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	<title>Pharmacon Net &#187; Pädagogik</title>
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	<description>Interaktion: Medizin und Psychologie, Pharmakologie und Pharmazie</description>
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		<title>Siegfried Bernfeld: Psychoanalyse, Pädagogik und Zionismus</title>
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		<pubDate>Sun, 16 May 2010 20:34:33 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Psychotherapie]]></category>
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		<description><![CDATA[Siegfried Bernfeld (1892 – 1953) war einer der  produktivsten jüdischen Psychoanalytiker und Pädagogen. Er gehörte in Wien zu dem engen Kreis um Sigmund Freud, sein reformpädagogisches Werk gehört zu den pädagogisch-psychoanalytischen Klassikern. Bernfeld wuchs in Wien auf und engagierte sich in den Jahren von 1914 – 1921 in der zionistischen Bewegung. Sein “Kinderheim Baumgarten” war ein wegweisendes psychoanalytisch-pädagogisches Modellprojekt für jüdische Waisenkinder. Mehrere seiner Schüler und Kollegen emigrierten in den 1930er Jahren in das damalige Palästina, engagierten sich in der Kibbuzbewegung und bauten die Israelische Psychoanalytische Vereinigung auf. Bernfelds Wirken als Zionist ist hingegen im deutschsprachigen Raum weitgehend in Vergessenheit geraten… Von Roland Kaufhold Bernfeld, dessen Leben durch zwei Weltkriege, enttäuschte Utopien und Emigration erschüttert wurde, starb am 2. April 1953 in San Francisco. In Folge der 1968er – Bewegung wurden Bernfelds Schriften wiederentdeckt und neu aufgelegt; in mehreren Sammelbänden ist sein breitgefächertes Werk aufgearbeitet und dokumentiert worden.[01] Kindheit und Jugendbewegung in Wien Siegfried Bernfeld wurde am 7.5.1892 in Lemberg, Galizien, geboren. Seine Biographie wies vielfältige Ähnlichkeiten mit der seines Lehrmeisters Sigmund Freud auf: Sein Vater Isidor Bernfeld war im Textil-Großhandel tätig, seine Familie wuchs in der Nähe Freuds auf. Er kam wie Freud als Erstgeborener einer jungen Mutter zur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Siegfried Bernfeld (1892 – 1953)  war einer der  produktivsten jüdischen   Psychoanalytiker und Pädagogen. Er gehörte in Wien zu dem engen Kreis um Sigmund Freud, sein  reformpädagogisches Werk gehört zu den pädagogisch-psychoanalytischen  Klassikern. Bernfeld wuchs in Wien auf und engagierte sich in den Jahren  von 1914 – 1921 in der zionistischen Bewegung. Sein “Kinderheim  Baumgarten” war ein wegweisendes psychoanalytisch-pädagogisches  Modellprojekt für jüdische Waisenkinder. Mehrere seiner Schüler und  Kollegen emigrierten in den 1930er Jahren in das damalige Palästina,  engagierten sich in der Kibbuzbewegung und bauten die Israelische  Psychoanalytische Vereinigung auf. Bernfelds Wirken als Zionist ist  hingegen im deutschsprachigen Raum weitgehend in Vergessenheit geraten…<span id="more-2063"></span></p>
<p><em>Von  Roland Kaufhold</em></p>
<p>Bernfeld, dessen Leben durch zwei Weltkriege, enttäuschte Utopien und  Emigration erschüttert wurde, starb am 2. April 1953 in San Francisco.  In Folge der 1968er – Bewegung wurden Bernfelds Schriften wiederentdeckt  und neu aufgelegt; in mehreren Sammelbänden ist sein breitgefächertes  Werk aufgearbeitet und dokumentiert worden.[<a id="identifier_0_11656" title="Fallend, K./Reichmayr, J. (Hg.) (1992): Siegfried Bernfeld Oder  die Grenzen der Psychoanalyse. Materialien zu Leben und Werk,  Frankfurt/M.; Hörster, R./ Müller, B. (Hrsg.) (1992): Jugend, Erziehung  und Psychoanalyse. Zur Sozialpädagogik Siegfried Bernfelds. Neuwied." href="http://www.hagalil.com/archiv/2010/05/16/bernfeld/#footnote_0_11656">01</a>]</p>
<p><strong>Kindheit und Jugendbewegung  in Wien</strong></p>
<p><em><a href="http://www.hagalil.com/archiv/wp-content/uploads/bernfeld1.jpg"><img class="alignright" title="bernfeld1" src="http://www.hagalil.com/archiv/wp-content/uploads/bernfeld1.jpg" alt="" width="200" height="266" /></a></em>Siegfried Bernfeld wurde am  7.5.1892 in Lemberg, Galizien, geboren.</p>
<p>Seine Biographie wies vielfältige Ähnlichkeiten mit der seines  Lehrmeisters Sigmund Freud auf: Sein Vater Isidor Bernfeld war im  Textil-Großhandel tätig, seine Familie wuchs in der Nähe Freuds auf. Er  kam wie Freud als Erstgeborener einer jungen Mutter zur Welt, seine  Familie war jüdisch. Die Familie siedelte bald darauf nach Wien über, wo  Bernfeld die Grundschule und ein Gymnasium besuchte. 1911 machte er  sein Abitur und studierte bis 1915 an der philosophischen Fakultät in  Wien anfangs Mathematik, Biologie, Zoologie und Geologie, wechselte bald  zu Naturwissenschaften, Pädagogik und Psychologie.</p>
<p>Bernfeld war bereits als Jugendlicher einer der herausragenden  Vertreter der Wiener Jugendbewegung. Diese war Ende des 19. Jahrhunderts  entstanden. In Wien formierte sich rasch der radikalste Flügel dieser  von mächtigen Veränderungswünschen sowie von den verstörend-ermutigenden  Freudschen Erkenntnissen zur Bedeutung der Sexualität inspirierten  Bewegung. Die Mitglieder der Wiener Wandervogel-Gruppen setzten sich aus  jüdischen Jugendlichen, aus höheren Schülern, aber auch aus  proletarischen Jugendlichen zusammen. Auch viele Anhänger der jungen  Wiener psychoanalytisch-pädagogischen Reformbewegung engagierten sich  beim Wandervogel, u.a. Bernfelds befreundeter Kollege Otto Fenichel  (1897 – 1946), <a href="http://www.hagalil.com/archiv/2010/03/09/bettelheim/">Bruno  Bettelheim</a>[<a id="identifier_1_11656" title="Siehe Kaufhold, R. (2001): Bettelheim, Ekstein, Federn: Impulse  für die psychoanalytisch-pädagogische Bewegung. Gießen  (Psychosozial-Verlag); Kaufhold, R. (Hg.) (1993): Pioniere der  psychoanalytischen Pädagogik: Bruno Bettelheim, Rudolf Ekstein, Ernst  Federn und Siegfried Bernfeld, psychosozial Nr. 53 (1/1993); Kaufhold,  R. (Mithg.) (2003): “So können sie nicht leben” – Bruno Bettelheim (1903  – 1990). Zeitschrift für Politische Psychologie 1-3/2003." href="http://www.hagalil.com/archiv/2010/05/16/bernfeld/#footnote_1_11656">02</a>]  (1903 – 1990) sowie dessen Cousine <a href="http://www.edithbuxbaum.com/">Edith  Buxbaum</a> (1902 – 1982).</p>
<p>Die Zeitschrift “<em>Der Anfang. Zeitschrift für die Jugend</em>”  erschien 1913 zum ersten Mal. Sie wurde von dem seinerzeit 21-jährigen  Siegfried Bernfeld sowie Georges Barbizon herausgegeben; die Redaktion  traf sich im im 1. Wiener Bezirk gelegenen väterlichen Geschäft.  Bernfeld verfasste in diesem Journal zahlreiche kämpferische Beiträge  und formulierte entschiedene Reformwünsche für die Schule und das  Elternhaus.</p>
<p>Die Jugendbewegung wuchs in den Jahren vor dem 1. Weltkrieg immer  weiter an: Im Oktober 1913 versammelten sich 2000 – 3000 Delegierte von  Jugendverbänden am Hohen Meißner bei Kassel. Im gleichen Jahr gründete  Bernfeld das “<em>Akademische Comité für Schulreform</em>“, ein  öffentliches Diskussionsforum, in welchem Schülern und Studenten die  Möglichkeit geboten wurde, ihre Vorstellungen von der Jugendkultur zu  diskutieren.</p>
<p>1914 publizierte der 22-jährige sein erstes Buch: “<em>Die neue</em> <em>Jugend  und die Frauen</em>“.</p>
<p>1915 promovierte Bernfeld mit der Schrift “<em>Über den Begriff der</em> <em>Jugend</em>“. Im gleichen Jahr heiratete er Anne Salomon (1892 –  1941). Diese kam gleichfalls aus der Jugendbewegung und hatte ebenfalls  als Ärztin im <em>Kinderheim Baumgarten</em> gearbeitet. Das Paar bekam  zwei Kinder, die Ehe hielt nur bis Mitte der 1920er Jahre. Anne Salomon  ging nach Moskau, wo sie erneut heiratete. Als die Deutschen vor Moskau  standen floh Anne Salomon erneut, mittellos, und nahm sich am 12.12.1941  voller Verzweiflung das Leben.</p>
