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	<title>Pharmacon Net &#187; Kinder</title>
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		<title>Horst-Eberhard Richter: Psychotherapeut der Nation</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Jan 2012 15:14:43 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Psychotherapie]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Zum Tode von Horst-Eberhard Richter (1923–2011)&#8230;<span id="more-3779"></span></p>
<p><em>Von Hans-Jürgen Wirth</em></p>
<p>Vor mehr als 40 Jahren, im Sommer 1970, ich war noch keine 20 Jahre alt, zog mich Horst-Eberhard Richters <em>Patient Familie</em> in einen wahren Leserausch. Neben Sigmund Freuds <em>Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse</em> und Erich Fromms <em>Die Furcht vor der Freiheit</em> bescherte mir dieses Buch eine Leseerfahrung, wie ich sie seit den Tagen meiner Hermann-Hesse-Lektüre nicht mehr erlebt hatte. Es eröffnete sich mir eine neue Welt, und in mir wurde die Neugier geweckt, die psychoanalytische Erkundung der komplexen Zusammenhänge zwischen Psyche und Gesellschaft (den Begriff »psychosozial« hatte Richter damals noch nicht geprägt) zum Zentrum meines weiteren Lebens zu machen. Was ich bei Richter las, wirkte – religiös gesprochen – fast wie eine Offenbarung. Ich erinnere mich tatsächlich noch immer an jenen Lese-Nachmittag, weil plötzlich meine Familie und meine mit ihr verknüpften Ängste und Konflikte so offen vor mir lagen. Seither hat mich die Frage, was die psychosoziale Welt im Innersten zusammenhält, nicht mehr losgelassen.</p>
<p><strong><img class="alignright size-medium wp-image-24061" title="Horst-Eberhard Richter" src="http://www.hagalil.com/archiv/wp-content/uploads/richter-216x300.jpg" alt="" width="216" height="300" />Biografisches</strong></p>
<p>Am 28. April 1923 in Berlin geboren, wächst Horst-Eberhard Richter als Einzelkind auf. Die Mutter schildert er als eine sehr emotionale Frau, die sich stark an ihn geklammert habe. Den Vater, ein erfolgreicher Ingenieur und Abteilungsleiter einer großen Firma, erlebt Richter als »stillen, in sich gekehrten Grübler«. Nach Hitlerjugend und Arbeitsdienst wird Richter 18-jährig zum Militär eingezogen und dient in einem Artillerieregiment an der Front in Russland. Kurz vor der Verlegung seiner Truppe nach Stalingrad erkrankt er lebensgefährlich an Diphtherie. Mit 22 Jahren gerät er in Kriegsgefangenschaft und erfährt erst bei seiner Rückkehr vom Tod seiner Eltern, die zwei Monate nach Kriegsende auf einem Spaziergang in der Nähe ihres Dorfes von zwei betrunkenen Russen ermordet worden waren.</p>
<p>Nach Studium der Medizin, Philosophie und Psychologie in Berlin promoviert Richter 1949 zum Dr. phil. und 1957 zum Dr. med. 1950 beginnt er seine psychoanalytische Ausbildung am Berliner Psychoanalytischen Institut, die er 1954 abschließt. Bereits fünf Jahre später, 1959, wird Richter Leiter dieses Instituts und übt diese Funktion bis 1962 aus. Gerade 41-jährig wird er 1964 zum Vorsitzenden der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung (DPV) gewählt und engagiert sich in dieser Position bis 1968.</p>
<p><strong>Eltern, Kind und Neurose</strong></p>
<p>Im Jahr 1963, ein Jahr nachdem er auf den zweiten deutschen Lehrstuhl für Psychosomatische Medizin, neben dem von Alexander Mitscherlich in Heidelberg, berufen worden ist, publiziert Horst-Eberhard Richter sein Buch <em>Eltern, Kind und Neurose. Zur Psychoanalyse der kindlichen Rolle in der Familie</em>, das kurioserweise als Habilitationsschrift abgelehnt worden war. Richter wird ohne Habilitation Professor und für drei Jahrzehnte Geschäftsführender Direktor des Zentrums für Psychosomatische Medizin an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Sein Buch wird in den folgenden Jahren zum einflussreichen Grundlagenwerk für die neue psychoanalytische Behandlungsmethode der Familientherapie, die er im deutschsprachigen Raum als Erster entwickelt. Auf der Grundlage seiner Erfahrungen als leitender Arzt (1952 bis 1962) der »Beratungs- und Forschungsstelle für seelische Störungen im Kindesalter« am Berliner Kinderkrankenhaus im Bezirk Wedding hat er seine psychoanalytische Theorie formuliert, die es erlaubt, das Fehlverhalten von Kindern als symptomatischen Ausdruck unbewusster Konflikte zu verstehen, an denen die Eltern bzw. die ganze Familie leiden. »Die Rolle des Kindes«, schreibt Richter (1963, S. 73), »bestimmt sich also aus der Bedeutung, die ihm im Rahmen des elterlichen Versuches zufällt, ihren eigenen Konflikt zu bewältigen.« Der Konflikt des Kindes wird hervorgerufen durch die »Narzißtischen Projektionen der Eltern auf das Kind« (Richter 1960) – so der Titel seines Aufsatzes im <em>Jahrbuch der Psychoanalyse</em>, zu dessen Herausgeberkreis er bis zu seinem Tod gehört.</p>
<p>Diese Gedanken sind uns heute so vertraut, dass man sich kaum noch vorstellen kann, wie revolutionär – und damit sowohl anziehend als auch irritierend – sie damals sowohl auf die psychoanalytische Fachwelt als auch auf das interessierte Laienpublikum gewirkt haben müssen. Vergleicht man die psychoanalytische Paar- und Familientherapie mit anderen Formen der angewandten Psychoanalyse, wie beispielsweise der Gruppentherapie oder der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie, so findet die Paar- und Familientherapie noch immer nicht die Anerkennung durch die psychoanalytischen Fachgesellschaften, die ihr eigentlich zukommen müsste. Man kann die paar- und familientherapeutischen Konzepte durchaus als frühe Vorläufer der heute maßgeblichen psychoanalytischen Schulrichtung ansehen, die unter der Bezeichnung »relationale Psychoanalyse« bekannt ist. Der theoretische Vordenker der relationalen Psychoanalyse, der amerikanische Psychoanalytiker Stephen Mitchell, nimmt zwar in seinen Büchern immer wieder auf die grundlegende Bedeutung der Paardynamik Bezug, allerdings ohne den naheliegenden Schritt zum paartherapeutischen Setting zu gehen.</p>
<p>Als Richter 1970 sein zweites grundlegendes Buch zur psychoanalytischen Familientherapie <em>Patient Familie. Entstehung, Struktur und Therapie von Konflikten in Ehe und Familie</em> veröffentlicht, ist er bereits ein bekannter Autor und die psychoanalytische Familientherapie, als deren Nestor er in Deutschland gelten kann, befindet sich auf dem besten Wege, ein einflussreiches psychotherapeutisches Konzept zu werden. Während Richter mit seinem theoretischen Hauptwerk <em>Eltern, Kind und Neurose</em> wissenschaftliches Neuland betritt, entfaltet er in <em>Patient Familie</em> seine Meisterschaft als sprachgewandter Autor, der mit psychoanalytischer Einfühlung seelisches Leid zu beschreiben und in seine beziehungsdynamischen und gesellschaftlichen Zusammenhänge einzuordnen weiß.</p>
<p><strong>Hoffnung auf einen neuen Weg, sich selbst und andere zu befreien</strong></p>
<p>Persönlich lernte ich Horst-Eberhard Richter 1970 zu Beginn meines Psychologiestudiums im Rahmen einer studentischen Initiativgruppe kennen, die in der Gießener Obdachlosensiedlung »Eulenkopf« sozialpolitisch und sozialpädagogisch tätig ist. Wie viele meiner sich im Aufbruch befindlichen Generation fühle ich mich durch Richters Gedanken angezogen, und seine in den 70er Jahren publizierten Bücher <em>Die Gruppe</em> (1972), <em>Lernziel Solidarität</em> (1974), <em>Flüchten oder Standhalten</em> (1976) und <em>Engagierte Analysen</em> (1978) begleiteten mich in diesen Jahren. <em>Die Gruppe</em> hat den Untertitel <em>Hoffnung auf einen neuen Weg, sich selbst und andere zu befreien. Psychoanalyse in Kooperation mit Gruppeninitiativen</em>. Dieses Buch ist Ausdruck des geistig-kulturellen Klimas der frühen 70er Jahre und bietet zugleich Interpretationen und Reflexionen an, um die mit dem Jahr 1968 angebrochene Zeitenwende und die damit einhergehende psychosoziale Neuorientierung besser verstehen und für die Gestaltung des eigenen Lebens nutzen zu können. Richter ist kein Anhänger der antiautoritären Studentenbewegung der Jahre 68/69, sondern ein Sympathisant der sanfteren Initiativ-, Alternativ- und Ökologiebewegung der 70er Jahre und der Friedensbewegung der 80er Jahre. Er greift die Aufbruchstimmung der 70er Jahre auf, reflektiert aber auch die inneren Brüche, die überzogenen Ansprüche, die wir an uns selbst und an andere stellen, und hilft auf diese Weise dabei mit, dass wir zu realistischeren politischen Konzepten kommen. Dies macht die damalige Bedeutung seines Buches aus.</p>
<p>Richter hat – anders als die meisten Autoren der damaligen Zeit, die sich mit dem Phänomen der Gruppe beschäftigten – sowohl deren politische als auch ihre psychologische und psychotherapeutische Bedeutung erkannt. Er hat deutlich gemacht, dass es sich hierbei tatsächlich um eine soziale Neuerfindung handelt: Der Typus der spontanen, hierarchiefreien und mit den Mitteln der Selbstreflexion sich organisierenden Gruppe stellt in der Tat ein gesellschaftliches Novum dar, das vom emanzipatorischen Teil der Jugend- und Studentenbewegung kreiert worden ist.</p>
<p>Für Richter ist die Psychoanalyse nicht nur eine tiefenpsychologische Behandlungsmethode, sondern, und vielleicht zuallererst, ein Instrument der Aufklärung einer sich sozialanalytisch begreifenden Wissenschaft von Mensch und Gesellschaft. Allein in den Jahren 1972 bis 1981 schreibt er die fünf Bücher, die diese neue Ära eines ganzheitlichen Konzepts von Psychoanalyse einleiten und quasi zur Pflichtlektüre für eine breite Schicht politisch aufgeklärter Bürger werden.</p>
<p><strong>Psychiatrie-Reform</strong></p>
<p>Von den sozialpolitischen Experimenten der 70er Jahre und den neuen Arbeitsansätzen der Initiativ-, Spontan- und Selbsthilfegruppen, von denen Richter inspiriert wird und die er seinerseits anregt, gehen weitreichende Innovationen im Bereich der psychosozialen Beratung und Therapie aus. Die Besinnung auf die psychischen und sozialen Voraussetzungen von Krankheit und Therapie und die Entwicklung eines auf das Psychosoziale bezogenen Gesundheits- und Krankheitsbegriffs sind ohne die kritischen Impulse aus der Initiativgruppen-Bewegung kaum vorstellbar. Es sind Anfang der 70er Jahre fast ausschließlich kritische Studenten, die sich den benachteiligten Gruppen der Gesellschaft, den Heimzöglingen, Obdachlosen, Psychiatriepatienten usw. zuwenden, das Gewissen der Gesellschaft wecken und sowohl die Öffentlichkeit als auch die Fachdisziplinen zwingen, sich mit diesen verdrängten Problembereichen auseinanderzusetzen. Maßgeblich beteiligt ist Richter an der Reform der deutschen Psychiatrie und Sozialpsychiatrie, wofür er 1980 den Theodor-Heuss-Preis erhält. Die in der Psychiatrie-Enquête als Modell der regionalen Selbstorganisation der psychosozialen Versorgungsdienste empfohlene »Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft« wird beispielsweise auf Richters Vorschlag hin dort aufgenommen und ganz nach dem Modell der Initiativgruppe konzipiert. Richters Fähigkeit, jeweils von allen seinen Partnern etwas zu lernen und die in einem Feld gewonnenen Erkenntnisse auf andere Zusammenhänge zu übertragen, stellt eine seiner großen Stärken dar. Nachdem Richter in der Initiativgruppe einiges über die Kreativität von hierarchiearmen Spontangruppen erfahren hat, versucht er sofort, etwas von dem freien Geist, der diese Initiativgruppen prägt, in die institutionelle Struktur seines Psychosomatischen Zentrums und auch der »Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft« in Gießen zu integrieren.</p>
<p><strong>»psychosozial«: Von der Zeitschrift zum Verlag</strong></p>
<p>Durch seine zahllosen Bücher, Artikel, Vorträge und Interviews trägt Richter maßgeblich dazu bei, dass diese zukunftsweisenden Experimente keine Einzelerscheinungen bleiben. Dank seiner Funktion als Vermittler, Botschafter, Interpret und kritischer Begleiter der »Neuen Sozialen Bewegungen« – zu denen die Frauen-, die Ökologie- und die Friedensbewegung gehören – werden sie zu Vorläufern einer Bewusstseinsveränderung, die unsere Gesellschaft erheblich geprägt hat.</p>
