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	<title>Pharmacon Net &#187; Abhängigkeit</title>
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	<description>Interaktion: Medizin und Psychologie, Pharmakologie und Pharmazie</description>
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		<title>Frei von stereotyper Erwartung: Liebe</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Dec 2011 12:25:38 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die Formen, in denen sich die Liebe manifestiert, reicht von der unverbindlichen Freundlichkeit über Verführung, Sexualspiele, Ergebenheit, bis hin zum süchtigmachenden Zustand des Verliebtseins. Ohne die süchtigmachenden Eigenschaften der Liebe würde ein Großteil des Risikos, das das Lieben enthält, verschwinden &#8211; sowohl in wie auch außerhalb der Therapie&#8230; pp. 184, Erving und Miriam Polster, Gestalttherapie Innerhalb der Therapie, wo Liebe praktisch unausweichlich ist, kann man lernen, zwischen Liebe und Abhängigkeit, Liebe und Besessenheit und vielleicht sogar zwischen Liebe und Sexualität zu unterscheiden. Der Durcharbeitungsprozeß verlangt vom Betreffenden, daß er Gefühlsregungen als ein Produkt seiner Persönlichkeit akzeptiert und daß er erkennt, daß seine Gefühle auf so viele Arten zu befriedigen sind, wie seine Findigkeit nur erdenken kann. Wenn er unter den günstigen Bedingungen der Therapie seinen gewohnheitsmäßigen Widerstand gegen die Liebe überwunden hat, dann hat er entdeckt, wie er das Lieben ohne List, Strategie oder Stereotype erfahren kann. Wenn er einmal über die reinen Konventionen des Liebens hinausgegangen ist, dann wird er fähiger, alle Befriedigungen zu erlangen, die therapeutische Beziehung trotz ihrer natürlichen Grenzen bietet. Wenn dann die gleichen Gefühle anderswo auftauchen &#8211; solange sie nicht an irgendwelchen vorgeformten Arten der Liebe hängenbleiben -, sind die Chancen zur Befriedigung im allgemeinen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p dir="LTR">Die Formen, in denen sich die Liebe manifestiert, reicht von der unverbindlichen Freundlichkeit über Verführung, Sexualspiele, Ergebenheit, bis hin zum süchtigmachenden Zustand des Verliebtseins. Ohne die süchtigmachenden Eigenschaften der Liebe würde ein Großteil des Risikos, das das Lieben enthält, verschwinden &#8211; sowohl in wie auch außerhalb der Therapie&#8230;<span id="more-3685"></span></p>
<p dir="LTR"><a href="http://astore.amazon.de/buchundjudenhaga/detail/3872948725"><em>pp. 184, Erving und Miriam Polster, Gestalttherapie</em></a></p>
<p dir="LTR">Innerhalb der Therapie, wo Liebe praktisch unausweichlich ist, kann man lernen, zwischen Liebe und Abhängigkeit, Liebe und Besessenheit und vielleicht sogar zwischen Liebe und Sexualität zu unterscheiden. Der Durcharbeitungsprozeß verlangt vom Betreffenden, daß er Gefühlsregungen als ein Produkt seiner Persönlichkeit akzeptiert und daß er erkennt, daß seine Gefühle auf so viele Arten zu befriedigen sind, wie seine Findigkeit nur erdenken kann.</p>
<p dir="LTR">Wenn er unter den günstigen Bedingungen der Therapie seinen gewohnheitsmäßigen Widerstand gegen die Liebe überwunden hat, dann hat er entdeckt, wie er das Lieben ohne List, Strategie oder Stereotype erfahren kann. Wenn er einmal über die reinen Konventionen des Liebens hinausgegangen ist, dann wird er fähiger, alle Befriedigungen zu erlangen, die therapeutische Beziehung trotz ihrer natürlichen Grenzen bietet. Wenn dann die gleichen Gefühle anderswo auftauchen &#8211; solange sie nicht an irgendwelchen vorgeformten Arten der Liebe hängenbleiben -, sind die Chancen zur Befriedigung im allgemeinen wesentlich größer. <strong>Mit solcher Freiheit, Erfahrung ohne stereotype Forderungen zu akzeptieren, sind die süchtigmachenden Qualitäten der Liebe nicht so drohend, und der Erfolg wird nicht auf eine einseitige Konzentration auf nur einen Menschen reduziert.</strong></p>
<p dir="LTR">Wenn ein Patient zum Beispiel den Therapeuten liebt, dann wird er mit ihm vielleicht Geschlechtsverkehr haben wollen. Wahrscheinlich wird er es nicht tun, aber dennoch ist er immer noch offen für die vielen Interaktionen, die die Beziehung erregend und bedeutungsvoll machen. Der Patient, obwohl er Vorteile daraus zieht, braucht immer noch jemand, mit dem er Geschlechtsverkehr haben kann. Wenn einmal dieses Bedürfnis nach Liebe an die Oberfläche gedrungen ist, wird der Patient dazu angeregt, das, was er benötigt, aus anderen Beziehungen zu bekommen, so wie sie sich ergeben. Ist dies denn nicht nur eine Verlagerung des sexuellen Drangs vom Therapeuten auf einen anderen Menschen &#8211; eine Ersatzerfahrung, die sich einfach auf ein Gefühl der Ablehnung gründet? Möglich, aber nur dann, wenn der Mensch weiterhin verbissen an seinem Ideal festhält und versucht, wenigstens einen Ersatz zu finden.</p>
<p dir="LTR">Das Gegenmittel gegen das Festhalten ist die Entdeckung der Vielgestaltigkeit, <strong>die Erkenntnis, daß jede Erfahrung in sich gültig ist und nicht nur einen Ersatz für eine andere Erfahrung darstellt</strong>. Der gesunde Mensch ist nicht nur der Gefangne seiner Gefühlsregungen. Gefühle weisen nur auf ihr eigenes Verschwinden hin.</p>
<p dir="LTR">Gefühle <em><strong>wollen </strong></em>verschwinden &#8211; sie haben keinen Anspruch auf Unsterblichkeit. Sie gehen den für sie bestimmten Weg bis ans Ende. Dann sind sie fort, nur um von neuen Gefühlen ersetzt zu werden, die genauso entbehrlich und bescheiden sind. Nur <strong>Sentimentalität, die auf der vagen Furcht vor der verfrühten Unterbrechung basiert, führt zu dem Bedürfnis, sich anzuklammern</strong>, führt zum Gefühl der Unverletzlichkeit und zum Bedürfnis nach einer Garantie, wo man versucht, das zu erhalten, was vom Wesen her unbeständig ist.</p>
