit, die Spezifik jüdischer Patienten anzuerkennen. Der Ausschuss hält diese Patienten nicht &#8220;für eine besondere Patientengruppe&#8221;, wohl aber der &#8220;Landesverband der Jüdischen Ärzte und Psychologen&#8221; und die Jüdische Gemeinde zu Berlin, die beide Nicolai Stern bei seiner Antragstellung nach Kräften unterstützen. &#8220;Nach unseren Erfahrungen kam es immer wieder zu Fehllokationen bei wenig in diesen Thematiken erfahrenen Psychotherapeuten, wodurch es zu Nichtbehandlungen, Therapieabbrüchen und wirkungslosen Therapien kam. Für diese Patienten [...] ist es wichtig, dass es einen garantiert diskriminierungsfreien Raum im therapeutischen Setting gibt, einen vertrauensvollen und haltgebenden Raum für die psychische Bearbeitung und Nachreifung&#8221;, argumentiert der Verband für die Sonderbedarfszulassung Sterns.</p>
<p dir="LTR">So ist eine Behandlung mit einer normalen Überweisung vom Hausarzt oder auf Krankenschein bei Nicolai Stern noch nicht möglich. Dennoch kann und darf er Patienten betreuen und behandeln. Dazu sind jedoch eine &#8220;Notwendigkeitsbescheinigung&#8221; des behandelnden Arztes erforderlich und ein &#8220;Antrag auf außervertragliche Psychotherapie&#8221; bei der Krankenkasse zu stellen. &#8220;Die Krankenkassen würdigen diese besondere Betreuung schon&#8221;, erklärt Stern dazu. Bisher sei keiner dieser Anträge abgelehnt worden und damit eine Behandlung durch ihn gesichert. &#8220;Die Kassen folgen meiner Argumentation, dass meine Patienten nicht länger nur als &#8220;deutsche&#8221; Patienten behandelt werden müssen, sondern als &#8220;deutsch-jüdische&#8221;.&#8221; Auch das habe etwas mit ihrer Anerkennung durch die Aufnahmegesellschaft zu tun und tue ihnen gut für ihre Identitätsfindung. Beides seien wichtige Grundlagen dafür, zu jenen zwei Prozent gehören zu wollen und zu können, die ihr Schicksal in die Hand nehmen. &#8220;Ich freue mich über jeden, der den Wunsch hat, an seinen Problemen zu arbeiten &#8211; ich freue mich aber noch mehr über jeden, der irgendwann nicht mehr zu mir kommen muss!&#8221;</p>
<blockquote>
<p dir="LTR">Liebe Leserinnen und Leser,<br />
für Fragen und Probleme können Sie sich an Dipl. Psych. Nicolai Stern auch über Ihre &#8220;Jüdische Zeitung&#8221; wenden: Schreiben Sie uns dazu in einem verschlossenen Umschlag (nicht als Postkarte). Nicolai Stern wird ihre Frage dann anonym in einer eigenen Rubrik beantworten, die wir bei Bedarf ab Januar 2012 in loser Folge veröffentlichen werden.</p>
<p>Jüdische Zeitung &#8220;Fragen an Nicolai Stern&#8221; Großbeerenstr. 186-192 12277 Berlin</p>
<p dir="LTR">Diplom-Psychologe Nicolai Stern<br />
Praxis am Theodor-Heuss-Platz • Berlin-Charlottenburg<br />
Telefon für Terminabsprachen und Informationen: (030) 22 39 31 74</p>
</blockquote>
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		<title>Auch Kinder leiden unter Zwangsstörungen: Computerspiel als Therapiehilfe</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Dec 2011 14:28:28 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Nicht nur Erwachsene, sondern auch rund zwei Prozent der Kinder leiden unter Zwangsstörungen. Sichtbar wird die Störung einerseits in sich aufdrängenden Gedanken wie Angst vor Verschmutzung, Verletzung oder gewalttätigen Vorstellungen, die als sinnlos oder quälend empfunden werden. Andererseits gibt es Zwangshandlungen &#8211; ritualisierte Handlungen, die häufig wiederholt werden müssen, wie Händewaschen, Fragen, Zählen, Berühren, Kontrollieren oder Sammeln&#8230; pte &#8211; http://www.uzh.ch -  Das in Zürich erstellte Computerspiel &#8220;Ricky und die Spinne&#8221; soll sechs- bis zwölfjährigen Kindern mit Methoden der Verhaltenstherapie helfen, ihre Erkrankung, deren Folgen und die Behandlung zu verstehen. Hilflose Eltern &#8220;Bei Zwangserkrankungen sehen wir immer wieder, dass Eltern sehr überrascht sind&#8221;, sagt Forschungsleiterin Veronika Brezinka vom Zentrum für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie der Universität Zürich im pressetext-Interview. Häufig passe sich die Familie der Marotten der erkrankten Kinder an. Der Waschzwang ist der bekannteste &#8211; Brezinka kennt auch zwangsgestörte Kinder, die immer wieder durch die Tür gehen müssen oder zwanghaft ihre