<p>Zu seinen publizistischen Aktivitäten gehört auch die Gründung der Zeitschrift <em>psychosozial</em>, in deren Herausgeberkreis Richter mich früh holt. Aus <em>psychosozial</em> geht später der von mir gegründete <a href="http://www.psychosozial-verlag.de/">Psychosozial-Verlag</a> hervor, den Richter nachhaltig unterstützt, indem er uns seine Erfolgsbücher zur Zweitverwertung überlässt. Danach kommen als Erstausgaben <a href="http://www.amazon.de/Die-Krise-Männlichkeit-unerwachsenen-Gesellschaft/dp/3898065707/buchundjudenhaga"><em>Die Krise der Männlichkeit in der unerwachsenen Gesellschaft</em></a> (2006) und <a href="http://www.amazon.de/Die-seelische-Krankheit-Friedlosigkeit-heilbar/dp/3898068366/buchundjudenhaga"><em>Die seelische Krankheit Friedlosigkeit ist heilbar</em></a> (2008) heraus. Richter ist insofern Namensgeber des Psychosozial-Verlages, der sich der von ihm vertretenen Auffassung von Psychoanalyse verpflichtet weiß.</p>
<p><strong>Psychoanalyse und empirische Forschung</strong></p>
<p>Eine Vorreiterrolle hat Richter auch in Bezug auf die Kooperation von Psychoanalyse und empirischer Psychologie: Zusammen mit Dieter Beckmann entwickelt er bereits Anfang der 70er Jahre einen Persönlichkeitstest, bei dessen Konzeption psychoanalytisch relevante Kategorien besonderes Gewicht haben.</p>
<p>Dieses psychologische Testverfahren bekommt den Namen Gießen-Test (Beckmann/Richter 1972). Er wird in zahlreichen Untersuchungen verwendet, z. B. auch in der für die psychosomatische Medizin wegweisenden Studie über die »Herzneurose« (Richter, Beckmann 1969). Der Gießen-Test ist im deutschsprachigen Raum auch heute noch einer der am häufigsten verwandten Fragebögen zur Psychodiagnostik. Zusammen mit Elmar Brähler führt Richter periodisch Befragungen durch, mit denen die Befindlichkeit und die Einstellungen in der Bevölkerung erhoben werden. In weit über 1.000 Publikationen wird der Gießen-Test bislang zitiert. Er ist in mehr als ein Dutzend Sprachen übersetzt. Mithilfe dieses Tests wird der Name Gießens buchstäblich in die weite Welt getragen – zumindest in die psychologische Fachwelt.</p>
<p>Die Existenz eines psychoanalytisch fundierten Tests, der auch bei den Methodikern der empirischen Psychologie Anerkennung findet, erlaubt ganzen Generationen von psychoanalytisch orientierten Forscherinnen und Forschern, sich in der empirischen Psychologie wissenschaftlich zu qualifizieren, ohne ihre psychoanalytische Orientierung aufgeben zu müssen. Viele psychoanalytische Kolleginnen und Kollegen verdanken ihre wissenschaftliche Karriere nicht zuletzt dem Gießen-Test und damit Richters frühzeitiger Öffnung der Psychoanalyse für die empirische Forschung. Auch in der Psychotherapie-Forschung wird der Gießen-Test häufig angewandt. Unter Richters Leitung betreiben wir schon in den 70er Jahren Psychotherapie-Verlaufsforschungen und katamnestische Studien, in denen wir die Wirksamkeit von Psychotherapie, beispielsweise die der Paar-Kurztherapie (vgl. Richter/Wirth 1978), untersuchen. Inzwischen sieht sich die Psychoanalyse unter dem Druck der Gesundheitsreform und in der stärker gewordenen Konkurrenz mit anderen psychotherapeutischen Verfahren genötigt, sich der Psychotherapie-Erfolgsforschung zu stellen.</p>
<p><strong>Friedensbewegung und IPPNW</strong></p>
<p>Bereits ab 1980 engagiert sich Richter in der Friedensbewegung und ist 1981 einer der maßgeblichen Gründer der westdeutschen Sektion der Ärzte gegen den Atomkrieg (IPPNW). Er beeinflusst die politische und inhaltliche Orientierung der bundesdeutschen IPPNW von Anfang an in Richtung Basisdemokratie und eines kollegialen Miteinanders. Das Engagement in der Friedensbewegung gewinnt immer größeres Gewicht in Richters Leben. Er verfasst die berühmte »Frankfurter Erklärung«, in der jeder Unterzeichner sich mit seiner Unterschrift dazu bekennt, sich jeglicher kriegsmedizinischen Schulung und Fortbildung zu verweigern. In etwas abgewandelter Form, als »New Physicians’ Oath«, wird diese Erklärung, nachdem Richter sie auf dem 2. IPPNW-Weltkongress in Cambridge eingebracht hat, von der Weltföderation übernommen. Im Jahr 1985, als das atomare Wettrüsten seinen Höhepunkt erreicht, erhalten die Internationalen Ärzte zur Verhütung des Atomkrieges – und mit ihnen Horst-Eberhard Richter – den Friedensnobelpreis. Der Friedensnobelpreis dürfte die wohl höchste Ehrung sein, die man erhalten kann. Dennoch sind nicht alle begeistert von der Verleihung. Besonders in der damaligen deutschen Regierung unter Helmut Kohl ist die Empörung groß, dass eine Organisation, die man als »Moskau-gesteuert« bezeichnet, so geehrt wird. Richter grenzt sich immer gegen eine Vereinnahmung durch falsche Freunde ab, lässt sich aber umgekehrt durch Verdächtigungen auch nicht von seinem eigenen Weg abbringen.</p>
<p>Sein friedenspolitisches Engagement auf internationaler Ebene bringt Richter 1987 auch in Kontakt mit einer Arbeitsgruppe unter der Schirmherrschaft von Michail Gorbatschow. Zu dieser Vereinigung, die sich »für eine atomwaffenfreie Welt und für das Überleben der Menschheit« einsetzt, gehören unter anderem der russische Atomwissenschaftler und Menschenrechtler Andrej Sacharow, Ex-US-Verteidigungsminister und Weltbank-Chef Robert McNamara und der Gründer von Greenpeace, David McTaggart. Von den Projekten, die diese Gruppe ins Leben ruft, holt Richter eines an seine Klinik: Es geht um eine psychologische Untersuchung, in der 1.400 Studierende der Justus-Liebig-Universität Gießen und 1.000 Moskauer Studierende zu ihren Einstellungen, politischen Meinungen, Wünsche und Ängste befragt werden. Natürlich kommt auch der Gießen-Test zum Einsatz. Das zentrale Ergebnis dieser Untersuchung – die noch vor dem Ende des Kalten Krieges, noch vor der Maueröffnung stattfindet – gibt an, dass junge Russen und Deutsche sich psychologisch viel näher sind und viel weniger Vorurteile über den jeweils anderen haben, als die offizielle Politik vermuten lässt. Die Ergebnisse publiziert Richter 1990 in dem Buch <em>Russen und Deutsche. Alte Feindbilder weichen neuen Hoffnungen</em>. Wieder taucht das Wort Hoffnung in einem seiner Buchtitel auf.</p>
<p>Als die Friedensbewegung nach dem NATO-Krieg gegen Jugoslawien 1999 von den Medien für tot erklärt wird, organisiert Richter als Antwort darauf zusammen mit der IPPNW den Kongress »Kultur des Friedens« (Richter 1999): Die große Teilnehmerzahl demonstriert, dass die Friedensbewegung in Deutschland sich gewandelt hat, aber keineswegs gestorben ist.</p>
<p><strong>»Erinnern hilft vorbeugen«</strong></p>
<p>Die erinnernde Bearbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit stellt das zentrale Motiv für Richters politisches Engagement dar. Schon mit <em>Eltern, Kind und Neurose</em> hatte Richter ein theoretisches Konzept formuliert, mit dem die unbewussten Verstrickungen der Generationen, die transgenerationale Weitergabe von Traumata und von unbewussten Konflikten, psychoanalytisch verstanden werden konnte. Der Begriff der transgenerationale Weitergabe von Traumata sollte erst viele Jahre später von der Holocaustforschung geprägt werden, aber die zugrundeliegende Psycho- und Beziehungsdynamik wird von Richter bereits Anfang der 60er Jahre konzeptuell begriffen. Er selbst und andere Autoren haben diese Koinzidenz rückblickend auch so gesehen. Bemerkenswert ist allerdings, dass auch Richter seinerzeit die übergreifende historisch-politische Bedeutung seines Eltern-Kind-Konzepts nicht klar war. Der Holocaust und die anderen Verbrechen des Nationalsozialismus waren noch so abgespalten vom allgemeinen Bewusstsein, dass sie nicht thematisierbar waren. In »Patient Familie« drängt sich die latente Bedrohung durch das verleugnete Thema Nationalsozialismus noch eindringlicher auf, ohne dass es zu einer bewussten Thematisierung gekommen wäre. Die massenhafte Verbreitung angstneurotischer Familienstrukturen, die Richter für die fünfziger und sechziger Jahre konstatiert, lässt sich nach Überlegungen von Tilman Moser (1995) auf die »Schweigegebote« über die »Schrecken der Vergangenheit« zurückführen. Um sich nicht mit der nationalsozialistischen Vergangenheit konfrontieren zu müssen, klammerten sich viele Familien »mit Hilfe von Vermeidungs- und Verleugnungstaktiken an die Illusion einer friedlichen, guten, geordneten Welt« (Richter 1970) und organisierten ihr familiäres Zusammenleben nach dem Vorbild eines harmonischen und konfliktfreien Sanatoriums. Für das Verhältnis der Eltern zu ihren Kindern hatte dies zur Folge, dass diese ängstlich überbehütet und phobisch gebunden wurden. Die Jugend- und Protestbewegung der sechziger Jahre kann unter anderem auch als ein Aufstand gegen diese überfürsorgliche und als einengend empfundene Bevormundung sowie als erste emotional bedeutsame Thematisierung der verleugneten deutschen Vergangenheit verstanden werden.</p>
<p>Erst im Zusammenhang mit der Nachrüstungsdebatte und dem erneuten Wettrüsten zwischen der NATO und dem Warschauer Pakt Anfang der 80er Jahre kommen Richter die Erinnerungen an die Grausamkeiten des zweiten Weltkrieges, seine eigenen Kriegserlebnisse und die Unmenschlichkeit des Nationalsozialismus zu vollem Bewusstsein. Richter prägt das Motto »erinnern hilft vorbeugen«, unter das die bundesdeutsche Sektion der »Internationalen Ärzte für die Verhütung eines Atomkrieges« (IPPNW) ihre Kampagne von 1985 stellt, mit der sie die öffentliche Diskussion und Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit zu einem zentralen Anliegen ihres Kampfes für die Beendigung des Wettrüstens macht. Dem liegt der Gedanke zugrunde, die Beschäftigung mit den Verbrechen des Nationalsozialismus könne unsere Wahrnehmung für die psychischen und sozialen Umstände sensibilisieren, die die »psychische Krankheit Friedlosigkeit« (eine Formulierung, die Richter von Carl Friedrich von Weizsäcker [1967] übernimmt) bedingen. Unsere Friedensfähigkeit heute – so lautet Richters Überlegung – hänge entscheidend von der Bereitschaft ab, zu erinnern und im Gedächtnis zu bewahren, welche Verbrechen von den Deutschen an den Juden und an den Nachbarvölkern begangen wurden, so wie umgekehrt das aktive Eintreten für die Überwindung der Konfrontation zwischen den Militärblöcken und die Beschäftigung mit den psychischen und gesellschaftlichen Bedingungen des paranoiden Freund-Feind-Denkens nahezu zwangsläufig dazu führe, dass man sich mit der nationalsozialistischen Vergangenheit auseinanderzusetzen beginne. Insofern knüpft Richter an die berühmte <em>Zeitdiagnose</em> Alexander und Margarete Mitscherlichs von der <em>Unfähigkeit zu trauern</em> (1967) an, wendet diese aber in ein sozialtherapeutisches Konzept, das originär psychoanalytischen Erfahrungen folgt: die erinnernde Bearbeitung der traumatischen Vergangenheit befreit auch auf der kollektiven Ebene von dem Zwang, die alten Traumata zu wiederholen und eröffnet neue Denk- und Handlungsräume.</p>
<p><strong>Die RAF verstehen?</strong></p>
<p>Es gehört zur zentralen Aufgabe des Psychoanalytikers, sich mit den dunklen, den verdrängten, ja auch den bösen und destruktiven Seiten des menschlichen Lebens zu beschäftigen. Da ein tieferes psychologisches Verständnis nur möglich ist, wenn man sich einfühlend und emotional nachvollziehend auf den anderen einlässt, entsteht für den Außenstehenden oft das Missverständnis, Verstehen sei mit Rechtfertigung, gar mit Parteinahme gleichzusetzen. Als Richter die Ex-Terroristin Birgit Hogefeld im Gefängnis betreut, wird ihm genau dieser Vorwurf gemacht, er sei ein »RAF-Versteher« und rechtfertige damit – zumindest indirekt – deren terroristische Taten. Tatsächlich geht es Richter jedoch darum, über das mitfühlende Verständnis der ehemaligen Terroristin die Rückkehr in die Gesellschaft zu ermöglichen.</p>
<p><strong>Psychoanalyse als Sozialphilosophie</strong></p>