<p dir="LTR">Unsere Aufgabe in der Therapie ist es, bei der Wiederentdeckung der Progression im Leben zu helfen. Wenn eine Erfahrungseinheit endet, dann beginnt die nächste, und dieser Prozeß ist es, der die Unsterblichkeit ausmacht, nicht das Idolisieren einer Einzelerfahrung.</p>
<p dir="LTR">Aber wir wollen das tatsächliche Dilemma, das in der Therapie durch die Intensität der Gefühle entsteht, nicht unterschätzen. Das Gefühl der Dringlichkeit kann stark werden, der Weg zur Vollendung kann mit Schwierigkeiten gepflastert sein, und das Bedürfnis, in der Hoffnung auf ein vorherbestimmtes Kriterium der Vollendung auszuharren, kann den Betreffenden gefangenhalten. <strong>Es ist nicht einfach zu begreifen, daß Liebe nicht Bindung bedeutet</strong>, besonders dann, wenn die Liebe nicht mit den bekannten, hochgepriesenen Aufmerksamkeiten belohnt wird, die unser sozialer Kodex vorschreibt.</p>
<p dir="LTR">Ruth war beispielsweise wütend und sogar desillusioniert, als ich sie bei einem Krankenhausaufenthalt nicht besuchte. Sie hatte meine Zuneigung bei unserer Zusammenarbeit häufig erfahren und glaubte jetzt, da ich sie nicht besucht hatte, daß meine Zuneigung nur vorgetäuscht gewesen sei, eine reine Technik, um sie zu heilen. Ruth mußte lernen, daß die herzlichen Reaktionen auf ihren Humor, auf ihre Traurigkeit, auf ihre Einfälle tatsächlich ehrlich waren. Sie führten einfach nicht dazu, daß ich sie im Krankenhaus besuchte. Dies mag nun einen echten Grund für ihren Zorn und ihre Enttäuschung geliefert haben, aber es negierte weder die Wärme, die ich für sie empfand, noch die Anziehungskraft, die Ruth durch meine Zuneigung in sich selbst entdeckt hatte.<br />
Ihre Anziehungskraft hing jedoch nicht davon ab, daß ich diese entsprechend ihrer stereotypen Forderungen ständig bestätigte. Es ist sehr schwer einzusehen, daß auch unerwiderte Liebe gesund und stärkend sein kann. Die Konfrontation mit der Wirklichkeit der Liebe anstatt nur mit ihren gewohnten Formen bringt den Patienten dazu, die Liebe zu sehen, wie sie ist und nicht wie sie sein <em> sollte.</em></p>
<p dir="LTR">Dies mag wie eine nüchterne Auffassung der Liebe erscheinen, bei welcher der eine Partner keine Verantwortung empfindet, auf die Erwartungen zu reagieren, die manche Kontakte entstehen lassen, doch es verhält sich anders. Es gibt Erwartungen, die zurecht entscheidend sind für das Niveau bestimmter Beziehungen. Doch diese Erwartungen dürfen keinesfalls stereotype Schuldscheine sein, die aus früheren gesellschaftlichen Verträgen abgeleitet werden. Sie sind Teil des Prozesses der gegenseitigen Entdeckung und stellen eine sensible Aussage darüber dar, in welcher Beziehung ein Mensch zu einem anderen steht.</p>
<p dir="LTR">Ruth kam also zu der Erkenntnis, daß meine Zuneigung für sie ehrlich war, aber daß sie nicht unbedingt zu einem Krankenhausbesuch führen mußte.</p>
<p dir="LTR">Es wäre eine große Verlockung, Ruths Verhalten als eine dumme Wiederholung der unerledigten Geschäfte in bezug auf ihren Vater interpretieren zu können, der ihr nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt hatte. Der Druck einer aktuellen Liebesbeziehung kann sehr stark sein. Breuer hat dies vor langer Zeit entdeckt, als er deswegen die psychoanalytische Richtung verlassen musste. Freud erwies sich als fähiger, diesen Druck zu ertragen, aber selbst er musste das Prinzip der Übertragung einführen, um sich abzusichern. Mit Hilfe des Prinzips der Übertragung war es ihm und seinen Nachfolgern möglich, den Kontakt dadurch zu entpersonalisieren, daß sie ihn als völlig unabhängig von der Persönlichkeit des Therapeuten darstellten.</p>
<p dir="LTR">In der Gestalttherapie versuchen wir, uns auf die Beziehung an sich zu konzentrieren. Sich selbst wieder als liebevoll zu erfahren, bedeutet die Wiederentdeckung eines Aspekts der vollen Selbsterfahrung, die im täglichen Leben vieler Menschen schwach oder gar nicht vorhanden ist. Liebe ist mehr als nur eine Cause celebre oder ein gesellschaftsfähiger Fall der Monomanie. <strong>Sie ist nicht unwiderruflich an ein auslösendes Objekt gebunden, sondern sie ist eine Funktion des liebenden Menschen. Je mehr er also lernen kann, viele Menschen auf vielerlei Weise zu lieben, desto größer werden seine Chancen der Erfüllung und Befriedigung</strong>. In der Sicherheit der Therapie oder der Gruppe, in der Kontinuität der Interaktionen, in der Erregung, attraktive Menschen kennenzulernen, in der Tiefe und Intimität eines guten Kontakts, selbst angesichts der Verletzbarkeit, die das Bedürfnis nach Liebe häufig mit sich bringt, entstehen für den Patienten optimale Bedingungen, einen anderen Menschen zu lieben.</p>
<p dir="LTR">Wir wissen alle, daß Liebe schön und bereichernd sein kann, ohne die begleitenden Stereotype und Verpflichtungen, die aus solchen Erscheinungen wie Permanenz, Ausschließlichkeit und Leidenschaft entstehen können. Die Liebe zu seinem Universitätsprofessor kann einen Studenten dazu anspornen, sich selbst und seine Ausbildung ernst zu nehmen und ihn in neue Richtungen beim Lesen, Denken und in der Kommunikation lenken. Es ist verwerflich, den Menschen ihre liebenden Gefühle auszureden. Die Menschen müssen vielmehr lernen, daß jemanden zu lieben nicht bedeutet, daß sie den Betreffenden heiraten, mit ihm schlafen, ihn auf die Universität schicken, auf Parties einladen oder immer mit ihm Zusammensein müssen. Es kann so sein, muß aber nicht. Erwartungen, ja; Forderungen, nein!</p>