Plüschtiere immer wieder ordnen. Mit der Anpassung an Zwangshandlungen wollen Eltern und Geschwister Kindern helfen. &#8220;Das führt aber dazu, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit immer mehr Zwänge entstehen&#8221;, erklärt die Psychologin. Die Ursache für die neuropsychische Erkrankung ist noch nicht bekannt. &#8220;Wir brauchen zum Glück die Ursache nicht zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nicht nur Erwachsene, sondern auch rund zwei Prozent der Kinder leiden unter Zwangsstörungen. Sichtbar wird die Störung einerseits in sich aufdrängenden Gedanken wie Angst vor Verschmutzung, Verletzung oder gewalttätigen Vorstellungen, die als sinnlos oder quälend empfunden werden. Andererseits gibt es Zwangshandlungen &#8211; ritualisierte Handlungen, die häufig wiederholt werden müssen, wie Händewaschen, Fragen, Zählen, Berühren, Kontrollieren oder Sammeln&#8230;<span id="more-3674"></span></p>
<p><a href="http://www.pressetext.de">pte</a> &#8211; <a href="http://www.uzh.ch/">http://www.uzh.ch</a> -  Das in Zürich erstellte Computerspiel &#8220;Ricky und die Spinne&#8221; soll sechs- bis zwölfjährigen Kindern mit Methoden der Verhaltenstherapie helfen, ihre Erkrankung, deren Folgen und die Behandlung zu verstehen.</p>
<p><strong>Hilflose Eltern</strong></p>
<p>&#8220;Bei Zwangserkrankungen sehen wir immer wieder, dass Eltern sehr überrascht sind&#8221;, sagt Forschungsleiterin Veronika Brezinka vom Zentrum für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie der Universität Zürich im pressetext-Interview. Häufig passe sich die Familie der Marotten der erkrankten Kinder an. Der Waschzwang ist der bekannteste &#8211; Brezinka kennt auch zwangsgestörte Kinder, die immer wieder durch die Tür gehen müssen oder zwanghaft ihre Plüschtiere immer wieder ordnen.</p>
<p>Mit der Anpassung an Zwangshandlungen wollen Eltern und Geschwister Kindern helfen. &#8220;Das führt aber dazu, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit immer mehr Zwänge entstehen&#8221;, erklärt die Psychologin. Die Ursache für die neuropsychische Erkrankung ist noch nicht bekannt. &#8220;Wir brauchen zum Glück die Ursache nicht zu kennen, um die Kinder behandeln zu können.&#8221;</p>
<p><strong>Spiel legt Verhalten offen</strong></p>
<p>Als bewährteste Methode für die Behandlung kindlicher Zwangserkrankungen gilt heute bereits die kognitive Verhaltenstherapie, eventuell ergänzt mit Medikation. Um Psychotherapeuten zu unterstützen, hat Brezinka das Spiel &#8220;Ricky und die Spinne&#8221; entwickelt. Im Spiel werden Grashüpfer Ricky und Marienkäfer Lisa von einer Spinne gezwungen, Dinge zu tun, die sie eigentlich nicht wollen. Ricky darf beispielsweise nur in einem Muster über die Wiese hüpfen, und Lisa muss jeden Abend vor dem Einschlafen die Punkte auf ihren Flügeln zählen.</p>
<p>Aus Angst vor der Spinne verstricken sie sich immer tiefer ins Netz der Zwangserkrankung. Schließlich bittet Ricky Dr. Eule um Hilfe. &#8220;Das Spiel soll betroffene Kinder ermutigen, sich dem Zwang zu widersetzen und Psychotherapeuten bei der Behandlung von Zwangserkrankungen unterstützen&#8221;, unterstreicht Brezinka.</p>
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		<title>Kein Witz: Israels heilende Clowns</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Nov 2011 13:02:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Psychotherapie]]></category>
		<category><![CDATA[Angst]]></category>
		<category><![CDATA[Israel]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Trauma]]></category>

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		<description><![CDATA[Israel setzt heilende Clowns ein, um das natürliche Potential der Hormone zu nutzen, die beim Lachen freigesetzt werden. In Israel sind medizinische Clowns kein Witz: Sie werden als Co-Therapeuten bei der Patientenpflege betrachtet&#8230; Co-Therapeuten bei der Patientenpflege Besuch im Kinderkrankenhaus Alyn, Jerusalem Die Magi-Stiftung finanziert 80 heilende Clowns Medizinische Clowns im israelischen Kinderkrankenhaus Alyn. In Alyn werden jüdische und arabische Kinder aus Israel und Gaza behandelt. Klicken Sie hier um die Fotostrecke anzuschauen. Jerusalem, 17. Nov. &#8211; Heilende Clowns werden in einem dreimonatigen Kurs in