<p>Richter hat nicht nur seine theoretischen Interessen, sondern ebenso seine praktischen Forschungsstrategien und schließlich auch seine Versuche der praktisch-therapeutisch-politischen Beeinflussung vom Individuum auf die Zweierbeziehung, von dort auf die Familie, von der Familie auf die Gruppe, von der Gruppe auf den Stadtteil und die regionalen psychosozialen Versorgungssysteme ausgeweitet, um bei sozialen Bewegungen, politischen Entscheidungsträgern (<em>Die hohe Kunst der Korruption</em>), der Interaktion zwischen Völkern (<em>Russen und Deutsche</em>) und schließlich bei philosophischen Betrachtungen (<em>Der Gotteskomplex</em>) anzukommen. <em>Der Gotteskomplex</em> (1979) wird sein psychoanalytisch-sozialphilosophisches Hauptwerk, in dem er, auf <em>Eltern, Kind und Neurose</em> aufbauend, an Sigmund Freuds Begriff des »Prothesengottes« aus dem <em>Unbehagen in der Kultur</em> (1933) anknüpfend, sein Verständnis des Grundproblems des modernen Menschen entwickelt. Richters weit ausholende These setzt beim Übergang aus der religiösen Geborgenheit des Mittelalters in die aufgeklärte Neuzeit an. Nach dem Verlust der mittelalterlichen Gotteskindschaft floh der Mensch in die Identifizierung mit göttlicher Allmacht und Allwissenheit. Der Glaube an Gott wurde durch den Glauben an die Allmacht des Menschen ersetzt. »Die grandiose Selbstgewissheit des Ich ist an die Stelle der Geborgenheit in der großen idealisierten Elternfigur getreten. Das individuelle Ich wird zum Abbild Gottes.« Der Versuch, die Schattenseiten des Lebens – Alter, Krankheit, Gebrechlichkeit, Schwäche, Ohnmacht und schließlich der Tod – durch die übertriebene Betonung der entgegengesetzten Eigenschaften – Jugendlichkeit, Gesundheit, Fitness, Stärke, Macht und Todesverachtung – zu verleugnen, bezeichnet Richter als »Krankheit, nicht leiden zu können«. Wer aber nicht leiden will, der muss hassen und sucht sich dafür Sündenböcke, auf die er die eigenen verleugneten schwachen Seiten projizieren kann, so lautet seine psychoanalytisch fundierte Schlussfolgerung.</p>
<p><strong>Botschafter der Psychoanalyse</strong></p>
<p>Es bedarf eines großen Mutes und einer starken Selbstgewissheit, um mit der sozialen Isolationsdrohung und Ächtung fertig zu werden, die Richter aus der Professoren-Kollegenschaft der Ärzte, teilweise aber auch von seinen Psychoanalytiker-Kollegen nicht selten entgegenschlagen. Indem er sich beharrlich der Auseinandersetzung mit dieser Kollegenschaft stellt, gewinnt er die Kraft, sich von den Zwängen und Denkverboten, die die verschiedenen Rollen mit sich bringen, zu distanzieren. Ich schätze an Richter besonders, dass er ein Neuerer des psychoanalytischen Denkens ist, der den Kontakt zur Psychoanalyse nicht abgebrochen hat, der keine eigene, mehr oder weniger sektiererische Schule gegründet hat, wie es in der Geschichte der Psychoanalyse so häufig passiert ist. Vielmehr hat er seine Gedanken in den Strom der psychoanalytischen Diskussion einfließen lassen. Bezeichnenderweise ist er es, der nach seiner Emeritierung in Gießen von 1992 bis 2002 die Leitung des unmittelbar von der Schließung bedrohten Sigmund-Freud-Instituts in Frankfurt übernimmt und dieses in eine gesicherte Zukunft führt.</p>
<p>Richter wirkt in der Öffentlichkeit als ein Botschafter der Psychoanalyse, der in Deutschland neben Alexander und Margarete Mitscherlich wie kein anderer dazu beigetragen hat, dass psychoanalytische Argumente in der Öffentlichkeit Gehör finden. Mit seinen Publikationen, die sich an eine breite Leserschaft richten, betreibt er eine Art »psychoanalytischer Volksaufklärung«, wie sie in den Anfängen der psychoanalytischen Bewegung zum Selbstverständnis vieler Psychoanalytiker gehörte. Sowohl die Psychoanalyse in Deutschland als auch die Öffentlichkeit haben dem »psychoanalytischen Publizisten« Richter viel zu verdanken: Unzählige Menschen sind durch ihn darauf aufmerksam gemacht worden, dass es so etwas wie Psychoanalyse und psychotherapeutische Hilfe für ihre seelischen Probleme überhaupt gibt. Auf der anderen Seite wäre auch die psychoanalytische Gemeinschaft ohne den »politischen Psychoanalytiker« Richter ärmer: Seine Bücher und Ideen haben unsere Sensibilität für die Bedeutung sozialer und politischer Probleme bei der Bewältigung unserer unbewussten Konflikte geschärft und deutlich gemacht, dass die Psychoanalyse nicht in einem gesellschaftsfreien Raum existiert. Zugleich ermutigt und motiviert sein konstruktives politisches Engagement viele Menschen – außerhalb und innerhalb der Psychoanalyse –, eigene Initiativen zu ergreifen, um sich in gesellschaftliche Konflikte einzumischen.</p>
<p><strong>Horst-Eberhard Richter als Charismatiker</strong></p>
<p>Doch wie gelang es Horst-Eberhard Richter, über einen Zeitraum von fast 50 Jahren, so beständig und einflussreich in der öffentlichen Diskussion präsent zu bleiben, und das mit so belastenden Themen wie Randgruppen, Vorurteilen und Krieg? Dies hängt mit einer Eigenschaft zusammen, die der Soziologe Max Weber als Charisma bezeichnet. Die charismatische Persönlichkeit wird von einer besonderen Aura umgeben, die auf andere motivierend und faszinierend wirkt. Charismatische Persönlichkeiten haben die Vision einer besseren Zukunft, sie verfügen über Selbstvertrauen, Entschlossenheit und Ausdauer, sie besitzen eine außergewöhnliche Bereitschaft zum Risiko und scheuen keine persönlichen Wagnisse, sie leben ihre Vision vor, fungieren als Sprachrohr der Gemeinschaft und sind anregende Kommunikatoren, die ihre Botschaften einfallsreich und emotional ansprechend vermitteln. Richter verkörpert wie kaum ein Zweiter den Glauben und die Hoffnung auf eine bessere, friedlichere und gerechtere Welt, auch wenn er diese Utopie häufig in eine Frage kleidet: <em>Sind wir zum Frieden fähig? </em>(1980) oder:<em> Ist eine andere Welt möglich?</em> (2003). Richter ist deshalb häufig als »Gutmensch« belächelt worden. Das hat ihn zwar geärgert und gekränkt, aber er hat diese Bezeichnung auch als Auszeichnung verstanden und sich in der Rolle des »Mahners«, des »Gutmenschen«, des »Gewissens der Nation«, gar des »Psychotherapeuten der Nation« (Johannes Rau) wohlgefühlt.</p>
<p>Horst-Eberhard Richter war nicht nur der Mahner, der gesellschaftliche Missstände anprangert, sondern auch der Verkünder des Prinzips Hoffnung, der konkrete Modelle entwirft, wie etwas zum Besseren gewendet werden kann. Es ist diese besondere Kombination von mahnender Kritik und hoffnungsvollem Optimismus, die seinen Botschaften bei so vielen Menschen so große Resonanz beschert hat.</p>
<p><a href="http://web.psychosozial-verlag.de/psychosozial/index.php?parent=43&amp;sub=yes&amp;idcat=43&amp;lang=1&amp;&amp;idart=19&amp;idau=102">Weitere Werke von Horst-Eberhard Richter</a></p>
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		<title>Obdachlose: Lebenserwartung sinkt um 30 Jahre</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Dec 2011 18:43:52 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Suchterkrankungen]]></category>
		<category><![CDATA[Alkohol]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Lebenserwartung liegt bei rund 47 Jahren und ist damit deutlich niedriger als der normale Durchschnitt von 77 Jahren. Drogen- und Alkoholmissbrauch sind für ein Drittel aller Todesfälle bei obdachlosen Menschen verantwortlich&#8230; Drogen- und Alkoholmissbrauch in England häufigste Todesursachen http://shef.ac.uk &#8211; pte &#8211; In England sterben Obdachlose 30 Jahre früher als der Durchschnitt der Bevölkerung. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der University of Sheffield für die Wohltätigkeitsorganisation Crisis http://crisis.org.uk. Die britische Regierung hat bereits angekündigt, dass 20 Mio. Pfund für die Unterstützung von Singles zur Verfügung gestellt werden, denen der Verlust ihrer Wohnung droht. Frauen sterben noch früher Die Wissenschaftler betonen, dass Drogen- und Alkoholmissbrauch häufig zu Obdachlosigkeit führen. Kein Dach über dem Kopf zu haben, verschärft diese Probleme weiter. Durchschnittlich liegt das Sterbealter bei Obdachlosen bei 47 Jahren. Beim Großteil der Frauen ist dieses Alter mit 43 Jahren jedoch deutlich niedriger. Für die Studie wurden nicht nur jene Menschen berücksichtigt, die auf der Straße leben, sondern auch jene, die in Notunterkünften, Wohnheimen und Tagesstätten untergebracht sind. Es zeigte sich, dass Obdachlose neun Mal so oft Selbstmord begehen und dass Verkehrsunfälle mit Todesfolge drei Mal so häufig vorkommen. Signifikanter Anstieg der Fälle Leslie Morphy, der Vorstandsvorsitzende von Crisis, betont, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Lebenserwartung liegt bei rund 47 Jahren und ist damit deutlich niedriger als der normale Durchschnitt von 77 Jahren. Drogen- und Alkoholmissbrauch sind für ein Drittel aller Todesfälle bei obdachlosen Menschen verantwortlich&#8230;<span id="more-3694"></span></p>
<h2>Drogen- und Alkoholmissbrauch in England häufigste Todesursachen</h2>
<p><a href="http://shef.ac.uk/">http://shef.ac.uk</a> &#8211; <a href="http://www.pressetext.de">pte</a> &#8211; In England sterben Obdachlose 30 Jahre früher als der Durchschnitt der Bevölkerung. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der University of Sheffield für die Wohltätigkeitsorganisation Crisis <a href="http://crisis.org.uk/">http://crisis.org.uk</a>. Die britische Regierung hat bereits angekündigt, dass 20 Mio. Pfund für die Unterstützung von Singles zur Verfügung gestellt werden, denen der Verlust ihrer Wohnung droht.</p>
<p><strong>Frauen sterben noch früher</strong></p>
<p>Die Wissenschaftler betonen, dass Drogen- und Alkoholmissbrauch häufig zu Obdachlosigkeit führen. Kein Dach über dem Kopf zu haben, verschärft diese Probleme weiter. Durchschnittlich liegt das Sterbealter bei Obdachlosen bei 47 Jahren. Beim Großteil der Frauen ist dieses Alter mit 43 Jahren jedoch deutlich niedriger.</p>
<p>Für die Studie wurden nicht nur jene Menschen berücksichtigt, die auf der Straße leben, sondern auch jene, die in Notunterkünften, Wohnheimen und Tagesstätten untergebracht sind. Es zeigte sich, dass Obdachlose neun Mal so oft Selbstmord begehen und dass Verkehrsunfälle mit Todesfolge drei Mal so häufig vorkommen.</p>
<p><strong>Signifikanter Anstieg der Fälle</strong></p>
<p>Leslie Morphy, der Vorstandsvorsitzende von Crisis, betont, dass die umfangreichen Investitionen des NHS <a href="http://nhs.uk/">http://nhs.uk</a> den Obdachlosen bei der Lösung ihrer Gesundheitsprobleme nicht geholfen haben. &#8220;Es ist schockierend aber nicht überraschend, dass Obdachlose viel früher sterben als der Rest der Bevölkerung.&#8221;</p>
<p>Das Leben auf der Straße ist für den Großteil hart. Der Stress, kein Dach über dem Kopf zu haben, habe &#8211; wie die Untersuchung zeigt &#8211; seinen Preis. Die Wohltätigkeitsorganisation Shelter <a href="http://shelter.org.uk/">http://shelter.org.uk</a> weist ihrerseits darauf hin, dass rund 70.000 Kinder Weihnachten in Hilfsunterkünften verbringen werden. Zum Vergleich: 2007 waren es noch 112.000.</p>
<p><strong><span style="font-size: x-small;">Leben auf der Straße wird kriminalisiert:<br />
</span> <a href="http://www.hagalil.com/archiv/2011/12/19/obdachlos/">Zu arm für Rechte</a><span style="font-size: x-small;"><br />
</span> </strong> <span style="font-size: xx-small;"> In Ungarn ist Obdachlosigkeit per Gesetz zur Ordnungswidrigkeit erklärt worden. Die Kriminalisierung von Armut ist eine der repressiven Maßnahmen der regierenden Rechtspopulisten, durch die sich nicht zuletzt Budapest stark verändert…</span><span style="font-size: x-small;"><strong><br />
</strong></span></p>
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		<title>Auch Kinder leiden unter Zwangsstörungen: Computerspiel als Therapiehilfe</title>
		<link>http://www.pharmacon.net/2011/12/zwangsstoerung/</link>
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		<pubDate>Sat, 03 Dec 2011 14:28:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Psychotherapie]]></category>
		<category><![CDATA[Angst]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Psychiatrie]]></category>

