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	<title>Pharmacon Net &#187; Sex</title>
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	<description>Interaktion: Medizin und Psychologie, Pharmakologie und Pharmazie</description>
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		<title>Sexuelle Probleme in einer Partnerschaft</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Apr 2012 09:51:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adm</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Sexuelle Probleme in einer Partnerschaft können für beide Partner sehr frustrierend sein. Sie führen zu einem defizitären Selbstwertgefühl und liegen mehr oder weniger unbewusst vielen Auseinandersetzungen und Partnerschaftsproblemen zugrunde&#8230; Sexuelle Unstimmigkeiten verdienen im Rahmen einer Paartherapie besondere Beachtung, um eine Gefährdung der Beziehung zu vermeiden. Sexuelle Probleme können sich auf unterschiedliche Weise äußern. Dazu gehören Langeweile im Bett, sexuelle Appetenzstörungen, Versagensängste, mangelnde Orgasmusfähigkeit oder Erektionsstörungen. Die Postulate der modernen Leistungsgesellschaft (immer mehr immer besser) machen auch vor der Schlafzimmertür nicht Halt. Sie begünstigen hohe Erwartungen an die eigene Lustfunktionsfähigkeit, die einen erheblichen Erfolgsdruck verursachen. Für eine aussichtsreiche Paartherapie sollte der Therapeut in der Lage sein, das Thema Sexualität ohne Scheu anzusprechen und in einem Bereich einen sicheren Raum zu schaffen, der mit Verletzlichkeit und Scham verbunden ist. Organische Ursachen für eine sexuelle Dysfunktion sollten immer vorab von medizinischer Seite ausgeschlossen werden. In einer Sexualtherapie wird die Problematik möglichst präzise herausgefiltert und analysiert. Die Ursache für sexuelle Schwierigkeiten liegen einerseits in (nicht unbedingt nur sexuellen) Prägungen aus der Kindheit jedes Partners und andererseits in der speziellen Paardynamik, die ein Paar miteinander entwickelt. Hierzu ein nicht ganz untypisches Beispiel: Ein Paar unterzieht sich im Rahmen einer Paartherapie einer Sexualtherapie. Sie hat keine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sexuelle Probleme in einer Partnerschaft können für beide Partner sehr frustrierend sein. Sie führen zu einem defizitären Selbstwertgefühl und liegen mehr oder weniger unbewusst vielen Auseinandersetzungen und Partnerschaftsproblemen zugrunde&#8230;<span id="more-3980"></span></p>
<p>Sexuelle Unstimmigkeiten verdienen im Rahmen einer Paartherapie besondere Beachtung, um eine Gefährdung der Beziehung zu vermeiden.</p>
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<p>Sexuelle Probleme können sich auf unterschiedliche Weise äußern. Dazu gehören Langeweile im Bett, sexuelle Appetenzstörungen, Versagensängste, mangelnde Orgasmusfähigkeit oder Erektionsstörungen. Die Postulate der modernen Leistungsgesellschaft (immer mehr immer besser) machen auch vor der Schlafzimmertür nicht Halt. Sie begünstigen hohe Erwartungen an die eigene Lustfunktionsfähigkeit, die einen erheblichen Erfolgsdruck verursachen. Für eine aussichtsreiche Paartherapie sollte der Therapeut in der Lage sein, das Thema Sexualität ohne Scheu anzusprechen und in einem Bereich einen sicheren Raum zu schaffen, der mit Verletzlichkeit und Scham verbunden ist.</p>
<p>Organische Ursachen für eine sexuelle Dysfunktion sollten immer vorab von medizinischer Seite ausgeschlossen werden. In einer Sexualtherapie wird die Problematik möglichst präzise herausgefiltert und analysiert. Die Ursache für sexuelle Schwierigkeiten liegen einerseits in (nicht unbedingt nur sexuellen) Prägungen aus der Kindheit jedes Partners und andererseits in der speziellen Paardynamik, die ein Paar miteinander entwickelt.</p>
<p>Hierzu ein nicht ganz untypisches Beispiel: Ein Paar unterzieht sich im Rahmen einer Paartherapie einer Sexualtherapie. Sie hat keine Lust mehr am Sex und er zieht sich zurück. Ihn frustriert ihre Lustlosigkeit und er glaubt, dass sie von ihrer strengen, rigiden Erziehung herrührt. Sie übernimmt seine Einschätzung und hält sich für frigide. Allerdings wundert sie sich, dass sie zu Anfang der Beziehung durchaus Lust hatte. Bei einer genaueren Analyse der Situation zeigt sich, dass er für sein Selbstwertgefühl braucht, dass sie sich befriedigt fühlt. Nur wenn ihm das gelingt, fühlt er sich als „richtiger“ Mann. Es setzt ihn unter hochgradigen Stress, sie solange zu stimulieren bis sie endlich einen möglichst multiplen Orgasmus bekommt. Sie ist gestresst, möglichst schnell einen Superorgasmus zu bekommen (den sie ihm zu verdanken hat). Bei einem auf solche Weise entstandenen beiderseitigen hohen Stresspegel ist jeder nur noch mit den Anforderungen an sich beschäftigt, ein &#8216;guter&#8217; Liebhaber oder eine &#8216;gute&#8217; Liebhaberin zu sein. Unter diesen Voraussetzungen ist ein inniger Kontakt von Nähe und Verbindung zu einander nicht mehr möglich. In unserem Beispiel spürt die Frau intuitiv, dass sein Selbstwertgefühl schwach ist und er ihre Befriedigung braucht, um sich als vollständiger Mann zu fühlen. Auf diese Weise benutzt zu werden, schürt kaum ihr sexuelles Verlangen. Sie wünscht sich einen starken Mann, dem sie sich hingeben kann. Wer will es dem menschlichen Körper verdenken, dass er sich verweigert, wenn er auf reine sexuelle Funktion reduziert wird? Geschieht dies wiederholt oder gar ständig leidet die gesamte Beziehung.</p>
<p>Intensität und Erlebnistiefe in der sexuellen Erfahrung werden stark vom Grad der Hingabe bestimmt, zu der ein Mensch fähig ist. Hingabe bedeutet jegliche Kontrolle aufzugeben. Lust benötigt zu ihrer Entfaltung Entspannung und Loslassen in einem Begegnungsraum, in dem Erlaubnis für das herrscht, was gerade in jedem Partner und zwischen beiden geschieht. Ein zielgerichtetes Vorgehen verhindert ein Miteinandersein, so wie es gerade ist: Niemand muss irgendwo anders hin. Die Empfindsamkeit des eigenen Körpers und die Intensität der Gefühle in jedem Moment der sexuellen Begegnung bestimmen den Augenblick und lassen den nächsten entstehen. Es gibt nichts zu tun. Körper und Gefühle erfahren sich in der Gegenwart und wissen was sie beglückt. Sie benötigen nicht im geringsten Vorgaben von an der Zukunft orientierten zielgerichteten Vorstellungen. Im präsenten Kontakt der Partner mit sich selbst und zu einander lässt sich körperliche und emotionale Verbindung erleben, die in ihrer Qualität über einen rein funktionellen Orgasmus weit hinausreicht.</p>
<p>Im Verlauf einer Paartherapie die Dynamik der eigenen Partnerschaft und deren Ausdruck in der gemeinsamen Sexualität zu verstehen, hilft einen neuen Zugang zu sich selbst und zum Partner zu finden. In einer <a href="http://www.paartherapie-psychotherapie.de">Praxis für Paartherapie und Psychotherapie</a> können Paare an einem Wochenende oder mehreren Tagen ihre Sexualität in einer intensiven <a href="http://www.paartherapie-psychotherapie.de/sexualtherapie">Sexualtherapie</a> erforschen. In einer entspannten Atmosphäre jenseits des Alltagsstresses bekommt ein Paar Anregungen für das sexuelle Beisammensein, die es in intimer Zweisamkeit für sich ausprobieren kann. Fortschritte oder Schwierigkeiten, die dabei auftreten, können dann in der nächsten Paarsitzung direkt besprochen werden. Die Vorschläge, die ein Paar erhält oder gemeinsam erarbeitet werden, sind ganz individuell. Es geht dabei weniger um sexuelle Techniken, sondern darum auszuprobieren, einen Begegnungsraum von Nähe, Verbundenheit und Intimität zu schaffen. Dieser Raum entsteht z. B. über Augenkontakt, Entspannung, sich und den anderen so sein zu lassen, Tabuthemen anzusprechen, Mut zu Offenheit, Authentizität und Risikobereitschaft zu entwickeln, geheime Wünsche und Ängste offen zu legen.</p>
<p>Sexuelle Probleme zu ignorieren und tabuisieren führt auf Dauer zu großer Frustration und Enttäuschung beider Partner mit sehr nachteiligen Auswirkungen auf die Partnerschaft. Es braucht zwar Mut sich Themen wie frühzeitiger Ejakulation, mangelnder Erektionsfähigkeit, Frigidität und Orgasmusschwierigkeiten zu stellen, doch ein erfülltes Sexualleben, das wiederum Voraussetzung für eine erfolgreiche Partnerschaft ist, ist diese Mühe sicherlich wert.</p>
<p>Dieser Beitrag stammt von Andrea Kasper und Georg Schallenberg (<a href="http://www.paartherapie-psychotherapie.de">JOY: HeilpraktikerPraxis)</a>.</p>
</div>
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		<title>&#8220;Ich kann einfach nicht genug bekommen!&#8221; &#8211; Die Droge Sex.</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Apr 2012 08:48:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adm</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gibt es die Krankheit &#8220;Sex-Sucht&#8221; wirklich, ist sie wissenschaftlich anerkannt? Und wo liegt der Unterschied zu Hypersexualität?&#8230; Interview zur &#8220;Sexsucht&#8221; bzw. Hypersexualität &#8220;Der Begriff &#8220;Sexsucht&#8221; wird alltagssprachlich häufig schon dann verwendet, wenn jemand lediglich seine Sexualität frei und intensiv auslebt. Mitunter erklärt sich das mit einem rigideren eigenen Wertesystem, welches gerade in der westlichen Kultur bis heute stark durch christliche Moralvorstellungen beeinflußt ist. Als jemand, der mit Menschen zu tun hat, die zum Teil erheblichen Leidensdruck verspüren bzw. ihre Lebensqualität als reduziert empfinden, halte ich diesen Begriff jedoch nicht nur für unexakt, sondern angesichts der üblichen Wortverwendung im Alltag auch als abwertend. Aus wissenschaftlich-psychologischer Sicht wird unter dem korrekteren Terminus &#8220;Hypersexualität&#8221; ein behandlungsbedürftiges Störungsbild verstanden, das bei den Betroffenen großen Leidensdruck verursachen kann. Wie auch die sog. PC-/Internet-Abhängigkeit bzw. &#8220;Internet-Sucht&#8221;, mit der ich mich fachlich bereits vor über 10 Jahren zu beschäftigen begann, gehört sie zur Gruppe der nicht substanzbezogenen Abhängigkeiten. Verursacht durch einen übermäßigen, extrem gesteigerten Sexualtrieb nimmt die Sexualität dabei in Gedanken und Verhalten große Teile des Alltags in Anspruch. Betroffene sind fortwährend auf der Suche nach sexueller Befriedigung, können jedoch keinen persönlichen Bezug zum jeweiligen Partner aufbauen, erleben häufig keinen sexuellen Höhepunkt oder keine dauerhafte (mitunter auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gibt es die Krankheit &#8220;Sex-Sucht&#8221; wirklich, ist sie wissenschaftlich anerkannt? Und wo liegt der Unterschied zu Hypersexualität?&#8230;<span id="more-3973"></span></p>
<p><strong>Interview zur &#8220;Sexsucht&#8221; bzw. Hypersexualität</strong></p>
<p>&#8220;Der Begriff &#8220;<em><strong>Sexsucht</strong></em>&#8221; wird alltagssprachlich häufig schon dann verwendet, wenn jemand lediglich seine Sexualität frei und intensiv auslebt. Mitunter erklärt sich das mit einem rigideren eigenen Wertesystem, welches gerade in der westlichen Kultur bis heute stark durch christliche Moralvorstellungen beeinflußt ist. Als jemand, der mit Menschen zu tun hat, die zum Teil erheblichen Leidensdruck verspüren bzw. ihre Lebensqualität als reduziert empfinden, halte ich diesen Begriff jedoch nicht nur für unexakt, sondern angesichts der üblichen Wortverwendung im Alltag auch als abwertend.</p>