<p>Die Erinnerungen der österreichischen Politikerin Käthe Leichter  vermitteln ein lebhaftes, unmittelbares Bild von der außergewöhnlichen  Überzeugungskraft, die Bernfeld bei seinen zahlreichen öffentlichen  Auftritten ausstrahlte: “Der große schöne Psychologiestudent mit den  pechschwarzen, zurückliegenden Haaren und den riesigen schwarzen Augen  hatte nicht nur ein mitreißendes Äußeres, er hatte tatsächlich alles  Zeug zu einem Jugendführer in sich: Leidenschaft und doch eine ruhige  verhaltene Art, jeden einzelnen anzuhören und auf ihn einzugehen,  umfassendes Wissen (und eine) ausgesprochene Begabung für Gemeinschafts-  und Organisationsarbeit.”[<a id="identifier_2_11656" title="in: Fallend, K. (1992): Siegfried Bernfeld – Von der  Jugendbewegung zur Psychoanalyse, in: Fallend/Reichmayr, a.a.O., S. 50." href="http://www.hagalil.com/archiv/2010/05/16/bernfeld/#footnote_2_11656">03</a>]</p>
<p><strong>Mitglied des engeren Kreises  um Sigmund Freud</strong></p>
<p>Bernfeld hatte Freuds “<em>Traumdeutung</em>” (1900) bereits als  16-jähriger gelesen. 1915 nahm er als Gast an den Sitzungen der <em>Wiener  Psychoanalytischen Vereinigung</em> teil. Diese tagte regelmäßig  Mittwochs, seit 1902, unter der Leitung von Sigmund Freud. In einer sehr  offenen Weise entwickelte sich so die psychoanalytische Theorie und  Praxis in einem kollektiven Reflexionsprozess. Diese historisch  außergewöhnlich wertvollen Protokolle wurden in den 1960er und 1970er  Jahren von dem kürzlich verstorbenen <a href="http://buecher.hagalil.com/2010/03/federn/">Ernst Federn</a><strong> </strong>(s. Kaufhold 2001, 2007) – einem Pionier einer Psychoanalyse  des Terrors (Federn 1999) – sowie von H. Nunberg in einer vierbändigen  Werkausgabe publiziert. 1919 wurde Bernfeld mit dem Vortrag über “<em>Das  Dichten Jugendlicher</em>” ordentliches Mitglied der WPV und prägte  deren Diskussionen nun regelmäßig mittels seiner außergewöhnlichen  Redekunst. Es gelang es ihm, viele Interessierte für die junge  psychoanalytisch-pädagogische Aufbruchbewegung zu gewinnen.</p>
<p><a href="http://www.hagalil.com/archiv/wp-content/uploads/bernfeld5.jpg"><img class="alignright" title="bernfeld5" src="http://www.hagalil.com/archiv/wp-content/uploads/bernfeld5.jpg" alt="" width="200" height="289" /></a>Weitere Stationen seines  wissenschaftlichen Schaffens: 1921 erschien im “Jüdischen Verlag” sein  Buch “<em>Kinderheim Baumgarten: Bericht über einen ernsthaften Versuch  mit neuer Erziehung</em>“, 1925 wandte er sich mit seiner “<em>Psychologie</em> <em>des Säuglings</em>” der Säuglingsforschung zu. Ebenfalls 1925  erschien sein bekanntestes Werk: “<em>Sisyphos oder die Grenzen der  Erziehung</em>” – ein, wie es der österreichisch-amerikanische  Psychoanalytische Pädagoge <a href="http://www.hagalil.com/archiv/2008/12/ekstein.htm">Rudolf Ekstein</a> (s. Kaufhold 2001) formuliert hat – “erster Beitrag zum Verhältnis von  Psychoanalyse und Marxismus und gleichzeitig eine fundamentale, im  Freistil formulierte Kritik der Theorie und Praxis der Erziehung.”[<a id="identifier_3_11656" title="Ekstein, R./Fallend, K./Reichmayr, J. (1988): „Too late to start  life afresh“. Siegfried Bernfeld auf dem Weg ins Exil. In: Stadler, F.  (Hg., 1988): Vertriebene Vernunft II. Emigration und Exil  österreichischer Wissenschaft 1930-40. Wien-München, S. 230-241." href="http://www.hagalil.com/archiv/2010/05/16/bernfeld/#footnote_3_11656">04</a>]</p>
<p>In geschliffener, teils polemischer Weise attackierte Bernfeld hierin  konservative Bildungs- gleichermaßen wie pädagogische  Allmachtsvorstellungen: “Hier sei nur eben angedeutet. Das Schulwesen  und die Erziehungseinrichtungen sind veraltet, sie bedürfen der  Erneuerung”, stellt Bernfeld[<a id="identifier_4_11656" title="Bernfeld, S. (1925/1981): Sisyphos oder die Grenzen der  Erziehung, Frankfurt/M. (Suhrkamp Tb), S. 10." href="http://www.hagalil.com/archiv/2010/05/16/bernfeld/#footnote_4_11656">05</a>] unzweideutig  fest. “Anders als ihre Teildisziplin Didaktik, ist die gesamte Pädagogik  in keinem Sinn und in keinem Maß wissenschaftlich. Dieser Satz gilt  wörtlich” (ebda.).</p>
<p>Der Pädagoge steht, gleich Sisyphos, vor einer wahrlich  überfordernden Situation: Sein Handeln unterliegt den von ihm nicht zu  beeinflussenden gesellschaftlich gesetzten Grenzen und  Rahmenbedingungen. Zugleich begegnet er dem von unbewussten Trieben  beeinflussten Verhaltensweisen von Kindern, die zu verstehen dem  psychoanalytisch Ungeschulten kaum  möglich ist. Und in ihm werden,  hierüber hinaus, in der Arbeit, in der Begegnung mit Kindern die eigenen  verdrängten frühkindlichen Konflikte geweckt. Bernfeld, der  unverbesserliche Querdenker, musste wahrlich gegen viele Windräder  ankämpfen.</p>
<p>Innerhalb der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung setzte sich  Bernfeld für eine Öffnung der psychoanalytischen Ausbildung für  Nicht-Mediziner ein – und dachte hierbei insbesondere an Pädagogen (vgl.  Kaufhold 2001, S. 21-50). Er baute eine “Laiengesellschaft” auf und  beteiligte sich an der Entwicklung einer eigenständigen  Psychoanalytischen Pädagogik. Doch trotz seiner außergewöhnlichen  Produktivität war seine ökonomische Lebenssituation in den Jahren nach  dem 1. Weltkrieg schwierig.</p>
<p>In seinen Briefen an seine zweite Ehefrau, die Schauspielerin <em>Elisabeth</em> <em>Neumann</em>, beleuchtete er seine prekäre finanzielle Situation.  Am 9.10.1924 schrieb er:</p>
<p>“Ich habe Zeit wie ein Baron. Eine namenlose Pleite. Bisher eine  Stunde täglich à 20.000 Kr., macht ein Monatseinkommen von 1/2 Million.  Na immerhin sind unsere Früh-Zigaretten gedeckt. Die schlimmste Laune  ist damit zu verhindern, ich habe sie aber gar nicht. Ich sehe dieser  abgründigen Pleite mit einem gewissen verschmitzten Behagen zu. (…)  Phantastische Stadt, jedermann borgt sich von jedem, und keiner hat.  Aber – ich kann Wien nicht verlassen, wenn ich nicht ökonomischen  Selbstmord begehe.”[<a id="identifier_5_11656" title="in: Reichmayr, J. (1990): Spurensuche zur Geschichte der  Psychoanalyse, Frankfurt/M. (Nexus), S. 88." href="http://www.hagalil.com/archiv/2010/05/16/bernfeld/#footnote_5_11656">06</a>]</p>
<p><strong>Zionistische Hoffnungen –  das Kinderheim Baumgarten</strong></p>
<p>Ab 1914 engagierte sich Bernfeld im linken Zweig der zionistischen  Jugendbewegung. Von 1917 – 1921 hatte er leitende Funktionen beim  zionistischen Zentralrat für West-Österreich inne und war Mitherausgeber  der “<em>Blätter aus der jüdischen</em> <em>Jugendbewegung</em>” sowie  der Zeitschrift “<em>Jerubbaal. Eine Zeitschrift der jüdischen Jugend</em>“,  in welchen er rege als Autor in Erscheinung trat. Vom 18. – 20.5. 1918  leitete er in Wien den “Österreichisch-jüdischen Jugendtag” und wurde  Mitbegründer des “Verbands für jüdische Jugendfürsorge”. 1919 setzte er  mit dem Buch “<em>Das jüdische Volk und</em> <em>seine Jugend</em>”  seine Publikationstätigkeit fort.</p>
<p>In Folge des Zustroms jüdischer Kriegsflüchtlinge aus Galizien  erlebte die zionistische Bewegung in Wien einen enormen Aufschwung.  Zahlreiche jüdische Kinder wurden durch den 1. Weltkrieg zu  Kriegswaisen. Auf Anregung des “American Joint Distribution Committee  for jewish warshippers” gründete Bernfeld gemeinsam mit seinem ebenfalls  zionistisch engagierten Freund und Kollegen Wilhelm Hoffer (1897 –  1967) im August 1919 für etwa 240 – 300 jüdische Kriegswaisen im Alter  von 6 – 14 Jahren ein auf reformpädagogischen und psychoanalytischen  Ansätzen bestehendes Erziehungsprojekt: das <em>Kinderheim Baumgarten </em>-  ein, wie es Anna Freud formuliert hat, “<em>erste(s) Experiment zur  Anwendung psychoanalytischer Erkenntnisse auf die Erziehung” (Grubrich</em>-Simitis,  1988, S. 14)</p>