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		<description><![CDATA[Nicht nur Erwachsene, sondern auch rund zwei Prozent der Kinder leiden unter Zwangsstörungen. Sichtbar wird die Störung einerseits in sich aufdrängenden Gedanken wie Angst vor Verschmutzung, Verletzung oder gewalttätigen Vorstellungen, die als sinnlos oder quälend empfunden werden. Andererseits gibt es Zwangshandlungen &#8211; ritualisierte Handlungen, die häufig wiederholt werden müssen, wie Händewaschen, Fragen, Zählen, Berühren, Kontrollieren oder Sammeln&#8230; pte &#8211; http://www.uzh.ch -  Das in Zürich erstellte Computerspiel &#8220;Ricky und die Spinne&#8221; soll sechs- bis zwölfjährigen Kindern mit Methoden der Verhaltenstherapie helfen, ihre Erkrankung, deren Folgen und die Behandlung zu verstehen. Hilflose Eltern &#8220;Bei Zwangserkrankungen sehen wir immer wieder, dass Eltern sehr überrascht sind&#8221;, sagt Forschungsleiterin Veronika Brezinka vom Zentrum für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie der Universität Zürich im pressetext-Interview. Häufig passe sich die Familie der Marotten der erkrankten Kinder an. Der Waschzwang ist der bekannteste &#8211; Brezinka kennt auch zwangsgestörte Kinder, die immer wieder durch die Tür gehen müssen oder zwanghaft ihre Plüschtiere immer wieder ordnen. Mit der Anpassung an Zwangshandlungen wollen Eltern und Geschwister Kindern helfen. &#8220;Das führt aber dazu, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit immer mehr Zwänge entstehen&#8221;, erklärt die Psychologin. Die Ursache für die neuropsychische Erkrankung ist noch nicht bekannt. &#8220;Wir brauchen zum Glück die Ursache nicht zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nicht nur Erwachsene, sondern auch rund zwei Prozent der Kinder leiden unter Zwangsstörungen. Sichtbar wird die Störung einerseits in sich aufdrängenden Gedanken wie Angst vor Verschmutzung, Verletzung oder gewalttätigen Vorstellungen, die als sinnlos oder quälend empfunden werden. Andererseits gibt es Zwangshandlungen &#8211; ritualisierte Handlungen, die häufig wiederholt werden müssen, wie Händewaschen, Fragen, Zählen, Berühren, Kontrollieren oder Sammeln&#8230;<span id="more-3674"></span></p>
<p><a href="http://www.pressetext.de">pte</a> &#8211; <a href="http://www.uzh.ch/">http://www.uzh.ch</a> -  Das in Zürich erstellte Computerspiel &#8220;Ricky und die Spinne&#8221; soll sechs- bis zwölfjährigen Kindern mit Methoden der Verhaltenstherapie helfen, ihre Erkrankung, deren Folgen und die Behandlung zu verstehen.</p>
<p><strong>Hilflose Eltern</strong></p>
<p>&#8220;Bei Zwangserkrankungen sehen wir immer wieder, dass Eltern sehr überrascht sind&#8221;, sagt Forschungsleiterin Veronika Brezinka vom Zentrum für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie der Universität Zürich im pressetext-Interview. Häufig passe sich die Familie der Marotten der erkrankten Kinder an. Der Waschzwang ist der bekannteste &#8211; Brezinka kennt auch zwangsgestörte Kinder, die immer wieder durch die Tür gehen müssen oder zwanghaft ihre Plüschtiere immer wieder ordnen.</p>
<p>Mit der Anpassung an Zwangshandlungen wollen Eltern und Geschwister Kindern helfen. &#8220;Das führt aber dazu, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit immer mehr Zwänge entstehen&#8221;, erklärt die Psychologin. Die Ursache für die neuropsychische Erkrankung ist noch nicht bekannt. &#8220;Wir brauchen zum Glück die Ursache nicht zu kennen, um die Kinder behandeln zu können.&#8221;</p>
<p><strong>Spiel legt Verhalten offen</strong></p>
<p>Als bewährteste Methode für die Behandlung kindlicher Zwangserkrankungen gilt heute bereits die kognitive Verhaltenstherapie, eventuell ergänzt mit Medikation. Um Psychotherapeuten zu unterstützen, hat Brezinka das Spiel &#8220;Ricky und die Spinne&#8221; entwickelt. Im Spiel werden Grashüpfer Ricky und Marienkäfer Lisa von einer Spinne gezwungen, Dinge zu tun, die sie eigentlich nicht wollen. Ricky darf beispielsweise nur in einem Muster über die Wiese hüpfen, und Lisa muss jeden Abend vor dem Einschlafen die Punkte auf ihren Flügeln zählen.</p>
<p>Aus Angst vor der Spinne verstricken sie sich immer tiefer ins Netz der Zwangserkrankung. Schließlich bittet Ricky Dr. Eule um Hilfe. &#8220;Das Spiel soll betroffene Kinder ermutigen, sich dem Zwang zu widersetzen und Psychotherapeuten bei der Behandlung von Zwangserkrankungen unterstützen&#8221;, unterstreicht Brezinka.</p>
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		<title>HIV / AIDS: Osteuropa bald Aids-Sorgenkind Nr. 1</title>
		<link>http://www.pharmacon.net/2011/12/hiv-4/</link>
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		<pubDate>Thu, 01 Dec 2011 13:28:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sexualmedizin]]></category>
		<category><![CDATA[Suchterkrankungen]]></category>
		<category><![CDATA[AIDS]]></category>
		<category><![CDATA[Drogen]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Sex]]></category>

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		<description><![CDATA[Während weltweit die Neuinfektionen mit dem HI-Virus sinken, geraten sie in Osteuropa zunehmend außer Kontrolle. &#8220;Russland und die Ukraine stehen mit ihrem Aidsproblem bald dort, wo das südliche Afrika vor fünf bis zehn Jahren war&#8221;, warnt Nicolas Cantau, Fund Portfolio Manager für die Ukraine beim Global Fund&#8230;Experte: &#8220;Situation wie früher in Südafrika steht bevor&#8221; pte -  Der &#8220;Global Fund to fight AIDS, Tuberculosis and Malaria&#8221; http://theglobalfund.org ist mit Abstand der größte Geldgeber für HIV/Aids-Projekte weltweit. Alarm schlug anlässlich des heutigen Weltaidstages auch die WHO http://who.int . Ihr Vergleich der Aids-Situation 2010 mit jener von 2001 zeigt: Die jährlichen Neuinfektionen gingen zwar weltweit um 15 Prozent auf 2,7 Mio. zurück und es gibt Hinweise, dass sich sogar in der zahlenmäßig größten Krisenregion Afrika südlich der Sahara die Zunahmen abflachen. In Osteuropa und Zentralasien verdreifachte sich die Zahl der HIV-Positiven allerdings auf nunmehr 1,5 Mio. und Aids-Todesfälle stiegen sogar auf das Zehnfache. Speziell zur Ukraine informiert ein noch unveröffentlichter Bericht der UNAIDS http://unaids.org , dass 360.000 Ukrainer oder 1,33 Prozent der Bevölkerung zwischen 15 bis 49 Jahren den HI-Virus tragen, wobei nur 100.000 davon offiziell als Patienten gemeldet sind. Hoch ist die Infektionsrate besonders bei Drogenabhängigen, Sexarbeiterinnen, homosexuellen Männern und auch Straßenkindern, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Während weltweit die Neuinfektionen mit dem HI-Virus sinken, geraten sie in Osteuropa zunehmend außer Kontrolle. &#8220;Russland und die Ukraine stehen mit ihrem Aidsproblem bald dort, wo das südliche Afrika vor fünf bis zehn Jahren war&#8221;, warnt Nicolas Cantau, Fund Portfolio Manager für die Ukraine beim Global Fund&#8230;<span id="more-3669"></span><strong>Experte: &#8220;Situation wie früher in Südafrika steht bevor&#8221;</strong></p>
<p><a href="http://www.pressetext.de">pte</a> -  Der &#8220;Global Fund to fight AIDS, Tuberculosis and Malaria&#8221; <a href="http://theglobalfund.org/">http://theglobalfund.org</a> ist mit Abstand der größte Geldgeber für HIV/Aids-Projekte weltweit.</p>
<p><a href="http://www.pharmacon.net/2011/12/hiv-4/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p>Alarm schlug anlässlich des heutigen Weltaidstages auch die WHO <a href="http://who.int/">http://who.int</a> . Ihr Vergleich der Aids-Situation 2010 mit jener von 2001 zeigt: Die jährlichen Neuinfektionen gingen zwar weltweit um 15 Prozent auf 2,7 Mio. zurück und es gibt Hinweise, dass sich sogar in der zahlenmäßig größten Krisenregion Afrika südlich der Sahara die Zunahmen abflachen. In Osteuropa und Zentralasien verdreifachte sich die Zahl der HIV-Positiven allerdings auf nunmehr 1,5 Mio. und Aids-Todesfälle stiegen sogar auf das Zehnfache.</p>
<p>Speziell zur Ukraine informiert ein noch unveröffentlichter Bericht der UNAIDS <a href="http://unaids.org/">http://unaids.org</a> , dass 360.000 Ukrainer oder 1,33 Prozent der Bevölkerung zwischen 15 bis 49 Jahren den HI-Virus tragen, wobei nur 100.000 davon offiziell als Patienten gemeldet sind. Hoch ist die Infektionsrate besonders bei Drogenabhängigen, Sexarbeiterinnen, homosexuellen Männern und auch Straßenkindern, wobei allerdings der heterosexuelle Geschlechtsverkehr im Jahr 2009 den Drogenkonsum als wichtigste Übertragungsform abgelöst hat.</p>
<p><strong>Drei Viertel bleiben unentdeckt</strong></p>
<p>&#8220;Es gibt Hinweise, dass die heterosexuelle Übertragung heute in erster Linie von infizierten Drogenabhängigen ausgeht&#8221;, erklärt Cantau. Zwei Drittel der sexuell Neuinfizierten sind Frauen, vorwiegend aus der Gruppe der 20- bis 29-Jährigen, wobei 50 Prozent der HI-Trägerinnen bei einer Schwangerschaft als solche diagnostiziert werden. Insgesamt bleibt der Virus jedoch bei drei von vier Betroffenen unentdeckt, weshalb Experten bereits den fortdauernden Boom von Neuerkrankungen befürchten.</p>
<p>Die ukrainische Regierung setzt in ihren Gegenmaßnahmen bei den Hochrisikogruppen an und wird dabei vom Global Fund in den kommenden zwei Jahren mit 88 Mio. Dollar unterstützt. &#8220;Die verfügbaren Mittel reichen jedoch kaum, um die vielen Lücken auch nur notdürftig zu füllen. Denn weder gelingt der flächendeckende Test bei Risikogruppen, noch die Behandlung aller Erkrankten&#8221;, betont der Global Fund-Sprecher. Ähnliches berichten auch ukrainische Selbsthilfegruppen (pressetext berichtete: <a href="http://pressetext.com/news/20100721030">http://pressetext.com/news/20100721030</a> ).</p>
<p><strong>DACH-Ländern fehlt Verantwortung</strong></p>
<p>Gegenüber Russland, wo die Situation der Epidemie mit der Ukraine vergleichbar ist, spricht Cantau allerdings ein noch härteres Urteil aus. &#8220;Russland gehört zu den Geberländern für den Global Fund, verwehrt diesem aber die Mitwirkung bei der HIV-Bekämpfung. Seine Strategie ist die generelle Prävention, wobei die Bedürfnisse der Drogenabhängigen übergangen und die einzig wirksame Schadensminderungen durch Substitution oder Nadeltausch verboten werden. Dahinter stehen nur ideologische Gründe, die jeder Evidenz widersprechen.&#8221; Schlimm sei dies, da UNAIDS-Forschungen zeigen, dass HIV/Aids durch Test und effektive Behandlung ausgemerzt werden könnte.</p>
<p>Jegliche Kritik gerade aus deutschsprachigen Ländern hat jedoch fahlen Beigeschmack: Deutschland, die Schweiz und Österreich sind Schlusslichter im weltweiten Kampf gegen HIV/Aids. &#8220;Das betrifft nicht nur den finanziellen Beitrag für Aidsprojekte, sondern auch die Entwicklungshilfe, die deutlich unter 0,7 Prozent des BIP liegt&#8221;, so Cantau. Weit schärfer hat dies Global-Fund-Direktor Michel Kazatchkine anlässlich der Aids-Konferenz 2010 formuliert: &#8220;Österreich bekämpft Aids nur mit schönen Worten&#8221; (pressetext berichtete: <a href="http://pressetext.com/news/20100723004">http://pressetext.com/news/20100723004</a> ).</p>
<p>UNAIDS-Datenblatt Ukraine: <a href="http://www.unaids.org/en/Regionscountries/Countries/Ukraine/">http://www.unaids.org/en/Regionscountries/Countries/Ukraine/</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Kein Witz: Israels heilende Clowns</title>
		<link>http://www.pharmacon.net/2011/11/heilende-clowns/</link>
		<comments>http://www.pharmacon.net/2011/11/heilende-clowns/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 17 Nov 2011 13:02:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Psychotherapie]]></category>
		<category><![CDATA[Angst]]></category>
		<category><![CDATA[Israel]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Trauma]]></category>