<p>Aus wissenschaftlich-psychologischer Sicht wird unter dem korrekteren Terminus &#8220;<em><strong>Hypersexualität</strong></em>&#8221; ein behandlungsbedürftiges Störungsbild verstanden, das bei den Betroffenen großen Leidensdruck verursachen kann. Wie auch die sog. <a href="http://www.psychotherapiepraxis.at/artikel/sucht/internet-sucht/internet-sucht.phtml"> PC-/Internet-Abhängigkeit bzw. &#8220;Internet-Sucht&#8221;</a>, mit der ich mich fachlich bereits vor über 10 Jahren zu beschäftigen begann, gehört sie zur Gruppe der <em> nicht substanzbezogenen Abhängigkeiten</em>.<br />
Verursacht durch einen übermäßigen, extrem gesteigerten Sexualtrieb nimmt die Sexualität dabei in Gedanken und Verhalten große Teile des Alltags in Anspruch. Betroffene sind fortwährend auf der Suche nach sexueller Befriedigung, können jedoch keinen persönlichen Bezug zum jeweiligen Partner aufbauen, erleben häufig keinen sexuellen Höhepunkt oder keine dauerhafte (mitunter auch gar keine) sexuelle Befriedigung. Das unbefriedigende Gefühl schon kurz nach den jeweiligen sexuellen Erlebnissen veranlaßt sie dazu, ständig nach neuen sexuellen Erlebnissen (und sei es nur virtuell) zu suchen.</p>
<p>Dabei zeigen sich typische Symptome, die mit Abhängigkeit assoziert werden:</p>
<ul>
<li>es entwickelt sich eine zunehmende Einengung des Interessensspektrums auf den sexuellen Bereich,</li>
<li>ein Drang, die Frequenz der Erfahrungen zu erhöhen,</li>
<li>eine gewisse Toleranzentwicklung (mitunter in Form von Erektionsstörungen, Schwierigkeiten, einen Orgasmus zu erreichen, oder der Entwicklung von Fetischen, ohne die keine sexuelle Erfüllung mehr möglich ist)</li>
<li>sowie zu psychischen Entzugs- bzw. Stress-Symptomen, wenn längere Zeit keine sexuelle Entladung möglich ist.</li>
</ul>
<p>Leider gibt es keine zuverlässigen Zahlen über die Verbreitung von Hypersexualität. Auf Basis meiner eigenen beruflichen Erfahrungen würde ich jedoch schätzen, dass etwa 1-3% der Männer und 0,5-2% der Frauen im Laufe ihres Lebens darunter leiden.&#8221;</p>
<p>*) andere häufig verwendete und z.T. veraltete Begriffe sind die &#8220;<em>Satyriasis</em>&#8221; bzw. der &#8220;<em>Donjuanismus</em>&#8221; des Mannes, die &#8220;<em>Nymphomanie</em>&#8221; der Frau oder &#8220;<em>sexuelle Manie</em>&#8221; (beide Geschlechter), Anm.d.Verf.</p>
<h4>Gibt es in Deutschland auch solche Sexkliniken wie in den USA*, in denen man sich behandeln lassen kann?</h4>
<p>&#8220;Mir ist davon nichts bekannt. Die Existenz derartiger Einrichtungen scheint mir jedoch mehr im Geschäftssinn cleverer Klinikmanager als durch sachliche Notwendigkeit begründet. Denn im Unterschied zu substanzbezogenen Abhängigkeiten besteht ja bei Hypersexuellen keine Notwendigkeit, sie vor ihrem sozialen Umfeld zu schützen, und es gibt keine &#8220;Fertigkeiten&#8221;, die durch tägliches Training erlernt oder vermittelt werden müssten.<br />
Eine ambulante Therapie reicht meinen Erfahrungen nach völlig aus, um gute und auch anhaltende Erfolge im Sinne einer dauerhaften Befreiung von zwanghaft induzierter Sexualität zu erzielen.&#8221;</p>
<p>* (Anspielung auf die einschlägige Therapie des Hollywood-Schauspielers David Duchovny im Jahre 2008 in einer Reha-Klinik in Arizona; diese wurde in einem anderen Teil der betr. Magazin-Beilage erwähnt)</p>
<h4>Wie sieht dann eigentlich die Therapie aus?</h4>
<p>&#8220;Ziel ist wie bei jeder anderen Suchttherapie auch der Wiedererwerb der Fähigkeit, &#8220;nein&#8221; zu sagen, also langfristig selbstschädigende Handlungen zu vermeiden. Dazu ist es jedoch wichtig, die Zusammenhänge der eigenen Abhängigkeit zu verstehen: was &#8220;macht&#8221; mich süchtig, was &#8220;treibt&#8221; mich dazu, immer und immer wieder auf die &#8220;Jagd&#8221; gehen zu müssen? Gerade bei nicht substanzbezogenen Abhängigkeiten ist dies eine zentrale Frage, da rein organisch ja keine Abhängigkeit vorliegt. Die Betroffenen müssen wieder in die Lage versetzt werden, ihr Leben in den Griff zu bekommen.</p>
<p>Rein vom Ablauf her bildet einen wesentlichen Teil der Therapie das therapeutisch geleitete, reflektive Gespräch und hierbei die gemeinsame Suche nach Zusammenhängen und Entwicklung von Lösungsstrategien. Mitunter setze ich, sofern meine KlientInnen dies nutzen wollen, ergänzend auch <a href="http://www.psychotherapiepraxis.at/psychotherapie-praxis-fellner.phtml#hypno"> Hypnotherapie</a> und sogenannte &#8220;Hausaufgaben&#8221; ein, also Beobachtungen oder Verhaltensexperimente, die neue Erfahrungen oder Ideen vermitteln können.</p>
<p>Meist ist innerhalb von ein paar Monaten regelmäßig stattfindender Psychotherapie (im ambulanten Kontext, es ist also kein Klinikaufenthalt notwendig) eine sehr gute Stabilisierung, häufig sogar völlige Problemlösung erzielbar. Damit dauerhafte Problemfreiheit erreicht wird, ist es allerdings gerade bei Suchtverhalten wichtig, die Therapie äußerst konsequent, also in regelmäßiger Frequenz durchzuziehen.&#8221;</p>
<h4>Was passiert psychologisch während eines „Sex-Rauschs“? Denken Sexsüchtige permanent an Sex?</h4>
<p>&#8220;Die Variationsbreite von Hypersexualität ist enorm: es gibt Menschen, die schon auf äußere Schlüsselreize (wie aufreizend gekleidete Frauen oder die Atmosphäre von Rotlichtbezirken) enorm stark reagieren und dann einen fast unstillbaren Drang nach sexueller Aktivität verspüren, aber auch solche, deren Alltag kaum eingeschränkt ist, deren Gedankenwelt aber vom nächsten Urlaub oder Sexurlaub dominiert ist, auf dem sie sich dann getrieben fühlen, all das nachzuholen, was sie während ihres &#8220;normalen&#8221; Lebens ihrem Empfinden nach entbehren mußten.<br />
Innerhalb dieser Bandbreite ist als Gemeinsamkeit die starke Orientierung auf sexuelle Aktivität auszumachen, für die ein erheblicher Teil der verfügbaren Ressourcen an gedanklicher- und Lebensenergie, an Zeit und finanziellen Mitteln aufgewendet wird. Es gibt Betroffene, die im normalen Alltag ein äußerst bescheidenes und sparsames Leben führen, im Kontext realer oder erhoffter sexueller Begegnungen aber enorme Summen Geld investieren. Bei Außenstehenden drängt sich häufig unweigerlich die Frage auf, ob denn das Leben nicht auch noch aus anderen Interessen bestehen könnte als aus sexuellen Begegnungen.&#8221;</p>
<h4>Ab wann gilt man als sexsüchtig? Wo ist die Grenze zwischen extrem potent und süchtig?</h4>
<p>&#8220;Diese Grenze ist insofern schwer zu ziehen, als Sexualität sehr stark auch von hormonellen Faktoren mitbestimmt wird, welche von Mensch zu Mensch unterschiedlich sind. Manche Männer fühlen sich nicht nur psychisch, sondern auch körperlich äußerst unwohl, wenn sie sich nicht zumindest 2x pro Woche sexuell &#8220;entladen&#8221; können, für andere stellt es kein Problem dar, selbst wochenlang keinerlei sexuellen Aktivitäten nachzugehen. Bei Frauen ist die Abgrenzung zu rein physiologisch verursachten Bedürfnissen nochmals schwieriger.<br />
Laut den Spezifikationen der Klassifikationsschemata wie dem <a href="http://www.psychotherapiepraxis.at/artikel/icd-10/">ICD-10</a> ist Hypersexualität als &#8220;Gesteigertes sexuelles Verlangen&#8221; mit dem Diagnoseschlüssel <a href="http://www.psychotherapiepraxis.at/artikel/icd-10/gf50.phtml#f527"> F52.7</a> definiert, ebenso wie die sog. &#8220;Störung der Impulskontrolle&#8221; (<a href="http://www.psychotherapiepraxis.at/artikel/icd-10/gf60.phtml#f638">F63.8</a>). Häufig sind in Kombination damit auch andere Störungen, insbesondere sog. Sexuelle Funktionsstörungen, diagnostizierbar.</p>
<p>Konkret äußert sich dies in den schon vorhin beschriebenen Verhaltensweisen, der überdurchschnittlich intensiven Beschäftigung mit &#8220;all things sex&#8221;, also suchtartigem Sexualverhalten bei Vernachlässigung anderer Lebensbereiche und sozialer Beziehungen (z.B. auch Familie, Freunde und Beruf). Ist Sex nicht möglich, erfolgen häufig unkontrollierbare Kompensationsversuche über Surrogate wie Pornografie, Telefonsex, übermäßige Masturbation. Orgasmen verschaffen meist nur kurzzeitige oder gar keine Befriedigung.</p>
<p>Über das vor allem im amerikanischen Raum verbreitete Diagnoseschema DSM IV liesse sich Hypersexualität ebenfalls in die Gruppe der Störungen der Impulskontrolle einordnen. Explizit definiert und damit klinisch als eigenständiges Störungsbild diagnostizierbar und über die Krankenkassen behandelbar ist sie damit in den USA allerdings nicht.&#8221;</p>
<h4>Was können Auslöser für Sexsucht sein – oder ist das erblich?</h4>
<p>&#8220;Hypersexualität bzw. Sexsucht ist ein in den allermeisten Fällen rein psychisch bedingtes Problem, und sie ist nicht erblich.</p>
<p>Als Systemischer Therapeut hat für mich der Begriff &#8220;erblich&#8221; jedoch eine Doppelbedeutung: <em>Verhaltensmuster</em> können nämlich durchaus über Generationen weitervermittelt werden, dazu gehört auch die Neigung zu <a href="http://www.psychotherapiepraxis.at/artikel/sexualtherapie/paraphilien.phtml"> Paraphilien</a> (sexuell abweichendem Verhalten). In der Tat findet sich fast immer ein auffälliger Bezug zur Sexualität in der Geschichte der Betroffenen &#8211; häufig starke Tabuisierung durch die Eltern oder auch prägende Lebensereignisse (die nicht immer auf Sexualität bezogen sein müssen, es können durchaus auch traumatisierende Erfahrungen sein, die das betreffende Verhalten indirekt auslösen, oder eine kontinuierlich belastende Lebenssituation). Es gibt auch einige potenzielle organische Ursachen für hypersexuelles Verhalten, etwa Funktionsstörungen der Nebennierenrinde oder Bauchspeicheldrüse, eine Schädigung der Temporallappen im Hirn, bestimmte Medikamente und Drogen, aber auch während der Pubertät sowie bei bipolaren Störungen (früher bekannt als &#8220;Manisch-depressives Krankheitsbild&#8221;) können Phasen von Hypersexualität auftreten.&#8221;</p>
<h4>Was raten Sie Sex-Süchtigen?</h4>
<p>&#8220;Moralische Vorbehalte, wie sie häufig direkt oder subtil von der Umwelt geäußert werden, sind hier fehl am Platz und helfen den Betroffenen nicht weiter.<br />
Sich selbst einschätzen können Betroffene etwa mit der Frage, ob sie andere Personen mit dem eigenen Verhalten schädigen (z.B. durch Außenbeziehungen) und wie hoch der Preis ist, den sie selbst für das Verhalten bezahlen (etwa durch häufiges Aufsuchen von Prostituierten oder die Vernachlässigung anderer Lebensbereiche). Wie bei den meisten Formen von Abhängigkeit ist die Selbstwahrnehmung jedoch häufig verzerrt, und das eigene Verhalten wird entweder idealisiert, rationalisiert oder schlicht ausgeblendet.</p>
<p>So üben zahlreiche Hypersexuelle ihr Verhalten oft jahrelang regelrecht zwanghaft aus und suchen erst dann Unterstützung, wenn &#8220;sich der Karren bereits viel zu tief in den Dreck gegraben hat&#8221;, wie das ein Klient kürzlich über sich selbst sagte. Erst wenn ernste gesundheitliche Probleme auftreten, die Ehe bedroht ist, finanzielle Probleme auftreten oder sich sexuelle Störungen wie z.B. Erektionsstörungen manifestieren, suchen Betroffene therapeutische Hilfe. Hier würde ich den betreffenden Menschen wünschen, ihr eigenes Erlebensspektrum nicht vorrangig nur auf den sexuellen Bereich zu beschränken, sondern den Blick wieder für das Leben &#8220;draußen&#8221; zu öffnen, sich von den eigenen &#8220;Süchten&#8221; unabhängiger zu machen und wieder die Kontrolle über das eigene Tun zu erlangen. Hierbei können kleine eigene Schritte dienlich sein oder zielgerichtete, fundierte therapeutische Unterstützung durch einen Sexualtherapeuten oder Psychotherapeuten. Jeder Schritt hin zur Erlangung wirklicher innerer Freiheit und Lebensfreude ist einer, auf den man einmal mit positiven Gefühlen zurückblicken können wird.&#8221;</p>
