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	<title>Pharmacon Net &#187; Opiate</title>
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	<description>Interaktion: Medizin und Psychologie, Pharmakologie und Pharmazie</description>
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		<title>Dauerschmerz: Patient muss initiativ werden</title>
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		<pubDate>Fri, 14 Oct 2011 13:16:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schmerztherapie]]></category>
		<category><![CDATA[Analgetika]]></category>
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		<category><![CDATA[Schmerzmedizin]]></category>

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		<description><![CDATA[Noch immer gehen viele Menschen bei Schmerzen erst dann zum Arzt, wenn die Beschwerden bereits mehrere Monate andauern. &#8220;Werden Schmerzen chronisch, ist die Behandlung wesentlich schwieriger als beim Akutschmerz&#8230; Experten vermissen Compliance und Vorbeugung in Schulen (pte)  http://www.oesg.at http://www.efic.org Es liegt somit an den Betroffenen, möglichst bald den ersten Schritt des Arztbesuches zu machen und die empfohlene Therapie konsequent anzuwenden&#8221;, betont Günther Bernatzky, Präsident der Österreichischen Schmerzgesellschaft ÖSG  , anlässlich der &#8220;European Week against Pain&#8221; . Fünfmal teurer als Akutschmerz Während der Akutschmerz eine körperlich sinnvolle Reaktion darstellt, gilt dies für den chronischen Schmerz &#8211; der mindestens drei Monate dauert oder nach vollständiger Heilung einer Verletzung fortbesteht &#8211; nicht. &#8220;Vielmehr verschlechtert chronischer Schmerz die Lebensqualität, behindert Freizeit, Sozialleben und Arbeit und ist auch teuer. Wird etwa unspezifischer Rückenschmerz chronisch, steigen die Kosten auf das Fünffache&#8221;, betont Wilfried Ilias, Präsident Past der ÖSG. Laut WHO verliert alleine Deutschland auf diese Weise jährlich 6,6 Mio. Arbeitsjahre. 0,9 Prozent des gesamten BIP beträgt dieser Verlust, zeigen Zahlen aus Holland. In Österreich leiden 21 Prozent der Bevölkerung an chronischen Schmerzen, in der gesamten EU jährlich 100 Mio. Menschen. 63 Prozent davon leiden an Rückenschmerzen, 48 Prozent an Gelenkschmerzen, 30 Prozent an Genickschmerzen und 21 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Noch immer gehen viele Menschen bei Schmerzen erst dann zum Arzt, wenn die Beschwerden bereits mehrere Monate andauern. &#8220;Werden Schmerzen chronisch, ist die Behandlung wesentlich schwieriger als beim Akutschmerz&#8230;<span id="more-3614"></span></p>
<p><strong>Experten vermissen Compliance und Vorbeugung in Schulen</strong></p>
<p>(<a href="http://www.pressetext.de">pte</a>)  <a href="http://www.oesg.at/">http://www.oesg.at</a> <a href="http://www.efic.org/">http://www.efic.org</a> Es liegt somit an den Betroffenen, möglichst bald den ersten Schritt des Arztbesuches zu machen und die empfohlene Therapie konsequent anzuwenden&#8221;, betont Günther Bernatzky, Präsident der Österreichischen Schmerzgesellschaft ÖSG  , anlässlich der &#8220;European Week against Pain&#8221; .</p>
<p><strong>Fünfmal teurer als Akutschmerz</strong></p>
<p>Während der Akutschmerz eine körperlich sinnvolle Reaktion darstellt, gilt dies für den chronischen Schmerz &#8211; der mindestens drei Monate dauert oder nach vollständiger Heilung einer Verletzung fortbesteht &#8211; nicht. &#8220;Vielmehr verschlechtert chronischer Schmerz die Lebensqualität, behindert Freizeit, Sozialleben und Arbeit und ist auch teuer. Wird etwa unspezifischer Rückenschmerz chronisch, steigen die Kosten auf das Fünffache&#8221;, betont Wilfried Ilias, Präsident Past der ÖSG. Laut WHO verliert alleine Deutschland auf diese Weise jährlich 6,6 Mio. Arbeitsjahre. 0,9 Prozent des gesamten BIP beträgt dieser Verlust, zeigen Zahlen aus Holland.</p>
<p>In Österreich leiden 21 Prozent der Bevölkerung an chronischen Schmerzen, in der gesamten EU jährlich 100 Mio. Menschen. 63 Prozent davon leiden an Rückenschmerzen, 48 Prozent an Gelenkschmerzen, 30 Prozent an Genickschmerzen und 21 Prozent an Schmerzen aufgrund von Arthritis. Das Verständnis der Ärzte für die Schmerzen ist gut, sagen 80 Prozent der Patienten. Dennoch werden viele nicht angemessen behandelt, sind doch etwa 23 Prozent der österreichischen Schmerzpatienten derzeit nicht in Behandlung. Zudem dauert der Beginn der Therapie von chronischem Schmerz nach Diagnosestellung im Schnitt knapp zwei Jahre.</p>
<p><strong>Mängel bei Vorbeugung und Compliance</strong></p>
<p>Die wirksamste und kosteneffektivste Maßnahme ist die Prävention, betonen die beiden Spezialisten, bemängeln aber das Fehlen geeigneter Finanzierungsmodelle dafür. &#8220;Schmerz-Prophylaxe muss schon in Kindergarten und Schule beginnen, leidet doch bereits jeder vierte Schüler an Schmerzen&#8221;, so Bernatzky. Konkret bedeute Vorbeugung hier Bewegung, Körperbewusstsein, Fehlhaltungs-Vermeidung und Training einer aktiven, gesunden Lebensweise, ergänzt Ilias, wozu auch Ernährung gehört. Bei sitzender Arbeit sollte man sich mindestens einmal pro Stunde bewegen. &#8220;Dass der Körper altert, ist unumgänglich. Wie sehr er abgenützt wird, kann man aber selbst mitbestimmen&#8221;, so der Mediziner.</p>
<p>Je früher Diagnose und Behandlungsstart erfolgen und je verlässlicher Patienten das verschriebene Medikament in richtiger Dosis einnehmen, desto eher wird der chronische Schmerz vermieden. In der Praxis gelingt das oft nicht: Jeder vierte Patient, dem ein rezeptpflichtiges Schmerzmittel verschrieben wurde, nimmt laut EU-Daten eine zu niedrige Dosis ein, jeder Achte mit schweren Schmerzen bloß ein nicht verschreibungspflichtiges Medikament. Bernatzky macht auf pressetext-Anfrage Fehlmeinungen dafür verantwortlich. &#8220;Gängig ist der Mythos, dass Opiate süchtig machen, den Tod beschleunigen und das Immunsystem schwächen. Vielmehr schwächt jedoch die fehlende Einnahme die Abwehr und lässt die Krankheit fortschreiten, während adäquate Schmerztherapie die Lebensqualität und Aktivität erhöht.&#8221;</p>
<p><strong>Mehr Blick über den Tellerrand</strong></p>
<p>Der Schmerzmediziner fordert zugleich mehr multimodale Schmerztherapien, die Medikamente, Medizintechnik, physikalische Medizin, Psychotherapie und auch Komplementärmedizin kombinieren. Für Letztere müsse an der Evidenzbasis noch gefeilt werden. &#8220;Immerhin zeigen Studien, dass etwa Akupunktur nach schweren Unfällen oder Operationen den Analgetika-Bedarf senken, chronische Schmerzen lindert und auch Kreuz- und Nackenschmerzen entgegen wirkt. Positive Ergebnisse gibt es auch für aromatische Öle sowie für Musiktherapie.&#8221;</p>
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		<title>Akupunktur aktiviert Schmerzhemmer: Forscher finden neuen Wirkmechanismus der Nadelung</title>
		<link>http://www.pharmacon.net/2011/07/akupunktur/</link>
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		<pubDate>Mon, 04 Jul 2011 20:35:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schmerztherapie]]></category>
		<category><![CDATA[Herz]]></category>
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		<category><![CDATA[Opiate]]></category>

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		<description><![CDATA[Erst allmählich wird erforscht, was Akupunktur im Körper bewirkt. Eine physiologische Erklärung für die Wirkung von Akupunktur dürfte Forschern der University of Rochester gelungen sein. Sie zeigten bei Mäusen, dass Akupunkt-Einstiche eine körpereigene Substanz aktivieren, die unter anderem im Immunsystem und bei der Schmerzunterdrückung eine Rolle spielt&#8230; http://www.rochester.edu &#8211; pte &#8211; Im Versuch konnte dieser Effekt durch einen gängigen Wirkstoff der Krebstherapie zusätzlich verstärkt werden. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift &#8220;Nature Neuroscience&#8221; veröffentlicht. Jenseits von Placebo &#8220;Akupunktur ist in der Schmerztherapie immer besser akzeptiert&#8221;, berichtet der Neurologe Alexander Meng, Vizepräsident der österreichischen Gesellschaft für Akupunktur http://www.akupunktur.at , im pressetext-Interview. &#8220;Neben dem psychischen Faktor Zuwendung und dem Placebo-Effekt treten durch die Nadelung jedoch auch schmerzlindernde Veränderungen in Hirn, Rückenmark oder Peripherie auf, die objektivierbar sind.&#8221; Bisher bekannt sei vor allem die Ausschüttung körpereigener Opiate, sogenannte Endomorphine. Die aktuellen Ergebnisse beschreiben jedoch einen noch kaum diskutierten Mechanismus. Adenosin heißt das Molekül, auf das sich die US-Forscher nun konzentrierten. Bisher weiß man, dass diese natürliche Verbindung den Blutdruck durch eine Blutgefäß-Weitung sinken lässt und die Herzfrequenz verringert. Zudem fördert es Schlaf, hemmt Entzündungen und verhindert Nervensignale, die etwa bei einer Hautverletzung aktiv werden und Schmerz auslösen. Nun konnte gezeigt werden, dass die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Erst allmählich wird erforscht, was Akupunktur im Körper bewirkt. Eine physiologische Erklärung für die Wirkung von Akupunktur dürfte Forschern der University of Rochester gelungen sein. Sie zeigten bei Mäusen, dass Akupunkt-Einstiche eine körpereigene Substanz aktivieren, die unter anderem im Immunsystem und bei der Schmerzunterdrückung eine Rolle spielt&#8230;<span id="more-2917"></span></p>