<p dir="LTR"><a href="http://astore.amazon.de/buchundjudenhaga/detail/3872948725">[BESTELLEN?]</a></p>
<p><em>Miriam und Erving Polster gehören zu den bekanntesten und profiliertesten Gestalttherapeuten der Welt. Vor rund 30 Jahren veröffentlichten sie ihr Grundlagenwerk der Gestalttherapie, das auch heute noch ein wichtiges Lehrbuch der Gestalttherapie ist.</em><br />
<em>Seit über 40 Jahren haben Miriam und Erving Polster Gestalttherapeutinnen und Gestalttherapeuten aus vielen Ländern ausgebildet und in besonderer Weise geprägt: Immer wieder betonen sie, daß es Wohlwollen und Achtung der Therapeutinnen und Therapeuten sind, die es den Klientinnen und Klienten in der Gestalttherapie ermöglichen, sich angstfrei zu öffnen und so neue bereichernde Erfahrungen zu machen.</em></p>
<p><strong>À propos: <a href="http://www.hagalil.com/judentum/samson-hirsch/chorew-16.htm">Liebe</a></strong><br />
Samson Rafael Hirsch, Rabbiner, meint&#8230;</p>
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		<title>Das Trauma transformieren: Der Körper als Heiler</title>
		<link>http://www.pharmacon.net/2011/08/trauma-heilung-3/</link>
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		<pubDate>Thu, 11 Aug 2011 09:22:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Psychosomatik]]></category>
		<category><![CDATA[Psychotherapie]]></category>
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		<category><![CDATA[Haut]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Trauma]]></category>

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		<description><![CDATA[In seinem Grundlagenbuch &#8220;Trauma-Heilung&#8221; beschreibt Peter Levine die Fähigkeit des Menschen zur Transformation traumatischer Erfahrungen. Insbesondere befasst sich sein Buch mit den Schocktrauma. Hierzu stellt er sogar Übungen vor, mit deren Hilfe es vielen Betroffenen gelingen kann sich selbst zu heilen. Die geschilderten Prinzipien können aber auch auf Entwicklungstraumata angewandt werden, wobei hier in der Regel professionelle Unterstützung in Anspruch genommen werden sollte&#8230; Der Körper ist der Strand vom Meer des Seins. Sufi-Weisheit In der Einleitung zu seinem Buch &#8220;Trauma-Heilung – Das Erwachen des Tigers&#8220;, beschreibt Peter Levine die einzelnen Kapitel TEIL I: DER KÖRPER ALS HEILER 1. Schatten aus einer vergessenen Vergangenheit 2. Das Mysterium des Traumas 3. Wunden, die heilen können 4. Ein merkwürdiges neues Land 5. Heilung und Gemeinschaft 6. In der Spiegelung des Traumas 7. Das Erleben des Tiers 8. Wie Biologie zur Pathologie wird: Erstarren 9. Wie Pathologie zu Biologie wird: Die Auflösung des Im ersten Teil dieses Buches wird das Phänomen Trauma vorgestellt und erklärt, wie die Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung entstehen, wie sie sich weiterentwickeln und warum sie so schwer zu beseitigen sind. Dies ermöglicht es, das auf den ersten Blick undurchdringlich wirkende Netz von Mythen über das Trauma zu zerstören und durch eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In seinem Grundlagenbuch &#8220;Trauma-Heilung&#8221; beschreibt Peter Levine die Fähigkeit des Menschen zur Transformation traumatischer Erfahrungen. Insbesondere befasst sich sein Buch mit den Schocktrauma. Hierzu stellt er sogar Übungen vor, mit deren Hilfe es vielen Betroffenen gelingen kann sich selbst zu heilen. Die geschilderten Prinzipien können aber auch auf Entwicklungstraumata angewandt werden, wobei hier in der Regel professionelle Unterstützung in Anspruch genommen werden sollte&#8230;<span id="more-3495"></span></p>
<p style="text-align: right;"><em>Der Körper ist der Strand vom Meer des Seins.</em><br />
<em>Sufi-Weisheit</em></p>
<p><em>In der Einleitung zu seinem Buch &#8220;<strong><a href="http://astore.amazon.de/buchundjudenhaga/detail/3922026915">Trauma-Heilung – Das Erwachen des Tigers</a></strong>&#8220;, </em><em>beschreibt Peter Levine die einzelnen Kapitel</em></p>
<p><strong>TEIL I: DER KÖRPER ALS HEILER</strong></p>
<ul>
<li>1. Schatten aus einer vergessenen Vergangenheit</li>
<li>2. Das Mysterium des Traumas</li>
<li>3. Wunden, die heilen können</li>
<li>4. Ein merkwürdiges neues Land</li>
<li>5. Heilung und Gemeinschaft</li>
<li>6. In der Spiegelung des Traumas</li>
<li>7. Das Erleben des Tiers</li>
<li>8. Wie Biologie zur Pathologie wird: Erstarren</li>
<li>9. Wie Pathologie zu Biologie wird: Die Auflösung des</li>
</ul>
<p><a href="http://www.somaticexperiencing.at"><img class="alignright" title="somaticexperiencing.at" src="http://www.somaticexperiencing.at/wp-content/levine.jpg" alt="Peter Levine" width="212" height="238" /></a>Im ersten Teil dieses Buches wird das Phänomen Trauma vorgestellt und erklärt, wie die Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung entstehen, wie sie sich weiterentwickeln und warum sie so schwer zu beseitigen sind. Dies ermöglicht es, das auf den ersten Blick undurchdringlich wirkende Netz von Mythen über das Trauma zu zerstören und durch eine einfache, zusammenhängende Beschreibung der grundlegenden physiologischen Prozesse zu ersetzen, durch die Traumata entstehen.<br />
Obgleich unser Intellekt unsere natürlichen Instinkte oft außer Kraft setzt, verursacht er nicht die traumatische Reaktion. Wir sind darin unseren vierbeinigen Freunden ähnlicher, als wir es vielleicht gern wahrhaben möchten.</p>