<p>(Interview 09/2008)</p>
<div>
<div><strong> </strong><strong> </strong> <strong> </strong> <strong> </strong> <strong> </strong><em><strong> <a href="http://www.psychotherapiepraxis.at/psychotherapie-praxis-fellner.phtml"> DSP Richard L. Fellner</a></strong> ist Psychotherapeut, Sexualtherapeut und Coach in Wien.</em><br />
Fellner, Richard L., (2008). Hypersexualität. Abgerufen am 28.Apr.2012 von <a href="http://www.psychotherapiepraxis.at/artikel/sexualtherapie/sexsucht_hypersexualitaet.phtml">psychotherapiepraxis.at/artikel/sexualtherapie</a>.</div>
</div>
<p><sup>1</sup> &#8220;Gesundheit ist ein Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht die bloße Abwesenheit von Krankheit oder Gebrechen.&#8221; (offizielle Definition von Gesundheit gemäß der Verfassung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vom 22. Juli 1</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Maimonides (1138-1204) über Naturheilkunde</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Apr 2012 18:19:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Psychosomatik]]></category>
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		<category><![CDATA[Naturheilkunde]]></category>
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		<description><![CDATA[Wenn man in deutschsprachigen Ländern über Naturheilkunde spricht, denkt man häufig an Christian Wilhelm Hufeland (1762-1836). Hufeland war Leibarzt der königlichen Familie, Staatsrat und Professor der Universität Berlin. Sein Enchiridion medicum, oder Anleitung zur medizinischen Praxis war Hufelands letztes Werk, er starb im selben Jahr. Die erste Auflage erschien im Mai 1836, und im August wurde bereits die zweite Auflage herausgegeben&#8230; Samuel S. Kottek in [Naturheilkunde und Judentum] Das erste Kapitel, &#8220;Natur und Kunst; Physiatrik&#8221;, beginnt mit dem Titel &#8220;Naturheilung&#8221; (Seiten 1-5). Als Motto wählte Hufeland: Natura sanat, Medicus curat Morbos. Diesen Aphorismus kann man schon im Regimen sanitatis von Salerno finden. Meistens findet man folgendes: Medicus curat, Natura sanat Morbus. Es ist bemerkenswert, dass Hufeland im Gegensatz dazu die Natur an den Anfang stellt: &#8220;Die Natur heilt, der Arzt behandelt die Krankheit.&#8221; Hufeland schreibt weiter: &#8220;Alle Krankheitsheilungen werden durch die Natur bewirkt; die Kunst ist nur ihr Gehülfe, und heilt nur durch sie&#8221; (S. 1). Unter ,Physiatrik&#8217; &#8211; so Hufeland &#8211; versteht man gewöhnlich die Naturheilung. Er verstehe darunter die darauf gegründete Heilkunst (S. 5). Von Hippokrates an bliebe diese Ansicht &#8220;durch alle Wechsel der Schulsysteme hindurch [...] das Ideal der wahren Iatriker&#8221;. Es gibt aber zwei Irrwege, vor [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn man in deutschsprachigen Ländern über Naturheilkunde spricht, denkt man häufig an Christian Wilhelm Hufeland (1762-1836). Hufeland war Leibarzt der königlichen Familie, Staatsrat und Professor der Universität Berlin. Sein <em> Enchiridion medicum, oder Anleitung zur medizinischen Praxis</em> war Hufelands letztes Werk, er starb im selben Jahr. Die erste Auflage erschien im Mai 1836, und im August wurde bereits die zweite Auflage herausgegeben&#8230;<span id="more-2045"></span></p>
<p><em>Samuel S. Kottek in [<a href="http://astore.amazon.de/buchundjudenhaga/detail/3940529095">Naturheilkunde und Judentum</a>]</em></p>
<p>Das erste Kapitel, &#8220;Natur und Kunst; Physiatrik&#8221;, beginnt mit dem Titel &#8220;Naturheilung&#8221; (Seiten 1-5). Als Motto wählte Hufeland:<br />
<strong>Natura sanat, Medicus curat Morbos.</strong></p>
<p>Diesen Aphorismus kann man schon im Regimen sanitatis von Salerno finden. Meistens findet man folgendes: Medicus curat, Natura sanat Morbus. Es ist bemerkenswert, dass Hufeland im Gegensatz dazu die Natur an den Anfang stellt:<br />
&#8220;Die Natur heilt, der Arzt behandelt die Krankheit.&#8221; Hufeland schreibt weiter: &#8220;Alle Krankheitsheilungen werden durch die Natur bewirkt; die Kunst ist nur ihr Gehülfe, und heilt nur durch sie&#8221; (S. 1). Unter ,Physiatrik&#8217; &#8211; so Hufeland &#8211; versteht man gewöhnlich die Naturheilung. Er verstehe darunter die darauf gegründete Heilkunst (S. 5). Von Hippokrates an bliebe diese Ansicht &#8220;durch alle Wechsel der Schulsysteme hindurch [...] das Ideal der wahren Iatriker&#8221;.</p>
<p>Es gibt aber zwei Irrwege, vor denen der Arzt sich hüten müsse. &#8220;Der erste ist [...] die negative Behandlung, d. h., alles der Natur (zu) überlassen. [...] Der zweite ist das zu viel thun&#8221;, zum Beispiel &#8220;übermäßige Blutausleerungen, die dem Organismus mehr Schaden bringt als die Krankheit selbst&#8221; (S. 7).</p>
<p>Ich werde nun Hufeland verlassen, um mich Maimonides zuzuwenden, aber möchte noch bemerken, dass eine hebräische Übersetzung des Enchiridion, aus der russischen Auflage übersetzt, 1869 in Jitomir gedruckt wurde.<br />
Nach Brauchte gehören zur Naturheilkunde &#8220;die Sonne, das Licht, die Luft, die Bewegung, die Ruhe, die Nahrung, das Wasser, die Kälte, die Erde, die Atmung, die Gedanken, die Gefühle und die Willensvorgange.&#8221;</p>
<p>Ist die Natur wirklich als idealer Arzt zu betrachten, oder mehr als vorbildlicher Hygieniker? Maimonides wird uns wohl helfen, eine Antwort zu geben.</p>
<p><strong>Maimonides über die Natur als Heilkünstler</strong></p>
<p>Ungefähr 700 Jahre vor der Publikation des Enchiridion wurde Moses Maimonides in Cordoba geboren (1138). Die Familie musste, als Moses noch ein Kind war, die Stadt verlassen, weilte eine Zeitlang in Fez, Marokko, und erreichte endlich Ägypten.<br />
Erst dann, als er ungefähr 30 Jahre alt war, wendete sich Maimonides der medizinischen Praxis zu. Damals war er schon als Autorität des jüdischen Gesetzes weit bekannt. Wir wissen leider nichts, weder über sein Curriculum vitae noch wo er Medizin studiert hat. Man kann aber doch feststellen, dass er in Fez mit arabischen Ärzten in Kontakt war.</p>
<p>Wir werden uns als erstes seinem Regimen Sanitatis (Heb. Hanhagath haBriuth) zuwenden. Dieses Werk wurde für den Sultan Al-Afdal, Saladins Sohn und Nachfolger, geschrieben. Das Buch wurde bald ins Hebräische übersetzt, und schon 1477 in lateinischer Sprache gedruckt. Der zweite Teil des Werkes erklärt, was man machen soll, wenn kein Arzt, oder kein voll ausgebildeter Arzt, zur Verfügung steht.</p>
<p>Wir lesen:<br />
&#8220;Da möchte ich sagen, dass Galen uns schon erklärt hat, dass die Griechen in alten Zeiten, wenn die Krankheit ihnen unklar war, gar keine Arzneimittel gaben, und dass sie den Kranken der Natur überließen, weil sie die Krankheiten zu heilen weiss.&#8221;</p>
<p>Auch Hippokrates hat in vielen seiner Werke die Natur geschätzt, weil sie klug und geschickt sei. Sie würde alles zweckmäßig ausführen, und man brauche nichts anderes, um die Genesung zu erreichen. Der Arzt aber solle nur dazu beitragen, die Natur zu unterstützen und auf ihrem Wege vorgehen.</p>
<p>Gleich danach zitiert Maimonides aus Rhasis: Es gebe eigentlich nur drei Möglichkeiten: &#8220;entweder ist die Krankheit stärker als der Kranke, dann wird kein Arzt helfen können&#8221;; oder &#8220;die Kraft des Kranken [ist] stärker als die der Krankheit, da wird die Natur allein erfolgreich sein. Nur wenn beide Kräfte gleich sind, kann, oder soll der Arzt &#8211; aber nur ein voll ausgebildeter Arzt &#8211; helfen, indem er die Kräfte des Kranken und der Natur, verstärkt.&#8221;</p>
<p>Desweiteren gibt uns Maimonides nähere Angaben:<br />
&#8220;Es ist also klar geworden, dass es nötig sei, dass der Kranke bei der Natur verbleiben soll, wenn sich kein voll ausgebildeter Arzt meldet. Der Sinn des &#8216;bei der Natur verbleiben&#8217; ist, dass man kein Arzneimittel nehmen soll, das nicht von einem gesunden Menschen genommen werden kann.&#8221;</p>
<p>&#8220;Der Kranke soll die Nahrung nicht vernachlässigen und trinken, wenn er Durst hat, essen, wenn er Hunger hat, und dies zur Zeit, wo er gewöhnt ist, eine Mahlzeit zu verzehren. Er soll aber nur die leichteste Speise zwischen den üblichen Mahlzeiten zu sich nehmen.&#8221;</p>
<p>Maimonides rät von starken Mitteln ab (zum Beispiel reichlicher Aderlass), die mehr Schaden als Hilfe bringen, wenn sie nicht auf Anordnung eines perfekten und erfahrenen Arztes verordnet worden sind.<br />
Wir werden nun vorübergehend den Regimen Sanitatis verlassen, um uns dem Buch über Asthma zuzuwenden. Hier benutzen wir die neue englische Übersetzung von Gerrit Bos. Dieses Traktat wurde für eine vornehme Persönlichkeit geschrieben und ist eigentlich nichts anderes als ein wiederholtes Regimen Sanitatis&#8217;, mit einigen speziellen Anweisungen für Leute, die an Lungenbeschwerden leiden.</p>
<p>So lesen wir:<br />
&#8220;Man solle erstens auf die Besserung der Luftqualität achten, dann auf die Qualitätsbesserung des Wassers, und dann auf die der Nahrung&#8221;. Maimonides zitiert hier Galen &#8211; nicht Hippokrates. Weiter bemerkt Maimonides, dass man sich für leichte Beschwerden nicht beeilen soll, Arzneimittel einzunehmen: &#8220;Die Natur wird wohl heilen.&#8221; Ein angemessenes Regime soll genügen.</p>
<p>Hier fügt er hinzu:<br />
&#8220;Wenn du dich entschließest leichte Leiden zu behandeln, so stehen dir zwei Möglichkeiten offen: entweder ist deine Behandlung fehlerhaft und der Natur widerstrebend, dann wird die Krankheit schlimmer werden. Oder deine Behandlung ist richtig, dann |&#8230;| wird aber die Natur davon lernen passiv zu bleiben, und nur mit Hilfe von äußeren Kräften zweckmäßig wirken.&#8221; So hören wir, dass sogar der Natur zu helfen und sie zu kräftigen, nicht immer angemessen ist. Hippokrates sagte schon in einem kurzen, treffenden Aphorismus, &#8220;Die Natur ist genügend, in allem, für alle&#8221; (Gr. <em>phusis exarkei panta pasi</em>).</p>
<p>Weiter zitiert Maimonides nochmals Galen, der sagt, dass die Natur besser als der Arzt sei, um unklare Fälle zu heilen:<br />
&#8220;Die Natur leitet die Gesundheit und heilt die Krankheit des Menschen. Sie kennt die Konstitution (hebr. mezeg) der Organe, und wird angepasste Nahrung zu jedem Organ weisen, nachdem sie die übrigen Nahrungsmittel und Säfte zu geeigneten Plätze im Körper gesandt hat.&#8221;</p>
<p>Die Natur ist also sachverständiger als der Arzt, weil sie den Zustand und die Bedürfnisse der Organe richtig einschätzt. Passende Nahrung zu wählen und die Säfte in Ordnung zu bringen, waren damals die Grundsätze der Heilkunst.</p>
<p><strong>Die Natur als Lebenskraft</strong></p>
<p>In Maimonides&#8217; medizischem Magnum Opus, d. h. Die Aphorismen des Moses (hebr. Pirqei Mosche) findet man einen Exkurs über die Wirkung der Natur als Lebenskraft.</p>