<p>http://www.rochester.edu &#8211; <a href="http://www.pressetext.de">pte</a> &#8211; Im Versuch konnte dieser Effekt durch einen gängigen Wirkstoff der Krebstherapie zusätzlich verstärkt werden. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift &#8220;Nature Neuroscience&#8221; veröffentlicht. </p>
<p><strong>Jenseits von Placebo </strong></p>
<p>&#8220;Akupunktur ist in der Schmerztherapie immer besser akzeptiert&#8221;, berichtet der Neurologe Alexander Meng, Vizepräsident der österreichischen Gesellschaft für Akupunktur http://www.akupunktur.at , im pressetext-Interview. &#8220;Neben dem psychischen Faktor Zuwendung und dem Placebo-Effekt treten durch die Nadelung jedoch auch schmerzlindernde Veränderungen in Hirn, Rückenmark oder Peripherie auf, die objektivierbar sind.&#8221; Bisher bekannt sei vor allem die Ausschüttung körpereigener Opiate, sogenannte Endomorphine. Die aktuellen Ergebnisse beschreiben jedoch einen noch kaum diskutierten Mechanismus. </p>
<p>Adenosin heißt das Molekül, auf das sich die US-Forscher nun konzentrierten. Bisher weiß man, dass diese natürliche Verbindung den Blutdruck durch eine Blutgefäß-Weitung sinken lässt und die Herzfrequenz verringert. Zudem fördert es Schlaf, hemmt Entzündungen und verhindert Nervensignale, die etwa bei einer Hautverletzung aktiv werden und Schmerz auslösen. Nun konnte gezeigt werden, dass die Substanz auch in jenen tieferen Hautschichten aktiv ist, in die Akupunkturnadeln eindringen. </p>
<p><strong>Nadeln lindern Pfotenschmerz </strong></p>
<p>Getestet wurde dies an Mäusen mit einer schmerzenden Pfote. Die Forscher um Jürgen B. Schnermann und Maiken Nedergaard behandelten die Tiere 30 Minuten lang mit Akupunktur, genau wie beim Menschen mit regelmäßiger Drehung der Nadeln. Unmittelbar danach konnte eine lokale Erhöhung des Adenosin-Niveaus im Gewebe auf das 24-fache festgestellt werden und Verhaltenstests zeigten, dass die Mäuse um zwei Drittel weniger Schmerz litten. Die Linderung trat auch dann ein, wenn Adenosin ohne Nadelstiche aktiviert wurde. </p>
<p>Weitere Erkenntnisse zu Adenosin lieferten Vergleichstests mit sogenannten Knock-out-Mäusen, denen das Gen für einen Rezeptor namens A1 aus dem Erbgut entfernt hatte. Bei diesen Tieren hatte die Therapie keine Wirkung &#8211; was die Forscher darauf schließen ließ, dass Adenosin erst durch die Bindung an diesen Rezeptor Schmerzen lindert. Zudem gelang es, durch Antibiotika den Effekt der Akupunktur auf das Dreifache zu verlängern. Zum Einsatz kam der Adenosin-Abbauhemmer &#8220;Deoxycoformycin&#8221;, ein in der Leukämiebehandlung eingesetzter Antimetabolit. </p>
<p><strong>Brücke zwischen Ost und West</strong> </p>
<p>Meng begrüßt die Forschung als Annäherung zwischen östlicher und westlicher Medizin. &#8220;Die östliche Medizin arbeitet ständig außen am Körper, hat jedoch noch nie in diesen hineingesehen, wie dies im Westen gängige Praxis ist. Wenn die moderne Medizin diese Blackbox öffnet, ist das eine tolle Sache, von der sie auch selbst bereichert wird. Denn die Suche, warum sich etwas bei Nadelstimulation tut, bringt auch sie auf neue Fragestellungen und Mechanismen.&#8221; </p>
<p>Dass Mäuse mit dem fehlenden Rezeptor nicht auf Akupunktur reagierten, sieht Meng als Hinweis auf die unterschiedliche Reaktion von Patienten auf Akupunktur. &#8220;Nicht bei allen kann die Methode ihre Wirkung entfalten. Mangelzustände oder Defekte können dies etwa verhindern, wobei Adenosin nur einer der möglichen Aspekte sein dürfte.&#8221; </p>
<p><a href="http://www.nature.com/neuro/journal/vaop/ncurrent/abs/nn.2562.html">Originalartikel</a></p>
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		<title>Schmerzpflaster: Im Sommer auf Überdosierung achten</title>
		<link>http://www.pharmacon.net/2010/08/schmerz/</link>
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		<pubDate>Tue, 03 Aug 2010 22:12:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schmerztherapie]]></category>
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		<description><![CDATA[Bei heißem Wetter kann es bei Schmerzpflastern zu Überdosierungen kommen. Davor warnt die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK). Durch eine erhöhte Hauttemperatur werden die stark wirksamen schmerzstillenden Wirkstoffe, wie Fentanyl oder Buprenorphin, schneller und leichter durch die Haut hindurch ins Blut aufgenommen&#8230; Daher sollten Patienten die Hautstelle mit dem Schmerzpflaster vor Wärmequellen wie intensiver Sonnenbestrahlung schützen. Das gilt auch für alle andere Arten der Hauterwärmung, etwa für Heizdecken, Wärmflaschen, Saunabesuche oder heiße Bäder. „Patienten sollten die Zeichen einer Überdosierung kennen und das Pflaster beim Verdacht darauf sofort entfernen“, so Professor Dr. Martin Schulz, Vorsitzender der AMK. Auch das Pflegepersonal sollte auf Überdosierungen achten. Eine Überdosierung äußert sich zum Beispiel in einer verlangsamten Atmung oder einem Schwäche- oder Schwindelgefühl. Weitere Anzeichen einer Überdosierung sind Schläfrigkeit, Schwierigkeiten beim Gehen oder Sprechen, Kältegefühl oder Verwirrtheit. Nach dem Entfernen eines Schmerzpflasters halten seine schmerzstillenden, aber auch unerwünschte Wirkungen noch einige Zeit an, da sich in der Haut ein Wirkstoffdepot gebildet hat. Patienten mit schweren Nebenwirkungen sollen deshalb nach Entfernung des Pflasters noch etwa einen Tag lang beobachtet bzw. überwacht werden. Auch bereits benutzte Schmerzpflaster enthalten noch große Mengen Wirkstoff. Sollen sie entsorgt werden, werden die Klebeflächen des benutzten Pflastern aufeinander geklebt. Das verhindert, dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bei heißem Wetter kann es bei Schmerzpflastern zu Überdosierungen kommen. Davor warnt die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK). Durch eine erhöhte Hauttemperatur werden die stark wirksamen schmerzstillenden Wirkstoffe, wie Fentanyl oder Buprenorphin, schneller und leichter durch die Haut hindurch ins Blut aufgenommen&#8230;<span id="more-2239"></span></p>
<p>Daher sollten Patienten die Hautstelle mit dem Schmerzpflaster vor Wärmequellen wie intensiver Sonnenbestrahlung schützen. Das gilt auch für alle andere Arten der Hauterwärmung, etwa für Heizdecken, Wärmflaschen, Saunabesuche oder heiße Bäder.</p>
<p>„Patienten sollten die Zeichen einer Überdosierung kennen und das Pflaster beim Verdacht darauf sofort entfernen“, so Professor Dr. Martin Schulz, Vorsitzender der AMK. Auch das Pflegepersonal sollte auf Überdosierungen achten. Eine Überdosierung äußert sich zum Beispiel in einer verlangsamten Atmung oder einem Schwäche- oder Schwindelgefühl. Weitere Anzeichen einer Überdosierung sind Schläfrigkeit, Schwierigkeiten beim Gehen oder Sprechen, Kältegefühl oder Verwirrtheit.<br />
Nach dem Entfernen eines Schmerzpflasters halten seine schmerzstillenden, aber auch unerwünschte Wirkungen noch einige Zeit an, da sich in der Haut ein Wirkstoffdepot gebildet hat. Patienten mit schweren Nebenwirkungen sollen deshalb nach Entfernung des Pflasters noch etwa einen Tag lang beobachtet bzw.  überwacht werden.</p>
<p>Auch bereits benutzte Schmerzpflaster enthalten noch große Mengen Wirkstoff. Sollen sie entsorgt werden, werden die Klebeflächen des benutzten Pflastern aufeinander geklebt. Das verhindert, dass der Wirkstoff über die Hände aufgenommen wird und dies zu Nebenwirkungen führen kann.</p>