<p>Wenn ich von unserem &#8220;Organismus&#8221; spreche, beziehe ich mich auf die Definition des <em>Webster&#8217;s Dictionary, </em>der schreibt, der Organismus sei &#8220;eine komplexe Struktur voneinander abhängiger und einander untergeordneter Elemente, deren Beziehungen und Eigenschaften weitgehend durch ihre Funktion im Rahmen des Ganzen bestimmt wird&#8221;. Der Begriff &#8220;Organismus&#8221; ist eine Bezeichnung für unsere Ganzheit, die sich nicht aus der Summe ihrer Einzelteile herleiten läßt, z.B. den Knochen, chemischen Grundstoffen, Muskeln, Organen. Die Ganzheit ergibt sich vielmehr aus der dynamischen, komplexen Wechselbeziehung der einzelnen Elemente. Körper und Geist, primitive Instinkte, Emotionen, Intellekt und Spiritualität, alle diese Faktoren müssen bei der Untersuchung des Organismus einbezogen werden.</p>
<p>Das Werkzeug, mit dessen Hilfe wir uns als Organismus erfahren können, ist das &#8220;ganzheitliche innere Empfinden&#8221; <em>(felt sense). </em>Mit seiner Hilfe können wir die Gesamtheit aller Empfindungen und allen Wissens über uns selbst erleben. Wenn Sie dieses Buch lesen und einige der darin beschriebenen Übungen ausführen, werden Sie neu eingeführte Begriffe wie den des ganzheitlichen inneren Empfindens besser verstehen.</p>
<p>Das Trauma und der Prozeß, durch den man es heilen kann, wird als ein Naturphänomen beschrieben. Dabei wird auf das uns allen angeborene Wissen über das Heilen Bezug genommen. Wir werden einigen der primitivsten biologischen Reaktionen begegnen.<br />
Nach dem ersten Teil des Buches werden Sie besser verstehen, wie Ihr Organismus funktioniert und wie Sie ihn auf eine Weise nutzen können, die Ihrer Vitalität, Ihrem Wohlbefinden und Ihrer Lebensfreude zugute kommt, ganz gleich, ob Sie unter Traumasymptomen leiden oder nicht.</p>
<p>In diesem ersten Teil beschreibe ich zudem Übungen, die Ihnen helfen werden, das ganzheitliche innere Empfinden kennenzulernen. Diese Übungen sind überaus wichtig. Im Grunde kann nur mit ihrer Hilfe vermittelt werden, wie dieser faszinierende Aspekt des menschlichen Seins beschaffen ist. Der Eintritt in das Reich des ganzheitlichen inneren Empfindens ist für viele Menschen so, als würden sie ein fremdartiges neues Land betreten &#8211; ein Land, das sie oft besucht haben, ohne daß sie sich die Szenerie dort jemals genauer angeschaut hätten.<br />
Beim Lesen und Erleben dieses ersten Teils werden Sie feststellen, daß Ihnen einiges, was Ihnen darin über die Funktionsweise Ihres Körpers gesagt wird, seit langem bekannt ist.</p>
<p><strong>TEIL II: TRAUMASYMPTOME</strong></p>
<ul>
<li>10. Der Kern der traumatischen Reaktion</li>
<li>11. Traumasymptome</li>
<li>12. Die Realität eines traumatisierten Menschen</li>
<li>13. Das Szenario der Traumawiederholung (re-enactment)</li>
</ul>
<p>Hier werden die zentralen Elemente einer traumatischen Reaktion, ihre Symptome und die Realität, in der ein traumatisierter Mensch lebt, ausführlicher beschrieben.</p>
<p><strong>TEIL III: TRAUMATRANSFORMATION</strong></p>
<ul>
<li>14. Transformation</li>
<li>15. Die elfte Stunde: Die Transformation gesellschaftlicher Traumata</li>
</ul>
<p>Hier geht es um den Prozess, durch den wir die persönlichen wie die gesellschaftlichen Traumata transformieren können.</p>
<p><strong>TEIL IV: ERSTE HILFE BEI TRAUMATA</strong></p>
<ul>
<li>16. Emotionale Erste Hilfe nach einem Unfall</li>
<li>17. Erste Hilfe für Kinder</li>
</ul>
<p>In diesem praktischen Teil wird detailliert erläutert, wie nach einem Unfall die Entstehung eines Traumas verhindert werden kann. Außerdem enthält dieser Teil eine kurze Abhandlung über Kindheitstraumata, ein Thema mit dem sich auch ein eigener Band befasst.</p>
<p><a href="http://www.pharmacon.net/2011/08/trauma-heilung-3/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p>Die in diesem Buch vermittelten Informationen helfen uns, den Prozeß der Traumaheilung zu verstehen und das Gefühl zu entwickeln, daß wir uns auf unseren Organismus verlassen können. Außerdem bin ich der Meinung, daß diese Information nicht nur auf der persönlichen, sondern auch auf gesellschaftlicher Ebene von Bedeutung ist.</p>
<p>Ereignisse, die durch ihre gewaltigen Dimensionen ganze Völker oder sogar die gesamte Welt beeinflussen, fordern von Familien, gewachsenen Lebensgemeinschaften und ganzen Bevölkerungen ihren Tribut.<br />
Traumata können sich selbst perpetuieren.<br />
Aus ihnen entstehen immer neue Traumata, ein Prozeß, der nie endet und der sich über die Generationen hinweg in Familien, Gemeinschaften und Ländern fortsetzt, bis wir etwas unternehmen, um diese unerwünschte Entwicklung zum Stillstand zu bringen.</p>
<p>Transformationsmethoden für Gruppen befinden sich noch in den Anfängen. In Teil III dieses Buches habe ich einen Ansatz für die Traumaheilung in Gruppen beschrieben, den ich zusammen mit einigen Kollegen in Norwegen entwickle.</p>
<p>Weil ich einzelnen, die therapeutisch arbeiten wollen, oft die Hilfe ausgebildeter Fachleute empfehle, hoffe ich, daß das vorliegende Buch auch für die Fachwelt von Nutzen ist. Nur wenige Psychologen verfügen über ausreichendes Grundlagenwissen auf dem Gebiet der Physiologie, um jene Störungen erkennen und in ihrem Wesen verstehen zu können, die durch Behinderungen des natürlichen Verlaufs physiologischer Prozesse entstehen.</p>