<p>Dort lesen wir:<br />
&#8220;Diese (Lebenskraft bemüht sich fortwährend die Tätigkeit von allen Organen in ihrer Vollkommenheit zu bewahren. Und wenn sich irgendeine Krankheitsursache meldet, steht sie ihr entgegen, und stößt sie zurück.<br />
Wie kann aber der Arzt beurteilen, ob die Natur, also die Lebenskraft des Kranken, die Lage beherrscht? Er muss das Atmen, den Puls, die Sinne (besonders die Sehkraft), die Esslust, den Verstand in Betracht nehmen. Auch auf das Antlitz soll er achten. Wenn dieses wie gewöhnlich aussieht, so ist dies ein gutes Zeichen. Das meint auch Hippokrates, besonders bei akuten Krankheiten.</p>
<p><strong>Naturgemäß vs. nicht-naturgemäß</strong></p>
<p>Galenische Medizin, wie sie in Ars Medica, Kap. 23, geschildert wurde, war in drei Abschnitte eingeteilt, und zwar in die natürlichen, nicht-natürlichen und kontra-natürlichen Dinge.</p>
<ul>
<li><em>Natürlich</em> sind die Elemente, die Temperamente, die Säfte, die Organe und der Geist.</li>
<li><em>Nicht-natürlich</em> sind die Wirkung der Luft, Bewegung und Ruhe, Essen und Trinken, Ausleerung und Retention der Absonderungen, und das Gemüt.</li>
<li><em>Kontra-natürlich</em> sind die Ursachen der Pathologie.</li>
</ul>
<p>Paradoxerweise werden wir nun über die &#8220;sechs nicht-natürlichen Dinge&#8221; reden, die eigentlich eine Zusammenfassung der Hygiene bilden, den Gedanken des Maimonides folgend.<br />
Zuerst möchten wir klären, dass diese &#8220;sex res non naturales&#8221; eigentlich nichts anderes als externe Ursachen der Krankheit (bzw. der Gesundheit) sind. Wir hätten aus Maimonides&#8217; Regimen Sanitatis und aus &#8216;Über Asthma&#8217; zitieren können. Wir werden uns aber diesmal auf ein nicht-medizinisches Werk stützen, und zwar auf Hilkhot De&#8217;ot.</p>
<p>Dies ist ein Kapitel des zweiten Teiles des ersten Buches des theologischen Codex des Maimonides. Hier, im vierten Kapitel, erklärt Maimonides, dass man nur mit Erfolg studieren kann, wenn man gesund ist. Darum muss man sich also von allen Eigenschaften die dem Körper schaden können, fernhalten.</p>
<p>Zuerst schreibt er über Essen und Trinken, wann, wie und wie viel, und nachfolgend über den Schlaf: &#8220;Man soll sich nicht auf den Bauch oder den Rücken, sondern auf die Seite hinlegen, zuerst auf die linke, später auf die rechte Seite. Hinlegen soll man sich nicht gleich nach dem Essen, sondern erst drei bis vier Stunden später, ebenso nicht während des Tages.&#8221;21 Man soll ein Drittel des Tages, also acht Stunden, schlafen.</p>
<p>Körperliche Übungen werden dringend empfohlen. Vor dem Essen soll man spazieren gehen oder sich anderweitig bewegen, dann eine kleine Weile ausruhen, und sich erst dann ernähren. Dagegen soll man nicht gleich nach dem Essen seine Kräfte vergeuden, sondern erst am Ende der Verdauung.</p>
<p>Baden soll man einmal in der Woche, aber nicht, wenn man hungrig ist und auch nicht gleich nach dem Essen. &#8220;Den Körper soll man mit heißem Wasser waschen, den Kopf mit sehr warmem Wasser. Danach benutzt man lauwarmes Wasser, und am Ende kaltes Wasser, aber nicht auf dem Kopf. Kaltes Wasser wird man nur anwenden, nachdem man geschwitzt und den Körper massiert hat. Bald danach soll man sich ankleiden, den Kopf sorgfältig bedecken, sogar bei warmem Wetter. Nach dem Bad ist es empfehlenswert, eine Weile auszuruhen, und nicht gleich danach eine Mahlzeit einzunehmen.&#8221;</p>
<p>Die Aussonderung von Urin und Kot soll ständig kontrolliert werden, vor und nach dem Essen, vor und nach dem Bad, vor und nach der Übung, vor und nach sexuellen Beziehungen, vor und nach dem Schlaf. Man soll sich vor Verstopfung hüten, da viele schlimme Krankheiten davon kommen. Am besten soll der Kot weichlich sein.</p>
<p>Das Gemüt wird im zweiten Kapitel der Hilkhot De&#8217;ot behandelt. Man soll sich bemühen, alle Affekte zu kontrollieren, in dem man sie auf der &#8220;mittleren Linie&#8221; hält. Der Mensch soll glückselig bleiben und alle seine Reaktionen beherrschen.</p>
<p>Am Anfang des vierten Kapitels der Hilkhot De&#8217;ot schreibt Maimonides:<br />
&#8220;Ein Mensch soll sich in solcher Weise benehmen, dass seine Gesundheit erhalten bleibt: er soll nur essen, wenn er hungrig ist, nur trinken, wenn er durstig ist, zum Abort gehen, sobald er ein Bedürfnis dazu fühlt. Er soll nicht essen, bis sein Magen voll ist, sondern er soll immer ein Viertel des Magens freihalten. Er soll während der Mahlzeit kein Wasser trinken, oder nur wenig, und dies mit Wein gemischt.&#8221;</p>
<p>Und am Ende des Kapitels schreibt er:<br />
&#8220;Ich bin überzeugt, dass jedermann der sich so benimmt, wie ich hier unterrichtet habe, nie erkranken wird, bis zu seinem Tode in hohem Alter, und er wird keinen Arzt benötigen. Sein Organismus wird gesund und vollkommen bleiben, wenn nicht irgendeine kongenitale Anomalie bei ihm vorhanden ist.&#8221;</p>
<p>Obwohl dieser Anspruch uns ein wenig übertrieben scheint, wollte wohl Maimonides in dieser Weise seine Leser überzeugen, seine hygienischen Anweisungen ernst zu nehmen.</p>
<p><strong>Zusammenfassung</strong></p>
<p>Natura sanat morbus, oder, in der Fassung der Schola Salernitana, sanat Corpora &#8211; hierfür brauchte man im Mittelalter, aber vielleicht noch heute, ein Regimen Sanitatis. Dies war nicht nur für Ärzte notwendig, sondern auch für die gebildeten Menschen.<br />
Für Hufeland und für das, was man Hausmedizin nannte, stellte sich die Frage: Wie soll oder muss man handeln, bis der Arzt eintrifft, oder überhaupt anstelle eines Arztes. Für Maimonides und seine Zeitgenossen wurde die Frage anders gestellt. Die Natur weiß sich gegen Angriffe, wenn solche nicht zu heftig sind, selbst zu helfen. Der Arzt muss lernen zu beurteilen, ob und wann er seine eigene Hilfe anbieten soll. Um diese Erfahrung zu erreichen, muss er zuerst die Natur des Menschen kennen lernen. Zweitens muss er die &#8220;unvermeidlichen Ursachen&#8221; von Gesundheit und Krankheit (contra-natura) kennen und sie der Lage eines kranken (oder sogar gesunden) Menschen anpassen.</p>
<p>Im dreizehnten Kapitel des Buches Über Asthma bemerkt Maimonides, dass sogar Galen schon betont habe, wie oft er selbst über die Behandlung eines Patienten unschlüssig war. In unseren Zeiten, so Maimonides, wo die Ärzte erstens oft wenig Erfahrung und zweitens ein ausgezeichnetes Gedächtnis haben müssen &#8211; nachdem sich die Medizin so stark entwickelt hat (!) &#8211; reicht ein ganzes Leben nicht aus, um ein vollkommener Arzt zu werden.</p>
<p>Wenn aber der Arzt nicht vollkommen ist, wie es leider meistens der Fall sei, solle man ihm kein Vertrauen schenken, sondern sich lieber der Natur zu wenden, und, nach ernsthafter Überlegung, eine geeignete Diät anwenden.</p>
<p>Maimonides Äußerungen über die Naturheilkunde stehen im Einklang mit vielen anderen Werken des Mittelalters. Auch in seinen anderen medizinischen Werken war Maimonides kein Bahnbrecher. Er zeigte aber in seinen philosophischen und theologischen Schritten alle imponierenden Eigenschaften, die er hatte, nämlich eine kritische Wahl der Bezugspunkte, eine klare und kurz gefasste Ausdrucksweise und die Autorität eines sachverständigen Fachmannes.<br />
Man darf wohl behaupten, dass noch heute ein &#8220;voll ausgebildeter Arzt&#8221; die Lebensordnung seiner Patienten steuern, und dass jedermann sein Regimen Sanitatis zu Herzen nehmen sollte. Ein Herzenswunsch &#8211; &#8216;natürlich&#8217;.</p>
<p>Ich möchte hier meinem Freund Dr. Edgar Weil danken, der meine deutsche Fassung bedeutsam verbessert hat.</p>
<p>Anmerkungen: im Buch finden sich zahlreiche Fussnoten und Abbildungen&#8230;<br />
[<a href="http://astore.amazon.de/buchundjudenhaga/detail/3940529095">Naturheilkunde und Judentum</a>]</p>
<p>Nach der theoretischen und methodologischen Trennung von Schulmedizin und Naturheilkunde haben sich seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert auch wieder akademisch gebildete Ärzte der alternativen und Naturheilverfahren angenommen und waren nun um deren wissenschaftliche Begründung bemüht. Nachweislich haben sich auch Ärzte jüdischer Herkunft und jüdischen Glaubens auf diesem Gebiet engagiert. Das Buch [<a href="http://astore.amazon.de/buchundjudenhaga/detail/3940529095">Naturheilkunde und Judentum</a>] befasst sich mit der Frage, welche Rolle dabei aus dem Judentum selbst erwachsene Ansprüche und Intentionen gespielt haben. Es analysiert, inwieweit gerade jüdische Ärzte und Heilkundige Anhänger oder Protagonisten einer modernen Naturheilkunde und Naturheilbewegung waren.Schließlich werden die hieraus resultierenden praktischen Konsequenzen aufgezeigt, etwa für sozial- und standespolitische Forderungen oder die Gründung von Institutionen und Vereinen.</p>
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		<title>Über Sigmund Freuds &#8220;Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie&#8221;</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Feb 2012 12:50:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adm</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Neurose und Perversion&#8230; I. Die sexuellen Abirrungen Freud teilt die sexuellen Abirrungen in zwei Bereiche: 1. Abweichungen in Bezug auf das Sexualobjekt (Inversion oder Homosexualität, Pädophilie, Sodomie) 2. Abweichungen in Bezug auf das Sexualziel (Perversionen, Fetischismus, Sadismus, Masochismus, Nekrophilie, Exhibitionismus und Neurosen) These zu 1.: Die Ursachen Inversionen sind weder angeborene Fehler noch sind sie degenerative Entwicklungen innerhalb der Kultur. Der Mensch ist vielmehr bisexuell veranlagt. Die Verknüpfung von Trieb und Objekt sind viel lockerer und ungewisser als bisher angenommen. Sie entsteht erst mit der Entwicklung des Individuums durch akzidentielle (äußere) Momente wie z.B. Sexualeinschüchterung. These zu 2.: Die Perversionen sind entweder anatomische Überschreitungen der für die geschlechtliche Vereinigung bestimmten Körpergebiete oder ein Verweilen in vorbereitenden Handlungen für den Sexualakt. A. Ersteres ergibt sich aus der normalen Sexualüberschätzung in der Verliebtheit, wobei der gesamte Körper des Objekts und die von ihm ausgehenden Sensationen einbezogen werden (Ursprung von Autorität). Für die Betätigung an den Lippen- und Mundschleimhäuten sowie der Afteröffnungen u.a. setzt nur der Ekel Grenzen. Perverse überschreiten allgemeine Ekelgrenzen. Auch beim Fetischismus, bei dem das Objekt gänzlich fallengelassen und ersetzt wird, bildet die Sexualüberschätzung die Vermittlung zum Normalen. Ein Halstuch oder Strumpfband der Angebeteten kann den Verliebten erregen. Pathologisch wird [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Neurose und Perversion&#8230;<span id="more-3861"></span></p>
<p>I. Die sexuellen Abirrungen</p>
<p>Freud teilt die sexuellen Abirrungen in zwei Bereiche:</p>
<p>1. Abweichungen in Bezug auf das Sexual<strong>objekt</strong> (Inversion oder Homosexualität, Pädophilie, Sodomie)<br />
2. Abweichungen in Bezug auf das Sexual<strong>ziel</strong> (Perversionen, Fetischismus, Sadismus, Masochismus, Nekrophilie, Exhibitionismus und Neurosen)</p>