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		<title>Drogenpolitik: Repression kostete Tausenden das Leben</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Feb 2010 16:30:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adm</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In den 90er Jahren erreichten Heroinkonsum und Drogenmortalität in der Schweiz ihren bisherigen Höhepunkt. Eine der Ursachen für die vergleichsweise hohe Anzahl an Drogentoten liegt in der polizeilichen Repression, wie Carlos Nordt und Rudolf Stohler von der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich aufzeigen. Angesichts des damals intensiven Vorgehens gegen offene Drogenszenen und Heroinkonsumenten wurden 30 Prozent mehr Todesfälle registriert. Behandlungsmethoden mit Methadon und Heroin hätten die Rate schließlich um den Faktor vier gesenkt&#8230; Polizeiliche Repression führt zu mehr Drogentoten Höhepunkt des Heroinproblems in den 90ern von hartem Vorgehen begleitet Zürich (pte) &#8211; &#8220;Im Zusammenhang zwischen polizeilicher Repression und Drogenmortalität besteht ein Teufelskreislauf&#8221;, erklärt Nordt im Gespräch mit pressetext. Dem Experten zufolge ist die Anzahl der Drogentoten unmittelbar mit der Anzahl polizeilicher Verzeigungen verknüpft. &#8220;Daran wird der Druck deutlich, der auf Drogenkonsumenten ausgeübt wird&#8221;, meint Nordt. Der Behandlungseffekt sei jedoch erwartungsgemäß groß, so Nordt gegenüber pressetext. Anders als etwa in den 90ern befänden sich mittlerweile mehr als 50 Prozent der Konsumenten in Behandlung. Mehr Drogentote führen zu polizeilicher Repression Die Beziehung zwischen Polizeirepression und Drogenmortalität kann den Experten zufolge zumindest zum Teil kausal sein. Ihren Berechnungen nach war das Vorgehen der Behörden gegen Heroinkonsumenten in den 90ern doppelt so intensiv wie in der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In den 90er Jahren erreichten Heroinkonsum und Drogenmortalität in der Schweiz ihren bisherigen Höhepunkt. Eine der Ursachen für die vergleichsweise hohe Anzahl an Drogentoten liegt in der polizeilichen Repression, wie Carlos Nordt und Rudolf Stohler von der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich aufzeigen. Angesichts des damals intensiven Vorgehens gegen offene Drogenszenen und Heroinkonsumenten wurden 30 Prozent mehr Todesfälle registriert. Behandlungsmethoden mit Methadon und Heroin hätten die Rate schließlich um den Faktor vier gesenkt&#8230;<span id="more-1576"></span></p>
<p><strong>Polizeiliche Repression führt zu mehr Drogentoten</strong><br />
<strong>Höhepunkt des Heroinproblems in den 90ern von hartem Vorgehen begleitet</strong></p>
<p>Zürich (<a href="http://www.pressetext.ch">pte</a>) &#8211; &#8220;Im Zusammenhang zwischen polizeilicher Repression und Drogenmortalität besteht ein Teufelskreislauf&#8221;, erklärt Nordt im Gespräch mit pressetext. Dem Experten zufolge ist die Anzahl der Drogentoten unmittelbar mit der Anzahl polizeilicher Verzeigungen verknüpft. &#8220;Daran wird der Druck deutlich, der auf Drogenkonsumenten ausgeübt wird&#8221;, meint Nordt. Der Behandlungseffekt sei jedoch erwartungsgemäß groß, so Nordt gegenüber pressetext. Anders als etwa in den 90ern befänden sich mittlerweile mehr als 50 Prozent der Konsumenten in Behandlung.</p>
<p><strong>Mehr Drogentote führen zu polizeilicher Repression</strong></p>
<p>Die Beziehung zwischen Polizeirepression und Drogenmortalität kann den Experten zufolge zumindest zum Teil kausal sein. Ihren Berechnungen nach war das Vorgehen der Behörden gegen Heroinkonsumenten in den 90ern doppelt so intensiv wie in der Zeit davor und danach. Gleichzeitig stieg die Zahl der Drogentoten auf Rekordniveau. Allein 1992 wurden nach einem deutlichen Anstieg seit 1975 über 400 Opfer registriert. Seit 1998 schwanke die Zahl um rund 190 Fälle. Behandlungsmethoden hätten die Anzahl der Drogentoten etwa um den Faktor vier reduziert. In anderen Ländern sei man zu ähnlichen Ergebnissen gekommen.</p>
<p>Den Experten zufolge beeinflusst die Zahl der Drogentoten ebenso die Arbeit der Polizei wie umgekehrt. Die Zahl der Verzeigungen wegen Heroinkonsums eines jeweiligen Jahres werde durch die Zahl der Drogentoten zwei Jahre zuvor bestimmt. Drogenmortalität sei somit ausschlaggebend für den Grad des gesellschaftlichen und politischen Drucks auf die Polizei, das Drogenproblem zu bekämpfen. Das Ziel, offene Drogenszenen zu beseitigen, sei zwar erreicht worden. Andere Ziele der Repression &#8211; etwa die Verfügbarkeit von Heroin zu minimieren oder den Preis dafür hoch zu halten &#8211; blieben hingegen unerreicht. (Ende)</p>
<p><a href="http://pressetext.at/" target="_new"></a><a href="http://pressetext.at/" target="&quot;_new&quot;"></a><br />
Aussender: <a href="http://pressetext.at/" target="_new">pressetext.schweiz</a></p>
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		<title>Studie der UNO: Zwei Welten des Drogenkonsums in Europa</title>
		<link>http://www.pharmacon.net/2010/01/drogenkonsum/</link>
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		<pubDate>Fri, 22 Jan 2010 15:58:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Suchterkrankungen]]></category>
		<category><![CDATA[Abhängigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Cannabis]]></category>
		<category><![CDATA[Opiate]]></category>
		<category><![CDATA[Phytopharmaka]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Was den Gebrauch illegaler Drogen anbelangt, gibt es in Europas Städten zwei große Konsumgruppen. Das besagt eine von der UNODC in Auftrag gegebene und vom Europäischen Zentrum für Wohlfahrtspolitik und Sozialforschung in Wien durchgeführte Studie, die den Drogengebrauch in sechs europäischen Großstädten unter die Lupe nimmt&#8230; UN-Bericht gibt Einblick in Situation von sechs EU-Städten Abb.: Cannabis stammt vor allem aus privaten Plantagen, z.B. in Eigenheimen pte &#8211; http://www.unodc.org &#8211; http://www.euro.centre.org &#8211; &#8220;Auf der einen Seite sind das die Randständigen. Maßnahmen und die öffentliche Diskussion richten sich meist nur gegen ihren Konsum. Auf der anderen Seite stehen sozial integrierte Freizeitverbraucher&#8221;, fasst Projektskoordinatorin Irmgard Eisenbach-Stangl gegenüber pressetext zusammen. Art, Beschaffung und Preis der Drogen unterscheiden sich in beiden Gruppen drastisch. Die Wahl der Droge gibt bereits den Hinweis, zu welcher Gruppe man gehört. &#8220;Sozial Integrierte greifen zu leichteren Drogen. Das sind in erster Linie Cannabis, seltener als früher Extasy, ab und zu Kokain, niemals aber Opiate&#8221;, so die Sozialforscherin. Insbesondere Heroin sei gesellschaftlich in Verruf und hätte seit den 80er Jahren gleichsam ein Verbotsschild für die sozial integrierten Konsumenten umgehängt. Ganz anders ist die Situation bei den Randständigen, die bevorzugt Opiate, Kokain und Crack konsumierten. Jede Stadt hat eigene Konsummuster Darüber hinaus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was den Gebrauch illegaler Drogen anbelangt, gibt es in Europas Städten zwei große Konsumgruppen. Das besagt eine von der UNODC in Auftrag gegebene und vom Europäischen Zentrum für Wohlfahrtspolitik und Sozialforschung in Wien durchgeführte Studie, die den Drogengebrauch in sechs europäischen Großstädten unter die Lupe nimmt&#8230;<span id="more-1540"></span></p>
<p><em>
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</em><strong>UN-Bericht gibt Einblick in Situation von sechs EU-Städten</strong></p>
<p><em>Abb.: Cannabis stammt vor allem aus privaten Plantagen, z.B. in Eigenheimen</em></p>
<p><a href="http://pressetext.at">pte</a> &#8211; <a href="http://www.unodc.org/">http://www.unodc.org</a> &#8211; <a href="http://www.euro.centre.org/" target="_blank">http://www.euro.centre.org</a> &#8211; &#8220;Auf der einen Seite sind das die Randständigen. Maßnahmen und die öffentliche Diskussion richten sich meist nur gegen ihren Konsum. Auf der anderen Seite stehen sozial integrierte Freizeitverbraucher&#8221;, fasst Projektskoordinatorin Irmgard Eisenbach-Stangl gegenüber pressetext zusammen. Art, Beschaffung und Preis der Drogen unterscheiden sich in beiden Gruppen drastisch.</p>