<p>Die jüdischen Kinder fanden hier Zuflucht und sollten nach  Reformideen erzogen und für eine Arbeit als Handwerker und Bauern  ausgebildet werden. Orientierung boten das Wissen um die erzieherische  Wirkung einer pädagogisch gestalteten Umgebung sowie der  Situationsunterricht. Nicht nur die Förderung der intellektuellen  Entwicklung der Jugendlichen wurde gefördert, sondern insbesondere die  Bildung ihrer Affekte und Triebe. Dem Leben in einer sich selbst  steuernden Gruppe Gleichaltriger wurde eine hohe sozialisierende  Bedeutung zugemessen – alles Orientierungen, die einige dieser Wiener  Psychoanalytischen Pädagogen einige Jahre später in der jungen  Kibbuzbewegung Palästinas weiterentwickeln sollten. Fernziel war eine  Übersiedlung der jüdischen Kriegswaisen nach Palästina.</p>
<p>In seinem diese Arbeit reflektierenden Buch “<em>Kinderheim  Baumgarten: Bericht über einen ernsthaften Versuch mit neuer Erziehung</em>”  (1921) formulierte Bernfeld: “Indem die Kinder wochen-, ja monatelang  über ihr aktuelles Elend klagten, haben sie ihr latentes und durch Jahre  aufgespeichertes Unglück `abreagiert´, haben sie jene psychischen  Wunden gründlich geheilt, die ihnen die Vergangenheit geschlagen hatte  und die zur Quelle ihrer Entartung und Verwahrlosung geworden waren. (…)  Während dieser Zeit der Abreaktion begannen ganz leise, unbewusst und  unartikuliert, die bisher völlig gehemmten oder falsch (z. B. auf das  Essen) fixierten und in dieser Zeit sich lösenden und frei gewordenen  Affekte neu zu binden, an die Lehrer, an die Freunde, an die  Schulgemeinde, an die Histadruth, an die Kwuzoth (Kameradschaften)  allgemein.”[<a id="identifier_6_11656" title="Müller, P. W. (1993): Siegfried Bernfeld, in: Müller, P. W.  (1993): Kinderseele zwischen Analyse und Erziehung, Zürich, S. 61f." href="http://www.hagalil.com/archiv/2010/05/16/bernfeld/#footnote_6_11656">07</a>]</p>
<p><a href="http://www.hagalil.com/archiv/wp-content/uploads/bernfeld4.jpg"><img title="bernfeld4" src="http://www.hagalil.com/archiv/wp-content/uploads/bernfeld4.jpg" alt="" width="540" height="350" /></a></p>
<p>Die Heimordnung im Kinderheim Baumgarten wurde von der Identifikation  mit jüdischen Glaubensgrundlagen und jüdischen Kameradschaften geprägt.  Bernfeld führte aus:</p>
<p>“… Die Histadrut war viel mehr als eine Arbeitsvereinigung, sie war  durchpulst von Freundschaft und Liebe und das war ihre affektive, ihre  pädagogische Leistung, zunächst wurde auch sie zu einem wichtigen Mittel  der Sublimierung von sado-masochistischen Triebanteilen (…) Noch  wichtiger ist aber vielleicht die Tatsache, dass sich ein sehr  deutliches Gesamt-Ich `Histadruth´ bildete, dem ein großer Beitrag  narzisstischer Libido zugeführt wurde, die hier im engeren Rahmen zu  einer sehr tiefen Fixierung an die Teile des Gesamt-Ichs führte. (…)  offenbar geht der Weg vom Ich zum Du sehr oft über den Freund, in dem  noch ein gut Stück des eigenen Ich geliebt wird” (ebda., S. 63f)&#8230; <a href="http://www.hagalil.com/archiv/2010/05/16/bernfeld/">weiter&#8230;</a></p>
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		<title>Spezial: Ernst Federn</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Apr 2010 14:31:25 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Zum 65. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald am 11. April 1945&#8230; Ein Lebenskünstler: Ernst Federn, Pionier der kollektiv orientierten Psychoanalyse Ernst Federns Leben trägt die Signatur des 20. Jahrhunderts: Es führte von Wien über Dachau und Buchenwald nach Brüssel, dann in die USA und schließlich wieder nach Wien. Ernst Federn, der vor 65 Jahren, am 11. April 1945, von amerikanischen Truppen aus Buchenwald befreit wurde, gilt als einer der führenden Historiker der Psychoanalyse sowie als Pionier der Psychoanalytischen Pädagogik und psychoanalytischen Sozialarbeit und einer Psychologie des Terrors. Der vor knapp drei Jahren in Wien verstorbene Ernst Federn versuchte, seine traumatischen Erfahrungen im Konzentrationslager auf psychoanalytischer Basis zu analysieren und zu verstehen… Ernst Federn: Biographische Kontinuität, Emigration und psychoanalytisch-pädagogisches Engagement Ernst Federn hatte sich bereits sehr früh für die Politik, für soziale Reformen interessiert: In Wien wuchs er in einem Elternhaus auf, welches von seinem väterlichen Freund und Förderer Isvan Hollós einmal treffend wegen seiner Liberalität und gesellschaftlichen Offenheit als “Pension zur aufgelassenen Ich-Grenze” bezeichnet worden ist&#8230; Ernst Federn: Zur Geschichte der psychoanalytischen Pädagogik Die Geschichte der psychoanalytischen Pädagogik kann man in drei Perioden einteilen: Vorgeschichte, Geschichte und Überleben. Nach Überleben kommt die Ge­genwart, mit der ich mich ebenfalls beschäftigen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Zum 65. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers  						<a href="http://www.schoah.org/stumme-zeugen/buchenwald.htm"> Buchenwald am 11. April 1945</a>&#8230;</strong></p>
<p><strong>Ein Lebenskünstler:<br />
<a href="http://www.hagalil.com/archiv/2010/04/10/federn-einfuehrung/"> Ernst Federn, Pionier der kollektiv orientierten  						Psychoanalyse</a></strong><br />
Ernst Federns Leben trägt die Signatur des 20.  						Jahrhunderts: Es führte von Wien über Dachau und  						Buchenwald nach Brüssel, dann in die USA und schließlich  						wieder nach Wien. Ernst Federn, der vor 65 Jahren, am  						11. April 1945, von amerikanischen Truppen aus  						Buchenwald befreit wurde, gilt als einer der führenden  						Historiker der Psychoanalyse sowie als Pionier der  						Psychoanalytischen Pädagogik und psychoanalytischen  						Sozialarbeit und einer Psychologie des Terrors. Der vor  						knapp drei Jahren in Wien verstorbene Ernst Federn  						versuchte, seine traumatischen Erfahrungen im  						Konzentrationslager auf psychoanalytischer Basis zu  						analysieren und zu verstehen…</p>
<p><strong>Ernst Federn:<br />
<a href="http://www.hagalil.com/archiv/2010/04/10/federn-laudatio/"> Biographische Kontinuität, Emigration und  						psychoanalytisch-pädagogisches Engagement</a></strong><br />
Ernst Federn hatte sich bereits sehr früh für die  						Politik, für soziale Reformen interessiert: In Wien  						wuchs er in einem Elternhaus auf, welches von seinem  						väterlichen Freund und Förderer Isvan Hollós einmal  						treffend wegen seiner Liberalität und gesellschaftlichen  						Offenheit als “Pension zur aufgelassenen Ich-Grenze”  						bezeichnet worden ist&#8230;</p>
<p><strong>Ernst Federn:<br />
<a href="http://www.hagalil.com/archiv/2010/04/10/psychoanalytische-paedagogik/"> Zur Geschichte der psychoanalytischen Pädagogik</a></strong><br />
Die Geschichte der psychoanalytischen Pädagogik kann man  						in drei Perioden einteilen: Vorgeschichte, Geschichte  						und Überleben. Nach Überleben kommt die Ge­genwart, mit  						der ich mich ebenfalls beschäftigen werde…</p>
<p><strong>Ernst Federn:<br />
<a href="http://www.hagalil.com/archiv/2010/04/10/federn-gewalt/"> Der therapeutische Umgang mit Gewalt </a> </strong><br />
Der therapeutische Umgang mit Gewalt ist ein komplexes  						Gebiet, mit dem sich die meisten unter uns lieber nicht  						befassen. Gewalt ist nicht einfach nur die Frage danach,  						warum Individuen gewalttätig werden; Gewalt ist vielmehr  						ein Verhalten, das der moderne Mensch bewältigen lernen  						muss</p>