Israel ausgebildet, und das Land bietet sogar einen Bachelor in diesem Feld an – den einzigen dieser Art weltweit. Israel, das in dieser Therapieform als weltweit führend gilt, wurde aufgrund seiner Leistungen in diesem Bereich dazu ausgewählt, eine internationale Konferenz zum körperlichen Nutzen des Einsatzes heilender Clowns zu halten. Rund 250 Teilnehmer aus 25 Ländern besuchten das Symposium. Die Konferenz beleuchtete neue Errungenschaften bei dem Einsatz medizinischer Clowns. Die Clowns halfen Patienten zum Beispiel dabei, ihr Angstniveau zu reduzieren oder schmerzhafte Prozeduren zu überstehen. Israelische Ärzte zeigten, dass heilende Clowns unter anderem kleine Kinder im Vorfeld von Nierenuntersuchungen, die nach Infektionen nötig waren, so gut beruhigen konnten, dass den Kindern weniger starke Betäubungsmittel verabreicht werden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Israel setzt heilende Clowns ein, um das natürliche Potential der Hormone zu nutzen, die beim Lachen freigesetzt werden. In Israel sind medizinische Clowns kein Witz: Sie werden als Co-Therapeuten bei der Patientenpflege betrachtet&#8230;<span id="more-3652"></span></p>
<ul>
<li>Co-Therapeuten bei der Patientenpflege</li>
<li>Besuch im Kinderkrankenhaus Alyn, Jerusalem</li>
<li>Die Magi-Stiftung finanziert 80 heilende Clowns</li>
</ul>
<p><strong>Medizinische Clowns im israelischen Kinderkrankenhaus Alyn. In Alyn werden jüdische und arabische Kinder aus Israel und Gaza behandelt. Klicken Sie hier um die <a href="https://picasaweb.google.com/109723070407787061573/NoJokeIsraelSMedicalClowns?authuser=0&amp;feat=directlink">Fotostrecke</a> anzuschauen.</strong></p>
<p>Jerusalem, 17. Nov. &#8211; Heilende Clowns werden in einem dreimonatigen Kurs in Israel ausgebildet, und das Land bietet sogar einen Bachelor in diesem Feld an – den einzigen dieser Art weltweit.</p>
<p>Israel, das in dieser Therapieform als weltweit führend gilt, wurde aufgrund seiner Leistungen in diesem Bereich dazu ausgewählt, eine <a href="http://www.szmc.org.il/NewsHighlights/NewsHighlights2011/October/MedicalClownConference/tabid/2074/Default.aspx">internationale Konferenz</a> zum körperlichen Nutzen des Einsatzes heilender Clowns zu halten. Rund 250 Teilnehmer aus 25 Ländern besuchten das Symposium.</p>
<p>Die Konferenz beleuchtete neue Errungenschaften bei dem Einsatz medizinischer Clowns. Die Clowns halfen Patienten zum Beispiel dabei, ihr Angstniveau zu reduzieren oder schmerzhafte Prozeduren zu überstehen. Israelische Ärzte zeigten, dass heilende Clowns unter anderem kleine Kinder im Vorfeld von Nierenuntersuchungen, die nach Infektionen nötig waren, so gut beruhigen konnten, dass den Kindern weniger starke Betäubungsmittel verabreicht werden mussten als üblich.</p>
<p>Israelische Krankenhäuser wurden für die volle Integration der heilenden Clowns in das medizinische Personal hervorgehoben. Dieser Prozess begann 2002, als drei Clowns in das Personal des Jerusalems Hadassah-Krankenhaus in Ein Kerem aufgenommen wurden. Die nach Angabe von Experten überragenden Resultate dieses Schritts bewogen israelische Krankenhäuser anschließend dazu, heilende Clowns in ihr Personal zu integrieren.</p>
<p><strong>Heilende Clowns sind voll in den Krankenhaus-Alltag integriert -</strong><br />
<strong> Beispiel: Kinderkrankenhaus Alyn in Jerusalem</strong></p>
<p>In Alyn, einem Krankenhaus für die Rehabilitation von Kindern in Jerusalem, sind die heilenden Clowns Teil der psychologischen Abteilung, weil sie „mit dem Geist der Kinder arbeiten“, sagt Ruth Palmor, die Leiterin der psychosozialen Abteilung des Krankenhauses.</p>
<p>Spaß im Krankenhaus: Medizinische Clowns sind in Israel in das Pflegepersonal integriert, um das Krankenbild des Patienten besser zu verstehen.</p>
<p>Die heilenden Clowns nehmen daher an Personaltreffen teil, um ein gut abgerundetes Bild ihrer Patienten zu erhalten. Sie helfen den Patienten dann, Rehabilitationsprogramme und Aktivitäten mit Physiotherapeuten und anderen Experten zu entwickeln. Medizinische Clowns benutzen oft einfache Mittel und unterhaltsame Methoden, um Kinder wie Erwachsene zu Therapien zu bewegen, die für ihre Erholung nötig sind. Dazu verbessern sie die Qualität – und die Quantität – der Behandlungen. Zum Beispiel helfen medizinische Clowns Physiotherapeuten dabei, mit Kindern gleichzeitig an Sprache und körperlicher Stärke zu arbeiten.</p>