<p>Die Wahl der Droge gibt bereits den Hinweis, zu welcher Gruppe man gehört. &#8220;Sozial Integrierte greifen zu leichteren Drogen. Das sind in erster Linie Cannabis, seltener als früher Extasy, ab und zu Kokain, niemals aber Opiate&#8221;, so die Sozialforscherin. Insbesondere Heroin sei gesellschaftlich in Verruf und hätte seit den 80er Jahren gleichsam ein Verbotsschild für die sozial integrierten Konsumenten umgehängt. Ganz anders ist die Situation bei den Randständigen, die bevorzugt Opiate, Kokain und Crack konsumierten.</p>
<p><strong>Jede Stadt hat eigene Konsummuster</strong></p>
<p>Darüber hinaus besitze jede Stadt ihre eigene Tradition. Bei Randgruppen in Wien seien Substitutionsmittel aus der Gruppe der retardierten Morphine und Psychopharmaka besonders verbreitet, in Prag Metamphetamin. In Warschau ist &#8220;Polish kompot&#8221; nach wie vor populär, ein injizierbares Opiat, das seit kommunistischer Zeit aus einem Mohntee gewonnen wird. Crack ist hingegen nur in London und Amsterdam präsent.</p>
<p>Den direkten Preisvergleich bezeichnet Eisenbach-Stangl aufgrund der Unterschiede nach Substanz, Qualität und Kaufkraft als &#8220;schwierig&#8221;. Das Preisniveau in Wien, Prag und Warschau liege allgemein unter dem westeuropäischer Städte. Der Straßenmarkt, über den Drogen von marginalisierten Gruppen bezogen werden, sei teuer. &#8220;In die Gesellschaft integrierte Konsumenten erhalten ihre Ware hingegen häufig über informelle Verteilungsnetze. Die Verkäufer sind in der Regel auch selbst Konsumenten&#8221;, so die Forscherin.</p>
<p><strong>Drogenmärkte bestimmen die EU-Beiträge mit</strong></p>
<p>Die Ergebnisse sollen der UNODC dabei helfen, konsumierte Mengen und Ausgaben auf Verbraucherebene und damit Drogenmärkte besser abzuschätzen. Daneben haben sie auch politische Bedeutung. &#8220;Amüsanterweise werden die EU-Beiträge der Länder nicht nur auf Basis ihrer legalen, sondern auch der illegalen Märkte berechnet, wozu Drogenhandel oder gegebenenfalls auch Prostitution gehört&#8221;, so Eisenbach-Stangl. Wichtig sei unter anderem aber auch der Hinweis der Studie, dass die Situation von Stadt zu Stadt sehr unterschiedlich ist. &#8220;Man sollte den Städten Spielraum für ihre Drogenpolitik gewähren. Denn jede Stadt hat ihre eigene Drogenproblematik.&#8221;</p>
<p>Zusammenfassung des Berichts unter <a href="http://www.euro.centre.org/data/1263572258_23948.pdf" target="_blank">http://www.euro.centre.org/data/1263572258_23948.pdf</a>&#8230;</p>
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		<title>Prof. Nutt gekündigt: Politik gegen Wissenschaft</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Nov 2009 15:39:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Psychopharmakologie]]></category>
		<category><![CDATA[Abhängigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Alkohol]]></category>
		<category><![CDATA[Cannabis]]></category>
		<category><![CDATA[Opiate]]></category>

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		<description><![CDATA[In der Psychopharmakologie wird immer lauter bemängelt, dass sich die Politik erlaubt, über Verbote von Drogen nach Abschätzung des Schadenspotenzials sowohl für den Konsumenten als auch für die Gesellschaft zu entscheiden, obwohl bis heute keine rationale, evidenzbasierte Methode zur wissenschaftlichen Risikobewertung verwendet wird&#8230; An der University of Bristol machten sich deshalb einige renommierte Forscher um Professor David Nutt, Leiter der Abteilung für Psychopharmakologie, daran, ein rationales System zur Risikoabwägung zu entwickeln. Im März 2007 wurden in &#8220;The Lancet&#8221; die Ergenisse einer Studie veröffentlicht, die zahlreiche Experten als einen Meilenstein auf dem Weg zu einer vernünftigen Schadensabschätzung einer Droge lobten. Die Studie geht von drei Hauptfaktoren aus, die die potenzielle Gefährlichkeit einer Droge bestimmen. Diese sind 1. der körperlich-gesundheitlichen Schaden für das Individuum und 2. das Ausmaß der Abhängigkeit, in die das Individuum durch die Droge gerät. Der 3. Faktor befasst sich weniger mit der individuellen Schädigung des Einzelnen, als vielmehr mit der Störung für Familie, Gemeinde und Gesellschaft. Im Rahmen der Bewertung erhielt jeder Stoff eine unterschiedliche Gesamtpunktezahl. Maximal sind 3 x 3, also 9 Punkte möglich. 1 Heroin 8,32 2 Kokain 6,89 3 Barbiturate 6,24 4 Methadon (illegal) 5,81 5 Alkohol 5,54 6 Ketamin 5,23 7 Benzodiazepine 5,11 8 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der Psychopharmakologie wird immer lauter bemängelt, dass sich die Politik erlaubt, über Verbote von Drogen nach Abschätzung des Schadenspotenzials sowohl für den Konsumenten als auch für die Gesellschaft zu entscheiden, obwohl bis heute keine rationale, evidenzbasierte Methode zur wissenschaftlichen Risikobewertung verwendet wird&#8230;<span id="more-1249"></span></p>
<p>An der University of Bristol machten sich deshalb einige renommierte Forscher um Professor David Nutt, Leiter der Abteilung für Psychopharmakologie, daran, ein rationales System zur Risikoabwägung zu entwickeln. Im März 2007 wurden in &#8220;The Lancet&#8221; die Ergenisse einer Studie veröffentlicht, die zahlreiche Experten als einen Meilenstein auf dem Weg zu einer vernünftigen Schadensabschätzung einer Droge lobten.</p>
<p>Die Studie geht von drei Hauptfaktoren aus, die die potenzielle Gefährlichkeit einer Droge bestimmen.<br />
Diese sind 1. der körperlich-gesundheitlichen Schaden für das Individuum und 2. das Ausmaß der Abhängigkeit, in die das Individuum durch die Droge gerät. Der 3. Faktor befasst sich weniger mit der individuellen Schädigung des Einzelnen, als vielmehr mit der Störung für Familie, Gemeinde und Gesellschaft.</p>

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</a>

<p>Im Rahmen der Bewertung erhielt jeder Stoff eine unterschiedliche Gesamtpunktezahl. Maximal sind 3 x 3, also 9 Punkte möglich.</p>
<p>1 Heroin 8,32<br />
2 Kokain 6,89<br />
3 Barbiturate 6,24<br />
4 Methadon (illegal) 5,81<br />
5 Alkohol 5,54<br />
6 Ketamin 5,23<br />
7 Benzodiazepine 5,11<br />
8 Amphetamine 4,98<br />
9 Tabak 4,86<br />
10 Buprenorphin 4,73</p>
<p>11 Cannabis 4,00<br />
12 Lösungsmittel (Schnüffelstoffe) 3,81<br />
13 4-Methylthioamphetamin 3,80<br />
14 LSD 3,68<br />
15 Methylphenidat 3,54<br />
16 Anabole Steroide 3,46<br />
17 4-Hydroxybutansäure (GHB) 3,35<br />
18 Ecstasy 3,27<br />
19 Alkylnitrate/Alkylnitrite (Poppers) 2,77<br />
20 Kath 2,39</p>
<p>Seitens der Politik gab man sich irritiert, da die Gefährlichkeit der legalen Drogen Alkohol und Tabak unter den ersten 10 schädlichsten, von zwanzig klassifizierten Drogen, rangiert. Trotzdem wurde Nutts zum Drogenbauftragten der britischen Regierung ernannt.  Als er sich aber gegen die Verschärfung der Anti-Cannabis-Gesetzgebung, die sich genau entgegen der wissenschaftlichen Erkenntnis bewegte, aussprach, wurde er entlassen.</p>
<p>In Grossbritannien kann der Besitz von Cannabisprodukten (Haschisch, Marijuana) bis zu fünf Jahre Gefängnis einbringen. Die Regierung schlägt wissenschaftliche Erkentnisse einfach in den Wind und verunsichert die Öffentlichkeit, so Nutt. Man müsse an das Thema nüchtern herangehen und sich objektiver mit den einzelnen Drogen auseinandersetzen. Haschisch sei wesentlich weniger gefährlich als Alkohol und Tabak. Tabak und Alkohol als legale Drogen von anderen zu unterscheiden, sei künstlich und falsch. Überdies sei die Ansicht der Regierung, man könne Menschen, insbesondere auch junge Menschen, durch Strafandrohung von Drogen fernzuhalten, “wahrscheinlich unrecht”.</p>
<p>Professor Nutt wertet die britische Drogenbewertung als „schlecht durchdacht und willkürlich“. In Reaktion auf seine Entlassung sagte er Ende Oktober 2009, die britische Drogenpolitik sei irrational und rückständig und ignoriere wissenschaftliche Fakten. Es wird vermutet, dass auch parteipolitische Erwägungen eine Rolle spielten, und die Kontroverse willkommener Gelegenheit gab, an die Law and Order Fraktion der Konservativen Zugeständnisse zu machen.</p>
<p><em>*) Professor Nutt leitet die Abt. für Psychopharmakologie und den Safra-Lehrstuhl für Neuropsychopharmakologie am Imperial College of London. Er ist Mitglied im Committee on Safety of Medicines und Präsident des European College of Neuropsychopharmacology. Die Neuropsychopharmacologie befasst sich mit Substanzen, die das Gehirnfunktionen beeinflussen und Zustände wie Abhängigkeit, Angst oder Müdigkeit hervorrufen.</em></p>