<p><strong>Zur Geschichte und Aktualität der Psychoanalytischen  						Pädagogik:<br />
<a href="http://www.hagalil.com/archiv/2010/04/10/interview-federn-ekstein/"> Fragen an Rudolf Ekstein und Ernst Federn</a></strong><br />
Ernst Federn und Rudolf Ekstein, Wiener Emigranten,  						Juden, Widerstandskämpfer und enge befreundete Kollegen  						Bruno Bettelheims, gehörten zu den Pionieren der  						Freudschen, der Wiener psychoanalytisch-pädagogischen  						Aufbruchbewegung der 1920er und 1930er Jahre. 1992, kurz  						nach Bettelheims Selbstmord, entstand das nachfolgende  						Interview mit Rudolf Ekstein und Ernst Federn…</p>
<p><strong>In historischer Perspektive Optimist:</strong><br />
<strong> <a href="http://www.hagalil.com/archiv/2010/04/10/federn-nitzschke/"> &#8220;Um Buchenwald sieben Jahre zu überstehen, musste man  						vor allem Glück haben&#8221;</a></strong><br />
1995 führte der Düsseldorfer Psychoanalytiker Bernd  						Nitzschke ein Interview mit Ernst Federn, in welchem  						wesentliche Themen aus Federns Leben und Wirken  						behandeltet wurden&#8230;</p>
<p><strong>&#8220;Hassen kann ich den Gegner nicht&#8221;:</strong><br />
<strong> <a href="http://www.hagalil.com/archiv/2010/04/10/peglau-federn/"> &#8220;Nackt unter Wölfen&#8221; oder &#8220;Wolf unter Wölfen&#8221;?</a></strong><br />
Das folgende Gespräch entstand am Rande einer Tagung  						anlässlich Federns 80. Geburtstags im Oktober 1994 in  						Berlin. Meine Absicht war, daraus einen interessanten  						Beitrag für „Ich- die Psychozeitung“ (1990 von mir und  						anderen gegründet, um Ex-DDR-Bürgern die Psychoanalyse  						nahe zu bringen) zu machen. Das gelang. Darüber hatte  						dieses Interview eine heilsame Schockwirkung für mich  						persönlich&#8230;</p>
<p><strong>Ernst Federn:<br />
<a href="http://www.hagalil.com/archiv/2010/04/11/federn-cd/"> Ein Video-Dokument</a></strong><br />
Im Herbst 2004 wurde Ernst Federns 90. Geburtstag gleich  						mehrfach, von verschiedenen Institutionen und Freunden,  						in Österreich gefeiert. Die Vorträge und Diskussionen  						der von Dr. Bernhard Kuschey (Wien) organisierten  						Festveranstaltung wurden in dem Buch “Die Psychoanalyse  						kritisch nützen und sozial anwenden” (Hg. B. Kuschey)  						dokumentiert. Für diesen Band erstellten die Münchner  						Psychoanalytiker Dr. Peter Bründl und Dr. Manfred Endres  						eine CD, die Stellungnahmen Federns sowie ein Interview  						mit dem knapp 90-jährigen Ernst Federn dokumentiert.  						Dieses zeithistorische Dokument wird nun hier auf  						haGalil veröffentlicht…</p>
<p><strong>Vorwort von 1998:<br />
<a href="http://www.hagalil.com/archiv/2010/04/10/federn-terrorstudien/"> Schriften über die Mechanismen des Terrors</a></strong><br />
Die Veröffentlichung meiner Schriften über die  						Mechanismen des Terrors, von denen manche vor 50 Jahren  						geschrieben wurden, in der Form eines Buches ist ein  						erfreuliches Ereignis. Obwohl in Europa selbst die  						Schreckenstaten von Dikaturen verschwunden sind, mit  						Ausnahme des Balkans, ist die Welt nach wie vor dauernd  						bedroht von Massakern und Verletzungen der  						Menschenrechte.</p>
<p><strong>Ernst Federn:<br />
<a href="http://www.hagalil.com/archiv/2010/04/10/psychologie-des-terrors/"> Versuch einer Psychologie des Terrors</a></strong><br />
Ernst Federn schloss bereits 14 Monate nach seiner  						Befreiung aus Buchenwald – im Juni 1946 – seine  						beeindruckende Studie „Versuch einer Psychologie des  						Terrors“ ab. Sie ist aus seinem eigenen Leiden, aus dem  						siebenjährigen, tagtäglichen Erleben des Terrors,  						erwachsen – und doch zugleich von einer  						außergewöhnlichen intellektuellen Distanz geprägt. Ernst  						Federns wissenschaftliche Analyse gilt heute, neben den  						Studien zur Extremsituation seines Freundes und  						ehemaligen Mithäftlings Bruno Bettelheim, als ein  						psychoanalytisches Grundlagenwerk. Über 50 Jahre lang  						blieb sie nahezu unbekannt…</p>
<p><strong>Zur Erinnerung:<br />
<a href="http://www.hagalil.com/archiv/2010/04/10/federn-danneberg/"> Gemeinsam mit Robert Danneberg im Konzentrationslager</a></strong><br />
Robert Danneberg, ein Freund Ernst Federns, gehörte zu  						den führenden sozialistischen Politikern Österreichs  						Anfang bis Mitte diesen Jahrhunderts. Er war gemeinsam  						mit Ernst Federn im Konzentrationslager Buchenwald  						eingesperrt und verstarb im Dezember 1942 im  						Konzentrationslager Auschwitz&#8230;</p>
<p><strong>Ernst Federn (1945):<br />
<a href="http://www.hagalil.com/archiv/2010/04/10/federn-gruenbaum/"> Erinnerungen an Fritz Grünbaums 60. Geburtstag im  						Konzentrationslager</a></strong><br />
Fritz Grünbaum (1880-1941) war ein bekannter  						österreichischer Kabarettist. Er wurde von den  						Nationalsozialisten in Dachau und Buchenwald  						eingesperrt; am 14.1.1941 verstarb er entkräftet in  						Dachau an Tuberkulose. Ernst Federn gehörte in  						Buchenwald zum Freundeskreis um Fritz Grünbaum.  						Gemeinsam feierten sie am 7. April 1940 in Block 17  						heimlich in einer denkwürdigen Feier Fritz Grünbaums 60.  						Geburtstag&#8230;</p>
<p><strong>&#8220;We spent some time together at Buchenwald&#8221;:<br />
<a href="http://www.hagalil.com/archiv/2010/03/09/bettelheim-federn-2/"> Zum Briefwechsel zwischen Ernst Federn und Bruno  						Bettelheim (1945 – 1989)</a></strong><br />
Die Psychoanalytiker Bruno Bettelheim und Ernst Federn  						sind Begründer einer Psychologie der Extremsituation.  						Sie lernten sich im Herbst 1938 während ihrer  						gemeinsamen Gefangenschaft in Buchenwald kennen.  						Gemeinsam sprachen sie, auf der Grundlage ihres  						psychoanalytischen Wissens, mit zahlreichen  						Mitgefangenen, um ihre terroristische Lebenssituation  						besser zu verstehen&#8230;</p>
<p><strong>Bettelheim, Ekstein, Federn:<br />
<a href="http://www.hagalil.com/archiv/2010/04/10/federn-impulse/"> Impulse zur psychoanalytisch-pädagogischen Bewegung </a> </strong><br />
Psychoanalytisch gesehen versetzt die Vergesellschaftung  						des sozialen Lebens in dem Sinne, dass aller Erfolg in  						Geld ausgedrückt wird, die Menschheit auf die Stufe des  						zweijährigen Kindes; das aber ist zugleich die Stufe der  						Aggression. Glücklicherweise entwickeln Menschen immer  						wieder Gegenkräfte gegen Mechanismen der Herrschaft und  						ihrer Vertreter. Im Dienst dieser Gegenkräfte können  						Psychoanalyse sowie Psychoanalytische Pädagogik eine  						wesentliche Rolle spielen&#8230;</p>
<p><strong>Ein Leben mit der Psychoanalyse:<br />
<a href="http://www.hagalil.com/archiv/2010/03/09/bettelheim-federn-3/"> Gespräche zwischen Bruno Bettelheim, Dr. Brief und Ernst  						Federn</a></strong><br />
In der mir bemessenen Zeit kann ich nur sehr  						fragmentarisch darüber berichten, welche Rolle die  						Psychoanalyse in Buchenwald gespielt hat. Vertreten  						wurde sie von drei Gefangenen: Bruno Bettelheim, Dr.  						Brief und dem Berichterstatter. Nur der zweite war ein  						ausgebildeter Psychoanalytiker, sein Lehranalytiker war  						Wilhelm Reich gewesen&#8230;</p>
<p><strong>Ernst Federn über seinen Freund:<br />
<a href="http://www.hagalil.com/archiv/2010/03/09/bettelheim-konzentrationslager/"> Bruno Bettelheim und das Überleben im  						Konzentrationslager</a></strong><br />