<p>These zu 1.: Die Ursachen Inversionen sind weder angeborene Fehler noch sind sie degenerative Entwicklungen innerhalb der Kultur. <strong>Der Mensch ist vielmehr bisexuell veranlagt. Die Verknüpfung von Trieb und Objekt sind viel lockerer und ungewisser als bisher angenommen</strong>. Sie entsteht erst mit der Entwicklung des Individuums durch akzidentielle (äußere) Momente wie z.B. Sexualeinschüchterung.</p>
<p>These zu 2.: Die Perversionen sind entweder anatomische Überschreitungen der für die geschlechtliche Vereinigung bestimmten Körpergebiete oder ein Verweilen in vorbereitenden Handlungen für den Sexualakt.</p>
<p>A. Ersteres ergibt sich aus der normalen Sexualüberschätzung in der Verliebtheit, wobei der gesamte Körper des Objekts und die von ihm ausgehenden Sensationen einbezogen werden (Ursprung von Autorität). Für die Betätigung an den Lippen- und Mundschleimhäuten sowie der Afteröffnungen u.a. setzt nur der Ekel Grenzen. Perverse überschreiten allgemeine Ekelgrenzen. Auch beim Fetischismus, bei dem das Objekt gänzlich fallengelassen und ersetzt wird, bildet die Sexualüberschätzung die Vermittlung zum Normalen. Ein Halstuch oder Strumpfband der Angebeteten kann den Verliebten erregen. Pathologisch wird es erst, wenn am Fetisch über solche Bedingungen hinaus festgehalten wird und an die Stelle des Objekts tritt.</p>
<p>B. <strong>Die den Sexualakt vorbereitenden Handlungen dienen der Luststeigerung</strong> und können durch ungünstige Bedingungen (Gefahren des Sexualaktes, Impotenz, Kostbarkeit des Objekts) bis zum Verweilen ausgeweitet werden und an dessen Stelle treten. Der Perversion des Betastens und Beschauens, der Exhibitionismus, setzt die Scham Grenzen. Die Ursprünge des Sadismus lassen sich aus der Aggressivität herleiten, die u.U. für die Überwindung von Widerständen von Seiten des Objekts notwendig sind. Masochismus besteht neben einem primären Masochismus aus der zur Passivität auf die eigene Person gewendeten Sadismus. Die Grenzen für die extreme Anwendung bilden der Schmerz und das Grauen.</p>
<p>These 3: <strong>Die Neurose ist das Negativ der Perversion</strong>. Auch bei den ethisch und moralisch höchst skrupulösen Neurotikern ergibt sich in der Psychoanalyse ihrer Symptome regelmäßig, daß perverse Sexualregungen existieren. Die neurotische Reaktion auf Perversionen ist die Verdrängung ins Unbewußte, während die sogenannten Perversen diese ausleben.</p>
<p>These 4: Jede der oben genannten Abirrungen werden von der Psychoanalyse unter dem Begriff der Partialtriebe gefaßt, die sie aus der infantilen Sexualität kennt: der ursprünglich polymorph perverse Säugling.</p>
<p>Quelle: <a href="http://www.soz-paed.com/texte/pervers.html">http://www.soz-paed.com/texte/pervers.html</a></p>
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		<title>Dialog über Sex: Distanz gegen Intimität</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Feb 2012 10:00:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adm</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Am Anfang der Psychoanalytischen Pädagogik und der Psychoanalyse stand eine heftige Kritik an der erzieherischen und sozialen Realität*. Sigmund Freud selbst formulierte diese Kritik in seinen frühen Studien zur kindlichen Sexualität überzeugend und auch sprachlich vehement. In seinem (b. Ammon, 1973) Beitrag »Dialog über Sexualität: Distanz gegen Intimität« greift Ekstein diese kritisch – aufklärerische Tradition der Psychoanalytischen Pädagogik auf&#8230; Von Roland Kaufhold Kap. 7. eines längeren Beitrags über Leben und Wirken des Pioniers der Psychoanalytischen Pädagogik Rudolf Ekstein (9.2.1912 – 18.3.2005)… Hierbei knüpft er unmittelbar an einige wichtige Publikationen zur Sexualerziehung aus der Zeitschrift für psychoanalytische Pädagogik an, sowie an Siegfried Bernfelds Leitartikel dieses Sonderbandes (Heft 7–9). Einleitend formuliert Ekstein seine Verbundenheit mit Bernfeld bzw. den progressiven Impulsen der Psychoanalytischen Pädagogik, die sich seinerzeit als eine »psychoanalytische Bewegung« (Ekstein 1973b, S. 125) empfand. Er skizziert Bernfelds inspirierendes Wirken als Jugendführer und hebt hervor: »Viele von uns, die sich damals und 1938 der Psychoanalyse anschlossen, brachten die frühe Begeisterung der neuen Erziehung mit einer neuen Art der psychoanalytischen Pädagogik in Verbindung, die einen Versuch darstellte, die Wissenschaft in die Erziehung zu tragen. Bernfelds Arbeit repräsentiert deutlich die Debatte, die damals stattfand.« (1973b, S. 125) Ekstein zeichnet die Geschichte der Sexualaufklärung innerhalb [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Anfang der Psychoanalytischen Pädagogik und der Psychoanalyse stand eine heftige Kritik an der erzieherischen und sozialen Realität*. Sigmund Freud selbst formulierte diese Kritik in seinen frühen Studien zur kindlichen Sexualität überzeugend und auch sprachlich vehement. In seinem (b. Ammon, 1973) Beitrag »Dialog über Sexualität: Distanz gegen Intimität« greift Ekstein diese kritisch – aufklärerische Tradition der Psychoanalytischen Pädagogik auf&#8230;<span id="more-3809"></span></p>
<p><em>Von Roland Kaufhold<br />
Kap. 7. eines längeren Beitrags über <a href="http://www.hagalil.com/archiv/2012/02/09/ekstein/">Leben und Wirken des Pioniers der Psychoanalytischen Pädagogik Rudolf Ekstein</a> (9.2.1912 – 18.3.2005)…</em></p>
<p>Hierbei knüpft er unmittelbar an einige wichtige Publikationen zur Sexualerziehung aus der <em>Zeitschrift für psychoanalytische Pädagogik</em> an, sowie an Siegfried Bernfelds Leitartikel dieses Sonderbandes (Heft 7–9). Einleitend formuliert Ekstein seine Verbundenheit mit Bernfeld bzw. den progressiven Impulsen der Psychoanalytischen Pädagogik, die sich seinerzeit als eine »psychoanalytische Bewegung« (Ekstein 1973b, S. 125) empfand. Er skizziert Bernfelds inspirierendes Wirken als Jugendführer und hebt hervor:</p>
<p>»Viele von uns, die sich damals und 1938 der Psychoanalyse anschlossen, brachten die frühe Begeisterung der neuen Erziehung mit einer neuen Art der psychoanalytischen Pädagogik in Verbindung, die einen Versuch darstellte, die Wissenschaft in die Erziehung zu tragen. Bernfelds Arbeit repräsentiert deutlich die Debatte, die damals stattfand.« (1973b, S. 125)</p>
<p>Ekstein zeichnet die Geschichte der Sexualaufklärung innerhalb der Pädagogik nach. Er betont die Bedeutsamkeit einer realitätsangemessenen Form der Sexualaufklärung, um doch zugleich mit Bernfeld vor einem übertriebenem Optimismus zu warnen. Er hebt hervor: »In seinem Essay goß Bernfeld kaltes Wasser auf den anfänglichen Enthusiasmus und begegnete ihm mit wissenschaftlicher Skepsis« (S. 127). Bernfeld legt in besagtem Aufsatz dar, daß eine noch so wohlmeinende Sexualaufklärung durch die kindliche Fähigkeit zur Verdrängung, in ihrer Wirksamkeit äußerst begrenzt sei. Kinder lehnen häufig »ein Stück der Aufklärung ab, weil es ihren Wünschen weniger entspricht als ihre eigene Theorie« (S. 128). Die Aufklärung erreiche deshalb fast nie das, was sie anstrebe.</p>
<p>»Ich möchte nicht mißverstanden werden. Ja, die Kinder sollen, so früh sie nur wollen, die Wahrheit von ihren Eltern und Erziehern erfahren. Nur soll man das nicht in der Überzeugung tun, dadurch etwas unvergleichlich Wichtiges für die Erziehung getan zu haben.« (S. 130)</p>
<p>Die Grenzen der Sexualerziehung sind demnach zugleich die Grenzen, die der Erzieher in sich selbst gegenüber diesem Thema hat<em>.</em> Das Thema der Sexualität berührt das Unbewußte – beim Kind wie beim Erwachsenen. Dieses Unbewußte tritt uns vielfach in der Form eines »Geheimnisses« (S. 132) entgegen. Die pädagogische Kunst besteht darin, dieses Geheimnis des Kindes einerseits zu respektieren, andererseits den Zeitpunkt zu finden, in dem man es in der Begegnung mit dem Kind schrittweise enthüllt. Insofern stellt der Lehrer eine Brücke her zwischen dem Nicht-Wissen und dem Wissen, der älteren Generation und der Generation der Heranwachsenden. Dieser Entwicklungsprozeß hin zu einer reiferen Sexualentwicklung erfolgt nicht so sehr auf der Ebene der rationalen Wissensvermittlung, des Sprechens, sondern in der Begegnung und Beziehung, dem gemeinsamen Handeln. Ekstein hebt aus psychoanalytischer Sicht hervor:</p>
<p>»Sexualität kann im Dienst primitiver Impulse des Hasses und des Zerstörungstriebs stehen. Sie kann ein Fluchtweg vor dem Leben sein. Nur langsam kann die Sexualität eine treibende Kraft für die menschliche Schöpferkraft werden, eng mit dem gesamten Muster von Liebe und Arbeit verknüpft und als Gegensatz zu Haß und Zerstörung. Das ist ein Ziel, auf das wir Sexualerzieher zustreben müssen.« (1973b, S. 137)</p>
<p>* siehe auch <a href="http://www.hagalil.com/archiv/2012/02/09/ekstein/">die einleitenden Kapitel</a>&#8230;</p>
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		<title>Hirschfeld &amp; Freud: Wie wird man heterosexuell?</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Dec 2011 12:13:09 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die biologistische Sichtweise verknüpft Geschlecht und Sexualität miteinander. Demnach gibt es eine männliche und eine weibliche Sexualität, egal ob homo oder hetero. Ilka Quindeau, Professorin für Klinische Psychologie und Psychoanalyse an der FHS Frankfurt, stellt diese Festlegungen in einem originellen Rückgriff auf Freud in Frage&#8230; Ilka Quindeau: Wie wird man heterosexuell? [BESTELLEN?] Sie entwickelt ein Konzept von Bisexualität, die nicht nur in der Richtung des Begehrens offen ist, sondern auch im eigenen Empfinden nicht auf &#8220;männlich&#8221; oder &#8220;weiblich&#8221; festgelegt ist. Lustempfinden und Begehren sind demnach nicht einseitig im Körper verwurzelt, sondern bilden sich als Antwort, als Reaktion auf das heraus, was ihm von außen Befriedigung bereitet. Ihr Vortrag erscheint als Queer Lectures (Heft 10) Herausgegeben von der Initiative &#8220;Queer Nations&#8221;,  einer Allianz von WissenschaftlerInnen, die sich dem Wiederaufbau des 1933 von den Nationalsozialisten zerstörten Instituts für Sexualwissenschaft widmen. Queer Nations will den akademischen Diskurs um &#8220;queere&#8221; Fragestellungen auch öffentlich fruchtbar machen &#8211; zu diesem Zweck erscheinen die Queer Lectures. „Per scientiam ad justitiam“ „Durch Wissenschaft zur Gerechtigkeit“ „Through science to justice“ Dr. med. Magnus Hirschfeld (1868 – 1935)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die biologistische Sichtweise verknüpft Geschlecht und Sexualität miteinander. Demnach gibt es eine männliche und eine weibliche Sexualität, egal ob homo oder hetero. Ilka Quindeau, Professorin für Klinische Psychologie und Psychoanalyse an der FHS Frankfurt, stellt diese Festlegungen in einem originellen Rückgriff auf Freud in Frage&#8230;<span id="more-3705"></span></p>
<p><a href="http://www.hagalil.com/images/personen/hirschfeld.jpg"><img class="alignright" src="http://www.hagalil.com/images/personen/hirschfeld.jpg" alt="M. Hirschfeld" width="298" height="464" /></a><span style="font-size: medium;"><strong><em>Ilka Quindeau:</em></strong></span><br />
<span style="font-size: medium;"><strong><em> Wie wird man heterosexuell?</em></strong></span><br />
[<a href="http://astore.amazon.de/buchundjudenhaga/detail/3939542857">BESTELLEN?</a>]</p>