<p>Im Ideallall könnte der Inhalt dieses Buchs einen neuen Weg der Traumabehandlung weisen. Nach meinen Erfahrungen in der therapeutischen Praxis verschaffen viele populäre Ansätze zur Traumaheilung bestenfalls zeitweilige Erleichterung. Einige kathartische Methoden, die das intensive emotionale Wiedererleben von Traumata befürworten, können sogar schädlich sein. Meiner Meinung nach erzeugen sie auf längere Sicht Abhängigkeit von einer ständigen Wiederholung der Katharsis und begünstigen das Auftauchen sogenannter &#8220;falscher Erinnerungen&#8221;. Das Wesen des Traumas macht es sogar wahrscheinlich, daß das kathartische Wiedererleben einer solchen Erfahrung eher zu einer erneuten Traumatisierung als zu einer Heilung führt.</p>
<p><strong>Schocktrauma / Entwicklungstrauma</strong></p>
<p>Die Psychotherapie befaßt sich mit einem breiten Spektrum von Themen und Problemen, die weit über die spezifische Thematik dieses Buches, die des <strong> Schocktraumas</strong>, hinausgehen. Schocktraumata entstehen, wenn wir lebensbedrohliche Situationen erleben, in denen unsere Fähigkeit, adäquat und effektiv zu reagieren, verlorengeht.</p>
<p>Im Gegensatz dazu können Menschen, die durch Mißbrauch, sei es permanente Mißhandlung oder Vernachlässigung in ihrer Kindheit traumatisiert worden sind &#8211; insbesondere wenn sie diese Erfahrungen im Kontext ihrer Ursprungsfamilie gemacht haben &#8211; unter einem &#8220;<strong>Entwicklungstrauma&#8221;</strong> <em>(developmental trauma) </em>leiden. Bei einem Entwicklungstrauma geht es in erster Linie um psychologische Probleme, die infolge inadäquater Förderung während wichtiger Entwicklungsperioden in der Kindheit entstanden sind. Obgleich die Dynamik, durch die diese Traumata entstehen, eine andere ist, können durch Grausamkeit und Vernachlässigung Symptome entstehen, die denen des Schocktraumas ähneln und oft auch damit verflochten sind. Menschen, die unter einem Entwicklungstrauma leiden, sollten deshalb<strong> gemeinsam mit einem Therapeuten</strong> ihre Probleme durcharbeiten.</p>
<p>Wenn ein Schocktrauma infolge eines einzelnen Ereignisses oder einer Serie von Ereignissen entstanden ist und keine vorherigen traumatischen Erlebnisse festzustellen sind, haben die Betreffenden meiner Meinung nach gute Chancen, sich in Zusammenarbeit mit ihrer Familie und ihren Freunden selbst zu heilen, und ich möchte diese Möglichkeit an dieser Stelle sehr empfehlen. Ich habe versucht, das vorliegende Buch in einer möglichst allgemeinverständlichen Sprache zu schreiben. Für Eltern, Lehrer und Kindererzieher kann dieses Buch von unschätzbarem Wert sein, wenn sie bei traumatischen Ereignissen sofort Maßnahmen ergreifen müssen. Auch Ärzten, Krankenpflegern, Heilpraktikern, Polizisten, Feuerwehrleuten, Rettungshelfern und anderen, die regelmäßig mit den Opfern von Unfällen und Naturkatastrophen zu tun haben, könnte dieses Buch eine große Hilfe sein, und zwar nicht nur bei ihrem Umgang mit Traumatisierten, sondern auch für sie selbst. Das Miterleben von Situationen, in denen andere Menschen schreckliche Verletzungen erleiden &#8211; und insbesondere das berufsbedingte regelmäßige Erleben solcher Situationen &#8211; ist für die Betroffenen äußerst belastend und hat oft eine ebenso traumatisierende Wirkung wie die Erfahrung am eigenen Leibe.</p>
<p><strong><a href="http://astore.amazon.de/buchundjudenhaga/detail/3922026915"><img class="alignright" src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/41BXCJCN5AL._SL210_.jpg" alt="" width="144" height="210" /></a>Über die Nutzung dieses Buches</strong></p>
<p>Lassen Sie sich genügend Zeit, das, was Sie in diesem Buch lesen, wirklich aufzunehmen. Und probieren Sie auch die im Laufe des Textes angegebenen Übungen aus. Gehen Sie ruhig und ohne Hast an die Lektüre und die Arbeit mit dem beschriebenen Material heran. <strong>Traumata sind das Resultat der stärksten Kräfte, die der menschliche Körper aufzubieten vermag. Man sollte ihnen mit Respekt begegnen.</strong> Sie werden sich zwar vermutlich keinen Schaden zufügen, wenn Sie sich oberflächlich mit dem Inhalt des Buches beschäftigen, aber Sie profitieren sicher nicht im gleichen Maße davon, als wenn Sie sich die Zeit nehmen, das Gelesene gründlich zu verdauen.</p>
<p>Wenn Sie irgend etwas von dem, was Sie lesen, beunruhigt, halten Sie inne, und warten Sie, bis sich Ihr Zustand wieder normalisiert hat. Bleiben Sie bei dem, was Sie erleben, und schauen Sie, was sich daraus entwickelt. Viele falsche Vorstellungen über das Trauma sind erstaunlich tief in uns verankert, und sie können die Art, wie Sie sich selbst erfahren, ebenso beeinflussen wie Ihre Einstellung sich selbst gegenüber. Dies zu erkennen ist ungeheuer wichtig. Wenn Sie einen Teil Ihrer Aufmerksamkeit auf die Reaktionen konzentrieren, die das hier präsentierte Material in Ihnen hervorruft, wird Ihr Organismus Ihnen sagen, welche Geschwindigkeit des Vorgehens für Sie richtig ist.</p>
<p>Nicht intensive Emotionen, sondern <strong>das körperliche Empfinden ist der Schlüssel zur Traumaheilung</strong>.<br />
Registrieren Sie jede emotionale Reaktion, die in Ihnen aufwallt, und seien Sie sich bewußt, wie Ihr Körper diese Emotionen in Form von Empfindungen und Gedanken erlebt. Wenn Sie das Gefühl haben, daß Ihre Emotionen zu stark werden &#8211; beispielsweise starke Wutgefühle, Schrecken oder tiefe Gefühle der Hilflosigkeit -, sollten Sie sich an einen kompetenten Therapeuten wenden.</p>
<p>Ein Trauma braucht keine lebenslängliche Strafe zu sein. Unter all den Störungen, die den Organismus des Menschen befallen, könnte das Trauma sich letztlich als nützlich erweisen. Die Heilung eines Traumas bewirkt eine Transformation, die die Lebensqualität verbessern kann. Zur Traumaheilung sind nicht unbedingt raffinierte Medikamente, komplizierte Prozeduren oder eine lange Therapie erforderlich. <strong></strong></p>