<p><strong>Soziale und kulturelle Differenzen überbrücken</strong></p>
<p>Palmor erzählte von einem kleinen Jungen, der sich nach einer ernsthaften Verbrennung schmerzhaften Hauttransplantationen unterziehen musste. Der medizinische Clown des Krankenhauses, Noam Rubinstein, fand eine einfache Lösung: Eine Seifenblasenmaschine half dem Jungen bei der Physiotherapie. Der Jungen wurde dazu ermutigt, seine Muskeln um kleine Kugeln herum zu biegen und anzuspannen – eine sehr schmerzhafte Aufgabe -, indem man ihn anwies, so viele Blasen wie möglich platzen zu lassen.</p>
<p><strong>Heilende Clowns motivieren Kinder, selbst aktiv zu werden. Das beschleunigt den Heilungsprozess.</strong></p>
<p>“Für alle 15 Blasen, die du zerplatzt, mache ich dir einen Tierballon”, sagte Rubinstein. Der Junge war begeistert; er zerplatzte Blasen mehr als 45 Minuten lang und verdiente sich so die versprochene Belohnung!</p>
<p>Medizinische Clowns helfen außerdem dabei, soziale und kulturelle Differenzen zu überbrücken. In Alyn zum Beispiel werden Kinder aus Israel, Gaza, Sibirien und anderen Gegenden behandelt. Auch die familiären und finanziellen Hintergründe der Kinder sind verschieden. Um die Kinder zu erreichen und ihnen während ihres Krankenhauses ein Gefühl von Zuhause zu vermitteln, nutzen die Clowns universelle Techniken, die die sozialen Unterschiede überbrücken.</p>
<p>“Wir bestärken Kinder darin, sich selbst als Ganzes zu sehen, trotz ihrer Behinderungen“, sagte Sigalit Ofer (links), einer der heilenden Clowns in Alyn. Sie erklärte, dass sie Lachen benutzt – eine natürliche und starke Heilungsmethode -, um Kindern dabei zu helfen, sich zu öffnen und ihre natürliche Motivation, zu heilen, zu stärken. Ofer hilft regelmäßig Kindern dabei, nach einem körperlichen Trauma ihre physische und kognitive Kontrolle wiederzuerlangen. Sie arbeitet mit Sprachpathologen und Physiotherapeuten an Erinnerungsspielen, Dehnungstechniken und Aktivitäten zur Verbesserung der Feinmotorik.</p>
<p>Walid, ein siebenjähriger Patient in Alyn, schrie vor Freude, als die Clowns eine „spontane Intervention“ durchführten, einen komischen Clownsauftritt. Solche Auftritte schaffen eine heiterte Atmosphäre und lassen Kinder oft in Lachen ausbrechen, so wie den kleinen Walid.</p>
<p>Ein spanischer heildender Clown, Begona Pino (unten), sagte dem Israel Project: „Wir haben viel über Israels Expertise mit medizinischen Clowns gelernt. Was wir hier [auf der Konferenz] gesehen haben, ist ein Rollenmodell für unser Programm in Spanien. Wir haben noch nicht dieses Ausmaß an Integration erreicht, das israelische Krankenhäuser haben.”</p>
<p>Die Magi-Stiftung – die Stiftung, die das Traum-Doktor-Programm unterhält, das heilende Clowns in Krankenhäusern benutzt – hat mehr als 80 heilende Clowns, die in den verschiedensten Bereichen arbeiten: Sie leisten Hilfe bei Operationen, arbeiten in Zentren für Kinder, die Opfer sexuellen Missbrauchs geworden sind, und in psychiatrischen Abteilungen.</p>
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		<title>Halbzeit: Haschisch und Emotion</title>
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		<pubDate>Sun, 09 Oct 2011 12:37:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Psychopharmakologie]]></category>
		<category><![CDATA[Angst]]></category>
		<category><![CDATA[Cannabis]]></category>
		<category><![CDATA[Israel]]></category>
		<category><![CDATA[ptbs]]></category>
		<category><![CDATA[Stress]]></category>

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		<description><![CDATA[Das System der Endocannabinoide wurde erst vor 25 Jahren entdeckt. Das mag nicht so erstaunlich sein, wenn man bedenkt, dass es erst 1964 in Jerusalem gelang, das aktivste Ingredient der Hanfpflanze zu isolieren und nachzubauen*. Sein Wirkmechansmus blieb aber noch zwanzig Jahre lang unbekannt&#8230; Viele Gebiete, von denen wir wissen, dass sie durch Cannabinoide beeinflusst werden können, sind bis heute kaum oder gar nicht erforscht. Die große Welt der Emotionen gehört dazu. Der Einfluss von Cannabis auf die Gefühle des Menschen sind bekannt, meistens werden sie positiv