<p>Nutt, D., King, L. A., Saulsbury, W., Blakemore, C.: Development of a rational scale to assess the harm of drugs of potential misuse. In: Lancet. 369, Nr. 9566, 24. 3 2007, S. 1047–53. doi:10.1016/S0140-6736(07)60464-4. PMID 17382831<br />
David Nutt. In: New ‘matrix of harm’ for drugs of abuse, Pressemitteilung vom 23. März 2007 der University of Bristol</p>
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		<title>Drogensüchtige ersetzen Heroin durch Diazepam: Medikament vor allem in Kombination gefährlich</title>
		<link>http://www.pharmacon.net/2009/09/diazepam/</link>
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		<pubDate>Wed, 30 Sep 2009 21:58:57 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Eine steigende Anzahl von Drogenkonsumenten verlagert ihre Einnahmegewohnheiten in Richtung Diazepam. Besser bekannt als Valium genießt das Medikament laut DrugScope bereits in 15 von 20 untersuchten britischen Städten zunehmende Beliebtheit. Diazepam wird als Heroin-Ersatz eingesetzt und häufig in Kombination mit Alkohol und Methadon eingenommen, um die Entzugserscheinungen von Crack zu mildern. Die Kombination mit anderen Medikamenten berge jedoch ein hohes Risiko einer Überdosierung in sich, warnen die Wissenschaftler&#8230; http://www.drugscope.org.uk &#8211; Für die jährliche Bestandsaufnahme der Organisation wurden 100 Drogenberatungsstellen und Polizeidienststellen in 20 Städten in ganz Großbritannien befragt. In Großbritannien ist Diazepam ein Medikament der Klasse C, das verschrieben wird um Angstgefühle und Anspannungen zu behandeln. Legal ist es nur auf Rezept erhältlich. Auf der Straße wird es laut DrugScope als Blues oder Vallies in Form von Tabletten mit einer Dosierung von zehn Milligramm zu einem Preis von einem Pfund verkauft. Die steigende Beliebtheit wird zum Teil auf die geringen Kosten, teilweise auf die leichte Verfügbarkeit und die schlechtere Qualität und Zugänglichkeit von Heroin zurückgeführt. Diazepam wird nach Großbritannien aus legalen Quellen in Europa eingeführt oder übers Internet von Anbietern aus Indien, Pakistan und Thailand gekauft. Vor allem die im Internet angebotenen Medikamente sind jedoch laut DrugScope häufig Fälschungen. Zwischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine steigende Anzahl von Drogenkonsumenten verlagert ihre Einnahmegewohnheiten in Richtung Diazepam. Besser bekannt als Valium genießt das Medikament laut DrugScope bereits in 15 von 20 untersuchten britischen Städten zunehmende Beliebtheit. Diazepam wird als Heroin-Ersatz eingesetzt und häufig in Kombination mit Alkohol und Methadon eingenommen, um die Entzugserscheinungen von Crack zu mildern. Die Kombination mit anderen Medikamenten berge jedoch ein hohes Risiko einer Überdosierung in sich, warnen die Wissenschaftler&#8230;<span id="more-1044"></span></p>
<p>http://www.drugscope.org.uk &#8211; Für die jährliche Bestandsaufnahme der Organisation wurden 100 Drogenberatungsstellen und Polizeidienststellen in 20 Städten in ganz Großbritannien befragt. In Großbritannien ist Diazepam ein Medikament der Klasse C, das verschrieben wird um Angstgefühle und Anspannungen zu behandeln. Legal ist es nur auf Rezept erhältlich. Auf der Straße wird es laut DrugScope als Blues oder Vallies in Form von Tabletten mit einer Dosierung von zehn Milligramm zu einem Preis von einem Pfund verkauft. Die steigende Beliebtheit wird zum Teil auf die geringen Kosten, teilweise auf die leichte Verfügbarkeit und die schlechtere Qualität und Zugänglichkeit von Heroin zurückgeführt.</p>
<p>Diazepam wird nach Großbritannien aus legalen Quellen in Europa eingeführt oder übers Internet von Anbietern aus Indien, Pakistan und Thailand gekauft. Vor allem die im Internet angebotenen Medikamente sind jedoch laut DrugScope häufig Fälschungen. Zwischen Juli 2003 und Juni 2006 wurden von Polizei und Zoll rund 300.000 Tabletten beschlagnahmt. Zwischen Juli 2006 und Juni 2008 stieg diese Zahl auf zwei Millionen an. Diazepam macht sehr rasch süchtig. Ein Entzug kann laut BBC mehrere Monate dauern. Ein weiterer Trend geht in Richtung des Mehrfachkonsums von Drogen. Kombinationen aus Drogen wie Alkohol, Haschisch, Kokain und Ecstasy werden vor allem bei jungen Menschen immer mehr zum Problem.</p>
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		<title>On the run: Zu viel Sport macht abhängig</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Sep 2009 17:13:28 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Wenn Sport im Übermaß betrieben wird, kann dies zu körperlicher Abhängigkeit führen. Das berichten Forscher der Tufts University in der Zeitschrift Behavioral Neuroscience. Sie konnten bei übertrainierten Ratten auf einfache Weise Entzugserscheinungen hervorrufen, die vom Rauschgift-Entzug bekannt sind&#8230; Entzugserscheinungen gleich wie bei Rauschgift http://www.tufts.edu &#8211; &#8220;Übermäßiges Laufen hat Ähnlichkeiten mit der Drogeneinnahme&#8221;, so die Forscher. Ausnutzen könne man dies, indem das positive Gefühl des Sports in die Therapie von Suchtkranken integriert werde. Wer exzessiv Sport betreibt, geht dabei auch Risiken ein Im Experiment beobachteten die Wissenschaftler 80 Ratten für mehrere Wochen. Man ermöglichte den Tieren während dieser Zeit, sich in einem Laufrad auszutoben, und gliederte sie nach dem Grad ihrer Aktivität in Gruppen. Abschließend verabreichte man ihnen entsprechend ihrem Körpergewicht eine Dosis des Medikaments Naloxon, das man bei Opiat-Überdosis zum Hervorrufen sofortiger Entzugserscheinungen einsetzt. Während faule Ratten kaum reagierten, zeigten die sportlichen typische Entzugserscheinungen wie Zittern, Krümmen oder Zähneklappern. Am stärksten war dieser Effekt bei den Tieren, die ihr Laufrad am häufigsten betätigt hatten. Die Studienautoren gehen davon aus, dass hier dieselben Prozesse im Belohnungssystem des Gehirns abliefen wie bei drogenabhängigen Ratten. Vor einer Verwässerung des Suchtbegriffs durch Gleichstellungen mit Alkohol- oder Drogensucht warnt Volker Weissinger, Geschäftsführer des Fachverbandes Sucht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn Sport im Übermaß betrieben wird, kann dies zu körperlicher Abhängigkeit führen. Das berichten Forscher der Tufts University in der Zeitschrift Behavioral Neuroscience. Sie konnten bei übertrainierten Ratten auf einfache Weise Entzugserscheinungen hervorrufen, die vom Rauschgift-Entzug bekannt sind&#8230;<span id="more-1026"></span></p>
<p><strong> Entzugserscheinungen gleich wie bei Rauschgift </strong></p>
<p>http://www.tufts.edu &#8211; &#8220;Übermäßiges Laufen hat Ähnlichkeiten mit der Drogeneinnahme&#8221;, so die Forscher. Ausnutzen könne man dies, indem das positive Gefühl des Sports in die Therapie von Suchtkranken integriert werde.</p>
<p><strong>Wer exzessiv Sport betreibt, geht dabei auch Risiken ein</strong></p>
<p>Im Experiment beobachteten die Wissenschaftler 80 Ratten für mehrere Wochen. Man ermöglichte den Tieren während dieser Zeit, sich in einem Laufrad auszutoben, und gliederte sie nach dem Grad ihrer Aktivität in Gruppen. Abschließend verabreichte man ihnen entsprechend ihrem Körpergewicht eine Dosis des Medikaments Naloxon, das man bei Opiat-Überdosis zum Hervorrufen sofortiger Entzugserscheinungen einsetzt. Während faule Ratten kaum reagierten, zeigten die sportlichen typische Entzugserscheinungen wie Zittern, Krümmen oder Zähneklappern. Am stärksten war dieser Effekt bei den Tieren, die ihr Laufrad am häufigsten betätigt hatten. Die Studienautoren gehen davon aus, dass hier dieselben Prozesse im Belohnungssystem des Gehirns abliefen wie bei drogenabhängigen Ratten.</p>
<p>Vor einer Verwässerung des Suchtbegriffs durch Gleichstellungen mit Alkohol- oder Drogensucht warnt Volker Weissinger, Geschäftsführer des Fachverbandes Sucht e.V. http://sucht.de , gegenüber pressetext. &#8220;Viele Verhaltensformen wie etwa Arbeit, Putzen, Musik oder eben Sport müssten dann als Sucht bezeichnet werden, wenn sie im Übermaß betrieben werden. Eine Abgrenzung von &#8216;normalem&#8217; Verhalten ist hier aber schwierig, zumal Höchstleistungen doch mitunter &#8211; gerade im sportlichen und kulturellen Bereich &#8211; gesellschaftlich anerkannt sind.&#8221; Entscheidend für die Frage, ob eine Abhängigkeit vorliegt, sei wieweit das eigene Verhalten kontrolliert werden kann oder nicht. Kritisch sieht Weissinger die Situation zudem dann, wenn etwa beim Trinken die Toleranzgrenze steigt oder Sozialkontakte unter der exzessiven Ausübung eines Verhaltens langfristig leiden.</p>