<p>Sie entwickelt ein Konzept von Bisexualität, die nicht nur in der Richtung des Begehrens offen ist, sondern auch im eigenen Empfinden nicht auf &#8220;männlich&#8221; oder &#8220;weiblich&#8221; festgelegt ist. Lustempfinden und Begehren sind demnach nicht einseitig im Körper verwurzelt, sondern bilden sich als Antwort, als Reaktion auf das heraus, was ihm von außen Befriedigung bereitet.</p>
<p>Ihr Vortrag erscheint als Queer Lectures (Heft 10) Herausgegeben von der Initiative <a href="http://www.queer-nations.de/" target="_blank">&#8220;Queer Nations&#8221;</a>,  einer Allianz von WissenschaftlerInnen, die sich dem Wiederaufbau des 1933 von den Nationalsozialisten zerstörten <a href="http://glbt-news.israel-live.de/deutschland/hirschfeld.htm">Instituts für Sexualwissenschaft</a> widmen. Queer Nations will den akademischen Diskurs um &#8220;queere&#8221; Fragestellungen auch öffentlich fruchtbar machen &#8211; zu diesem Zweck erscheinen die Queer Lectures.</p>
<p><strong>„Per scientiam ad justitiam“</strong><br />
<strong>„Durch Wissenschaft zur Gerechtigkeit“</strong><br />
<strong>„Through science to justice“</strong><br />
<em>Dr. med. Magnus Hirschfeld (1868 – 1935)</em></p>
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		<title>Frei von stereotyper Erwartung: Liebe</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Dec 2011 12:25:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adm</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Sexualmedizin]]></category>
		<category><![CDATA[Abhängigkeit]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Formen, in denen sich die Liebe manifestiert, reicht von der unverbindlichen Freundlichkeit über Verführung, Sexualspiele, Ergebenheit, bis hin zum süchtigmachenden Zustand des Verliebtseins. Ohne die süchtigmachenden Eigenschaften der Liebe würde ein Großteil des Risikos, das das Lieben enthält, verschwinden &#8211; sowohl in wie auch außerhalb der Therapie&#8230; pp. 184, Erving und Miriam Polster, Gestalttherapie Innerhalb der Therapie, wo Liebe praktisch unausweichlich ist, kann man lernen, zwischen Liebe und Abhängigkeit, Liebe und Besessenheit und vielleicht sogar zwischen Liebe und Sexualität zu unterscheiden. Der Durcharbeitungsprozeß verlangt vom Betreffenden, daß er Gefühlsregungen als ein Produkt seiner Persönlichkeit akzeptiert und daß er erkennt, daß seine Gefühle auf so viele Arten zu befriedigen sind, wie seine Findigkeit nur erdenken kann. Wenn er unter den günstigen Bedingungen der Therapie seinen gewohnheitsmäßigen Widerstand gegen die Liebe überwunden hat, dann hat er entdeckt, wie er das Lieben ohne List, Strategie oder Stereotype erfahren kann. Wenn er einmal über die reinen Konventionen des Liebens hinausgegangen ist, dann wird er fähiger, alle Befriedigungen zu erlangen, die therapeutische Beziehung trotz ihrer natürlichen Grenzen bietet. Wenn dann die gleichen Gefühle anderswo auftauchen &#8211; solange sie nicht an irgendwelchen vorgeformten Arten der Liebe hängenbleiben -, sind die Chancen zur Befriedigung im allgemeinen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p dir="LTR">Die Formen, in denen sich die Liebe manifestiert, reicht von der unverbindlichen Freundlichkeit über Verführung, Sexualspiele, Ergebenheit, bis hin zum süchtigmachenden Zustand des Verliebtseins. Ohne die süchtigmachenden Eigenschaften der Liebe würde ein Großteil des Risikos, das das Lieben enthält, verschwinden &#8211; sowohl in wie auch außerhalb der Therapie&#8230;<span id="more-3685"></span></p>
<p dir="LTR"><a href="http://astore.amazon.de/buchundjudenhaga/detail/3872948725"><em>pp. 184, Erving und Miriam Polster, Gestalttherapie</em></a></p>
<p dir="LTR">Innerhalb der Therapie, wo Liebe praktisch unausweichlich ist, kann man lernen, zwischen Liebe und Abhängigkeit, Liebe und Besessenheit und vielleicht sogar zwischen Liebe und Sexualität zu unterscheiden. Der Durcharbeitungsprozeß verlangt vom Betreffenden, daß er Gefühlsregungen als ein Produkt seiner Persönlichkeit akzeptiert und daß er erkennt, daß seine Gefühle auf so viele Arten zu befriedigen sind, wie seine Findigkeit nur erdenken kann.</p>
<p dir="LTR">Wenn er unter den günstigen Bedingungen der Therapie seinen gewohnheitsmäßigen Widerstand gegen die Liebe überwunden hat, dann hat er entdeckt, wie er das Lieben ohne List, Strategie oder Stereotype erfahren kann. Wenn er einmal über die reinen Konventionen des Liebens hinausgegangen ist, dann wird er fähiger, alle Befriedigungen zu erlangen, die therapeutische Beziehung trotz ihrer natürlichen Grenzen bietet. Wenn dann die gleichen Gefühle anderswo auftauchen &#8211; solange sie nicht an irgendwelchen vorgeformten Arten der Liebe hängenbleiben -, sind die Chancen zur Befriedigung im allgemeinen wesentlich größer. <strong>Mit solcher Freiheit, Erfahrung ohne stereotype Forderungen zu akzeptieren, sind die süchtigmachenden Qualitäten der Liebe nicht so drohend, und der Erfolg wird nicht auf eine einseitige Konzentration auf nur einen Menschen reduziert.</strong></p>
<p dir="LTR">Wenn ein Patient zum Beispiel den Therapeuten liebt, dann wird er mit ihm vielleicht Geschlechtsverkehr haben wollen. Wahrscheinlich wird er es nicht tun, aber dennoch ist er immer noch offen für die vielen Interaktionen, die die Beziehung erregend und bedeutungsvoll machen. Der Patient, obwohl er Vorteile daraus zieht, braucht immer noch jemand, mit dem er Geschlechtsverkehr haben kann. Wenn einmal dieses Bedürfnis nach Liebe an die Oberfläche gedrungen ist, wird der Patient dazu angeregt, das, was er benötigt, aus anderen Beziehungen zu bekommen, so wie sie sich ergeben. Ist dies denn nicht nur eine Verlagerung des sexuellen Drangs vom Therapeuten auf einen anderen Menschen &#8211; eine Ersatzerfahrung, die sich einfach auf ein Gefühl der Ablehnung gründet? Möglich, aber nur dann, wenn der Mensch weiterhin verbissen an seinem Ideal festhält und versucht, wenigstens einen Ersatz zu finden.</p>
<p dir="LTR">Das Gegenmittel gegen das Festhalten ist die Entdeckung der Vielgestaltigkeit, <strong>die Erkenntnis, daß jede Erfahrung in sich gültig ist und nicht nur einen Ersatz für eine andere Erfahrung darstellt</strong>. Der gesunde Mensch ist nicht nur der Gefangne seiner Gefühlsregungen. Gefühle weisen nur auf ihr eigenes Verschwinden hin.</p>
<p dir="LTR">Gefühle <em><strong>wollen </strong></em>verschwinden &#8211; sie haben keinen Anspruch auf Unsterblichkeit. Sie gehen den für sie bestimmten Weg bis ans Ende. Dann sind sie fort, nur um von neuen Gefühlen ersetzt zu werden, die genauso entbehrlich und bescheiden sind. Nur <strong>Sentimentalität, die auf der vagen Furcht vor der verfrühten Unterbrechung basiert, führt zu dem Bedürfnis, sich anzuklammern</strong>, führt zum Gefühl der Unverletzlichkeit und zum Bedürfnis nach einer Garantie, wo man versucht, das zu erhalten, was vom Wesen her unbeständig ist.</p>
<p dir="LTR">Unsere Aufgabe in der Therapie ist es, bei der Wiederentdeckung der Progression im Leben zu helfen. Wenn eine Erfahrungseinheit endet, dann beginnt die nächste, und dieser Prozeß ist es, der die Unsterblichkeit ausmacht, nicht das Idolisieren einer Einzelerfahrung.</p>
<p dir="LTR">Aber wir wollen das tatsächliche Dilemma, das in der Therapie durch die Intensität der Gefühle entsteht, nicht unterschätzen. Das Gefühl der Dringlichkeit kann stark werden, der Weg zur Vollendung kann mit Schwierigkeiten gepflastert sein, und das Bedürfnis, in der Hoffnung auf ein vorherbestimmtes Kriterium der Vollendung auszuharren, kann den Betreffenden gefangenhalten. <strong>Es ist nicht einfach zu begreifen, daß Liebe nicht Bindung bedeutet</strong>, besonders dann, wenn die Liebe nicht mit den bekannten, hochgepriesenen Aufmerksamkeiten belohnt wird, die unser sozialer Kodex vorschreibt.</p>
<p dir="LTR">Ruth war beispielsweise wütend und sogar desillusioniert, als ich sie bei einem Krankenhausaufenthalt nicht besuchte. Sie hatte meine Zuneigung bei unserer Zusammenarbeit häufig erfahren und glaubte jetzt, da ich sie nicht besucht hatte, daß meine Zuneigung nur vorgetäuscht gewesen sei, eine reine Technik, um sie zu heilen. Ruth mußte lernen, daß die herzlichen Reaktionen auf ihren Humor, auf ihre Traurigkeit, auf ihre Einfälle tatsächlich ehrlich waren. Sie führten einfach nicht dazu, daß ich sie im Krankenhaus besuchte. Dies mag nun einen echten Grund für ihren Zorn und ihre Enttäuschung geliefert haben, aber es negierte weder die Wärme, die ich für sie empfand, noch die Anziehungskraft, die Ruth durch meine Zuneigung in sich selbst entdeckt hatte.<br />
Ihre Anziehungskraft hing jedoch nicht davon ab, daß ich diese entsprechend ihrer stereotypen Forderungen ständig bestätigte. Es ist sehr schwer einzusehen, daß auch unerwiderte Liebe gesund und stärkend sein kann. Die Konfrontation mit der Wirklichkeit der Liebe anstatt nur mit ihren gewohnten Formen bringt den Patienten dazu, die Liebe zu sehen, wie sie ist und nicht wie sie sein <em> sollte.</em></p>
<p dir="LTR">Dies mag wie eine nüchterne Auffassung der Liebe erscheinen, bei welcher der eine Partner keine Verantwortung empfindet, auf die Erwartungen zu reagieren, die manche Kontakte entstehen lassen, doch es verhält sich anders. Es gibt Erwartungen, die zurecht entscheidend sind für das Niveau bestimmter Beziehungen. Doch diese Erwartungen dürfen keinesfalls stereotype Schuldscheine sein, die aus früheren gesellschaftlichen Verträgen abgeleitet werden. Sie sind Teil des Prozesses der gegenseitigen Entdeckung und stellen eine sensible Aussage darüber dar, in welcher Beziehung ein Mensch zu einem anderen steht.</p>
<p dir="LTR">Ruth kam also zu der Erkenntnis, daß meine Zuneigung für sie ehrlich war, aber daß sie nicht unbedingt zu einem Krankenhausbesuch führen mußte.</p>
<p dir="LTR">Es wäre eine große Verlockung, Ruths Verhalten als eine dumme Wiederholung der unerledigten Geschäfte in bezug auf ihren Vater interpretieren zu können, der ihr nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt hatte. Der Druck einer aktuellen Liebesbeziehung kann sehr stark sein. Breuer hat dies vor langer Zeit entdeckt, als er deswegen die psychoanalytische Richtung verlassen musste. Freud erwies sich als fähiger, diesen Druck zu ertragen, aber selbst er musste das Prinzip der Übertragung einführen, um sich abzusichern. Mit Hilfe des Prinzips der Übertragung war es ihm und seinen Nachfolgern möglich, den Kontakt dadurch zu entpersonalisieren, daß sie ihn als völlig unabhängig von der Persönlichkeit des Therapeuten darstellten.</p>
<p dir="LTR">In der Gestalttherapie versuchen wir, uns auf die Beziehung an sich zu konzentrieren. Sich selbst wieder als liebevoll zu erfahren, bedeutet die Wiederentdeckung eines Aspekts der vollen Selbsterfahrung, die im täglichen Leben vieler Menschen schwach oder gar nicht vorhanden ist. Liebe ist mehr als nur eine Cause celebre oder ein gesellschaftsfähiger Fall der Monomanie. <strong>Sie ist nicht unwiderruflich an ein auslösendes Objekt gebunden, sondern sie ist eine Funktion des liebenden Menschen. Je mehr er also lernen kann, viele Menschen auf vielerlei Weise zu lieben, desto größer werden seine Chancen der Erfüllung und Befriedigung</strong>. In der Sicherheit der Therapie oder der Gruppe, in der Kontinuität der Interaktionen, in der Erregung, attraktive Menschen kennenzulernen, in der Tiefe und Intimität eines guten Kontakts, selbst angesichts der Verletzbarkeit, die das Bedürfnis nach Liebe häufig mit sich bringt, entstehen für den Patienten optimale Bedingungen, einen anderen Menschen zu lieben.</p>