<p><strong>Wenn Sie verstehen, wie ein Trauma entsteht, und die Mechanismen erkennen lernen, die seine Auflösung verhindern, wird Ihnen klar werden, wie Ihr Organismus sich selbst zu heilen versucht</strong>. Durch Anwendung einiger einfacher Ideen und Techniken können Sie diese angeborene Heilungsfähigkeit unterstützen. Die in diesem Buch vorgestellten Hilfsmittel werden Ihnen ermöglichen, durch das Trauma hindurchzugehen und Ihren Weg mit einem ganzheitlichen Seinsempfinden und mit grösserer Selbstsicherheit fortzusetzen.</p>
<p>Zwar kann ein Trauma die Hölle auf Erden sein, doch ist ein aufgelöstes Trauma ein Geschenk der Götter &#8211; eine Heldenreise, von der wir alle profitieren.</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/s?ie=UTF8&amp;ref_=rdr_ext_aut&amp;index=books&amp;field-author=Peter%20A.%20Levine#?_encoding=UTF8&amp;site-redirect=de&amp;tag=buchundjudenhaga&amp;linkCode=ur2&amp;camp=1638&amp;creative=19454">Peter Levine bei amazon.de</a><img src="https://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=buchundjudenhaga&amp;l=ur2&amp;o=3" alt="" width="1" height="1" border="0" /></p>
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		<title>Trauma-Heilung: Dem Körper sein Recht geben</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Aug 2011 18:22:58 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Falls Sie unter merkwürdigen Symptomen leiden, die niemand zu erklären vermag, könnte die Ursache eine traumatische Reaktion auf ein in ferner Vergangenheit liegendes Ereignis sein, an das Sie sich vielleicht nicht einmal mehr erinnern. Sie sind aber nicht der einzige Mensch, dem das so geht. Und Sie sind auch nicht verrückt. Es gibt eine rationale Erklärung für das, was mit Ihnen vor sich geht. Sie sind keineswegs unwiderruflich geschädigt, und Ihre Symptome lassen sich durchaus lindern oder sogar völlig auflösen&#8230; Aus der Einleitung zu &#8220;Trauma-Heilung – Das Erwachen des Tigers&#8221; v. P. Levine Peter Levine Wir wissen, dass der Geist durch traumatische Erlebnisse tiefgreifend verändert wird. Beispielsweise wird ein Mensch, der einen schweren Autounfall miterlebt, anfänglich vor einer emotionalen Reaktion auf das Geschehen und sogar vor einer klaren Erinnerung daran &#8211; beziehungsweise vor dem Gefühl, daß der Unfall tatsächlich passiert ist &#8211; geschützt. Erstaunliche Mechanismen wie Dissoziation und Leugnen ermöglichen es uns, mit so schwierigen Situationen umzugehen und darauf zu hoffen, daß sich diese veränderten Zustände später einmal allmählich auflösen werden. Wie der Geist, reagiert auch der Körper stark auf traumatische Situationen. Er ist bereit, aktiv zu werden, wechselt in einen Zustand angstvoller Anspannung und erstarrt und kollabiert in hilflosem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Falls Sie unter merkwürdigen Symptomen leiden, die niemand zu erklären vermag, könnte die Ursache eine traumatische Reaktion auf ein in ferner Vergangenheit liegendes Ereignis sein, an das Sie sich vielleicht nicht einmal mehr erinnern. Sie sind aber nicht der einzige Mensch, dem das so geht. Und Sie sind auch nicht verrückt. Es gibt eine rationale Erklärung für das, was mit Ihnen vor sich geht. Sie sind keineswegs unwiderruflich geschädigt, und Ihre Symptome lassen sich durchaus lindern oder sogar völlig auflösen&#8230;<span id="more-3485"></span></p>
<p><strong>Aus der Einleitung zu &#8220;<a href="http://astore.amazon.de/buchundjudenhaga/detail/3922026915">Trauma-Heilung – Das Erwachen des Tigers</a>&#8221; v. P. Levine</strong></p>
<p><em>Peter Levine</em></p>
<p>Wir wissen, dass der Geist durch traumatische Erlebnisse tiefgreifend verändert wird. Beispielsweise wird ein Mensch, der einen schweren Autounfall miterlebt, anfänglich vor einer emotionalen Reaktion auf das Geschehen und sogar vor einer klaren Erinnerung daran &#8211; beziehungsweise vor dem Gefühl, daß der Unfall tatsächlich passiert ist &#8211; geschützt. Erstaunliche Mechanismen wie Dissoziation und Leugnen ermöglichen es uns, mit so schwierigen Situationen umzugehen und darauf zu hoffen, daß sich diese veränderten Zustände später einmal allmählich auflösen werden.</p>
<p>Wie der Geist, reagiert auch der Körper stark auf traumatische Situationen. Er ist bereit, aktiv zu werden, wechselt in einen Zustand angstvoller Anspannung und erstarrt und kollabiert in hilflosem Schrecken. So wie die Schutzreaktion des Geistes auf überwältigende Erlebnisse nach deren Ende abflaut und sich der Normalzustand wieder einstellt, sollte sich eigentlich auch die Reaktion des Körpers nach dem Ende des Ereignisses wieder normalisieren. Wird dieser Normalisierungsprozeß jedoch gestört, so werden die Auswirkungen des traumatischen Erlebens fixiert, und bei der betreffenden Person entsteht ein Trauma.</p>
<p>Die Psychologie interessiert bei diesem Phänomen gemeinhin seine Auswirkungen auf den Geist. Doch das ist bestenfalls die Hälfte der Geschichte und führt zu einer völlig unzulänglichen Beschreibung des Traumageschehens. <strong>Wenn wir Körper und Geist nicht als Einheit begreifen und uns dem entsptechend damit beschäftigen, werden wir nie in der Lage sein, das Trauma wirklich zu begreifen oder gar zu heilen.</strong></p>
<p><strong><span style="font-size: medium;">Die Suche nach einer Methode</span></strong></p>