erlebt, aber dennoch wissen wir sehr wenig über die Mechanismen der Wirkung. Cannabinoids as Therapeutics &#8211; Milestones in Drug Therapy Obwohl die Wirkung oft als entspannend beschrieben wird, gibt es Fälle in denen  THC zu Aggression geführt hat. Angst und Besorgnis sind emotionale Aspekte, die eindeutig cannabinoid beeinflusst werden können. Wie beeinflussen Cannabinoide Stress? Wie kommt es zur Beruhigung, wie zur Angst? Wir wissen fast nichts über ihre medizinische Chemie und ihren Zusammenhang mit den Wirkungen auf Stress, Angst, Liebe, Zufriedenheit oder Verzweiflung. Sind die Endocannabinoide vielleicht ein Werkzeug der Natur zur Gestaltung von Gefühlen? Dies dürfte eines der großen Forschungsgebiete umschreiben, das in der nahen Zukunft zu erkunden sein wird. In seinem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das System der Endocannabinoide wurde erst vor 25 Jahren entdeckt. Das mag nicht so erstaunlich sein, wenn man bedenkt, dass es erst 1964 in Jerusalem gelang, das aktivste Ingredient  der Hanfpflanze zu isolieren und nachzubauen*. Sein Wirkmechansmus blieb aber noch zwanzig Jahre lang unbekannt&#8230;<span id="more-3579"></span></p>
<p>Viele Gebiete, von denen wir wissen, dass sie durch Cannabinoide beeinflusst werden können, sind bis heute kaum oder gar nicht erforscht. Die große Welt der Emotionen gehört dazu. Der Einfluss von Cannabis auf die Gefühle des Menschen sind bekannt, meistens werden sie positiv erlebt, aber dennoch wissen wir sehr wenig über die Mechanismen der Wirkung.</p>
<p><strong><a href="http://www.amazon.de/s?ie=UTF8&amp;keywords=Cannabinoids%20as%20Therapeutics%20%28Milestones%20in%20Drug%20Therapy%29&amp;index=blended&amp;link_code=qs&amp;_encoding=UTF8&amp;site-redirect=de&amp;tag=buchundjudenhaga&amp;linkCode=ur2&amp;camp=1638&amp;creative=19454">Cannabinoids as Therapeutics &#8211; Milestones in Drug Therapy</a></strong></p>
<p>Obwohl die Wirkung oft als entspannend beschrieben wird, gibt es Fälle in denen  THC zu Aggression geführt hat. Angst und Besorgnis sind emotionale Aspekte, die eindeutig cannabinoid beeinflusst werden können. Wie beeinflussen Cannabinoide Stress? Wie kommt es zur Beruhigung, wie zur Angst? Wir wissen fast nichts über ihre medizinische Chemie und ihren Zusammenhang mit den Wirkungen auf Stress, Angst, Liebe, Zufriedenheit oder Verzweiflung. Sind die Endocannabinoide vielleicht ein Werkzeug der Natur zur Gestaltung von Gefühlen?</p>
<p>Dies dürfte eines der großen Forschungsgebiete umschreiben, das in der nahen Zukunft zu erkunden sein wird.</p>
<p>In seinem Vorwort zu &#8220;<a href="http://www.amazon.de/s?ie=UTF8&#038;keywords=Cannabinoids%20as%20Therapeutics%20%28Milestones%20in%20Drug%20Therapy%29&#038;index=blended&#038;link_code=qs&#038;_encoding=UTF8&#038;site-redirect=de&#038;tag=buchundjudenhaga&#038;linkCode=ur2&#038;camp=1638&#038;creative=19454">Cannabinoids as Therapeutics</a>&#8221; schrieb Raphael Mechoulam 2005, dass er damit rechne, dass genau hierüber in der nächsten Ausgabe des Werkes berichtet werden wird. Bis dahin, so Mechoulam, der 1964 das Δ9-Tetrahydrocannabinol (THC) als Wirkstoff des Marihuana entdeckt hatte, werde man sich aber auch mit weltlicheren Themen, wie Neuroprotektion, Reproduktion, Appetit und Wirkungen auf Krebs und in der Chemotherapie befassen.</p>
<p>Die Vielzahl der Endocannabinoid Effekte scheint wie ein fruchtbares Tal, das der pharmazeutischen und pharmakologischen Erforschung offen steht. Um 2005 stand die Einführung eines synthetischen Cannabinoid-Antagonisten für die Behandlung von Fettleibigkeit an**. Weitere Medikamente zur Neuroprotektion, Schmerzlinderung, zur Behandlung von multipler Sklerose, rheumatoider Arthritis und Krebs sind zu erwarten. Werden die PTBS (post-traumatische Belastungsstörung), Schizophrenie und Tourette-Syndrom bald weitere Indikationen sein?</p>
<p><em>Aus dem Vorwort zu Raphael Mechoulam, <a href="http://www.amazon.de/s?ie=UTF8&amp;keywords=Cannabinoids%20as%20Therapeutics%20%28Milestones%20in%20Drug%20Therapy%29&amp;index=blended&amp;link_code=qs&amp;_encoding=UTF8&amp;site-redirect=de&amp;tag=buchundjudenhaga&amp;linkCode=ur2&amp;camp=1638&amp;creative=19454">Cannabinoids as Therapeutics</a> 1., Ed., Jerusalem, Januar 2005</em></p>