<p>Im Speziellen suchten die Forscher auch nach Hinweisen für die Essstörung bei Sportlern, der sogenannten &#8220;Anorexica Athletica&#8221;. Menschen, die an dieser Störung leiden, betreiben exzessiv Sport, um somit einen Abmagerungseffekt durch fehlende Essenseinnahme noch zu steigern. Sowohl aktive als auch faule Ratten untergliederte man dazu weiters in Gruppen, die nur zu einer Tageszeit Futter bekamen, während die anderen während des gesamten Tagesverlaufs fressen konnten. Der beabsichtigte Gewichtsverlust trat auch bei den fastenden Tieren ein. Bei der Naloxon-Probe zeigte sich, dass die Tiere, die nur einmal am Tag Futter bekamen und zugleich am meisten liefen, die insgesamt stärksten Entzugserscheinungen entwickelten. &#8220;In Verbindung mit anderen psychischen Störungen steht exzessiv ausgeübter Sport unter einem ganz anderen Licht&#8221;, betont auch Weissinger.</p>
<p>Grundsätzlich sieht der Suchtexperte das Glückserlebnis, das die Aussendung von Endorphinen im Gehirn auch beim mäßig betriebenen Sport auslösen kann, positiv. &#8220;Der Mensch strebt nach Glücksmomenten, die ihn aus dem Alltag herausheben. Sport ist eine grundsätzlich gesunde Form, um dies zu erreichen, da er das körperliche Wohlgefühl und die Leistungsfähigkeit fördert.&#8221; Die von den amerikanischen Studienautoren vorgeschlagene Einbeziehung des Sports in Entwöhnungsprogramme gibt es in der Praxis bereits. &#8220;Multimodal ausgerichtete Behandlungsprogramme beinhalten etwa neben Psychotherapie, Ergotherapie, arbeitsbezogenen Leistungen auch Sport und Bewegung. Viele Suchtkranke haben ihren Körper über längere Zeit vernachlässigt und profitieren von solchen Maßnahmen&#8221;, so Weissinger.</p>
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		<title>Interdisziplinäre Diskussion: Jugend und Sucht</title>
		<link>http://www.pharmacon.net/2009/08/sucht/</link>
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		<pubDate>Thu, 27 Aug 2009 22:03:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Suchterkrankungen]]></category>
		<category><![CDATA[Abhängigkeit]]></category>
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		<category><![CDATA[Gehirn]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Suchtproblematik belastet unsere Gesellschaft in vielfacher Hinsicht &#8211; es gibt Millionen chronisch Kranker, das Leid der Angehörigen und auch die direkten und indirekten wirtschaftlichen Einbußen&#8230; Am 23. September 2009 findet in Nürnberg das „Suchtforum 2009“ statt. Bereits im April 2009 wurde die Fortbildung in München angeboten. Das Suchtforum verfolgt das Ziel, die verschiedenen Formen der Sucht Jugendlicher darzustellen und die Prävention durch eine intensivere Zusammenarbeit der Gesundheitsberufe zu stärken. Bei Jugendlichen ist die Auswirkung von Suchtmitteln besonders problematisch, da die Gehirnentwicklung negativ beeinflusst werden kann. Darüber hinaus verläuft die Suchtentwicklung wegen der besonderen Lernfähigkeit des jugendlichen Gehirns rascher. Das dabei entstehende Suchtgedächtnis ist, wie man heute weiß, schwer löschbar und daher nur schlecht therapierbar. Zwar hat die Suchtprävention zu wichtigen Effekten bei stoffgebundenen Süchten geführt, insofern es weniger Einsteiger im Bereich der illegalen Drogen gibt. Auch ist bei legalen Drogen der regelmäßige Konsum leicht rückgängig, aber die Gruppe, die zu Exzessen neigt, ist zunehmend stärker vertreten, wie es sich beispielsweise in Form des Komatrinkens zeigt. Bemerkenswert ist die Zunahme an jüngeren Mädchen in diesen Konsumbereichen, wie es vor allem beim Rauchen erkennbar ist. Jugendliche sind risikofreudig und bereit, neue psychoaktive Substanzen, wie GHB, Spice und andere Partydrogen zu probieren. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Suchtproblematik belastet unsere Gesellschaft in vielfacher Hinsicht &#8211; es gibt Millionen chronisch Kranker, das Leid der Angehörigen und auch die direkten und indirekten wirtschaftlichen Einbußen&#8230;<span id="more-962"></span></p>
<p><em>Am 23. September 2009 findet in Nürnberg das „Suchtforum 2009“ statt. Bereits im April 2009 wurde die Fortbildung in München angeboten. Das Suchtforum verfolgt das Ziel, die verschiedenen Formen der Sucht Jugendlicher darzustellen und die Prävention durch eine intensivere Zusammenarbeit der Gesundheitsberufe zu stärken.</em></p>
<p>Bei Jugendlichen ist die Auswirkung von Suchtmitteln besonders problematisch, da die Gehirnentwicklung negativ beeinflusst werden kann. Darüber hinaus verläuft die Suchtentwicklung wegen der besonderen Lernfähigkeit des jugendlichen Gehirns rascher. Das dabei entstehende Suchtgedächtnis ist, wie man heute weiß, schwer löschbar und daher nur schlecht therapierbar.<br />
Zwar hat die Suchtprävention zu wichtigen Effekten bei stoffgebundenen Süchten geführt, insofern es weniger Einsteiger im Bereich der illegalen Drogen gibt. Auch ist bei legalen Drogen der regelmäßige Konsum leicht rückgängig, aber die Gruppe, die zu Exzessen neigt, ist zunehmend stärker vertreten, wie es sich beispielsweise in Form des Komatrinkens zeigt. Bemerkenswert ist die Zunahme an jüngeren Mädchen in diesen Konsumbereichen, wie es vor allem beim Rauchen erkennbar ist. Jugendliche sind risikofreudig und bereit, neue psychoaktive Substanzen, wie GHB, Spice und andere Partydrogen zu probieren.</p>
<p>Klassische Medikamente wie Beruhigungsmittel, aber auch Aufputschmittel werden weiterhin verwendet. Viele Jugendliche glauben, sich damit für den Alltag dopen zu können. Alles in allem ist es wichtig, sich das Gesamtspektrum süchtigen Verhaltens von Jugendlichen vor Augen zu führen, mit der Frage, welche Verbreitung tatsächlich vorliegt, ob diese Phänomene vorübergehend sind, welche Vorbeugung, welche Hilfen möglich sind, welche Aufgaben die Familie, die Gesellschaft und die speziellen Hilfesysteme dabei haben.</p>
<p>Neu hinzugekommen ist nun der Bereich der Verhaltenssüchte, der sich bei Jugendlichen insbesondere im Bereich der Glücksspielsucht, vor allem aber auf die Computersucht, die Onlinesucht und die Handysucht erstreckt. Wenngleich diese Verhaltensauffälligkeiten noch der Fachdiskussion bedürfen, rücken sie immer mehr in den Blickpunkt des gesellschaftlichen Interesses. Das Suchtforum verfolgt das Ziel, die verschiedenen Formen der Sucht Jugendlicher darzustellen und Verbesserungen der Prävention durch intensivere Zusammenarbeit der Gesundheitsberufe zu finden.</p>
<p><em>Zu dieser interdisziplinären Veranstaltung von Ärzten, Apothekern, Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten wird herzlich eingeladen.<br />
Die Veranstaltung wird von der Bayerischen Landesapothekerkammer, der Bayerischen Landesärztekammer und der Bayerischen Landeskammer der Psychologischen Psychotherapeuten und der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten mit 5 Punkten auf das Fortbildungszertifikat anerkannt.</em></p>
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		<title>Aus dem Tagebuch des Dr. Poljakow: Morphium (4)..</title>
		<link>http://www.pharmacon.net/2009/08/morphium-4/</link>
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		<pubDate>Wed, 12 Aug 2009 08:47:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Suchterkrankungen]]></category>
		<category><![CDATA[Abhängigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Opiate]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Zeitlang propagierte auch Sigmund Freud den Einsatz von Kokain zur Linderung der Morphinsucht. Auch Doktor Sergej Poljakow, der opiatabhängige Held in Michail Bulgakows Arztgeschichten versuchte sich auf diese Art zu befreien. Ohne Erfolg&#8230; Vierter Teil der Erzählung &#8220;Morphium&#8221; aus Michail Bulgakows “Arztgeschichten“ 8. April 1917 Es ist eine Qual. 9. April Der Frühling ist scheußlich. Der Teufel im Fläschchen. Kokain ist der Teufel im Fläschchen! Es wirkt folgendermaßen: Wenn man zweiprozentige Lösung injiziert, tritt fast augenblicklich ein Zustand von Ruhe ein, der sogleich in Begeisterung und Glückseligkeit übergeht. Das dauert jedoch nur eine oder zwei Minuten. Dann verschwindet alles spurlos, als wäre es nie gewesen. Nun kommen Schmerzen, Entsetzen, Finsternis. Der Frühling dröhnt, schwarze Vögel fliegen auf den kahlen Bäumen von Zweig zu Zweig, in der Ferne reckt sich borstenartig ein schwarzer Wald gen Himmel, dahinter lodert, ein Viertel des Himmels erfassend, der erste Frühlingssonnenuntergang. Mit meinen Schritten durchmesse ich das einsame große Zimmer in meiner Arztwohnung, quer von der Tür zum Fenster und vom Fenster zur Tür. Wie viele solcher Gänge kann ich machen? Höchstens fünfzehn oder sechzehn. Dann muss ich ins Schlafzimmer gehen. Auf Mull liegt die Spritze neben dem Fläschchen. Ich nehme sie, reibe sorgsam den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Zeitlang propagierte auch Sigmund Freud den Einsatz von Kokain zur Linderung der Morphinsucht. Auch Doktor Sergej Poljakow, der opiatabhängige Held in Michail Bulgakows Arztgeschichten versuchte sich auf diese Art zu befreien. Ohne Erfolg&#8230;<span id="more-782"></span></p>