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		<description><![CDATA[Israel setzt heilende Clowns ein, um das natürliche Potential der Hormone zu nutzen, die beim Lachen freigesetzt werden. In Israel sind medizinische Clowns kein Witz: Sie werden als Co-Therapeuten bei der Patientenpflege betrachtet&#8230; Co-Therapeuten bei der Patientenpflege Besuch im Kinderkrankenhaus Alyn, Jerusalem Die Magi-Stiftung finanziert 80 heilende Clowns Medizinische Clowns im israelischen Kinderkrankenhaus Alyn. In Alyn werden jüdische und arabische Kinder aus Israel und Gaza behandelt. Klicken Sie hier um die Fotostrecke anzuschauen. Jerusalem, 17. Nov. &#8211; Heilende Clowns werden in einem dreimonatigen Kurs in Israel ausgebildet, und das Land bietet sogar einen Bachelor in diesem Feld an – den einzigen dieser Art weltweit. Israel, das in dieser Therapieform als weltweit führend gilt, wurde aufgrund seiner Leistungen in diesem Bereich dazu ausgewählt, eine internationale Konferenz zum körperlichen Nutzen des Einsatzes heilender Clowns zu halten. Rund 250 Teilnehmer aus 25 Ländern besuchten das Symposium. Die Konferenz beleuchtete neue Errungenschaften bei dem Einsatz medizinischer Clowns. Die Clowns halfen Patienten zum Beispiel dabei, ihr Angstniveau zu reduzieren oder schmerzhafte Prozeduren zu überstehen. Israelische Ärzte zeigten, dass heilende Clowns unter anderem kleine Kinder im Vorfeld von Nierenuntersuchungen, die nach Infektionen nötig waren, so gut beruhigen konnten, dass den Kindern weniger starke Betäubungsmittel verabreicht werden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Israel setzt heilende Clowns ein, um das natürliche Potential der Hormone zu nutzen, die beim Lachen freigesetzt werden. In Israel sind medizinische Clowns kein Witz: Sie werden als Co-Therapeuten bei der Patientenpflege betrachtet&#8230;<span id="more-3652"></span></p>
<ul>
<li>Co-Therapeuten bei der Patientenpflege</li>
<li>Besuch im Kinderkrankenhaus Alyn, Jerusalem</li>
<li>Die Magi-Stiftung finanziert 80 heilende Clowns</li>
</ul>
<p><strong>Medizinische Clowns im israelischen Kinderkrankenhaus Alyn. In Alyn werden jüdische und arabische Kinder aus Israel und Gaza behandelt. Klicken Sie hier um die <a href="https://picasaweb.google.com/109723070407787061573/NoJokeIsraelSMedicalClowns?authuser=0&amp;feat=directlink">Fotostrecke</a> anzuschauen.</strong></p>
<p>Jerusalem, 17. Nov. &#8211; Heilende Clowns werden in einem dreimonatigen Kurs in Israel ausgebildet, und das Land bietet sogar einen Bachelor in diesem Feld an – den einzigen dieser Art weltweit.</p>
<p>Israel, das in dieser Therapieform als weltweit führend gilt, wurde aufgrund seiner Leistungen in diesem Bereich dazu ausgewählt, eine <a href="http://www.szmc.org.il/NewsHighlights/NewsHighlights2011/October/MedicalClownConference/tabid/2074/Default.aspx">internationale Konferenz</a> zum körperlichen Nutzen des Einsatzes heilender Clowns zu halten. Rund 250 Teilnehmer aus 25 Ländern besuchten das Symposium.</p>
<p>Die Konferenz beleuchtete neue Errungenschaften bei dem Einsatz medizinischer Clowns. Die Clowns halfen Patienten zum Beispiel dabei, ihr Angstniveau zu reduzieren oder schmerzhafte Prozeduren zu überstehen. Israelische Ärzte zeigten, dass heilende Clowns unter anderem kleine Kinder im Vorfeld von Nierenuntersuchungen, die nach Infektionen nötig waren, so gut beruhigen konnten, dass den Kindern weniger starke Betäubungsmittel verabreicht werden mussten als üblich.</p>
<p>Israelische Krankenhäuser wurden für die volle Integration der heilenden Clowns in das medizinische Personal hervorgehoben. Dieser Prozess begann 2002, als drei Clowns in das Personal des Jerusalems Hadassah-Krankenhaus in Ein Kerem aufgenommen wurden. Die nach Angabe von Experten überragenden Resultate dieses Schritts bewogen israelische Krankenhäuser anschließend dazu, heilende Clowns in ihr Personal zu integrieren.</p>
<p><strong>Heilende Clowns sind voll in den Krankenhaus-Alltag integriert -</strong><br />
<strong> Beispiel: Kinderkrankenhaus Alyn in Jerusalem</strong></p>
<p>In Alyn, einem Krankenhaus für die Rehabilitation von Kindern in Jerusalem, sind die heilenden Clowns Teil der psychologischen Abteilung, weil sie „mit dem Geist der Kinder arbeiten“, sagt Ruth Palmor, die Leiterin der psychosozialen Abteilung des Krankenhauses.</p>
<p>Spaß im Krankenhaus: Medizinische Clowns sind in Israel in das Pflegepersonal integriert, um das Krankenbild des Patienten besser zu verstehen.</p>
<p>Die heilenden Clowns nehmen daher an Personaltreffen teil, um ein gut abgerundetes Bild ihrer Patienten zu erhalten. Sie helfen den Patienten dann, Rehabilitationsprogramme und Aktivitäten mit Physiotherapeuten und anderen Experten zu entwickeln. Medizinische Clowns benutzen oft einfache Mittel und unterhaltsame Methoden, um Kinder wie Erwachsene zu Therapien zu bewegen, die für ihre Erholung nötig sind. Dazu verbessern sie die Qualität – und die Quantität – der Behandlungen. Zum Beispiel helfen medizinische Clowns Physiotherapeuten dabei, mit Kindern gleichzeitig an Sprache und körperlicher Stärke zu arbeiten.</p>
<p><strong>Soziale und kulturelle Differenzen überbrücken</strong></p>
<p>Palmor erzählte von einem kleinen Jungen, der sich nach einer ernsthaften Verbrennung schmerzhaften Hauttransplantationen unterziehen musste. Der medizinische Clown des Krankenhauses, Noam Rubinstein, fand eine einfache Lösung: Eine Seifenblasenmaschine half dem Jungen bei der Physiotherapie. Der Jungen wurde dazu ermutigt, seine Muskeln um kleine Kugeln herum zu biegen und anzuspannen – eine sehr schmerzhafte Aufgabe -, indem man ihn anwies, so viele Blasen wie möglich platzen zu lassen.</p>
<p><strong>Heilende Clowns motivieren Kinder, selbst aktiv zu werden. Das beschleunigt den Heilungsprozess.</strong></p>
<p>“Für alle 15 Blasen, die du zerplatzt, mache ich dir einen Tierballon”, sagte Rubinstein. Der Junge war begeistert; er zerplatzte Blasen mehr als 45 Minuten lang und verdiente sich so die versprochene Belohnung!</p>
<p>Medizinische Clowns helfen außerdem dabei, soziale und kulturelle Differenzen zu überbrücken. In Alyn zum Beispiel werden Kinder aus Israel, Gaza, Sibirien und anderen Gegenden behandelt. Auch die familiären und finanziellen Hintergründe der Kinder sind verschieden. Um die Kinder zu erreichen und ihnen während ihres Krankenhauses ein Gefühl von Zuhause zu vermitteln, nutzen die Clowns universelle Techniken, die die sozialen Unterschiede überbrücken.</p>
<p>“Wir bestärken Kinder darin, sich selbst als Ganzes zu sehen, trotz ihrer Behinderungen“, sagte Sigalit Ofer (links), einer der heilenden Clowns in Alyn. Sie erklärte, dass sie Lachen benutzt – eine natürliche und starke Heilungsmethode -, um Kindern dabei zu helfen, sich zu öffnen und ihre natürliche Motivation, zu heilen, zu stärken. Ofer hilft regelmäßig Kindern dabei, nach einem körperlichen Trauma ihre physische und kognitive Kontrolle wiederzuerlangen. Sie arbeitet mit Sprachpathologen und Physiotherapeuten an Erinnerungsspielen, Dehnungstechniken und Aktivitäten zur Verbesserung der Feinmotorik.</p>
<p>Walid, ein siebenjähriger Patient in Alyn, schrie vor Freude, als die Clowns eine „spontane Intervention“ durchführten, einen komischen Clownsauftritt. Solche Auftritte schaffen eine heiterte Atmosphäre und lassen Kinder oft in Lachen ausbrechen, so wie den kleinen Walid.</p>
<p>Ein spanischer heildender Clown, Begona Pino (unten), sagte dem Israel Project: „Wir haben viel über Israels Expertise mit medizinischen Clowns gelernt. Was wir hier [auf der Konferenz] gesehen haben, ist ein Rollenmodell für unser Programm in Spanien. Wir haben noch nicht dieses Ausmaß an Integration erreicht, das israelische Krankenhäuser haben.”</p>
<p>Die Magi-Stiftung – die Stiftung, die das Traum-Doktor-Programm unterhält, das heilende Clowns in Krankenhäusern benutzt – hat mehr als 80 heilende Clowns, die in den verschiedensten Bereichen arbeiten: Sie leisten Hilfe bei Operationen, arbeiten in Zentren für Kinder, die Opfer sexuellen Missbrauchs geworden sind, und in psychiatrischen Abteilungen.</p>
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		<title>Mehr Hilfe bei Krisen in Schwangerschaft nötig: Bedeutung der Psychologen und Hebammen nimmt zu</title>
		<link>http://www.pharmacon.net/2011/08/prenatal/</link>
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		<pubDate>Wed, 31 Aug 2011 06:51:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sexualmedizin]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Trauer]]></category>
		<category><![CDATA[Trauma]]></category>
		<category><![CDATA[Untersuchung]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Situation der Geburtshilfe ist heute grundlegend anders als noch vor Jahrzehnten, legt der Experte dar. &#8220;Die Pränataldiagnostik erlaubt einen neuen Blick auf die Kindesentwicklung, bewirkt jedoch gleichzeitig eine ständige Verunsicherung der werdenden Mutter, die von Termin zu Termin auf Entwarnung hofft.&#8221;&#8230; Bregenz (pte) Krisen und Zwischenfälle in der Schwangerschaft und Geburt überfordern werdende Eltern häufig. Diesem Thema widmen sich demnächst die Bodensee-Dialoge http://www.bodenseedialoge.li . &#8220;Das Tabu der psychologischen Begleitung der Schwangerschaft muss fallen. Fehlgeburten wurden etwa über lange Zeit bagatellisiert, wodurch betroffene Frauen und Paare keinen Trauerprozess durchlaufen konnten und oft noch Jahre später ein Trauma entwickelten&#8221;, so Tagungsleiter Christoph Jochum im pressetext-Interview. Hoffnung auf Entwarnung Die Zunahme an Untersuchungen geht unter anderem auf das steigende Bedürfnis der Ärzte nach rechtlicher Absicherung zurück. Zudem hat ein Kind heute eine andere Bedeutung als früher. &#8220;Da viele nur mehr ein Kind statt drei bis vier Kinder bekommen, ist der Druck und die Erwartungshaltung in das &#8216;Projekt Kind&#8217; ungleich größer. Alles muss passen und wird geplant, weshalb man immer öfter von Wunschkind, Wunschtermin und vom geplanten Kaiserschnitt spricht&#8221;, so Jochum. Kinder sind nicht planbar Die Realität sieht anders aus, denn das Kinderkriegen ist trotz der hohen Technisierung der Schwangerschaft nicht planbar. Ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Situation der Geburtshilfe ist heute grundlegend anders als noch vor Jahrzehnten, legt der Experte dar. &#8220;Die Pränataldiagnostik erlaubt einen neuen Blick auf die Kindesentwicklung, bewirkt jedoch gleichzeitig eine ständige Verunsicherung der werdenden Mutter, die von Termin zu Termin auf Entwarnung hofft.&#8221;&#8230;<span id="more-3547"></span></p>
<p>Bregenz (<a href="http://www.pressetext.de">pte</a>) Krisen und Zwischenfälle in der Schwangerschaft und Geburt überfordern werdende Eltern häufig. Diesem Thema widmen sich demnächst die Bodensee-Dialoge <a href="http://www.bodenseedialoge.li/">http://www.bodenseedialoge.li</a> . &#8220;Das Tabu der psychologischen Begleitung der Schwangerschaft muss fallen. Fehlgeburten wurden etwa über lange Zeit bagatellisiert, wodurch betroffene Frauen und Paare keinen Trauerprozess durchlaufen konnten und oft noch Jahre später ein Trauma entwickelten&#8221;, so Tagungsleiter Christoph Jochum im pressetext-Interview.</p>
<p><strong>Hoffnung auf Entwarnung</strong></p>
<p>Die Zunahme an Untersuchungen geht unter anderem auf das steigende Bedürfnis der Ärzte nach rechtlicher Absicherung zurück. Zudem hat ein Kind heute eine andere Bedeutung als früher. &#8220;Da viele nur mehr ein Kind statt drei bis vier Kinder bekommen, ist der Druck und die Erwartungshaltung in das &#8216;Projekt Kind&#8217; ungleich größer. Alles muss passen und wird geplant, weshalb man immer öfter von Wunschkind, Wunschtermin und vom geplanten Kaiserschnitt spricht&#8221;, so Jochum.</p>
<p><strong>Kinder sind nicht planbar</strong></p>
<p>Die Realität sieht anders aus, denn das Kinderkriegen ist trotz der hohen Technisierung der Schwangerschaft nicht planbar. Ein guter Teil der Paare ist trotz vielen Versuchen nicht in der Lage, ein Kind zu bekommen, und nach wie vor enden 15 Prozent der Schwangerschaften mit einer Fehlgeburt. Schwierig verlaufende frühere Geburten oder auch die negative Darstellung in den Medien bereiten vielen Frauen Angst vor weiteren Schwangerschaften oder Geburten (pressetext berichtete: <a href="http://pressetext.com/news/20110629002">http://pressetext.com/news/20110629002</a> ).</p>
<p>Speziell wenn Frauen oder Paare erfahren, dass ihr Kind schwerkrank oder behindert sein wird, belastet dies psychisch enorm. &#8220;Betroffene brauchen Hilfe von Außen zur Stabilisierung. Erst so können sie eine reflektierte Entscheidung treffen, zu der sie später auch stehen können&#8221;, betont Jochum. Ärzte sind mit dieser Aufgabe meist überfordert, zumal in vielen Fällen ein Zeitproblem besteht.</p>