<p>*) Raphael Mechoulam, Medical Faculty, Dpt. of Pharmacy, Hebrew University, Ein Kerem, Jerusalem 91010, Israel.<br />
**) Die Blockade der Cannabinoid-Rezeptoren hatte Nebenwirkungen, so dass diese Präparate wieder vom Markt genommen wurden.</p>
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		<title>Trauma-Heilung: Dem Körper sein Recht geben</title>
		<link>http://www.pharmacon.net/2011/08/trauma-heilung-2/</link>
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		<pubDate>Wed, 10 Aug 2011 18:22:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Psychosomatik]]></category>
		<category><![CDATA[Psychotherapie]]></category>
		<category><![CDATA[Abhängigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Angst]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[ptbs]]></category>
		<category><![CDATA[Trauma]]></category>

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		<description><![CDATA[Falls Sie unter merkwürdigen Symptomen leiden, die niemand zu erklären vermag, könnte die Ursache eine traumatische Reaktion auf ein in ferner Vergangenheit liegendes Ereignis sein, an das Sie sich vielleicht nicht einmal mehr erinnern. Sie sind aber nicht der einzige Mensch, dem das so geht. Und Sie sind auch nicht verrückt. Es gibt eine rationale Erklärung für das, was mit Ihnen vor sich geht. Sie sind keineswegs unwiderruflich geschädigt, und Ihre Symptome lassen sich durchaus lindern oder sogar völlig auflösen&#8230; Aus der Einleitung zu &#8220;Trauma-Heilung – Das Erwachen des Tigers&#8221; v. P. Levine Peter Levine Wir wissen, dass der Geist durch traumatische Erlebnisse tiefgreifend verändert wird. Beispielsweise wird ein Mensch, der einen schweren Autounfall miterlebt, anfänglich vor einer emotionalen Reaktion auf das Geschehen und sogar vor einer klaren Erinnerung daran &#8211; beziehungsweise vor dem Gefühl, daß der Unfall tatsächlich passiert ist &#8211; geschützt. Erstaunliche Mechanismen wie Dissoziation und Leugnen ermöglichen es uns, mit so schwierigen Situationen umzugehen und darauf zu hoffen, daß sich diese veränderten Zustände später einmal allmählich auflösen werden. Wie der Geist, reagiert auch der Körper stark auf traumatische Situationen. Er ist bereit, aktiv zu werden, wechselt in einen Zustand angstvoller Anspannung und erstarrt und kollabiert in hilflosem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Falls Sie unter merkwürdigen Symptomen leiden, die niemand zu erklären vermag, könnte die Ursache eine traumatische Reaktion auf ein in ferner Vergangenheit liegendes Ereignis sein, an das Sie sich vielleicht nicht einmal mehr erinnern. Sie sind aber nicht der einzige Mensch, dem das so geht. Und Sie sind auch nicht verrückt. Es gibt eine rationale Erklärung für das, was mit Ihnen vor sich geht. Sie sind keineswegs unwiderruflich geschädigt, und Ihre Symptome lassen sich durchaus lindern oder sogar völlig auflösen&#8230;<span id="more-3485"></span></p>
<p><strong>Aus der Einleitung zu &#8220;<a href="http://astore.amazon.de/buchundjudenhaga/detail/3922026915">Trauma-Heilung – Das Erwachen des Tigers</a>&#8221; v. P. Levine</strong></p>
<p><em>Peter Levine</em></p>
<p>Wir wissen, dass der Geist durch traumatische Erlebnisse tiefgreifend verändert wird. Beispielsweise wird ein Mensch, der einen schweren Autounfall miterlebt, anfänglich vor einer emotionalen Reaktion auf das Geschehen und sogar vor einer klaren Erinnerung daran &#8211; beziehungsweise vor dem Gefühl, daß der Unfall tatsächlich passiert ist &#8211; geschützt. Erstaunliche Mechanismen wie Dissoziation und Leugnen ermöglichen es uns, mit so schwierigen Situationen umzugehen und darauf zu hoffen, daß sich diese veränderten Zustände später einmal allmählich auflösen werden.</p>
<p>Wie der Geist, reagiert auch der Körper stark auf traumatische Situationen. Er ist bereit, aktiv zu werden, wechselt in einen Zustand angstvoller Anspannung und erstarrt und kollabiert in hilflosem Schrecken. So wie die Schutzreaktion des Geistes auf überwältigende Erlebnisse nach deren Ende abflaut und sich der Normalzustand wieder einstellt, sollte sich eigentlich auch die Reaktion des Körpers nach dem Ende des Ereignisses wieder normalisieren. Wird dieser Normalisierungsprozeß jedoch gestört, so werden die Auswirkungen des traumatischen Erlebens fixiert, und bei der betreffenden Person entsteht ein Trauma.</p>