<p>In diesem Buch geht es um die Auflösung von Traumasymptomen mit Hilfe eines naturgemäßen Ansatzes, den ich im Laufe der letzten 25 Jahre entwickelt habe. Aus meiner Sicht ist die posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) keine Pathologie, mit der man umzugehen lernen, die man unterdrücken oder in die man sich fügen muß. Meiner Meinung nach ist PTBS das Resultat eines natürlichen Prozesses, bei dem etwas schiefgegangen ist.</p>
<p>Die<strong> Traumaheilung erfordert eine direkte Erfahrung des lebenden, fühlenden, wissenden Organismus</strong>. Die Prinzipien, die ich Ihnen hier vorstellen möchte, sind das Resultat meiner Arbeit mit Klienten sowie des Verfolgens von Spuren, die mich zu den Ursprüngen des Traumas geführt haben. Im Rahmen dieser Studien habe ich mich mit Physiologie, Neurowissenschaft, tierischem Verhalten, Mathematik, Psychologie und Philosophie beschäftigt, um nur einige Bereiche zu nennen. Anfangs basierten meine Erfolge weitgehend auf Zufällen und reinem Glück. Indem ich meine Arbeit mit Klienten fortsetzte, hinterfragte, was ich gelernt und erfahren hatte, und so immer weiter in das Mysterium des Traumas vordrang, wurden meine Erfolge allmählich zuverlässiger.<br />
In mir festigte sich die Überzeugung, daß das <strong>Repertoir instinktiver Verhaltensweisen des menschlichen Organismus ein großes biologisches Wissen birgt, das den Heilungsprozeß traumatischer Erfahrungen selbst steuern kann und dies auch tut, sofern es die Möglichkeit dazu erhält.</strong></p>
<p>Die zunehmende Konzentration auf die instinktiven Reaktionen der Klienten wirkte sich offensichtlich günstig auf die Heilung ihrer Traumata aus, und meine Neugier verhalf mir allmählich zu einem umfassenderen Verständnis der Zusammenhänge.<strong> Viele Betroffene waren ungeheuer erleichtert darüber, daß sie endlich verstanden, wie sich ihre Symptome entwickelt hatten, und sie die Aktivität ihres eigenen Instinktes erkennen und erleben konnten.</strong></p>
<p><a href="http://www.pharmacon.net/2011/08/trauma-heilung-2/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p>&#8220;<a href="http://www.traumahealing.com/">Somatisches Erleben</a>&#8221; ist eine neu entwickelte Behandlungsmethode. Für diesen Ansatz sprechen Hunderte Einzelfälle, in denen Menschen bestätigt haben, dass jene Symptome, die einmal ihre Fähigkeit, ein erfülltes und befriedigendes Leben zu führen, stark beeinträchtigt hatten, verschwunden sind oder zumindest erheblich nachgelassen haben.<br />
Gewöhnlich arbeite ich in Einzelsitzungen und benutze die neue Methode oft in Verbindung mit anderen Behandlungsverfahren. Natürlich kann das vor Ihnen liegende Buch nicht die individuelle Arbeit mit einem erfahrenen Therapeuten ersetzen. Doch glaube ich, daß viele der hier beschriebenen Prinzipien und ein großer Teil der vorgestellten Information die Heilung traumatischer Erfahrungen und ihrer Folgen fördern kann. Falls Sie sich in Behandlung befinden, könnten Sie dieses Buch zusammen mit Ihrem Therapeuten lesen oder durcharbeiten. Andernfalls können Sie versuchen, sich mit dem Buch selbst zu helfen. Dies ist natürlich nur innerhalb gewisser Grenzen möglich. Unter Umständen wird sich im Laufe Ihrer Bemühungen herausstellen, daß Sie die Hilfe eines qualifizierten Therapeuten benötigen.</p>
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		<title>USA: Ein Drittel will Handy statt Sex</title>
		<link>http://www.pharmacon.net/2011/08/sex-3/</link>
		<comments>http://www.pharmacon.net/2011/08/sex-3/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 05 Aug 2011 08:38:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sexualmedizin]]></category>
		<category><![CDATA[Abhängigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Alkohol]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Sex]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Umfrage der Firma telenav unter 514 erwachsenen Mobiltelefonierern in den USA hat ergeben, dass rund ein Drittel der Mediennutzer lieber eine Woche lang auf Sex als auf ihr Handy verzichten würde. Vor allem die Nutzer von Smartphones möchten sich keinesfalls von ihren kleinen Helfern trennen &#8211; zu stark scheint die Abhängigkeit von sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter zu sein&#8230; Auch andere Annehmlichkeiten nicht so wichtig pte &#8211; Handy als Laster &#8211; Wirklich überraschend ist das Ergebnis der Umfrage jedoch nicht. &#8220;Das Ergebnis ist durchaus nachvollziehbar. Das Handy ist mit seinen Kommunikations- und Vernetzungsmöglichkeiten ein wesentlicher Teil der Identität der Nutzer geworden. Eine Woche ist auch nicht so lange, dass man sich nicht mit Ersatzhandlungen über Wasser halten kann. Solche Durststrecken kommen auch sonst vor&#8221;, erklärt Gerti Senger, Beziehungstherapeutin und Sachbuchautorin http://www.gerti-senger.at , gegenüber pressetext. Die Umfrage zum Nutzungsverhalten moderner Kommunikationsmedien ergab zudem, dass die US-Amerikaner andere Entbehrungen in Kauf nehmen würden, um nicht auf ihre geliebten Mobiltelefone zu verzichten. 70 Prozent der Interviewten wären bereit, eine Woche lang Alkohol zu entbehren. Etwas mehr als die Hälfte würde lieber sieben Tage lang keinen Kaffee trinken als die eigenen Handys abzugeben. Etwa ein Fünftel würde sogar die Zahnbürste weglegen, um [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Umfrage der Firma telenav unter 514 erwachsenen Mobiltelefonierern in den USA hat ergeben, dass rund ein Drittel der Mediennutzer lieber eine Woche lang auf Sex als auf ihr Handy verzichten würde. Vor allem die Nutzer von Smartphones möchten sich keinesfalls von ihren kleinen Helfern trennen &#8211; zu stark scheint die Abhängigkeit von sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter zu sein&#8230;<span id="more-3428"></span></p>