<p dir="LTR">Wir wissen alle, daß Liebe schön und bereichernd sein kann, ohne die begleitenden Stereotype und Verpflichtungen, die aus solchen Erscheinungen wie Permanenz, Ausschließlichkeit und Leidenschaft entstehen können. Die Liebe zu seinem Universitätsprofessor kann einen Studenten dazu anspornen, sich selbst und seine Ausbildung ernst zu nehmen und ihn in neue Richtungen beim Lesen, Denken und in der Kommunikation lenken. Es ist verwerflich, den Menschen ihre liebenden Gefühle auszureden. Die Menschen müssen vielmehr lernen, daß jemanden zu lieben nicht bedeutet, daß sie den Betreffenden heiraten, mit ihm schlafen, ihn auf die Universität schicken, auf Parties einladen oder immer mit ihm Zusammensein müssen. Es kann so sein, muß aber nicht. Erwartungen, ja; Forderungen, nein!</p>
<p dir="LTR"><a href="http://astore.amazon.de/buchundjudenhaga/detail/3872948725">[BESTELLEN?]</a></p>
<p><em>Miriam und Erving Polster gehören zu den bekanntesten und profiliertesten Gestalttherapeuten der Welt. Vor rund 30 Jahren veröffentlichten sie ihr Grundlagenwerk der Gestalttherapie, das auch heute noch ein wichtiges Lehrbuch der Gestalttherapie ist.</em><br />
<em>Seit über 40 Jahren haben Miriam und Erving Polster Gestalttherapeutinnen und Gestalttherapeuten aus vielen Ländern ausgebildet und in besonderer Weise geprägt: Immer wieder betonen sie, daß es Wohlwollen und Achtung der Therapeutinnen und Therapeuten sind, die es den Klientinnen und Klienten in der Gestalttherapie ermöglichen, sich angstfrei zu öffnen und so neue bereichernde Erfahrungen zu machen.</em></p>
<p><strong>À propos: <a href="http://www.hagalil.com/judentum/samson-hirsch/chorew-16.htm">Liebe</a></strong><br />
Samson Rafael Hirsch, Rabbiner, meint&#8230;</p>
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		<title>HIV / AIDS: Osteuropa bald Aids-Sorgenkind Nr. 1</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Dec 2011 13:28:57 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Während weltweit die Neuinfektionen mit dem HI-Virus sinken, geraten sie in Osteuropa zunehmend außer Kontrolle. &#8220;Russland und die Ukraine stehen mit ihrem Aidsproblem bald dort, wo das südliche Afrika vor fünf bis zehn Jahren war&#8221;, warnt Nicolas Cantau, Fund Portfolio Manager für die Ukraine beim Global Fund&#8230;Experte: &#8220;Situation wie früher in Südafrika steht bevor&#8221; pte -  Der &#8220;Global Fund to fight AIDS, Tuberculosis and Malaria&#8221; http://theglobalfund.org ist mit Abstand der größte Geldgeber für HIV/Aids-Projekte weltweit. Alarm schlug anlässlich des heutigen Weltaidstages auch die WHO http://who.int . Ihr Vergleich der Aids-Situation 2010 mit jener von 2001 zeigt: Die jährlichen Neuinfektionen gingen zwar weltweit um 15 Prozent auf 2,7 Mio. zurück und es gibt Hinweise, dass sich sogar in der zahlenmäßig größten Krisenregion Afrika südlich der Sahara die Zunahmen abflachen. In Osteuropa und Zentralasien verdreifachte sich die Zahl der HIV-Positiven allerdings auf nunmehr 1,5 Mio. und Aids-Todesfälle stiegen sogar auf das Zehnfache. Speziell zur Ukraine informiert ein noch unveröffentlichter Bericht der UNAIDS http://unaids.org , dass 360.000 Ukrainer oder 1,33 Prozent der Bevölkerung zwischen 15 bis 49 Jahren den HI-Virus tragen, wobei nur 100.000 davon offiziell als Patienten gemeldet sind. Hoch ist die Infektionsrate besonders bei Drogenabhängigen, Sexarbeiterinnen, homosexuellen Männern und auch Straßenkindern, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Während weltweit die Neuinfektionen mit dem HI-Virus sinken, geraten sie in Osteuropa zunehmend außer Kontrolle. &#8220;Russland und die Ukraine stehen mit ihrem Aidsproblem bald dort, wo das südliche Afrika vor fünf bis zehn Jahren war&#8221;, warnt Nicolas Cantau, Fund Portfolio Manager für die Ukraine beim Global Fund&#8230;<span id="more-3669"></span><strong>Experte: &#8220;Situation wie früher in Südafrika steht bevor&#8221;</strong></p>
<p><a href="http://www.pressetext.de">pte</a> -  Der &#8220;Global Fund to fight AIDS, Tuberculosis and Malaria&#8221; <a href="http://theglobalfund.org/">http://theglobalfund.org</a> ist mit Abstand der größte Geldgeber für HIV/Aids-Projekte weltweit.</p>
<p><a href="http://www.pharmacon.net/2011/12/hiv-4/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p>Alarm schlug anlässlich des heutigen Weltaidstages auch die WHO <a href="http://who.int/">http://who.int</a> . Ihr Vergleich der Aids-Situation 2010 mit jener von 2001 zeigt: Die jährlichen Neuinfektionen gingen zwar weltweit um 15 Prozent auf 2,7 Mio. zurück und es gibt Hinweise, dass sich sogar in der zahlenmäßig größten Krisenregion Afrika südlich der Sahara die Zunahmen abflachen. In Osteuropa und Zentralasien verdreifachte sich die Zahl der HIV-Positiven allerdings auf nunmehr 1,5 Mio. und Aids-Todesfälle stiegen sogar auf das Zehnfache.</p>
<p>Speziell zur Ukraine informiert ein noch unveröffentlichter Bericht der UNAIDS <a href="http://unaids.org/">http://unaids.org</a> , dass 360.000 Ukrainer oder 1,33 Prozent der Bevölkerung zwischen 15 bis 49 Jahren den HI-Virus tragen, wobei nur 100.000 davon offiziell als Patienten gemeldet sind. Hoch ist die Infektionsrate besonders bei Drogenabhängigen, Sexarbeiterinnen, homosexuellen Männern und auch Straßenkindern, wobei allerdings der heterosexuelle Geschlechtsverkehr im Jahr 2009 den Drogenkonsum als wichtigste Übertragungsform abgelöst hat.</p>
<p><strong>Drei Viertel bleiben unentdeckt</strong></p>
<p>&#8220;Es gibt Hinweise, dass die heterosexuelle Übertragung heute in erster Linie von infizierten Drogenabhängigen ausgeht&#8221;, erklärt Cantau. Zwei Drittel der sexuell Neuinfizierten sind Frauen, vorwiegend aus der Gruppe der 20- bis 29-Jährigen, wobei 50 Prozent der HI-Trägerinnen bei einer Schwangerschaft als solche diagnostiziert werden. Insgesamt bleibt der Virus jedoch bei drei von vier Betroffenen unentdeckt, weshalb Experten bereits den fortdauernden Boom von Neuerkrankungen befürchten.</p>
<p>Die ukrainische Regierung setzt in ihren Gegenmaßnahmen bei den Hochrisikogruppen an und wird dabei vom Global Fund in den kommenden zwei Jahren mit 88 Mio. Dollar unterstützt. &#8220;Die verfügbaren Mittel reichen jedoch kaum, um die vielen Lücken auch nur notdürftig zu füllen. Denn weder gelingt der flächendeckende Test bei Risikogruppen, noch die Behandlung aller Erkrankten&#8221;, betont der Global Fund-Sprecher. Ähnliches berichten auch ukrainische Selbsthilfegruppen (pressetext berichtete: <a href="http://pressetext.com/news/20100721030">http://pressetext.com/news/20100721030</a> ).</p>
<p><strong>DACH-Ländern fehlt Verantwortung</strong></p>
<p>Gegenüber Russland, wo die Situation der Epidemie mit der Ukraine vergleichbar ist, spricht Cantau allerdings ein noch härteres Urteil aus. &#8220;Russland gehört zu den Geberländern für den Global Fund, verwehrt diesem aber die Mitwirkung bei der HIV-Bekämpfung. Seine Strategie ist die generelle Prävention, wobei die Bedürfnisse der Drogenabhängigen übergangen und die einzig wirksame Schadensminderungen durch Substitution oder Nadeltausch verboten werden. Dahinter stehen nur ideologische Gründe, die jeder Evidenz widersprechen.&#8221; Schlimm sei dies, da UNAIDS-Forschungen zeigen, dass HIV/Aids durch Test und effektive Behandlung ausgemerzt werden könnte.</p>
<p>Jegliche Kritik gerade aus deutschsprachigen Ländern hat jedoch fahlen Beigeschmack: Deutschland, die Schweiz und Österreich sind Schlusslichter im weltweiten Kampf gegen HIV/Aids. &#8220;Das betrifft nicht nur den finanziellen Beitrag für Aidsprojekte, sondern auch die Entwicklungshilfe, die deutlich unter 0,7 Prozent des BIP liegt&#8221;, so Cantau. Weit schärfer hat dies Global-Fund-Direktor Michel Kazatchkine anlässlich der Aids-Konferenz 2010 formuliert: &#8220;Österreich bekämpft Aids nur mit schönen Worten&#8221; (pressetext berichtete: <a href="http://pressetext.com/news/20100723004">http://pressetext.com/news/20100723004</a> ).</p>
<p>UNAIDS-Datenblatt Ukraine: <a href="http://www.unaids.org/en/Regionscountries/Countries/Ukraine/">http://www.unaids.org/en/Regionscountries/Countries/Ukraine/</a></p>
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		<title>Licht und Schatten der Sexualität: Triebe – Freiheit – Schicksal?</title>
		<link>http://www.pharmacon.net/2011/11/sex-6/</link>
		<comments>http://www.pharmacon.net/2011/11/sex-6/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 02 Nov 2011 22:15:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sexualmedizin]]></category>
		<category><![CDATA[partnerschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Psychotherapie]]></category>
		<category><![CDATA[Sex]]></category>
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		<category><![CDATA[Trauma]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist erfreulich, so Prof. Uwe Hartmann und Prof. Hartmut Bosinski, dass die erste gemeinsame wissenschaftliche Jahrestagung der Akademie für Sexualmedizin (ASM) und der Deutschen Gesellschaft für Sexualmedizin und Sexualtherapie (DGSMT) in Frankfurt / M. stattfindet. Hier, am Puls der Zeit, wolle man unter dem Motto &#8220;Triebe – Freiheit – Schicksal? Licht und Schatten der Sexualität&#8221; über verschiedene Aspekte der Sexualmedizin, Sexualtherapie und Sexualwissenschaft nachdenken. Tagung in Ffm: Sexualmedizin und Sexualtherapie &#8220;Wir alle müssen uns wissenschaftlich wie klinisch ständig neuen Herausforderungen und Wandlungen innerhalb sowie außerhalb der Sexualmedizin stellen, um durch innovative Grundlagen- und Anwendungsforschung und Weiterentwicklung unserer Behandlungsmethoden für optimale Diagnostik, Therapien, Prävention und Rehabilitation zu sorgen&#8221;, so die Organisatoren der Jahrestagung von ASM und DGSMT. Das Motto dieser Tagung geht der Frage nach, welche Freiheitsgrade wir in unserer Sexualität haben, wie wir diese nutzen und wodurch sie eingeschränkt oder verzerrt werden. Gibt es ein „Triebschicksal“, wodurch wird es determiniert, wie und wo schlägt es sich nieder und welche Veränderungsmöglichkeiten gibt es. Neben diesem Schwerpunkt wird es in Sitzungen zur weiblichen und männlichen Sexualität sowie zu den Wirkfaktoren von Psychotherapie und Sexualtherapie um wichtige klinische Fragen gehen. Bei der die Öffentlichkeit zu Recht stark bewegenden Problematik sexueller Übergriffe ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist erfreulich, so Prof. Uwe Hartmann und Prof. Hartmut Bosinski, dass die erste gemeinsame wissenschaftliche Jahrestagung der Akademie für Sexualmedizin (ASM) und der Deutschen Gesellschaft für Sexualmedizin und Sexualtherapie (DGSMT) in Frankfurt / M. stattfindet. Hier, am Puls der Zeit, wolle man unter dem Motto &#8220;Triebe – Freiheit – Schicksal? Licht und Schatten der Sexualität&#8221; über verschiedene Aspekte der Sexualmedizin, Sexualtherapie und Sexualwissenschaft nachdenken.</p>