<p>Die Psychologie interessiert bei diesem Phänomen gemeinhin seine Auswirkungen auf den Geist. Doch das ist bestenfalls die Hälfte der Geschichte und führt zu einer völlig unzulänglichen Beschreibung des Traumageschehens. <strong>Wenn wir Körper und Geist nicht als Einheit begreifen und uns dem entsptechend damit beschäftigen, werden wir nie in der Lage sein, das Trauma wirklich zu begreifen oder gar zu heilen.</strong></p>
<p><strong><span style="font-size: medium;">Die Suche nach einer Methode</span></strong></p>
<p>In diesem Buch geht es um die Auflösung von Traumasymptomen mit Hilfe eines naturgemäßen Ansatzes, den ich im Laufe der letzten 25 Jahre entwickelt habe. Aus meiner Sicht ist die posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) keine Pathologie, mit der man umzugehen lernen, die man unterdrücken oder in die man sich fügen muß. Meiner Meinung nach ist PTBS das Resultat eines natürlichen Prozesses, bei dem etwas schiefgegangen ist.</p>
<p>Die<strong> Traumaheilung erfordert eine direkte Erfahrung des lebenden, fühlenden, wissenden Organismus</strong>. Die Prinzipien, die ich Ihnen hier vorstellen möchte, sind das Resultat meiner Arbeit mit Klienten sowie des Verfolgens von Spuren, die mich zu den Ursprüngen des Traumas geführt haben. Im Rahmen dieser Studien habe ich mich mit Physiologie, Neurowissenschaft, tierischem Verhalten, Mathematik, Psychologie und Philosophie beschäftigt, um nur einige Bereiche zu nennen. Anfangs basierten meine Erfolge weitgehend auf Zufällen und reinem Glück. Indem ich meine Arbeit mit Klienten fortsetzte, hinterfragte, was ich gelernt und erfahren hatte, und so immer weiter in das Mysterium des Traumas vordrang, wurden meine Erfolge allmählich zuverlässiger.<br />
In mir festigte sich die Überzeugung, daß das <strong>Repertoir instinktiver Verhaltensweisen des menschlichen Organismus ein großes biologisches Wissen birgt, das den Heilungsprozeß traumatischer Erfahrungen selbst steuern kann und dies auch tut, sofern es die Möglichkeit dazu erhält.</strong></p>
<p>Die zunehmende Konzentration auf die instinktiven Reaktionen der Klienten wirkte sich offensichtlich günstig auf die Heilung ihrer Traumata aus, und meine Neugier verhalf mir allmählich zu einem umfassenderen Verständnis der Zusammenhänge.<strong> Viele Betroffene waren ungeheuer erleichtert darüber, daß sie endlich verstanden, wie sich ihre Symptome entwickelt hatten, und sie die Aktivität ihres eigenen Instinktes erkennen und erleben konnten.</strong></p>
<p><a href="http://www.pharmacon.net/2011/08/trauma-heilung-2/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p>&#8220;<a href="http://www.traumahealing.com/">Somatisches Erleben</a>&#8221; ist eine neu entwickelte Behandlungsmethode. Für diesen Ansatz sprechen Hunderte Einzelfälle, in denen Menschen bestätigt haben, dass jene Symptome, die einmal ihre Fähigkeit, ein erfülltes und befriedigendes Leben zu führen, stark beeinträchtigt hatten, verschwunden sind oder zumindest erheblich nachgelassen haben.<br />
Gewöhnlich arbeite ich in Einzelsitzungen und benutze die neue Methode oft in Verbindung mit anderen Behandlungsverfahren. Natürlich kann das vor Ihnen liegende Buch nicht die individuelle Arbeit mit einem erfahrenen Therapeuten ersetzen. Doch glaube ich, daß viele der hier beschriebenen Prinzipien und ein großer Teil der vorgestellten Information die Heilung traumatischer Erfahrungen und ihrer Folgen fördern kann. Falls Sie sich in Behandlung befinden, könnten Sie dieses Buch zusammen mit Ihrem Therapeuten lesen oder durcharbeiten. Andernfalls können Sie versuchen, sich mit dem Buch selbst zu helfen. Dies ist natürlich nur innerhalb gewisser Grenzen möglich. Unter Umständen wird sich im Laufe Ihrer Bemühungen herausstellen, daß Sie die Hilfe eines qualifizierten Therapeuten benötigen.</p>
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		<title>Musizieren ist Gefühlsausdruck ohne Worte: Trommeln hilft bei Depression</title>
		<link>http://www.pharmacon.net/2011/08/depression-10/</link>
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		<pubDate>Mon, 08 Aug 2011 12:16:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Psychotherapie]]></category>