Es gibt eine große Anzahl von Büchern, die von Opfern  						der Konzentrationslager geschrieben wurden. Bruno  						Bettelheim gehört zu ihren Autoren. Er ist dadurch  						ausgezeichnet, dass er der erste war, der  						psychoanalytische Aussagen über das Verhalten im  						Konzentrationslager gemacht hat. Er kam zu dem  						allgemeinen Schluss, dass Identifikation mit dem  						Angreifer einer der wichtigsten Abwehrmechanismen und  						damit die Voraussetzung des Überlebens war…</p>
<p><strong>Ernst Federn erinnert sich:<br />
<a href="http://www.hagalil.com/archiv/2010/03/09/bettelheim-federn/"> Die Bedeutung Bruno Bettelheims</a></strong><br />
Enst Federn, Pionier der Psychoanalytischen Pädagogik,  						wurde wegen seines antifaschistischen Engagements und  						seines Judentums von 1938 bis 1945 in Dachau und  						Buchenwald gefangengehalten. Dort lernte er 1939 Bruno  						Bettelheim kennen und freundete sich mit ihm an…</p>
<p><strong>Kontroverses:<br />
<a href="http://www.hagalil.com/archiv/2010/04/10/psychoanalyse-und-politik/"> Weitere Bemerkungen zum Problemkreis </a> </strong><br />
»Es geht alles vorüber, es geht alles vorbei, erst geht  						der Führer, dann geht die Partei.« Wer das 1944 laut und  						zum Falschen sagte, der konnte darüber sein Leben  						verlieren. Wer hätte damals geglaubt, dass auch 40 Jahre  						später weder Führer noch Partei »vorüber« sind. Das  						Gespenst Hitlers und der Alptraum, den er für zwölf  						Jahre über Europa brachte, sollten nun, so meint eine  						neue Generation von Deutschen, endlich durchgearbeitet  						und überwunden werden, um, so denken sie, eine  						Wiederholung unmöglich zu machen…</p>
<p><strong>Ergänzende Sichtweisen:<br />
<a href="http://www.hagalil.com/archiv/2010/04/10/extreme-situationen/"> Zur Psychologie extremer Situationen bei Bettelheim und  						Federn</a></strong><br />
Bruno Bettelheim und Ernst Federn waren beide in den  						Konzentrationslagern Dachau und Buchenwald, Bettelheim  						etwa ein Jahr im Zeitraum 1938/39, Federn sieben Jahre  						von 1938 bis 1945. Beide haben aus psychoanalytischer  						Sicht ihre Erfahrungen nach dem Wiedergewinnen der  						Freiheit reflektiert und darüber publiziert…</p>
<p><strong>Zum 90. Geburtstag:<br />
<a href="http://www.hagalil.com/archiv/2010/04/10/federn-dahmer/"> Ernst Federn und die Erosion der Psychoanalyse</a></strong><br />
Das „Weltinteresse“, das die Psychoanalyse einmal für  						sich in Anspruch nahm, hat sich in den letzten  						Jahrzehnten verflüchtigt. Die übergroße Mehrheit der  						Psychoanalytiker schweigt zu den „brennenden  						Zeitproblemen”, zu Folter und Massaker, Krieg und  						Genozid, Lager, Terror und Proliferation. Noch aber gibt  						es weiße Raben, Menschen wie Ernst Federn, die der  						Erosion der Kritik entgegenwirken und sich mühen, der  						Psychoanalyse das verlorene Weltinteresse  						zurückzugewinnen&#8230;</p>
<p><strong>Neben der etablierten Psychoanalyse:<br />
<a href="http://www.hagalil.com/archiv/2010/04/10/federn-perner/"> Über die zukünftigen Chancen der von Ernst Federn  						wiederentdeckten und neu begründeten psychoanalytischen  						Sozialarbeit</a></strong><br />
“Zukunft“, hat der Philosoph Ulrich Sonnemann einmal  						geschrieben, „ist von außen wiederkehrende Erinnerung;  						darum hat die Gedächtnislosigkeit keine.” Diese  						Formulierung ist mehr als nur ein schönes Bonmot. Denn  						die Zukunft ist, bevor sie Wirklichkeit wird, erdacht,  						erfunden, erträumt worden, und darum schwindet sie, wenn  						die Erinnerung an das Erdachte, Erfundene, Erträumte  						verloren geht. Zukunft, die diesen Namen verdient,  						erwächst, wie man mit Walter Benjamin sagen könnte, aus  						dem, was in der Vergangenheit unabgegolten geblieben  						ist…</p>
<p><strong>Prophet im eigenen Lande:</strong><br />
<strong> <a href="http://www.hagalil.com/archiv/2010/04/10/psychoanalytische-sozialarbeit/"> Ernst Federns langer Weg für die Psychoanalytische  						Sozialarbeit</a></strong><br />
Ernst Federns Verdienste um die Bekanntmachung und  						Anerkennung der psychoanalytischen Sozialarbeit sind  						immens. Jedoch? Wie steht es um eine  						Institutionalisierung bzw. Etablierung der  						psychoanalytischen Sozialarbeit? Der Verein für  						Psychoanalytische Sozialarbeit richtet seit 1981  						Fachtagungen aus, die in der Fachöffentlichkeit ein  						zunehmendes Echo gefunden haben.</p>
<p><strong>Das Prinzip Hoffnung stärken:</strong><br />
<strong> <a href="http://www.hagalil.com/archiv/2010/04/10/federn-toemmel/"> Zur Psychologie des Terrors im totalitären System der  						DDR</a></strong><br />
Ernst Federns spezifische Wahrnehmung des Terrors im  						Nationalsozialismus so wie sein theoretischer Beitrag zu  						dessen Verständnis bildet die Voraussetzung zu den  						folgenden Ausführungen&#8230;</p>
<p><strong>Annäherungen und Begegnungen:<br />
<a href="http://www.hagalil.com/archiv/2010/04/10/federn-buecher/"> Ernst Federns Bücher</a></strong><br />
1990 publizierte der seinerzeit 76-jährige Ernst Federn  						auf englisch seine erstes eigenes Buch: Seine  						Essaysammlung „Wittnessing Psychoanalysis“ – 1999  						erschienen sie dann auf deutsch unter dem Titel „Ein  						Leben mit der Psychoanalyse. Von Wien über Buchenwald  						und zurück nach Wien“. 1994, anlässlich Ernst Federns  						80. Geburtstages, war der von Tomas Plänkers gemeinsam  						mit Ernst Federn erstellte Band „Vertreibung und  						Rückkehr“ erschienen, 1998 folgte die Sammlung seiner  						Terrorstudien unter dem Titel „Versuche zur Psychologie  						des Terrors“&#8230;</p>
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		<title>Themenschwerpunkt zum 20. Todestag: Bruno Bettelheim</title>
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		<pubDate>Sun, 21 Mar 2010 21:29:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Psychotherapie]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Israel]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Pädagogik]]></category>
		<category><![CDATA[Psychoanalyse]]></category>

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		<description><![CDATA[Bruno Bettelheim: Ein streitbarer Psychoanalytiker und skeptischer Pädagoge Zum 20. Todestag eines jüdischen intellektuellen Pragmatikers… Bruno Bettelheim (1903 – 2003): Frühe biographische Wurzeln in Wien und sein psychoanalytisch &#8211; pädagogisches Werk Vor 20 Jahren, am 13. März 1990, starb Bruno Bettelheim 86-jährig in Los Angeles. Er gehört zu den weltweit bekanntesten Psychoanalytikern und Psychoanalytischen Pädagogen. Wegen seines Judentums sowie seiner Widerstandstätigkeit gegen die Nationalsozialisten wurde er von diesen für knapp elf Monate in den Konzentrationslagern Dachau und Buchenwald gefangen gehalten, wo er sich mit Ernst Federn anfreundete. Nach seiner glücklichen Emigration im April 1939 in die USA baute er von 1944 – 1973 in Chicago die Sonia Shankman Orthogenic School auf und machte sie zu einer international respektierten Spezialeinrichtung für seelisch sehr kranke Kinder&#8230; Selbstmord ist viel schlimmer als ein Hilferuf: Die Einsamkeit der Überlebenden Bruno Bettelheim überlebte die Konzentrationslager, wurde zu einem der phantasievollsten und einfühlsamsten amerikanischen Kindertherapeuten und schrieb bedeutende Bücher. Er lebte ein in jeder Hinsicht an Erfahrungen und Erfolgen reiches Leben. Doch vor einigen Monaten, im Alter von 86 Jahren, zog sich Bruno Bettelheim in einem Altersheim in Maryland eine Plastiktüte über den Kopf und machte seinem Leben ein Ende… Bruno Bettelheim, Rudolf Ekstein, Ernst Federn: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Bruno Bettelheim: </strong><br />