<p><em>Vierter Teil der Erzählung &#8220;Morphium&#8221; aus Michail Bulgakows “<a href="http://buecher.hagalil.com/2009/03/bulgakow/">Arztgeschichten</a>“</em></p>
<p><em></em><strong>8. April 1917 </strong></p>
<p dir="ltr"><strong> </strong>Es ist eine Qual.</p>
<p><strong>9. April<br />
</strong>Der Frühling ist scheußlich.<br />
Der Teufel im Fläschchen. Kokain ist der Teufel im Fläschchen!</p>
<p dir="ltr">Es wirkt folgendermaßen: Wenn man zweiprozentige Lösung injiziert, tritt fast  augenblicklich ein Zustand von Ruhe ein, der sogleich in Begeisterung und  Glückseligkeit übergeht. Das dauert jedoch nur eine oder zwei Minuten. Dann  verschwindet alles spurlos, als wäre es nie gewesen. Nun kommen Schmerzen,  Entsetzen, Finsternis. Der Frühling dröhnt, schwarze Vögel fliegen auf den  kahlen Bäumen von Zweig zu Zweig, in der Ferne reckt sich borstenartig ein  schwarzer Wald gen Himmel, dahinter lodert, ein Viertel des Himmels erfassend,  der erste Frühlingssonnenuntergang. Mit meinen Schritten durchmesse ich das  einsame große Zimmer in meiner Arztwohnung, quer von der Tür zum Fenster und vom  Fenster zur Tür. Wie viele solcher Gänge kann ich machen? Höchstens fünfzehn  oder sechzehn. Dann muss ich ins Schlafzimmer gehen. Auf Mull liegt die Spritze  neben dem Fläschchen. Ich nehme sie, reibe sorgsam den zerstochenen Schenkel mit  Jod ab und steche die Nadel in die Haut. Keinerlei Schmerz. Oh, im Gegenteil:  Ich genieße im voraus die Euphorie, die gleich kommt. Da ist sie schon. Ich  erkenne sie daran, dass die Töne der Harmonika, die der über den Frühling  erfreute Wächter Wlas draußen auf der Vortreppe spielt, diese abgerissenen,  heiseren Harmonikatöne, die dumpf durchs Fenster zu mir dringen, zu  Engelsstimmen werden und die groben Bässe des ausgeleierten Balges wie ein  himmlischer Chor tönen.<br />
Aber da ist schon der Moment, wo das Kokain im Blut nach  einem geheimnisvollen, noch in keinem pharmakologischen Lehrbuch beschriebenen  Gesetz sich in etwas Neues verwandelt. Ich weiß: Der Teufel spukt in meinem  Blut. Wlas auf der Vortreppe nickt ein, und ich hasse ihn, und der  Sonnenuntergang, unruhig grummelnd, brennt mir die Eingeweide aus. So geht es  ein paarmal hintereinander an einem Abend, bis ich begreife, dass ich vergiftet  bin. Das Herz hämmert dermaßen, dass ich es in den Händen spüre, in den Schläfen  . . . Dann sackt alles in den Abgrund, und es gibt Momente, da denke ich, Doktor Poljakow kehrt nie  wieder ins Leben zurück . . .</p>
<p dir="ltr"><strong>13. April<br />
</strong>Ich, der unglückliche Doktor Poljakow, der im Februar dieses Jahres an  Morphinismus erkrankte, warne jeden, dem ein ähnliches Los beschieden ist: Nie  soll er Morphium durch Kokain ersetzen wollen. Kokain ist ein abscheuliches und  tückisches Gift. Gestern hat mich Anna mühsam mit Kampfer auf die Beine  gebracht, und heute bin ich halbtot.</p>
<p dir="ltr"><strong>6. Mai 1917<br />
</strong>Schon ziemlich lange habe ich mein Tagebuch nicht zur Hand genommen. Leider ist  es weniger ein Tagebuch als eine Krankengeschichte, und ich habe offenbar einen  professionellen Hang zu meinem einzigen Freund auf der Welt (einmal abgesehen  von meiner verhärmten und häufig weinenden Freundin Anna).<br />
Also, wenn ich schon eine Krankengeschichte schreibe: Ich spritze zweimal in  vierundzwanzig Stunden Morphium: um fünf Uhr nachmittags (nach dem Essen) und um  Mitternacht vor dem Einschlafen.<br />
Die Lösung ist dreiprozentig, zwei Spritzen nehme ich, folglich macht eine 0,06  aus. Ganz schön!</p>
<p>Meine bisherigen Aufzeichnungen sind ein bißchen hysterisch.<br />
Nichts ist  besonders beängstigend.<br />
Meine Arbeitsfähigkeit ist nicht im geringsten  beeinträchtigt. Im Gegenteil: Ich zehre den ganzen Tag von der nächtlichen  Injektion. Operationen gelingen mir vortrefflich, ich halte mich einwandfrei an  die Rezeptur und verbürge mich mit meinem Wort als Arzt, dass mein Morphinismus  den Patienten keinen Schaden gebracht hat. Ich hoffe, es bleibt so.<br />
Etwas  anderes quält mich. Ich lebe in ständiger Furcht, jemand könnte von meinem  Laster erfahren. Und es liegt mir schwer auf der Seele, wenn ich in der  Sprechstunde den prüfenden Blick des assistierenden Feldschers im Rücken spüre.<br />
Unsinn! Er hat keine Ahnung.<br />
Nichts verrät mich. Meine Pupillen könnten mich nur abends verraten, und abends sieht  er mich nie.</p>
<p dir="ltr">Die schlimmen Morphiumeinbußen in unserer Apotheke habe ich bei einem Besuch in  der Kreisstadt ergänzt. Aber auch dort musste ich unangenehme Minuten  durchstehen. Der Leiter des Speichers las meine Bestellung, in die ich  vorsorglich auch allerlei anderes Zeug eingetragen hatte. Coffein etwa, von dem  wir reichlich haben, und sagte: »Vierzig Gramm Morphium?«<br />
Ich schlug die Augen nieder wie ein Schüler und errötete. »Soviel haben wir  nicht«, sagte er. »Zehn Gramm können Sie kriegen.«<br />
Er hatte wirklich nicht soviel, doch ich bildete mir ein, er habe mein Geheimnis  durchschaut, zwicke und durchbohre mich mit dem Blick, und ich war qualvoll  aufgeregt.</p>
<p dir="ltr">Nein, die Pupillen, nur die Pupillen sind verräterisch, darum habe  ich es mir zur Regel gemacht, abends mit niemandem zusammenzukommen. Übrigens  ist dafür kein Platz besser geeignet als mein Revier, denn schon über ein halbes  Jahr sehe ich keinen Menschen außer meinen Kranken. Und die kümmern sich nicht  um mich.</p>
<p dir="ltr"><strong>18. Mai<br />
</strong>Die Nacht ist schwül. Es wird ein Gewitter geben. Der schwarze Wolkenbauch in  der Ferne hinter dem Wald schwillt an und bläht sich. Da zuckt es auch schon  bleich und beunruhigend. Das Gewitter kommt.</p>
<p dir="ltr">Ich habe ein Buch vor mir, darin steht über die Morphiumabstinenz:<br />
». . . große Unruhe, erregter, schwermütiger Zustand, Reizbarkeit,  Gedächtnisschwund, mitunter Halluzinationen und Bewusstseinstrübungen geringen  Grades . . .« Halluzinationen habe ich noch nicht gehabt, doch was das übrige  betrifft, so kann ich sagen: Welch schwache, trockene, nichtssagende Worte!  »Schwermütiger Zustand!« Nein, ich, der ich an dieser entsetzlichen Krankheit  leide, möchte den Ärzten empfehlen, barmherziger zu ihren Patienten zu sein. Nicht ein »schwermütiger Zustand«, sondern ein langsamer Tod  befällt den Morphinisten, dem nur für eine Stunde oder zwei das Morphium  entzogen wird. Die Luft scheint zu dünn, er kann sie nicht schlucken. Keine  Zelle im Körper, die nicht gierte . . . Wonach? Das läßt sich weder definieren  noch erklären.<br />
Kurzum, er ist kein Mensch. Er ist ausgeschaltet. Er ist ein  Leichnam, der sich bewegt, sich quält und leidet. Er will nichts, er ersehnt  nichts außer Morphium. Morphium!<br />
Verdursten ist ein paradiesischer, glückseliger Tod, verglichen mit der Gier  nach Morphium. So hascht wohl ein lebendig Begrabener nach den letzten  Luftbläschen in seinem Grab und fetzt mit den Nägeln die Haut auf der Brust auf.  So stöhnt und windet sich der Ketzer auf dem Scheiterhaufen, wenn die ersten  Flammen nach seinen Beinen züngeln . . .<br />
Der Tod &#8211; ein qualvoller, langsamer Tod . . . Das also steckt hinter den  professoralen Worten »schwermütiger Zustand«.</p>
<p>Ich kann nicht mehr. Ich habe mir doch wieder eine Injektion gemacht. Ein  Seufzer. Noch ein Seufzer. Leichter. Und da &#8230; da &#8230; die mentholartige Kühle  in der Brust&#8230;<br />
Drei Spritzen mit dreiprozentiger Lösung. Das reicht bis Mitternacht.</p>