		<category><![CDATA[Angst]]></category>
		<category><![CDATA[Depression]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Musiktherapie]]></category>

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		<description><![CDATA[Musik kann Depressiven eine große Hilfe sein &#8211; besonders wenn sie sich selbst aktiv am Instrument betätigen. Das berichten finnische Forscher im &#8220;British Journal of Psychiatry&#8221;. Menschen mit Depression erhielten zusätzlich zur Standardbehandlung ein Musiktherapie-Angebot, das sich besonders auf Schlaginstrumente wie etwa afrikanische Trommeln oder Synthesizer-Vibraphone stützte&#8230; Jyväskylä pte - Der Anteil jener, bei denen sich die Symptome besserten, war mit Musiktherapie deutlich höher als ohne. Steigerung des Therapieeffekts &#8220;Menschen zeigen innere Anspannung und Gefühle oft durch Trommeln oder durch Geräusche, die denen eines Schlaginstruments ähneln. Viele Depressive berichten von Erleichterung, wenn sie selbst mit Instrumenten Musik machen&#8221;, so Studienautor Jaakko Erkkilä von der Universität Jyväskylä http://www.jyu.fi/en . Der Effekt gehe einerseits auf die ästhetische Freude bei Musik zurück, andererseits auf die erhöhte Aufmerksamkeit, die der Rhythmus einfordert. Der Gefühlsausdruck ohne Worte erleichtere zudem die Kommunikation mit dem Therapeuten. Von 79 Depressions-Patienten erhielten 33 zusätzlich zu Antidepressiva, Psychotherapie und Beratung alle zwei Wochen insgesamt 18 Einheiten in Musiktherapie. Drei Monate nach Beginn hatten sich die Depressions- und Angstsymptome stärker gebessert als bei der Kontrollgruppe, zudem berichteten die Patienten auch von Erleichterungen im Alltagsleben. Der positive Effekt hielt auch drei Monate nach Therapieende an. Genaue Diagnose nötig Trotz der positiven Ergebnisse warnt Hans Volker [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Musik kann Depressiven eine große Hilfe sein &#8211; besonders wenn sie sich selbst aktiv am Instrument betätigen. Das berichten finnische Forscher im &#8220;British Journal of Psychiatry&#8221;. Menschen mit Depression erhielten zusätzlich zur Standardbehandlung ein Musiktherapie-Angebot, das sich besonders auf Schlaginstrumente wie etwa afrikanische Trommeln oder Synthesizer-Vibraphone stützte&#8230;<span id="more-3461"></span></p>
<p>Jyväskylä <a href="http://www.pressetext.de">pte</a> - Der Anteil jener, bei denen sich die Symptome besserten, war mit Musiktherapie deutlich höher als ohne.</p>
<p><strong>Steigerung des Therapieeffekts</strong></p>
<p>&#8220;Menschen zeigen innere Anspannung und Gefühle oft durch Trommeln oder durch Geräusche, die denen eines Schlaginstruments ähneln. Viele Depressive berichten von Erleichterung, wenn sie selbst mit Instrumenten Musik machen&#8221;, so Studienautor Jaakko Erkkilä von der Universität Jyväskylä <a href="http://www.jyu.fi/en">http://www.jyu.fi/en</a> . Der Effekt gehe einerseits auf die ästhetische Freude bei Musik zurück, andererseits auf die erhöhte Aufmerksamkeit, die der Rhythmus einfordert. Der Gefühlsausdruck ohne Worte erleichtere zudem die Kommunikation mit dem Therapeuten.</p>
<p>Von 79 Depressions-Patienten erhielten 33 zusätzlich zu Antidepressiva, Psychotherapie und Beratung alle zwei Wochen insgesamt 18 Einheiten in Musiktherapie. Drei Monate nach Beginn hatten sich die Depressions- und Angstsymptome stärker gebessert als bei der Kontrollgruppe, zudem berichteten die Patienten auch von Erleichterungen im Alltagsleben. Der positive Effekt hielt auch drei Monate nach Therapieende an.</p>
<p><strong>Genaue Diagnose nötig</strong></p>
<p>Trotz der positiven Ergebnisse warnt Hans Volker Bolay vom Deutschen Zentrum für Musiktherapieforschung <a href="http://www.dzm-heidelberg.de">http://www.dzm-heidelberg.de</a> gegenüber pressetext vor unkritischer Anwendung von Musiktherapie. &#8220;Die Zeiten, in denen man Musik empfahl, da sie &#8216;für das Gemüt immer positiv&#8217; ist, sind vorbei &#8211; Gott sei Dank. Für jeden Einsatz braucht Musiktherapie eine saubere Diagnose, eine entsprechende Indikation und auch das richtige Konzept. Musiktherapie ist nur dort sinnvoll, wo sie besser ist als vergleichbare Methoden.&#8221;</p>
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