<p><strong>Hebammen immer wichtiger</strong></p>
<p>Experten machen sich daher für mehr Zusammenarbeit zwischen den Disziplinen stark, um neben den medizinischen auch psychologische, soziale, ethische und spirituelle Aspekte zu berücksichtigen. So können etwa Hebammen der Frau dabei helfen, den natürlichen Zugang zur Geburt wieder zu finden. Immer öfter übernehmen sie bereits heute während der Schwangerschaft die Begleiterrolle, etwa in Geburtsvorbereitungskursen oder bei der Mutter-Kind-Pass-Untersuchung.</p>
<p>Die Sensibilität für psychologische Nöte während der Schwangerschaft wächst jedoch auch bei den Gynäkologen, beobachtet Jochum. &#8220;90 Prozent der nachkommenden Fachärzte sind Frauen, was für einen Kulturwandel spricht. Frauen sind auf ganz andere Weise sensibel für weibliche Problemstellungen als Männer.&#8221;</p>
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		<title>Das Trauma transformieren: Der Körper als Heiler</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Aug 2011 09:22:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Psychosomatik]]></category>
		<category><![CDATA[Psychotherapie]]></category>
		<category><![CDATA[Abhängigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Haut]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Trauma]]></category>

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		<description><![CDATA[In seinem Grundlagenbuch &#8220;Trauma-Heilung&#8221; beschreibt Peter Levine die Fähigkeit des Menschen zur Transformation traumatischer Erfahrungen. Insbesondere befasst sich sein Buch mit den Schocktrauma. Hierzu stellt er sogar Übungen vor, mit deren Hilfe es vielen Betroffenen gelingen kann sich selbst zu heilen. Die geschilderten Prinzipien können aber auch auf Entwicklungstraumata angewandt werden, wobei hier in der Regel professionelle Unterstützung in Anspruch genommen werden sollte&#8230; Der Körper ist der Strand vom Meer des Seins. Sufi-Weisheit In der Einleitung zu seinem Buch &#8220;Trauma-Heilung – Das Erwachen des Tigers&#8220;, beschreibt Peter Levine die einzelnen Kapitel TEIL I: DER KÖRPER ALS HEILER 1. Schatten aus einer vergessenen Vergangenheit 2. Das Mysterium des Traumas 3. Wunden, die heilen können 4. Ein merkwürdiges neues Land 5. Heilung und Gemeinschaft 6. In der Spiegelung des Traumas 7. Das Erleben des Tiers 8. Wie Biologie zur Pathologie wird: Erstarren 9. Wie Pathologie zu Biologie wird: Die Auflösung des Im ersten Teil dieses Buches wird das Phänomen Trauma vorgestellt und erklärt, wie die Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung entstehen, wie sie sich weiterentwickeln und warum sie so schwer zu beseitigen sind. Dies ermöglicht es, das auf den ersten Blick undurchdringlich wirkende Netz von Mythen über das Trauma zu zerstören und durch eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In seinem Grundlagenbuch &#8220;Trauma-Heilung&#8221; beschreibt Peter Levine die Fähigkeit des Menschen zur Transformation traumatischer Erfahrungen. Insbesondere befasst sich sein Buch mit den Schocktrauma. Hierzu stellt er sogar Übungen vor, mit deren Hilfe es vielen Betroffenen gelingen kann sich selbst zu heilen. Die geschilderten Prinzipien können aber auch auf Entwicklungstraumata angewandt werden, wobei hier in der Regel professionelle Unterstützung in Anspruch genommen werden sollte&#8230;<span id="more-3495"></span></p>
<p style="text-align: right;"><em>Der Körper ist der Strand vom Meer des Seins.</em><br />
<em>Sufi-Weisheit</em></p>
<p><em>In der Einleitung zu seinem Buch &#8220;<strong><a href="http://astore.amazon.de/buchundjudenhaga/detail/3922026915">Trauma-Heilung – Das Erwachen des Tigers</a></strong>&#8220;, </em><em>beschreibt Peter Levine die einzelnen Kapitel</em></p>
<p><strong>TEIL I: DER KÖRPER ALS HEILER</strong></p>
<ul>
<li>1. Schatten aus einer vergessenen Vergangenheit</li>
<li>2. Das Mysterium des Traumas</li>
<li>3. Wunden, die heilen können</li>
<li>4. Ein merkwürdiges neues Land</li>
<li>5. Heilung und Gemeinschaft</li>
<li>6. In der Spiegelung des Traumas</li>
<li>7. Das Erleben des Tiers</li>
<li>8. Wie Biologie zur Pathologie wird: Erstarren</li>
<li>9. Wie Pathologie zu Biologie wird: Die Auflösung des</li>
</ul>
<p><a href="http://www.somaticexperiencing.at"><img class="alignright" title="somaticexperiencing.at" src="http://www.somaticexperiencing.at/wp-content/levine.jpg" alt="Peter Levine" width="212" height="238" /></a>Im ersten Teil dieses Buches wird das Phänomen Trauma vorgestellt und erklärt, wie die Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung entstehen, wie sie sich weiterentwickeln und warum sie so schwer zu beseitigen sind. Dies ermöglicht es, das auf den ersten Blick undurchdringlich wirkende Netz von Mythen über das Trauma zu zerstören und durch eine einfache, zusammenhängende Beschreibung der grundlegenden physiologischen Prozesse zu ersetzen, durch die Traumata entstehen.<br />
Obgleich unser Intellekt unsere natürlichen Instinkte oft außer Kraft setzt, verursacht er nicht die traumatische Reaktion. Wir sind darin unseren vierbeinigen Freunden ähnlicher, als wir es vielleicht gern wahrhaben möchten.</p>
<p>Wenn ich von unserem &#8220;Organismus&#8221; spreche, beziehe ich mich auf die Definition des <em>Webster&#8217;s Dictionary, </em>der schreibt, der Organismus sei &#8220;eine komplexe Struktur voneinander abhängiger und einander untergeordneter Elemente, deren Beziehungen und Eigenschaften weitgehend durch ihre Funktion im Rahmen des Ganzen bestimmt wird&#8221;. Der Begriff &#8220;Organismus&#8221; ist eine Bezeichnung für unsere Ganzheit, die sich nicht aus der Summe ihrer Einzelteile herleiten läßt, z.B. den Knochen, chemischen Grundstoffen, Muskeln, Organen. Die Ganzheit ergibt sich vielmehr aus der dynamischen, komplexen Wechselbeziehung der einzelnen Elemente. Körper und Geist, primitive Instinkte, Emotionen, Intellekt und Spiritualität, alle diese Faktoren müssen bei der Untersuchung des Organismus einbezogen werden.</p>
<p>Das Werkzeug, mit dessen Hilfe wir uns als Organismus erfahren können, ist das &#8220;ganzheitliche innere Empfinden&#8221; <em>(felt sense). </em>Mit seiner Hilfe können wir die Gesamtheit aller Empfindungen und allen Wissens über uns selbst erleben. Wenn Sie dieses Buch lesen und einige der darin beschriebenen Übungen ausführen, werden Sie neu eingeführte Begriffe wie den des ganzheitlichen inneren Empfindens besser verstehen.</p>
<p>Das Trauma und der Prozeß, durch den man es heilen kann, wird als ein Naturphänomen beschrieben. Dabei wird auf das uns allen angeborene Wissen über das Heilen Bezug genommen. Wir werden einigen der primitivsten biologischen Reaktionen begegnen.<br />
Nach dem ersten Teil des Buches werden Sie besser verstehen, wie Ihr Organismus funktioniert und wie Sie ihn auf eine Weise nutzen können, die Ihrer Vitalität, Ihrem Wohlbefinden und Ihrer Lebensfreude zugute kommt, ganz gleich, ob Sie unter Traumasymptomen leiden oder nicht.</p>
<p>In diesem ersten Teil beschreibe ich zudem Übungen, die Ihnen helfen werden, das ganzheitliche innere Empfinden kennenzulernen. Diese Übungen sind überaus wichtig. Im Grunde kann nur mit ihrer Hilfe vermittelt werden, wie dieser faszinierende Aspekt des menschlichen Seins beschaffen ist. Der Eintritt in das Reich des ganzheitlichen inneren Empfindens ist für viele Menschen so, als würden sie ein fremdartiges neues Land betreten &#8211; ein Land, das sie oft besucht haben, ohne daß sie sich die Szenerie dort jemals genauer angeschaut hätten.<br />
Beim Lesen und Erleben dieses ersten Teils werden Sie feststellen, daß Ihnen einiges, was Ihnen darin über die Funktionsweise Ihres Körpers gesagt wird, seit langem bekannt ist.</p>
<p><strong>TEIL II: TRAUMASYMPTOME</strong></p>
<ul>
<li>10. Der Kern der traumatischen Reaktion</li>
<li>11. Traumasymptome</li>
<li>12. Die Realität eines traumatisierten Menschen</li>
<li>13. Das Szenario der Traumawiederholung (re-enactment)</li>
</ul>
<p>Hier werden die zentralen Elemente einer traumatischen Reaktion, ihre Symptome und die Realität, in der ein traumatisierter Mensch lebt, ausführlicher beschrieben.</p>
<p><strong>TEIL III: TRAUMATRANSFORMATION</strong></p>
<ul>
<li>14. Transformation</li>
<li>15. Die elfte Stunde: Die Transformation gesellschaftlicher Traumata</li>
</ul>
<p>Hier geht es um den Prozess, durch den wir die persönlichen wie die gesellschaftlichen Traumata transformieren können.</p>
<p><strong>TEIL IV: ERSTE HILFE BEI TRAUMATA</strong></p>
<ul>
<li>16. Emotionale Erste Hilfe nach einem Unfall</li>
<li>17. Erste Hilfe für Kinder</li>
</ul>
<p>In diesem praktischen Teil wird detailliert erläutert, wie nach einem Unfall die Entstehung eines Traumas verhindert werden kann. Außerdem enthält dieser Teil eine kurze Abhandlung über Kindheitstraumata, ein Thema mit dem sich auch ein eigener Band befasst.</p>
<p><a href="http://www.pharmacon.net/2011/08/trauma-heilung-3/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p>Die in diesem Buch vermittelten Informationen helfen uns, den Prozeß der Traumaheilung zu verstehen und das Gefühl zu entwickeln, daß wir uns auf unseren Organismus verlassen können. Außerdem bin ich der Meinung, daß diese Information nicht nur auf der persönlichen, sondern auch auf gesellschaftlicher Ebene von Bedeutung ist.</p>
<p>Ereignisse, die durch ihre gewaltigen Dimensionen ganze Völker oder sogar die gesamte Welt beeinflussen, fordern von Familien, gewachsenen Lebensgemeinschaften und ganzen Bevölkerungen ihren Tribut.<br />
Traumata können sich selbst perpetuieren.<br />
Aus ihnen entstehen immer neue Traumata, ein Prozeß, der nie endet und der sich über die Generationen hinweg in Familien, Gemeinschaften und Ländern fortsetzt, bis wir etwas unternehmen, um diese unerwünschte Entwicklung zum Stillstand zu bringen.</p>
<p>Transformationsmethoden für Gruppen befinden sich noch in den Anfängen. In Teil III dieses Buches habe ich einen Ansatz für die Traumaheilung in Gruppen beschrieben, den ich zusammen mit einigen Kollegen in Norwegen entwickle.</p>
<p>Weil ich einzelnen, die therapeutisch arbeiten wollen, oft die Hilfe ausgebildeter Fachleute empfehle, hoffe ich, daß das vorliegende Buch auch für die Fachwelt von Nutzen ist. Nur wenige Psychologen verfügen über ausreichendes Grundlagenwissen auf dem Gebiet der Physiologie, um jene Störungen erkennen und in ihrem Wesen verstehen zu können, die durch Behinderungen des natürlichen Verlaufs physiologischer Prozesse entstehen.</p>
<p>Im Ideallall könnte der Inhalt dieses Buchs einen neuen Weg der Traumabehandlung weisen. Nach meinen Erfahrungen in der therapeutischen Praxis verschaffen viele populäre Ansätze zur Traumaheilung bestenfalls zeitweilige Erleichterung. Einige kathartische Methoden, die das intensive emotionale Wiedererleben von Traumata befürworten, können sogar schädlich sein. Meiner Meinung nach erzeugen sie auf längere Sicht Abhängigkeit von einer ständigen Wiederholung der Katharsis und begünstigen das Auftauchen sogenannter &#8220;falscher Erinnerungen&#8221;. Das Wesen des Traumas macht es sogar wahrscheinlich, daß das kathartische Wiedererleben einer solchen Erfahrung eher zu einer erneuten Traumatisierung als zu einer Heilung führt.</p>
<p><strong>Schocktrauma / Entwicklungstrauma</strong></p>
<p>Die Psychotherapie befaßt sich mit einem breiten Spektrum von Themen und Problemen, die weit über die spezifische Thematik dieses Buches, die des <strong> Schocktraumas</strong>, hinausgehen. Schocktraumata entstehen, wenn wir lebensbedrohliche Situationen erleben, in denen unsere Fähigkeit, adäquat und effektiv zu reagieren, verlorengeht.</p>