<p><strong>Tagung in Ffm: Sexualmedizin und Sexualtherapie</strong></p>
<p>&#8220;Wir alle müssen uns wissenschaftlich wie klinisch ständig neuen Herausforderungen und Wandlungen innerhalb sowie außerhalb der Sexualmedizin stellen, um durch innovative Grundlagen- und Anwendungsforschung und Weiterentwicklung unserer Behandlungsmethoden für optimale Diagnostik, Therapien, Prävention und Rehabilitation zu sorgen&#8221;, so die Organisatoren der Jahrestagung von ASM und DGSMT.</p>
<p>Das Motto dieser Tagung geht der Frage nach, welche Freiheitsgrade wir in unserer Sexualität haben, wie wir diese nutzen und wodurch sie eingeschränkt oder verzerrt werden. Gibt es ein „Triebschicksal“, wodurch wird es determiniert, wie und wo schlägt es sich nieder und welche Veränderungsmöglichkeiten gibt es. Neben diesem Schwerpunkt wird es in Sitzungen zur weiblichen und männlichen Sexualität sowie zu den Wirkfaktoren von Psychotherapie und Sexualtherapie um wichtige klinische Fragen gehen.</p>
<p>Bei der die Öffentlichkeit zu Recht stark bewegenden Problematik sexueller Übergriffe ist die Kompetenz der Sexualmedizin ganz besonders gefragt. Dieses Thema wird deshalb im Rahmen der Tagung Gegenstand zweier Plenarveranstaltungen sein. Darüber hinaus werden aktuelle Ergebnisse aus der Forschung präsentiert und in verschiedenen praxisbezogenen Workshops diskutiert: Geschlechtsidentitätsstörungen, Sexualität und Krebs, Testosteron und Prostata, Testosteron und männliche Psyche oder auch Testosteronmangel &#8211; eine unterdiagnostizierte Volkskrankheit?, Was können wir von der Traumatherapie lernen? &#8230;</p>
<p>Ein besonderes Highlight markiert der Festvortrag Pablo Picasso und Ernst- Ludwig Kirchner – Hypersexualität und Pädophilie?, der sich mit sexuellen Aspekten und Bezügen in Leben und Werk dieser großen Künstler beschäftigen wird.</p>
<p>Kongresswebsite www.sexualmedizin-kongress.de</p>
<p>Weitere Themen:<br />
<strong>Workshop zur „themenzentrierten Balintarbeit“ (H. Berberich)</strong><br />
Sexualität umfasst vielfältige emotionale und körperliche Zustände, Motivationen und Verhaltensweisen.  Ein Patient oder ein Patientenpaar begibt sich in erster Linie nicht in sexualmedizinische Behandlung, weil eine bestimmte Sexualstörung vorliegt, sondern weil  die Diskrepanz zwischen der gewünschten  und der real gelebten Sexualität so groß ist, dass hieraus ein Leidensdruck erwächst.<br />
Deshalb kommt bei der Diagnostik und Behandlung von Sexualstörungen dem intuitiven Verstehen in der Arzt-Patienten-Beziehung eine große Bedeutung zu. Sie beeinflusst  maßgeblich die Qualität der diagnostischen und therapeutischen Arbeit.<br />
Bei dieser Fähigkeit handelt es sich keineswegs um ein metaphysisches Phänomen, sie hat vielmehr ein neurobiologisches Korrelat im System der Spiegelneurone unseres Gehirns.<br />
Auf der anderen Seite findet sich die Sexualstörung und die damit verbundene Beziehungsproblematik des Patienten oder des Patientenpaares als Widerspiegelungsphänomen in der konkreten und für den Arzt mitunter problematischen Interaktion zwischen ihm und seinem Patienten wider.   Nicht zuletzt deshalb sind Beziehungskonflikte zwischen Arzt und Patient bzw. Patientenpaar nicht völlig vermeidbar.  Sie sollten jedoch zur Reflektion veranlassen.<br />
Eine der effektivsten Formen, solche Konflikte zu bearbeiten, ist die Balintgruppenarbeit. Ziel der Balintgruppenarbeit ist die Entwicklung einer ganzen Reihe von Fertigkeiten und Kompetenzen:</p>
<ul>
<li>Offenheit für Gesprächsinhalte und die damit verbundenen Emotionen</li>
<li>Fähigkeit, zuzuhören.</li>
<li>Lernen, die durch die Schilderung des Patienten bewegten Gefühle wahrzunehmen.</li>
<li>Abbau eigener Hemmungen und Ängste beim Umgang mit psychischen und sozialen Problemen des Patienten.</li>
<li>Wahrzunehmen, wie der Arzt vom Patienten benutzt wird.</li>
<li>Emotionale Entlastung und Förderung von sozialen Ressourcen des Arztes.</li>
</ul>
<p><strong>Workshop zu sexueller Traumatisierung (P. Nijs)</strong><br />
Tiefe psychologische Wunden heilen nicht von allein, auch nicht wenn ausreichende Liebe da ist. Gerade weil sexualisierte Gewalt tief verwundet hat, ist eine Therapie notwendig, die sowohl die (traumatische) Vergangenheit als die psychosozialen und partnerschaftlichen Aspekte flexibel miteinbezieht, d.h. psychodynamische, Lern- und Verhaltenstherapie, Gestalt- und leiborientierte Therapie. Der Therapeut/ die Therapeutin soll sich mit grosser Flexibilität in dem therapeutischen Paradox bewegen: maximal annähern mit Aufrechterhaltung der Distanz. Das zentrale Thema des Verarbeitungsprozesses ist die Wiedergewinnung der Lust- und Liebesfähigkeit und damit auch das Zurückerobern des eigenen Körpers als eigene Gestalt.</p>
<p>Dabei bleibt medikamentöse Unterstützung oft notwendig (z.B. präpsychotische Ängste; depressive Lustlosigkeit). Manche Betroffene neigen zur Sexualisierung der Kontakte und neigen auch zur Sexualisierung (mit acting out) der therapeutischen Beziehung, auch weil sie testen, ob sie hier wohl respektiert werden (at risk für Reviktimisierung). In diesem Workshop wird demonstriert, wie der Therapeut /die Therapeutin die Chancen und Risken angemessen und kreativ zur heilsamen Entwicklung gestalten kann.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Fachtagung: Macht Triebkontrolle sexy?</title>
		<link>http://www.pharmacon.net/2011/10/sex-5/</link>
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		<pubDate>Fri, 14 Oct 2011 13:16:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sexualmedizin]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Freud]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Sex]]></category>

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		<description><![CDATA[Menschen werden für andere attraktiver, wenn sie ihre sexuellen Triebe in Zaum halten können. Das erklärt der Wiener Psychotherapeut und Psychiater Raphael Bonelli: &#8220;Wer seinen Trieb aus freien Stücken aufschieben kann, stärkt damit seine innere Freiheit. Krankhaft wird Sex viel eher dann, wenn man nicht zumindest kurzfristig auf ihn verzichten kann&#8221;&#8230; Wien (pte) &#8221; Wie viel Sex der Mensch mindestens braucht, um gesund zu bleiben, diskutieren Sexualtherapeuten, Psychiater und Theologen am kommenden Samstag auf einer Fachtagung (zölibat.at) in Wien. Die mediale Präsenz der Sexualität spielt eine gewichtige Rolle in der Diskussion um das &#8220;nötige Minimum&#8221;: Sex wird häufig als notwendiger Höhepunkt und Ziel jeder Liebesbeziehung dargestellt, verstärkt durch sexistische Abbildungen. Zusätzlich zu diesen künstlich geschaffenen kommen auch von Betroffenen selbst kreierte Bedürfnisse, erklärt Bonelli. &#8220;Viele Männer glauben fest, dass sie dringend Sex brauchen. Noch immer kursieren Unsinns-Argumente, etwa dass alle 14 Tage der Hoden entleert und Dampf abgelassen werden muss &#8211; womit Männer jedoch in erster Linie den Frauen Druck machen wollen.&#8221; Frei versus unfrei Was schwerer wiegt, sind jedoch die psychischen Folgen von ausbleibendem Sex, wobei Sigmund Freuds Thesen weiterhin als Meilenstein gelten. &#8220;Freud wurde jedoch von der 68er-Bewegung und einer banalisierenden Mittelschulpsychologie fälschlich oft so wiedergegeben, dass jeglicher Verzicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Menschen werden für andere attraktiver, wenn sie ihre sexuellen Triebe in Zaum halten können. Das erklärt der Wiener Psychotherapeut und Psychiater Raphael Bonelli: &#8220;Wer seinen Trieb aus freien Stücken aufschieben kann, stärkt damit seine innere Freiheit. Krankhaft wird Sex viel eher dann, wenn man nicht zumindest kurzfristig auf ihn verzichten kann&#8221;&#8230;</p>
<p>Wien (<a href="http://www.pressetext.de">pte</a>) &#8221; Wie viel Sex der Mensch mindestens braucht, um gesund zu bleiben, diskutieren Sexualtherapeuten, Psychiater und Theologen am kommenden Samstag auf einer Fachtagung (<a href="http://z%C3%B6libat.at/">zölibat.at)</a> in Wien.</p>
<p>Die mediale Präsenz der Sexualität spielt eine gewichtige Rolle in der Diskussion um das &#8220;nötige Minimum&#8221;: Sex wird häufig als notwendiger Höhepunkt und Ziel jeder Liebesbeziehung dargestellt, verstärkt durch sexistische Abbildungen. Zusätzlich zu diesen künstlich geschaffenen kommen auch von Betroffenen selbst kreierte Bedürfnisse, erklärt Bonelli. &#8220;Viele Männer glauben fest, dass sie dringend Sex brauchen. Noch immer kursieren Unsinns-Argumente, etwa dass alle 14 Tage der Hoden entleert und Dampf abgelassen werden muss &#8211; womit Männer jedoch in erster Linie den Frauen Druck machen wollen.&#8221;</p>
<p><strong>Frei versus unfrei</strong></p>
<p>Was schwerer wiegt, sind jedoch die psychischen Folgen von ausbleibendem Sex, wobei Sigmund Freuds Thesen weiterhin als Meilenstein gelten. &#8220;Freud wurde jedoch von der 68er-Bewegung und einer banalisierenden Mittelschulpsychologie fälschlich oft so wiedergegeben, dass jeglicher Verzicht auf Sexualität neurotisiere. Er selbst betonte jedoch, dass dies nur bei unfreiwilligem Verzicht zutrifft. Sein Schüler Carl Gustav Jung konkretisierte später, dass freiwillige Enthaltsamkeit &#8211; also ohne Flucht aus Nöten und Verantwortungen &#8211; keinesfalls schädlich ist.&#8221;</p>
<p>Die Freiheit, den Sexualtrieb sowohl ausleben als auch darauf verzichten zu können, sieht Bonelli deshalb als entscheidendes Kriterium. Unfrei sei der Verzicht auf Sex etwa im Falle von Frigidität, bei sexueller Verklemmung oder auch bei halbbewusster Selbststimulierung, die das Bedürfnis nach Befriedigung bloß steigert. &#8220;Der Betroffene gesteht sich selbst den Trieb nicht ein und verdrängt die sexuellen Motive von Vorschubhandlungen. Sexuelle Übergriffe nehmen oft hier ihren Ausgang &#8211; etwa jene der Ephebophilie, der erotischen Anziehung erwachsener Männer zu geschlechtsreifen Knaben.&#8221;</p>
<p><strong>Sprache der Liebe</strong></p>
<p>Bewusster Verzicht, obwohl man die Triebe ausleben könnte, ist hingegen die Wurzel von Kultur, zitiert Bonelli erneut Freud. &#8220;Nur wer auf kurzfristige Befriedigung zugunsten eines längerfristigen Gutes verzichten kann, ist zu Kunst, Arbeit, Beziehung, Freundschaft und Hingabe fähig &#8211; Leistungen, die Grundpfeiler der Gesellschaft bilden.&#8221; Selbst in bestehenden Paarbeziehungen führe deshalb erst das Wartenkönnen aus Rücksicht auf den anderen zur Vermenschlichung der körperlichen Liebe. Aufgabe der Eltern, jedoch auch des schulischen Sexualunterrichts sei es folglich, die in der Pubertät aufblühende Sexualität eines Jugendlichen dafür zu sensibilisieren.</p>
<p>Singles auf Partnersuche rät der Psychotherapeut, bewusst an der Kultivierung ihrer Sexualität zu arbeiten, statt sich bloß zu stimulieren. &#8220;Pornografie und Selbstbefriedigung sind ein kurzfristiges, oft zwanghaftes Ausleben der Triebsehnsucht. Beide erschweren es jedoch, Sex als Sprache der Liebe zu entwickeln. Zudem führt die ständige Sofortbefriedigung in einen Teufelskreis, der viele Männer um ihre attraktive Ausstrahlung bringt. Denn Lüstlinge kommen bei Frauen selten gut an &#8211; und werden von diesen meist auch rasch als solche enttarnt.&#8221;</p>
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