<strong> <a href="http://www.hagalil.com/archiv/2010/03/09/bettelheim-einfuehrung/"> Ein streitbarer Psychoanalytiker und skeptischer  						Pädagoge</a></strong><br />
Zum 20. Todestag eines jüdischen intellektuellen  						Pragmatikers…</p>
<p><strong>Bruno Bettelheim (1903 – 2003):<br />
</strong><strong> <a href="http://www.hagalil.com/archiv/2010/03/09/bettelheim/"> Frühe biographische Wurzeln in Wien und sein  						psychoanalytisch &#8211; pädagogisches Werk</a></strong><br />
Vor 20 Jahren, am 13. März 1990, starb Bruno Bettelheim  						86-jährig in Los Angeles. Er gehört zu den weltweit  						bekanntesten Psychoanalytikern und Psychoanalytischen  						Pädagogen. Wegen seines Judentums sowie seiner  						Widerstandstätigkeit gegen die Nationalsozialisten wurde  						er von diesen für knapp elf Monate in den  						Konzentrationslagern Dachau und Buchenwald gefangen  						gehalten, wo er sich mit Ernst Federn anfreundete. Nach  						seiner glücklichen Emigration im April 1939 in die USA  						baute er von 1944 – 1973 in Chicago die Sonia Shankman  						Orthogenic School auf und machte sie zu einer  						international respektierten Spezialeinrichtung für  						seelisch sehr kranke Kinder&#8230;</p>
<p><strong>Selbstmord ist viel schlimmer  						als ein Hilferuf:</strong><br />
<strong> <a href="http://www.hagalil.com/archiv/2010/03/09/bettelheim-ignatieff/"> Die Einsamkeit der Überlebenden</a></strong><br />
Bruno Bettelheim überlebte die Konzentrationslager,  						wurde zu einem der phantasievollsten und einfühlsamsten  						amerikanischen Kindertherapeuten und schrieb bedeutende  						Bücher. Er lebte ein in jeder Hinsicht an Erfahrungen  						und Erfolgen reiches Leben. Doch vor einigen Monaten, im  						Alter von 86 Jahren, zog sich Bruno Bettelheim in einem  						Altersheim in Maryland eine Plastiktüte über den Kopf  						und machte seinem Leben ein Ende…</p>
<p><strong>Bruno Bettelheim, Rudolf Ekstein, Ernst Federn: </strong> <strong> <a href="http://www.hagalil.com/archiv/2010/03/09/bettelheim-ekstein-federn/"> Pioniere der psychoanalytisch-pädagogischen Bewegung</a></strong><br />
Diese drei Pioniere der psychoanalytisch-pädagogischen  						Bewegung, alle Anfang des 20. Jahrhunderts geboren, sind  						die Protagonisten einer Geschichte, die Roland Kaufhold  						mit Sachverstand und Einfühlungsvermögen nacherzählt  						hat. Alle drei trugen zur Weiterentwicklung der  						Pädagogischen Psychoanalyse bei – und jeder von ihnen  						setzte sich mit dem politischen Terror der  						Nationalsozialisten auseinander, dem er zeitweise  						ausgeliefert war&#8230;</p>
<p><strong>Grenzgänge zwischen den Kulturen:<br />
</strong><strong> <a href="http://www.hagalil.com/archiv/2010/03/09/bettelheim-ekstein/"> Das letzte Gespräch zwischen Bruno Bettelheim und Rudolf  						Ekstein</a></strong><br />
Es erschien zu jener Zeit in Wien als so unvorstellbar,  						daß die Psychoanalyse von einem solchen öffentlichen  						Interesse werden würde und so viele Anhänger haben  						würde. Zu jener Zeit, als ich zu ihr kam, war es nur  						eine sehr kleine Gruppe, vielleicht 20 Leute oder so,  						die die Psychoanalytische Vereinigung bildeten. Sie  						kannten sich alle untereinander. Sie waren Freunde –  						manchmal Feinde. Aber es war eine kleine Gruppe, eine  						esoterische Gruppe, wenn Sie möchten. Und sie sahen sich  						als eine solche&#8230;</p>
<p><strong>Seelische Extremzustände:</strong><br />
<strong> <a href="http://www.hagalil.com/archiv/2010/03/09/bettelheim-konzentrationslager/"> Bruno Bettelheim und das Überleben im  						Konzentrationslager</a></strong><br />
Es gibt eine große Anzahl von Büchern, die von Opfern  						der Konzentrationslager geschrieben wurden. Bruno  						Bettelheim gehört zu ihren Autoren. Er ist dadurch  						ausgezeichnet, dass er der erste war, der  						psychoanalytische Aussagen über das Verhalten im  						Konzentrationslager gemacht hat. Er kam zu dem  						allgemeinen Schluss, dass Identifikation mit dem  						Angreifer einer der wichtigsten Abwehrmechanismen und  						damit die Voraussetzung des Überlebens war…<strong></strong></p>
<p><strong>In Buchenwald:<br />
</strong><strong> <a href="http://www.hagalil.com/archiv/2010/03/09/bettelheim-federn-3/"> Gespräche zwischen Bruno Bettelheim, Dr. Brief und Ernst  						Federn</a><br />
</strong>In der mir bemessenen Zeit  						kann ich nur sehr fragmentarisch darüber berichten,  						welche Rolle die Psychoanalyse in Buchenwald gespielt  						hat. Vertreten wurde sie von drei Gefangenen: Bruno  						Bettelheim, Dr. Brief und dem Berichterstatter. Nur der  						zweite war ein ausgebildeter Psychoanalytiker, sein  						Lehranalytiker war Wilhelm Reich gewesen. Er wurde in  						Brünn bei der Annexion des Sudetengebietes von der  						Gestapo verhaftet, kam also erst im Frühjahr 1939 nach  						Buchenwald. Nach Auschwitz überstellt, hat er das Lager  						nicht überlebt…<strong></strong></p>
<p><strong>Ernst Federn:<br />
</strong><strong> <a href="http://www.hagalil.com/archiv/2010/03/09/bettelheim-federn/"> Die Bedeutung Bruno Bettelheims</a></strong><br />
Enst Federn, Pionier der Psychoanalytischen Pädagogik,  						wurde wegen seines antifaschistischen Engagements und  						seines Judentums von 1938 bis 1945 in Dachau und  						Buchenwald gefangengehalten. Dort lernte er 1939 Bruno  						Bettelheim kennen und freundete sich mit ihm an…</p>
<p><strong>Mein Freund Bruno:<br />
</strong><strong> <a href="http://www.hagalil.com/archiv/2010/03/09/ekstein-bettelheim/"> Wie ich mich an ihn erinnere</a></strong><br />
Es war der 13. März, und das erste, was mir bewußt  						wurde, war die Erinnerung, daß es der 52. Jahrestag war,  						daß unser Heimatland, Österreich, von den Deutschen  						besetzt worden war. Ging er wirklich nach Silver Spring,  						um zu sterben? Gewann Thanatos schließlich doch den  						ewigen Kampf gegen Eros? Nun, einsam wie ich mich fühle  						und verlassen, ist ein weiterer meiner sehr guten  						Freunde, mit dem ich die Vergangenheit, die  						Muttersprache, die Geschichte unseres Lebens, unser  						altes Wien, unseren gewählten Beruf, die Psychoanalyse,  						geteilt habe, nicht mehr&#8230;</p>
<p><strong>Der Selbstmord eines Überlebenden:<br />
</strong><strong> <a href="http://www.hagalil.com/archiv/2010/03/09/bettelheim-selbstmord/"> Einige private Wahrnehmungen zu Bruno Bettelheims  						Freitod</a></strong><br />
In seinen letzten Lebensmonaten war Bettelheim eine  						zerbrechliche, kränkliche Gestalt mit einem vom Tode  						gezeichneten Erscheinungsbild. Er verbrachte seine  						letzten Lebensjahre unter der Belastung verschiedener  						physischer und psychischer Erkrankungen&#8230;</p>
<p><strong>Eine bezwingende Ausstrahlung:<br />
</strong><strong> <a href="http://www.hagalil.com/archiv/2010/03/09/bettelheim-hommage/"> Hommage an Bruno Bettelheim </a></strong><br />
Ihn umgab eine Stimmung von Ernsthaftigkeit, eine  						intellektuelle Seriosität und emotionale Tiefe, die  						größtenteils von der Kraft seiner Persönlichkeit  						herrührte, aber auch von dem tragischen Gewicht seiner  						lebensgeschichtlichen Erfahrung – vor allem von seiner  						Erinnerung an den deutschen Faschismus und die  						Konzentrationslager&#8230;</p>
<p><strong>David James Fisher:<br />
</strong><strong> <a href="http://www.hagalil.com/archiv/2010/03/09/bettelheim-fisher/"> Ein letztes Gespräch mit Bruno Bettelheim</a></strong><br />