<p>Quatsch. Diese Eintragung ist Quatsch. Alles halb so schlimm. Früher oder später  geb ich&#8217;s auf! Jetzt schlafen, schlafen.<br />
Dieser dumme Kampf gegen das Morphium quält und schwächt mich bloß.</p>
<p>(An dieser Stelle sind im Heft zwei Dutzend Seiten herausgeschnitten.)</p>
<p>. . . wieder Erbrechen um 4.30 Uhr.</p>
<p>Wenn mir besser ist, schreibe ich meine entsetzlichen Eindrücke auf.</p>
<p><strong>14. November 1917</strong></p>
<p dir="ltr">Also, nach meiner Flucht aus der Moskauer Heilanstalt des Doktor . . . (Name  sorgfältig gestrichen) bin ich wieder zu Hause.</p>
<p>Wie ein Schleier verhüllt der  strömende Regen die Welt. Mag er. Ich brauche sie nicht, ebenso wenig wie mich  jemand auf der Welt braucht. Die Schießerei und den Umsturz habe ich in der  Heilanstalt miterlebt. Aber der Gedanke, die Kur hinzuschmeißen, war schon vor  den Moskauer Straßenkämpfen heimlich in mir gereift. Ich bin dem Morphium  dankbar, dass es mich mutig gemacht hat. Keine Schießerei jagt mir Angst ein. Was  kann überhaupt einen Menschen ängstigen, der nur an eines denkt &#8211; an die  wundersamen göttlichen Kristalle? Als die Pflegerin, ganz kopfscheu von dem  Kanonendonner . . . (Hier fehlt eine Seite.)&#8230; diese Seite ist herausgerissen,  damit niemand je die schmachvolle Schilderung liest, wie ein Mensch mit Diplom  diebisch und feige flieht und seinen eigenen Anzug stiehlt. Aber was ist schon  der Anzug! Ich habe ein Krankenhaushemd mitgenommen. Es war mir egal.<br />
Am  nächsten Tag, nachdem ich mir eine Injektion gemacht hatte, wurde ich wieder  rege und kehrte zu Doktor N. zurück. Er empfing mich mitleidig, aber durch das  Mitleid schimmerte Verachtung. Das hätte er sich sparen können. Schließlich ist  er Psychiater und sollte wissen, dass ich nicht immer Herr meiner selbst bin. Ich  bin krank. Wozu mich verachten? Ich gab das Krankenhaushemd zurück.</p>
<p>»Danke«, sagte er und fügte hinzu: »Was gedenken Sie jetzt zu tun?«<br />
Ich sagte forsch, denn ich war im Zustand der Euphorie: »Ich habe beschlossen,  in meine Einöde zurückzukehren, zumal mein Urlaub zu Ende ist. Ich danke Ihnen  sehr für Ihre Hilfe, ich fühle mich bedeutend besser. Ich werde die Kur zu Hause  fortsetzen.«<br />
Er antwortete: »Sie fühlen sich nicht im geringsten besser. Lächerlich, dass Sie mir so etwas  sagen. Dabei genügt ein Blick auf Ihre Pupillen. Wem erzählen Sie so etwas?«<br />
»Professor, ich kann es mir nicht auf einmal abgewöhnen, besonders jetzt bei all  diesen Ereignissen. Die Schießerei hat mich ganz zermürbt.«<br />
»Sie ist vorbei. Wir haben eine neue Macht. Legen Sie sich wieder hin.«<br />
Da fiel mir alles wieder ein &#8211; die kalten Korridore &#8230; die mit Ölfarbe  angestrichenen kahlen Wände &#8230; ich krieche wie ein Hund mit gebrochenem Bein .  . . warte . . . Worauf? Auf ein heißes Bad? Auf eine Injektion von 0,005  Morphium. Eine Dosis, von der wirklich keiner stirbt . . . bloß . . . aber die  ganze Schwermut bleibt, lastet auf mir wie zuvor . . . Die leeren Nächte, das  Hemd, das ich mir am Leibe zerriss unter flehentlichen Bitten, mich  hinauszulassen.<br />
Nein . . . nein . . . Das Morphium wurde erfunden, wurde aus den  trocken rasselnden Kapseln der göttlichen Pflanze gewonnen, nun finden Sie eine  Methode, die Sucht ohne Qual zu kurieren! Eigensinnig schüttelte ich den Kopf.  Da erhob er sich, und ich stürzte erschrocken zur Tür. Ich glaubte, er wolle sie  verschließen und mich gewaltsam in der Klinik festhalten.</p>
<p dir="ltr">Der Professor lief rot an.<br />
»Ich bin kein Kerkerknecht«, stieß er gereizt hervor, »und wir sind hier nicht  im Butyrki-Gefängnis. Bleiben Sie sitzen. Sie haben geprahlt, Sie wären ganz  normal, das ist zwei Wochen her. Dabei . . .« Ausdrucksvoll ahmte er meine  Schreckensgeste nach. »Ich halte Sie nicht.« »Professor, geben Sie mir meine  Unterschrift zurück. Ich flehe Sie an.« Meine Stimme zitterte kläglich. »Bitte  sehr.«<br />
Klickend drehte er den Schlüssel der Schreibtischschublade herum und gab mir den  Revers, in dem ich mich unterschriftlich verpflichtet hatte, die zweimonatige  Kur durchzustehen und mich in der Klinik festhalten zu lassen usw., kurzum, das  übliche.<br />
Mit zitternder Hand nahm ich das Papier entgegen, steckte es ein und stammelte:<br />
»Ich danke Ihnen.«</p>
<p dir="ltr">Dann stand ich auf, um zu gehen.</p>
<p dir="ltr">»Doktor Poljakow!« rief er mir nach. Ich drehte mich um, die  Türklinke in der Hand. »Hören Sie zu«, sprach er, »besinnen Sie sich. Begreifen  Sie doch, Sie landen sowieso in einer psychiatrischen Klinik, vielleicht ein  bisschen später, aber dann in viel schlimmerem Zustand. Ich habe Sie trotz allem  noch als Arzt angesehen. Später aber kommen Sie im Zustand völliger seelischer  Zerrüttung. Sie dürften eigentlich gar nicht mehr praktizieren, mein Lieber, und  es ist vielleicht verbrecherisch, Ihre Dienststelle nicht zu informieren.« Ich  zuckte zusammen und spürte deutlich, wie mir die Farbe aus dem Gesicht wich  (obwohl ich ohnedies kaum Farbe habe).</p>
<p dir="ltr">»Ich flehe Sie an, Professor«, sagte ich dumpf, »sagen Sie es  niemandem. Dann würde ich entlassen, als Kranker verschrien. Warum wollen Sie  mir das antun?« »Gehen Sie«, rief er ärgerlich, »gehen Sie. Ich werde nichts  sagen. Man bringt Sie ja doch hierher zurück.« Ich ging, und ich schwöre, ich  habe den ganzen Weg vor Scham und Schmerz gezittert. Warum?</p>
<p dir="ltr">Ganz einfach. Ach, mein Freund, mein treues Tagebuch. Du wirst mich  doch nicht verraten? Ich habe in der Klinik Morphium gestohlen. Drei  Kubikzentimeter Kristalle und zehn Gramm einprozentige Lösung.</p>
<p dir="ltr">Dies ist das eine, aber etwas anderes ist wichtig. Der Schlüssel  steckte im Schrank. Und wenn er nicht gesteckt hätte? Hätte ich den Schrank  aufgebrochen oder nicht? Na? Ehrlich? Ich hätte ihn aufgebrochen.</p>
<p dir="ltr">Doktor Poljakow ist also ein Dieb. Ich komme schon noch dazu, diese  Seite herauszureißen.</p>
<p dir="ltr">Na, was das Praktizieren betrifft, so hat er doch zu dick  aufgetragen.<br />
Ja, ich bin degeneriert. Sehr richtig. Der Zerfall meiner  moralischen Persönlichkeit hat begonnen. Aber arbeiten kann ich, ich füge keinem  meiner Patienten Böses oder Schaden zu.</p>
<p>Ja, warum habe ich gestohlen? Ganz einfach. Ich war überzeugt,  während der Kämpfe und der ganzen Wirren im Zusammenhang mit dem Umsturz  nirgendwo Morphium zu bekommen. Als es aber stiller geworden war, erhielt ich in  einer Apotheke am Stadtrand fünfzehn Gramm einprozentiger Lösung, für mich  ziemlich nutzlos und zermürbend (davon brauche ich neun Spritzen). Und obendrein  musste ich mich noch erniedrigen. Der Apotheker verlangte einen Stempel und  musterte mich mürrisch und argwöhnisch. Dafür bekam ich am nächsten Tag, als ich  wieder meine Norm hatte, in einer anderen Apotheke ohne Schwierigkeiten zwanzig  Gramm in Kristallen; ich hatte ein Rezept fürs Krankenhaus ausgefertigt  (natürlich hatte ich Coffein und Aspirin dazugeschrieben). Ja, warum soll ich  eigentlich Versteck spielen und mich fürchten? Wirklich, als ob auf meiner Stirn  geschrieben stünde, dass ich Morphinist bin. Wen geht das schließlich was an!</p>
<p dir="ltr">Ist der Verfall so groß? Ich rufe diese Aufzeichnungen zum Zeugen  an. Sie sind bruchstückartig, doch ich bin ja auch kein Schriftsteller!<br />
Sind  etwa verrückte Gedanken darin? Ich glaube, ganz nüchtern zu urteilen.</p>
<p>Ein Morphinist besitzt ein Glück, das ihm niemand nehmen kann &#8211; die Fähigkeit,  sein Leben in gänzlicher Einsamkeit zu verbringen. Einsamkeit, das sind  wichtige, bedeutsame Gedanken, das ist Betrachtung, Ruhe, Weisheit&#8230;<br />
Die Nacht  strömt dahin, schwarz und schweigsam. Irgendwo liegt der kahle Wald, dahinter  ein Flüsschen, Kälte, Herbst.<br />
Fern, ganz fern ist das umgewühlte, stürmische  Moskau.<br />
Mich geht das nichts an, ich brauche nichts, mich zieht es nirgendwo  hin.<br />
Brenne in meiner Lampe, Flämmchen, brenne leise, ich möchte ausruhen von den Moskauer Abenteuern, ich möchte sie vergessen.<br />
Und ich habe sie vergessen.</p>
<p dir="ltr">Ich habe vergessen.</p>
<p dir="ltr"><a href="http://www.pharmacon.net/2009/03/morphium/">[1. Teil</a>] [<a href="http://www.pharmacon.net/2009/03/morphium-2/">2. Teil</a>] [<a href="http://www.pharmacon.net/2009/04/morphium-3/">3. Teil</a>]&#8230;</p>
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