<p>Im Gegensatz dazu können Menschen, die durch Mißbrauch, sei es permanente Mißhandlung oder Vernachlässigung in ihrer Kindheit traumatisiert worden sind &#8211; insbesondere wenn sie diese Erfahrungen im Kontext ihrer Ursprungsfamilie gemacht haben &#8211; unter einem &#8220;<strong>Entwicklungstrauma&#8221;</strong> <em>(developmental trauma) </em>leiden. Bei einem Entwicklungstrauma geht es in erster Linie um psychologische Probleme, die infolge inadäquater Förderung während wichtiger Entwicklungsperioden in der Kindheit entstanden sind. Obgleich die Dynamik, durch die diese Traumata entstehen, eine andere ist, können durch Grausamkeit und Vernachlässigung Symptome entstehen, die denen des Schocktraumas ähneln und oft auch damit verflochten sind. Menschen, die unter einem Entwicklungstrauma leiden, sollten deshalb<strong> gemeinsam mit einem Therapeuten</strong> ihre Probleme durcharbeiten.</p>
<p>Wenn ein Schocktrauma infolge eines einzelnen Ereignisses oder einer Serie von Ereignissen entstanden ist und keine vorherigen traumatischen Erlebnisse festzustellen sind, haben die Betreffenden meiner Meinung nach gute Chancen, sich in Zusammenarbeit mit ihrer Familie und ihren Freunden selbst zu heilen, und ich möchte diese Möglichkeit an dieser Stelle sehr empfehlen. Ich habe versucht, das vorliegende Buch in einer möglichst allgemeinverständlichen Sprache zu schreiben. Für Eltern, Lehrer und Kindererzieher kann dieses Buch von unschätzbarem Wert sein, wenn sie bei traumatischen Ereignissen sofort Maßnahmen ergreifen müssen. Auch Ärzten, Krankenpflegern, Heilpraktikern, Polizisten, Feuerwehrleuten, Rettungshelfern und anderen, die regelmäßig mit den Opfern von Unfällen und Naturkatastrophen zu tun haben, könnte dieses Buch eine große Hilfe sein, und zwar nicht nur bei ihrem Umgang mit Traumatisierten, sondern auch für sie selbst. Das Miterleben von Situationen, in denen andere Menschen schreckliche Verletzungen erleiden &#8211; und insbesondere das berufsbedingte regelmäßige Erleben solcher Situationen &#8211; ist für die Betroffenen äußerst belastend und hat oft eine ebenso traumatisierende Wirkung wie die Erfahrung am eigenen Leibe.</p>
<p><strong><a href="http://astore.amazon.de/buchundjudenhaga/detail/3922026915"><img class="alignright" src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/41BXCJCN5AL._SL210_.jpg" alt="" width="144" height="210" /></a>Über die Nutzung dieses Buches</strong></p>
<p>Lassen Sie sich genügend Zeit, das, was Sie in diesem Buch lesen, wirklich aufzunehmen. Und probieren Sie auch die im Laufe des Textes angegebenen Übungen aus. Gehen Sie ruhig und ohne Hast an die Lektüre und die Arbeit mit dem beschriebenen Material heran. <strong>Traumata sind das Resultat der stärksten Kräfte, die der menschliche Körper aufzubieten vermag. Man sollte ihnen mit Respekt begegnen.</strong> Sie werden sich zwar vermutlich keinen Schaden zufügen, wenn Sie sich oberflächlich mit dem Inhalt des Buches beschäftigen, aber Sie profitieren sicher nicht im gleichen Maße davon, als wenn Sie sich die Zeit nehmen, das Gelesene gründlich zu verdauen.</p>
<p>Wenn Sie irgend etwas von dem, was Sie lesen, beunruhigt, halten Sie inne, und warten Sie, bis sich Ihr Zustand wieder normalisiert hat. Bleiben Sie bei dem, was Sie erleben, und schauen Sie, was sich daraus entwickelt. Viele falsche Vorstellungen über das Trauma sind erstaunlich tief in uns verankert, und sie können die Art, wie Sie sich selbst erfahren, ebenso beeinflussen wie Ihre Einstellung sich selbst gegenüber. Dies zu erkennen ist ungeheuer wichtig. Wenn Sie einen Teil Ihrer Aufmerksamkeit auf die Reaktionen konzentrieren, die das hier präsentierte Material in Ihnen hervorruft, wird Ihr Organismus Ihnen sagen, welche Geschwindigkeit des Vorgehens für Sie richtig ist.</p>
<p>Nicht intensive Emotionen, sondern <strong>das körperliche Empfinden ist der Schlüssel zur Traumaheilung</strong>.<br />
Registrieren Sie jede emotionale Reaktion, die in Ihnen aufwallt, und seien Sie sich bewußt, wie Ihr Körper diese Emotionen in Form von Empfindungen und Gedanken erlebt. Wenn Sie das Gefühl haben, daß Ihre Emotionen zu stark werden &#8211; beispielsweise starke Wutgefühle, Schrecken oder tiefe Gefühle der Hilflosigkeit -, sollten Sie sich an einen kompetenten Therapeuten wenden.</p>
<p>Ein Trauma braucht keine lebenslängliche Strafe zu sein. Unter all den Störungen, die den Organismus des Menschen befallen, könnte das Trauma sich letztlich als nützlich erweisen. Die Heilung eines Traumas bewirkt eine Transformation, die die Lebensqualität verbessern kann. Zur Traumaheilung sind nicht unbedingt raffinierte Medikamente, komplizierte Prozeduren oder eine lange Therapie erforderlich. <strong></strong></p>
<p><strong>Wenn Sie verstehen, wie ein Trauma entsteht, und die Mechanismen erkennen lernen, die seine Auflösung verhindern, wird Ihnen klar werden, wie Ihr Organismus sich selbst zu heilen versucht</strong>. Durch Anwendung einiger einfacher Ideen und Techniken können Sie diese angeborene Heilungsfähigkeit unterstützen. Die in diesem Buch vorgestellten Hilfsmittel werden Ihnen ermöglichen, durch das Trauma hindurchzugehen und Ihren Weg mit einem ganzheitlichen Seinsempfinden und mit grösserer Selbstsicherheit fortzusetzen.</p>
<p>Zwar kann ein Trauma die Hölle auf Erden sein, doch ist ein aufgelöstes Trauma ein Geschenk der Götter &#8211; eine Heldenreise, von der wir alle profitieren.</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/s?ie=UTF8&amp;ref_=rdr_ext_aut&amp;index=books&amp;field-author=Peter%20A.%20Levine#?_encoding=UTF8&amp;site-redirect=de&amp;tag=buchundjudenhaga&amp;linkCode=ur2&amp;camp=1638&amp;creative=19454">Peter Levine bei amazon.de</a><img src="https://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=buchundjudenhaga&amp;l=ur2&amp;o=3" alt="" width="1" height="1" border="0" /></p>
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		<item>
		<title>Trauma-Heilung: Dem Körper sein Recht geben</title>
		<link>http://www.pharmacon.net/2011/08/trauma-heilung-2/</link>
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		<pubDate>Wed, 10 Aug 2011 18:22:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adm</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Falls Sie unter merkwürdigen Symptomen leiden, die niemand zu erklären vermag, könnte die Ursache eine traumatische Reaktion auf ein in ferner Vergangenheit liegendes Ereignis sein, an das Sie sich vielleicht nicht einmal mehr erinnern. Sie sind aber nicht der einzige Mensch, dem das so geht. Und Sie sind auch nicht verrückt. Es gibt eine rationale Erklärung für das, was mit Ihnen vor sich geht. Sie sind keineswegs unwiderruflich geschädigt, und Ihre Symptome lassen sich durchaus lindern oder sogar völlig auflösen&#8230; Aus der Einleitung zu &#8220;Trauma-Heilung – Das Erwachen des Tigers&#8221; v. P. Levine Peter Levine Wir wissen, dass der Geist durch traumatische Erlebnisse tiefgreifend verändert wird. Beispielsweise wird ein Mensch, der einen schweren Autounfall miterlebt, anfänglich vor einer emotionalen Reaktion auf das Geschehen und sogar vor einer klaren Erinnerung daran &#8211; beziehungsweise vor dem Gefühl, daß der Unfall tatsächlich passiert ist &#8211; geschützt. Erstaunliche Mechanismen wie Dissoziation und Leugnen ermöglichen es uns, mit so schwierigen Situationen umzugehen und darauf zu hoffen, daß sich diese veränderten Zustände später einmal allmählich auflösen werden. Wie der Geist, reagiert auch der Körper stark auf traumatische Situationen. Er ist bereit, aktiv zu werden, wechselt in einen Zustand angstvoller Anspannung und erstarrt und kollabiert in hilflosem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Falls Sie unter merkwürdigen Symptomen leiden, die niemand zu erklären vermag, könnte die Ursache eine traumatische Reaktion auf ein in ferner Vergangenheit liegendes Ereignis sein, an das Sie sich vielleicht nicht einmal mehr erinnern. Sie sind aber nicht der einzige Mensch, dem das so geht. Und Sie sind auch nicht verrückt. Es gibt eine rationale Erklärung für das, was mit Ihnen vor sich geht. Sie sind keineswegs unwiderruflich geschädigt, und Ihre Symptome lassen sich durchaus lindern oder sogar völlig auflösen&#8230;<span id="more-3485"></span></p>
<p><strong>Aus der Einleitung zu &#8220;<a href="http://astore.amazon.de/buchundjudenhaga/detail/3922026915">Trauma-Heilung – Das Erwachen des Tigers</a>&#8221; v. P. Levine</strong></p>
<p><em>Peter Levine</em></p>
<p>Wir wissen, dass der Geist durch traumatische Erlebnisse tiefgreifend verändert wird. Beispielsweise wird ein Mensch, der einen schweren Autounfall miterlebt, anfänglich vor einer emotionalen Reaktion auf das Geschehen und sogar vor einer klaren Erinnerung daran &#8211; beziehungsweise vor dem Gefühl, daß der Unfall tatsächlich passiert ist &#8211; geschützt. Erstaunliche Mechanismen wie Dissoziation und Leugnen ermöglichen es uns, mit so schwierigen Situationen umzugehen und darauf zu hoffen, daß sich diese veränderten Zustände später einmal allmählich auflösen werden.</p>
<p>Wie der Geist, reagiert auch der Körper stark auf traumatische Situationen. Er ist bereit, aktiv zu werden, wechselt in einen Zustand angstvoller Anspannung und erstarrt und kollabiert in hilflosem Schrecken. So wie die Schutzreaktion des Geistes auf überwältigende Erlebnisse nach deren Ende abflaut und sich der Normalzustand wieder einstellt, sollte sich eigentlich auch die Reaktion des Körpers nach dem Ende des Ereignisses wieder normalisieren. Wird dieser Normalisierungsprozeß jedoch gestört, so werden die Auswirkungen des traumatischen Erlebens fixiert, und bei der betreffenden Person entsteht ein Trauma.</p>
<p>Die Psychologie interessiert bei diesem Phänomen gemeinhin seine Auswirkungen auf den Geist. Doch das ist bestenfalls die Hälfte der Geschichte und führt zu einer völlig unzulänglichen Beschreibung des Traumageschehens. <strong>Wenn wir Körper und Geist nicht als Einheit begreifen und uns dem entsptechend damit beschäftigen, werden wir nie in der Lage sein, das Trauma wirklich zu begreifen oder gar zu heilen.</strong></p>
<p><strong><span style="font-size: medium;">Die Suche nach einer Methode</span></strong></p>
<p>In diesem Buch geht es um die Auflösung von Traumasymptomen mit Hilfe eines naturgemäßen Ansatzes, den ich im Laufe der letzten 25 Jahre entwickelt habe. Aus meiner Sicht ist die posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) keine Pathologie, mit der man umzugehen lernen, die man unterdrücken oder in die man sich fügen muß. Meiner Meinung nach ist PTBS das Resultat eines natürlichen Prozesses, bei dem etwas schiefgegangen ist.</p>
<p>Die<strong> Traumaheilung erfordert eine direkte Erfahrung des lebenden, fühlenden, wissenden Organismus</strong>. Die Prinzipien, die ich Ihnen hier vorstellen möchte, sind das Resultat meiner Arbeit mit Klienten sowie des Verfolgens von Spuren, die mich zu den Ursprüngen des Traumas geführt haben. Im Rahmen dieser Studien habe ich mich mit Physiologie, Neurowissenschaft, tierischem Verhalten, Mathematik, Psychologie und Philosophie beschäftigt, um nur einige Bereiche zu nennen. Anfangs basierten meine Erfolge weitgehend auf Zufällen und reinem Glück. Indem ich meine Arbeit mit Klienten fortsetzte, hinterfragte, was ich gelernt und erfahren hatte, und so immer weiter in das Mysterium des Traumas vordrang, wurden meine Erfolge allmählich zuverlässiger.<br />
In mir festigte sich die Überzeugung, daß das <strong>Repertoir instinktiver Verhaltensweisen des menschlichen Organismus ein großes biologisches Wissen birgt, das den Heilungsprozeß traumatischer Erfahrungen selbst steuern kann und dies auch tut, sofern es die Möglichkeit dazu erhält.</strong></p>
<p>Die zunehmende Konzentration auf die instinktiven Reaktionen der Klienten wirkte sich offensichtlich günstig auf die Heilung ihrer Traumata aus, und meine Neugier verhalf mir allmählich zu einem umfassenderen Verständnis der Zusammenhänge.<strong> Viele Betroffene waren ungeheuer erleichtert darüber, daß sie endlich verstanden, wie sich ihre Symptome entwickelt hatten, und sie die Aktivität ihres eigenen Instinktes erkennen und erleben konnten.</strong></p>