Der Text deckt ein breites Themenfeld ab, wozu seine  						Gedanken über das Alter, über die Konzentrationslager,  						über Selbstmord, über seine Erlebnisse in den 1930er  						Jahren im Umkreis der Wiener Psychoanalytischen  						Vereinigung (WPV) sowie die Behandlung von schwer  						gestörten Kindern gehören. Eindringlichkeit und  						Schwermut durchziehen den Text; es ist, als habe  						Bettelheim fortwährend mit dem Gedanken an Selbstmord  						und an die Möglichkeiten, sich gegen ihn zu wehren,  						gerungen&#8230;</p>
<p><strong>Wahrnehmungen aus den 1940er Jahren:<br />
</strong><strong> <a href="http://www.hagalil.com/archiv/2009/12/09/davidjamesfisher/"> Zum psychoanalytischen Verständnis von Faschismus und  						Antisemitismus</a></strong><br />
Bereits in den Jahren von 1920 – 1950 haben mehrere  						namhafte Psychoanalytiker, auch unter Bezugnahme auf  						Studien Sigmund Freuds, wegweisende psychoanalytische  						Theorien zum Antisemitismus publiziert. Zu nennen sind  						vor allem Bruno Bettelheim, Otto Fenichel, Ernst Simmel,  						Erik Homburger Erikson und Rudolf Loewenstein…</p>
<p><strong>Israel:<br />
</strong><strong> <a href="http://www.hagalil.com/archiv/2010/03/09/bettelheim-kibbutz/"> Bruno Bettelheims Mütter und Kinder des Kibbutz</a></strong><br />
Die Gemeinschafts- oder Kollektiverziehung schon im  						Vorschulalter hat durchaus niedrige historische  						Hintergünde. Sie entstand als Notmaßnahme zur Bewahrung  						von Kindern, die unbehütet und unversorgt waren, weil  						ihre Eltern und älteren Geschwister Geld verdienen  						mußten. „Infant school” nannte man die entsprechende  						Institution im England des späten 18. und  						Kinderbewahranstalt im Deutschland des frühen 19.  						Jahrhunderts…</p>
<p><strong>Jüdische Portraits:<br />
</strong><strong> <a href="http://www.hagalil.com/archiv/2010/03/09/bettelheim-koelbl/"> Ein Gespräch mit Bruno Bettelheim</a></strong><br />
Ein Interview von Herlinde Koelbl mit Bruno Bettelheim  						aus dem Band “Jüdische Portraits”…<strong></strong></p>
<p><strong>Gespräch zwischen Daniel Karlin und Bruno Bettelheim:<br />
</strong><strong> <a href="http://www.hagalil.com/archiv/2010/03/09/karlin-bettelheim/"> Arbeit, die Krise der Psychoanalyse, Alter und  						Selbstmord</a></strong><br />
Daß Freud tot ist, wird niemand  						bestreiten wollen. Aber seine Theorien sind noch am  						Leben; und seine Botschaft. Die Grenze verläuft zwischen  						denen, die ein Verhalten ändern wollen, und jenen, die  						es verstehen möchten. Eltern, die ihr Kind schlagen,  						wollen dessen Verhalten ändern; Eltern, die die Motive  						verstehen wollen, die hinter dem Verhalten ihres Kindes  						stehen, schlagen es nicht&#8230;</p>
<p><strong>&#8220;Annäherung an Bruno Bettelheim&#8221;:<br />
</strong><strong> <a href="http://www.hagalil.com/archiv/2010/03/09/bettelheim-studie/"> Die erste posthume Studie über Leben und Wirken Bruno  						Bettelheim</a></strong><br />
Das Bedürfnis, sich Bruno Bettelheim „anzunähern“,  						resultiert – so der Herausgeber – aus der Diskrepanz  						zwischen der großen Bekanntheit Bettelheims und der  						Tatsache, dass die wissenschaftliche Auseinandersetzung  						mit Bettelheim kaum stattgefunden hat. Zum anderen lösen  						die Angriffe und Diffamierungen, die Bettelheim nach  						seinem Freitod im März 1990 posthum ereilten und zu  						denen er nicht mehr Stellung nehmen konnte, bei vielen  						Autoren des Buches den Wunsch aus, das Lebenswerk Bruno  						Bettelheims zu würdigen&#8230;</p>
<p><strong>Posthume Schmutzkampagne:<br />
<a href="http://www.hagalil.com/archiv/2010/03/09/bettelheim-spiegel/"> Der &#8220;Spiegel&#8221; und sein Märchen vom bösen Juden Bruno  						Bettelheim</a></strong><br />
Unmittelbar nach dem Freitod des  						jüdischen Psychoanalytikers Bruno Bettelheim am 13. März  						1990 wurde posthum massive Kritik an diesem geäußert. Zu  						Lebzeiten war diese Kritik nicht zu hören gewesen&#8230;</p>
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		<title>Ruth Cohn ist tot: Hoffnung gegen das Grauen in der Welt</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Feb 2010 17:05:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adm</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In einer Meldung teilt das RCI mit, dass die Psychotherapeutin und Begründerin der Themenzentrierten Interaktion (TZI) am Samstag, den 30.Januar 2010 im Alter von 97 Jahren in Düsseldorf gestorben ist&#8230; Fast 100 Jahre lang war sie Zeugin des 20. Jahrhunderts mit seiner leidvollen und brutalen Geschichte und mit seinen hoffnungsvollen Aufbrüchen. Ruth Cohn war dieser Geschichte ausgeliefert und hat sie – jedenfalls auf dem Gebiet der Pädagogik und Psychotherapie – dank ihrer genialen Intelligenz und Einfühlsamkeit und ihres Engagement mitgestaltet. Wer sie erlebt hat, hat sie in Erinnerung als kleine Frau mit großer Ausstrahlung, lebhaft und nachdenklich, humorvoll und klug, optimistisch und realistisch zugleich, eine Zauberin und schließlich weise Frau. „Zu wissen, dass wir zählen“ ist der Titel eines Gedichtbandes von ihr; zu wissen: dass jeder Mensch wert ist zu leben und dass jeder Mensch durch sein Handeln die Welt um ein Ministück verändert. Als Kind von einem großbürgerlichen jüdischen Elternhaus geprägt, mit Fragen nach (sozialer) Gerechtigkeit und nach religiöser Dimension. Als Studentin geprägt von Erlebnissen nationalsozialistischer Grausamkeit. Sie war wach wie wenige für die bedrohlichen Entwicklungen. Ihre Ausbildung absolvierte sie in Zürich, wo sie sich erst der Psychoanalyse zuwandt, um heilend mit Menschen arbeiten zu können. Als Emigrantin in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In einer Meldung teilt das RCI mit, dass die Psychotherapeutin und Begründerin der Themenzentrierten Interaktion (TZI) am Samstag, den 30.Januar 2010 im Alter von 97 Jahren in Düsseldorf gestorben ist&#8230;<span id="more-1618"></span></p>
<p>
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</a>
Fast 100 Jahre lang war sie Zeugin des 20. Jahrhunderts mit seiner leidvollen und brutalen Geschichte und mit seinen hoffnungsvollen Aufbrüchen. Ruth Cohn war dieser Geschichte ausgeliefert und hat sie – jedenfalls auf dem Gebiet der Pädagogik und Psychotherapie – dank ihrer genialen Intelligenz und Einfühlsamkeit und ihres Engagement mitgestaltet. Wer sie erlebt hat, hat sie in Erinnerung als kleine Frau mit großer Ausstrahlung, lebhaft und nachdenklich, humorvoll und klug, optimistisch und realistisch zugleich, eine Zauberin und schließlich weise Frau.</p>
<p>„Zu wissen, dass wir zählen“ ist der Titel eines Gedichtbandes von ihr; zu wissen: dass jeder Mensch wert ist zu leben und dass jeder Mensch durch sein Handeln die Welt um ein Ministück verändert.</p>
<p>Als Kind von einem großbürgerlichen jüdischen Elternhaus geprägt, mit Fragen nach (sozialer) Gerechtigkeit und nach religiöser Dimension. Als Studentin geprägt von Erlebnissen nationalsozialistischer Grausamkeit. Sie war wach wie wenige für die bedrohlichen Entwicklungen. Ihre Ausbildung absolvierte sie in Zürich, wo sie sich erst der Psychoanalyse zuwandt, um heilend mit Menschen arbeiten zu können.</p>
<p>Als Emigrantin in den USA erfährt sie die Nicht-Anerkennung ihrer Qualifikation, erlebt Fremdheit und materielle Sorgen. Sie hat schließlich aber auch Anteil am Aufbruch in den USA der 40er bis 60er Jahre. Hier wird nach dem Schock der Weltwirtschaftskrise und den Erfahrungen mit durch Kriege und Verfolgung traumatisierten Menschen in Psychotherapeutenkreisen neu nachgedacht; über Menschlichkeit und Mensch-Sein, einschließlich aller Schattenseiten. Aus verschiedenen – zunächst nicht vernetzten – therapeutischen und pädagogischen Ansätzen entwickelt sich mit zunehmendem Austausch untereinander die <strong>Humanistische Psychologie als dritte Kraft zwischen Psychoanalyse und Behaviourismus</strong>. Ungeheurer Optimismus beflügelt die UrheberInnen, die hoffen durch pädagogisch-therapeutische Arbeit mit Einzelnen und Gruppen gesellschaftliche Veränderungen bewirken zu können.</p>
<blockquote><p>Zu wissen, daß ich zähle.<br />
Zu wissen, daß du zählst.<br />
Zu wissen, daß jeder Mensch zählt,<br />
ob schwarz, weiß, rot oder braun.</p>
<p>Die Erde zählt.<br />
Das Universum zählt.<br />
Mein Leid zählt.<br />
Dein Leid zählt.<br />
(Wenn du dich nicht um mein Leid scherst und mir dein Kummer   gleichgültig ist, werden wir beide von Hunger, Krankheit und Massenmord   ausgelöscht werden).</p></blockquote>
<p>Ruth Cohn entwickelt die Themenzentrierte Interaktion (TZI), ein Konzept ganzheitlichen lebendigen Lernens, das eindeutig an Werten orientiert ist. So wird man auch in Europa auf Ruth Cohn aufmerksam, lädt sie ein zu Kongressen und Workshops. Sie entschließt sich, zurückzukehren und von der Schweiz aus, wo sie in der Ecole d’Humanité als Beraterin tätig wird, TZI zu lehren.</p>
<p>Generationen von TZI-Lernenden und -Lehrenden verdanken ihr entscheidende Impulse und Veränderungen in ihrem Leben und sind mit der TZI ermutigt, in <strong>Verantwortung für sich selber</strong> und in <strong>Achtsamkeit gegenüber anderen und den Bedingungen der Umwelt</strong> ,sich den Herausforderungen durch Aufgaben zu stellen (was leicht gesagt ist und lebenslanger Übung wert!).</p>
<p>Es gilt, Augen und Ohren vor dem Grauen in der Welt nicht zu verschließen und <strong>dennoch das Schöne am Leben wahrzunehmen und zu genießen</strong> und in kleinen Schritten dazu beizutragen, wertebewusst verführendem Massensog zu widerstehen und Menschlichkeit zu bewahren.</p>
<p>Quelle:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.ruth-cohn-institute.or">ruth-cohn-institute.org</a>, <em>Hertje Herz (Abb. v. dort)</em></li>
</ul>
<p>Hintergrund:</p>
<ul>
<li>Ruth Cohn: &#8220;<a href="http://www.hagalil.com/deutschland/berlin/frauen/cohn.htm">Die Couch ist zu kurz</a>&#8221;<br />
Von der Psychoanalyse zur Themenzentrierten Interaktion</li>
<li>Bis 120!<br />
<a href="http://www.hagalil.com/deutschland/berlin/frauen/ruth-cohn.htm">Ruth Cohn zum 88. Geburtstag</a><br />
Ursprünglich hatte sie nicht vor, in die alte Welt zurückzukehren. Die Resonanz auf ihr Tun war so berührend, daß sie in den siebziger Jahren in die Schweiz übersiedelte, wo sie heute noch lebt. Ihr Vermächtnis schlägt sich in ihrem Buch &#8220;gelebte Geschichte der Psychotherapie&#8221; nieder&#8230;</li>
</ul>
<p>Bücher:</p>
<ul>
<li><a href="http://astore.amazon.de/buchundjudenhaga/detail/3608952888">Von der Psychoanalyse zur themenzentrierten Interaktion</a><br />
Von der Behandlung Einzelner zu einer Pädagogik für alle</li>
<li><a href="http://astore.amazon.de/buchundjudenhaga/detail/345104224X">Es geht ums Anteilnehmen</a></li>
<li><a href="http://astore.amazon.de/buchundjudenhaga/detail/3608941789">Gelebte Geschichte der Psychotherapie: Zwei Perspektiven</a></li>
</ul>
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		<title>Zuviel Elternkontrolle ist kontraproduktiv</title>
		<link>http://www.pharmacon.net/2009/11/kontrolle/</link>
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		<pubDate>Mon, 16 Nov 2009 22:12:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Psychologie allg.]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Pädagogik]]></category>
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		<description><![CDATA[Fühlen sich pubertierende Jugendliche von ihren Eltern zu sehr kontrolliert, erkennen sie deren gute Absichten nicht mehr. Das zeigen Forscher der schwedischen Universität Örebro in der Fachzeitschrift Child Development&#8230; Zu viel Strenge verfehlt das Ziel Jugendliche verlieren ab bestimmter Strenge Vernunftgefühl Örebo &#8211; pte &#8211; Sie legten US-amerikanischen Kinder im Alter von 13 und 17 Jahren einen Fragebogen vor, in dem sie ihre eigene Reaktion bei zahlreichen verschiedenen hypothetische Szenarien einschätzen mussten. Dabei stellte sich heraus, dass Kontrollmaßnahmen der Erziehung ab einer gewissen Grenze ihre beabsichtigte Wirkung verlieren. Verhaltens- und Psychokontrolle Es gibt zwei Typen der Elternkontrolle, behaupten zumindest die Forscher. Eine davon, die als &#8220;Verhaltenskontrolle&#8221; bezeichnet wurde, tritt ein wenn Eltern ihren Kindern Rückmeldung geben oder Grenzen und Regeln setzen, damit sich diese selbst kontrollieren lernen und dabei deren eigene Kompetenzen steigern. Während die Jugendlichen diese Kontrolle grundsätzlich akzeptierten, war das bei der &#8220;psychologischen Kontrolle&#8221; nicht der Fall. Bei dieser Erziehungsform verhalten sich Eltern manipulativ und bezwecken damit Gefühle wie Schuld, Zurückweisung oder des fehlenden Geliebtseins. Aufdringlichkeit verfehlt Wirkung Hielt sich das Ausmaß der Kontrolle in Grenzen, so unterschieden die Jugendlichen zwischen diesen beiden Kontrolltypen und bewerteten die Verhaltensvariante positiver. Gab es zu viel Kontrolle, so fiel diese Unterscheidung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Fühlen sich pubertierende Jugendliche von ihren Eltern zu sehr kontrolliert, erkennen sie deren gute Absichten nicht mehr. Das zeigen Forscher der schwedischen Universität Örebro in der Fachzeitschrift Child Development&#8230;<span id="more-1295"></span></p>
<p><strong>Zu viel Strenge verfehlt das Ziel</strong><br />
<strong>Jugendliche verlieren ab bestimmter Strenge Vernunftgefühl </strong></p>
<p><a href="http://www.oru.se">Örebo</a> &#8211; pte &#8211; Sie legten US-amerikanischen Kinder im Alter von 13 und 17 Jahren einen Fragebogen vor, in dem sie ihre eigene Reaktion bei zahlreichen verschiedenen hypothetische Szenarien einschätzen mussten. Dabei stellte sich heraus, dass Kontrollmaßnahmen der Erziehung ab einer gewissen Grenze ihre beabsichtigte Wirkung verlieren. </p>
<p><strong>Verhaltens- und Psychokontrolle </strong></p>
<p>Es gibt zwei Typen der Elternkontrolle, behaupten zumindest die Forscher. Eine davon, die als &#8220;Verhaltenskontrolle&#8221; bezeichnet wurde, tritt ein wenn Eltern ihren Kindern Rückmeldung geben oder Grenzen und Regeln setzen, damit sich diese selbst kontrollieren lernen und dabei deren eigene Kompetenzen steigern. </p>
<p>Während die Jugendlichen diese Kontrolle grundsätzlich akzeptierten, war das bei der &#8220;psychologischen Kontrolle&#8221; nicht der Fall. Bei dieser Erziehungsform verhalten sich Eltern manipulativ und bezwecken damit Gefühle wie Schuld, Zurückweisung oder des fehlenden Geliebtseins. </p>
<p><strong>Aufdringlichkeit verfehlt Wirkung </strong></p>
<p>Hielt sich das Ausmaß der Kontrolle in Grenzen, so unterschieden die Jugendlichen zwischen diesen beiden Kontrolltypen und bewerteten die Verhaltensvariante positiver. Gab es zu viel Kontrolle, so fiel diese Unterscheidung völlig weg. Die Jugendlichen empfanden in diesem Fall die hypothetischen Eltern als aufdringlich und fühlten, dass sie als Individuen nur wenig zählten. &#8220;Handeln Eltern so, verfehlen sie ihre Ziele, denn sie bewirken damit eine Einstellung, die wenig positiven Einfluss durch Erziehung erlaubt&#8221;, so Studienleiterin Fumiko Kakihara. </p>
<p><em><a href="http://www.pressetext.de">pte / pressetext</a></em></p>
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