<p><a href="http://www.pharmacon.net/2011/08/trauma-heilung-2/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p>&#8220;<a href="http://www.traumahealing.com/">Somatisches Erleben</a>&#8221; ist eine neu entwickelte Behandlungsmethode. Für diesen Ansatz sprechen Hunderte Einzelfälle, in denen Menschen bestätigt haben, dass jene Symptome, die einmal ihre Fähigkeit, ein erfülltes und befriedigendes Leben zu führen, stark beeinträchtigt hatten, verschwunden sind oder zumindest erheblich nachgelassen haben.<br />
Gewöhnlich arbeite ich in Einzelsitzungen und benutze die neue Methode oft in Verbindung mit anderen Behandlungsverfahren. Natürlich kann das vor Ihnen liegende Buch nicht die individuelle Arbeit mit einem erfahrenen Therapeuten ersetzen. Doch glaube ich, daß viele der hier beschriebenen Prinzipien und ein großer Teil der vorgestellten Information die Heilung traumatischer Erfahrungen und ihrer Folgen fördern kann. Falls Sie sich in Behandlung befinden, könnten Sie dieses Buch zusammen mit Ihrem Therapeuten lesen oder durcharbeiten. Andernfalls können Sie versuchen, sich mit dem Buch selbst zu helfen. Dies ist natürlich nur innerhalb gewisser Grenzen möglich. Unter Umständen wird sich im Laufe Ihrer Bemühungen herausstellen, daß Sie die Hilfe eines qualifizierten Therapeuten benötigen.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Strategiewandel für Kinder psychisch Kranker: Diagnosekarte verbessert Stärkung vorhandener Ressourcen</title>
		<link>http://www.pharmacon.net/2011/08/kinder-psychisch-kranker/</link>
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		<pubDate>Sun, 07 Aug 2011 10:40:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Psychotherapie]]></category>
		<category><![CDATA[Depression]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kontakt]]></category>

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		<description><![CDATA[Vorsorge ist die bessere Alternative zur Therapie für Kinder psychisch kranker Eltern. Einen praktikablen Ansatz dafür haben nun Forscher vom Ilse Arlt Institut der FH St. Pölten entwickelt&#8230; pte &#8211; http://www.fhstp.ac.at &#8211; Er zielt darauf ab, vorhandene Schutzfaktoren von betroffenen Kindern systematisch zu erkennen und gezielt zu fördern. &#8220;Ein positiver Zugang macht es viel leichter, diese oft vergessene Gruppe von leidenden Kindern zu erreichen&#8221;, erklärt die Projektleiterin Christine Haselbacher im pressetext-Interview. Unsichtbares Leid Wie viel Kinder psychisch kranker Eltern mitmachen, ist im Alltag meist unsichtbar, betont Haselbacher. &#8220;Es ist für sie oft unverständlich, wenn etwa die Mutter den ganzen Tag das Bett nicht verlässt und aufgrund von Stimmungsschwankungen zuerst übermäßig viel Liebe erweist, dann in Apathie verfällt. Fragezeichen stehen im Raum und Schuldgefühle oder Phantasien erhalten freien Lauf, die oft schlimmer sind als die Wahrheit selbst. Viele werden von großen Sorgen über das eigene Leben oder das der Eltern geplagt.&#8221; Was davon nach Außen dringt, sind meist spontane Änderungen im Verhalten &#8211; plötzlicher Rückzug, Wechsel im Spielverhalten, Leistungsabfall bei Schülern und bei Jugendlichen sogar Depression bis Selbstverletzung. Das frühe Erkennen dieser Signale ist entscheidend, haben die St. Pöltner Forscher im Rahmen des EU-Projekts &#8220;Kids Strengths&#8221; ermittelt (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/20100526003 ). [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vorsorge ist die bessere Alternative zur Therapie für Kinder psychisch kranker Eltern. Einen praktikablen Ansatz dafür haben nun Forscher vom Ilse Arlt Institut der FH St. Pölten entwickelt&#8230;<span id="more-3455"></span></p>
<p><a href="http://www.pressetext.de">pte</a> &#8211; <a href="http://www.fhstp.ac.at/">http://www.fhstp.ac.at</a> &#8211; Er zielt darauf ab, vorhandene Schutzfaktoren von betroffenen Kindern systematisch zu erkennen und gezielt zu fördern. &#8220;Ein positiver Zugang macht es viel leichter, diese oft vergessene Gruppe von leidenden Kindern zu erreichen&#8221;, erklärt die Projektleiterin Christine Haselbacher im pressetext-Interview.</p>
<p><strong>Unsichtbares Leid</strong></p>
<p>Wie viel Kinder psychisch kranker Eltern mitmachen, ist im Alltag meist unsichtbar, betont Haselbacher. &#8220;Es ist für sie oft unverständlich, wenn etwa die Mutter den ganzen Tag das Bett nicht verlässt und aufgrund von Stimmungsschwankungen zuerst übermäßig viel Liebe erweist, dann in Apathie verfällt. Fragezeichen stehen im Raum und Schuldgefühle oder Phantasien erhalten freien Lauf, die oft schlimmer sind als die Wahrheit selbst. Viele werden von großen Sorgen über das eigene Leben oder das der Eltern geplagt.&#8221;</p>
<p>Was davon nach Außen dringt, sind meist spontane Änderungen im Verhalten &#8211; plötzlicher Rückzug, Wechsel im Spielverhalten, Leistungsabfall bei Schülern und bei Jugendlichen sogar Depression bis Selbstverletzung. Das frühe Erkennen dieser Signale ist entscheidend, haben die St. Pöltner Forscher im Rahmen des EU-Projekts &#8220;Kids Strengths&#8221; ermittelt (pressetext berichtete: <a href="http://pressetext.com/news/20100526003">http://pressetext.com/news/20100526003</a> ). Die Forderung, statt Therapie schon im Vorfeld Prävention zu leisten, scheiterte bisher oft an fehlenden Strategien.</p>
<p><strong>Überblick schaffen</strong></p>
<p>Als praktikable Methode, um Handlungswege zu zeigen, präsentieren die Forscher nun eine sogenannte &#8220;Resilienzkarte&#8221;. Die Idee dahinter: Trotz familiären Problemen besitzt jedes Kind Stärken, die ihm Widerstandskraft verleihen, etwa in seinem Charakter oder in den Kontakten und Beziehungen zum Umfeld. &#8220;Statt automatisch von Belastungen auszugehen, kann man sehen, was gut funktioniert und wie man hier fördert&#8221;, so Haselbacher. Die Erhebung erfolgt durch Interviews über das Kind mit Betreuern aus dem Sozialbereich, mit Verwandten sowie auch mit dem belasteten Elternteil.</p>
<p>Die Leistung der Resilienzkarte besteht darin, diese externen Beobachtungen und Einschätzungen &#8211; etwa zu Gesundheit, Selbstwert, Optimismus, Temperament, sozialer Kopetenz oder Unterstützung &#8211; auf einer Spinnennetz-Grafik zu strukturieren. Das geschieht in den drei Kategorien &#8220;Stärken&#8221;, &#8220;neutraler Bereich&#8221; und &#8220;Belastungen&#8221;, die wie die Ampel Grün, Gelb und Rot markiert sind. &#8220;Sozialarbeiter können auf dieser Grundlage überlegen, wie sie grüne Bereiche stärken und wo akuter Handlungsbedarf besteht&#8221;, erklärt die Forscherin.</p>
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		<title>Zweiter Weltkrieg: Noch immer ein Trauma</title>
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		<pubDate>Wed, 27 Jul 2011 22:34:53 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Psychosomatik]]></category>
		<category><![CDATA[Angst]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Zweite Weltkrieg wirkt in den Köpfen der heute älteren Generation noch immer nach. Bei bis zu zwölf Prozent der über 60-jährigen Deutschen gibt es Anzeichen einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS), haben Forscher aus Leipzig, Greifswald und Zürich festgestellt. &#8220;Besonders die Kindergeneration des Krieges ist schwer traumatisiert&#8230; Generation 60 Plus: Jeder Achte kämpft mit Flashbacks und Ängsten pte &#8211; Immer deutlicher zeigt die Forschung, dass jeder Krieg noch viele Jahrzehnte lang nachwirkt&#8221;, so Studienautor Philipp Kuwert im pressetext-Interview. Jeder zweite Senior berichtet über mindestens ein traumatisches Ereignis, das vorwiegend aus Kriegszeiten stammt und etwa Bombenangriffe, Vergewaltigung, Vertreibung, Verlust von Angehörigen oder Inhaftierung betrifft. Noch immer verfolgt Welche Folgen diese Erfahrungen haben, erfassten die Forscher bei 8.000 Menschen verschiedenen Alters. Bei bis zu vier Prozent der Älteren konnte eine PTBS festgestellt werden, bei bis zu 12,2 Prozent zumindest Symptome dafür. Zum Vergleich: Bei den 30- bis 59-Jährigen lag dieser Anteil bei höchstens 2,7 bzw. vier Prozent. Ein Komplex von Beschwerden ist mit der Diagnose PTBS verbunden, erklärt Kuwert. &#8220;Dazu gehören Flashbacks, also zwanghafte Angst- und Schreckensbilder und Albträume. Betroffene sind schreckhafter und vielfach unfähig, Emotionen in ihrer vollen Bandbreite wahrzunehmen, was die Kontaktfähigkeit erschwert.&#8221; Häufig werden Gedanken, Orte und Aktivitäten gemieden, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Zweite Weltkrieg wirkt in den Köpfen der heute älteren Generation noch immer nach. Bei bis zu zwölf Prozent der über 60-jährigen Deutschen gibt es Anzeichen einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS), haben Forscher aus Leipzig, Greifswald und Zürich festgestellt. &#8220;Besonders die Kindergeneration des Krieges ist schwer traumatisiert&#8230;<span id="more-3423"></span></p>
<p><strong>Generation 60 Plus: Jeder Achte kämpft mit Flashbacks und Ängsten</strong></p>
<p><a href="http://www.pressetext.de">pte</a> &#8211; Immer deutlicher zeigt die Forschung, dass jeder Krieg noch viele Jahrzehnte lang nachwirkt&#8221;, so Studienautor Philipp Kuwert im pressetext-Interview. Jeder zweite Senior berichtet über mindestens ein traumatisches Ereignis, das vorwiegend aus Kriegszeiten stammt und etwa Bombenangriffe, Vergewaltigung, Vertreibung, Verlust von Angehörigen oder Inhaftierung betrifft. </p>
<p><strong>Noch immer verfolgt</strong></p>
<p>Welche Folgen diese Erfahrungen haben, erfassten die Forscher bei 8.000 Menschen verschiedenen Alters. Bei bis zu vier Prozent der Älteren konnte eine PTBS festgestellt werden, bei bis zu 12,2 Prozent zumindest Symptome dafür. Zum Vergleich: Bei den 30- bis 59-Jährigen lag dieser Anteil bei höchstens 2,7 bzw. vier Prozent.</p>
<p>Ein Komplex von Beschwerden ist mit der Diagnose PTBS verbunden, erklärt Kuwert. &#8220;Dazu gehören <strong>Flashbacks</strong>, also zwanghafte Angst- und Schreckensbilder und Albträume. Betroffene sind schreckhafter und vielfach unfähig, Emotionen in ihrer vollen Bandbreite wahrzunehmen, was die Kontaktfähigkeit erschwert.&#8221; Häufig werden Gedanken, Orte und Aktivitäten gemieden, die mit dem Erlebten verbunden sind. <strong>Traumata erhöhen jedoch auch das Risiko für körperliche Krankheiten deutlich</strong>, weshalb die heute Älteren für den Greifswalder Forscher ohnehin &#8220;die eher Gesunden ihrer Generation&#8221; sind.</p>
<p><strong>Gleiches Erbe aller Kriege</strong></p>
<p>Auch die Folgen der Jahre nach de Krieg haben die Forscher untersucht. Welche Wirkungen diese etwa auf Österreich hatten, stellt Kuwert in der nächsten Ausgabe der Zeitschrift &#8220;Trauma und Gewalt&#8221; dar. &#8220;Die Hypothese, dass es in der ehemals russischen Besatzungszone am meisten Traumatisierung gab, hat sich bestätigt.&#8221;</p>
<p>Obwohl die Wissenschaftler vor allem alte Menschen untersuchten, sind viele Ergebnisse auch auf Betroffene heutiger Kriege übertragbar. &#8220;Aktuelle Forschungen wie etwa im Sudan zeigen ebenfalls, dass Posttraumatische Belastungsstörungen umso häufiger auftreten, je mehr extreme Traumatisierungen es gab. Bei bestimmten Schweregrad erkranken auch die, die am besten davor geschützt sind&#8221;, so Kuwert. Lernen aus der Geschichte sei jedoch durchaus möglich. &#8220;Vergewaltigungsopfer hatten lange mit einem Tabu zu kämpfen. Jetzt erkennt man, dass ihre gesellschaftliche Anerkennung als Traumaopfer protektive Wirkung hat.&#8221;</p>
<p><strong>Schreibtherapie hilft</strong></p>
<p>Trotz des großen zeitlichen Abstandes bringen Therapien auch heute noch Verbesserungen, zeigen die Erfahrungen von Lebenstagebuch <a href="http://lebenstagebuch.de/">http://lebenstagebuch.de</a> , einer Internet-Schreibtherapie für die Weltkriegs-Kinder. &#8220;Bei den Teilnehmenden findet der Ansatz trotz Internet viel Zuspruch. Die Belastung der PTBS sinkt, die Ängste werden weniger und die Lebensqualität steigt. Zudem erlaubt die Therapie, die eigene Biographie nochmals aufzuschreiben und auf Wunsch weiterzugeben. Denn sie enthält nicht nur Traumatisierung, sondern auch die schönen Seiten des Lebens&#8221;, so Kuwert. Bis Herbst ist die kostenlose Teilnahme an dem Online-Programm noch möglich.</p>
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