<p><strong>Auch andere Annehmlichkeiten nicht so wichtig</strong></p>
<p><a href="http://www.pressetext.de">pte</a> &#8211; Handy als Laster &#8211; Wirklich überraschend ist das Ergebnis der Umfrage jedoch nicht. &#8220;Das Ergebnis ist durchaus nachvollziehbar. Das Handy ist mit seinen Kommunikations- und Vernetzungsmöglichkeiten ein wesentlicher Teil der Identität der Nutzer geworden. Eine Woche ist auch nicht so lange, dass man sich nicht mit Ersatzhandlungen über Wasser halten kann. Solche Durststrecken kommen auch sonst vor&#8221;, erklärt Gerti Senger, Beziehungstherapeutin und Sachbuchautorin http://www.gerti-senger.at , gegenüber pressetext.<br />
Die Umfrage zum Nutzungsverhalten moderner Kommunikationsmedien ergab zudem, dass die US-Amerikaner andere Entbehrungen in Kauf nehmen würden, um nicht auf ihre geliebten Mobiltelefone zu verzichten. 70 Prozent der Interviewten wären bereit, eine Woche lang Alkohol zu entbehren. Etwas mehr als die Hälfte würde lieber sieben Tage lang keinen Kaffee trinken als die eigenen Handys abzugeben. Etwa ein Fünftel würde sogar die Zahnbürste weglegen, um nicht auf mobile Kommunikation zu verzichten. Die härtesten 20 Prozent der Befragten würden sogar eine Woche lang auf Schuhe verzichten und barfuß durch die Straßen hetzen.</p>
<p><strong>Smartphone-Nutzer unhöflich</strong></p>
<p>Ein weiteres Detail der Untersuchung: Smartphone-Benutzer sind deutlich unhöflicher als die Besitzer herkömmlicher Mobiltelefone. 26 Prozent der Smartphon-Gruppe gaben zu, ihre Telefone öfters auch am Esstisch zu verwenden. Bei den Personen, die ältere Handys benutzen, waren es nur sechs Prozent. Außerdem hat die Wahl des Handys auch Einfluss auf die Partnerwahl. 83 Prozent der iPhone-Besitzer gaben an, dass sie Menschen mit iPhone für die besseren Partner halten. Bei Nutzern von Android-Telefonen trat dieses Phänomen ebenfalls auf, wenn auch nur bei 70 Prozent.</p>
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		<title>Alkoholismus: Pharmakologische Unterstützung bringt Erfolge</title>
		<link>http://www.pharmacon.net/2011/07/alkoholismus-2/</link>
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		<pubDate>Tue, 26 Jul 2011 14:30:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Suchterkrankungen]]></category>
		<category><![CDATA[Abhängigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Alkohol]]></category>
		<category><![CDATA[Gehirn]]></category>

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		<description><![CDATA[In Deutschland sind mehr als 4 Millionen Menschen alkoholabhängig oder betreiben einen schädlichen Alkoholmissbrauch. Die Alkoholabhängigkeit zählt somit hierzulande zu den häufigsten Abhängigkeitserkrankungen. Dabei ist jeder Alkoholkonsum, der zu körperlichen, seelischen und sozialen Schäden führt, ein Missbrauch und kann eine Abhängigkeit zur Folge haben&#8230; Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO liegt die Risikogrenze für Gesundheitsschäden für Männer bei 40 Gramm Alkohol pro Tag (entspricht 0,4 l Wein oder 0,8 l Bier) und für Frauen bei 20 Gramm Alkohol pro Tag (entspricht 0,2 l Wein oder 0,4 l Bier). Alkoholabhängigkeit ist eine chronische Krankheit und im medizinischen Sinne nicht heilbar. Es gibt jedoch verschiedene Therapiemaßnahmen, deren gemeinsames Ziel eine lebenslange Alkohol-Abstinenz bei möglichst langer Rückfallfreiheit ist. Alkohol-Entzug unter pharmakologischer und psychotherapeutischer Betreuung Die Behandlung beginnt mit dem unter ärztlicher Aufsicht durchgeführten akuten Entzug, dem sich eine psychotherapeutisch-psychiatrische und umfassende sozialmedizinische Langzeitbehandlung anschließt. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit einer medikamentösen Rückfallprophylaxe. Hierbei kommt den so genannten &#8220;Anti-Craving-Substanzen&#8221; eine besondere Bedeutung zu. Sie unterdrücken das heftige Verlangen nach Alkohol (Craving) und unterstützen so die Therapie. Neues Medikament hilft abstinent zu bleiben und die Kontrolle zu behalten Neben zb Acamprosat ist seit 2010 auch ein Naltrexon-Präparat (Adepend®) zur Reduktion des Rückfallrisikos, Unterstützung der Abstinenz und Minderung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In Deutschland sind mehr als 4 Millionen Menschen alkoholabhängig oder betreiben einen schädlichen Alkoholmissbrauch. Die Alkoholabhängigkeit zählt somit hierzulande zu den häufigsten Abhängigkeitserkrankungen. Dabei ist jeder Alkoholkonsum, der zu körperlichen, seelischen und sozialen Schäden führt, ein Missbrauch und kann eine Abhängigkeit zur Folge haben&#8230;<span id="more-3403"></span></p>
<p>Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO liegt die Risikogrenze für Gesundheitsschäden für Männer bei 40 Gramm Alkohol pro Tag (entspricht 0,4 l Wein oder 0,8 l Bier) und für Frauen bei 20 Gramm Alkohol pro Tag (entspricht 0,2 l Wein oder 0,4 l Bier). Alkoholabhängigkeit ist eine chronische Krankheit und im medizinischen Sinne nicht heilbar. Es gibt jedoch verschiedene Therapiemaßnahmen, deren gemeinsames Ziel eine lebenslange Alkohol-Abstinenz bei möglichst langer Rückfallfreiheit ist.</p>
<p><strong>Alkohol-Entzug unter pharmakologischer und psychotherapeutischer Betreuung</strong></p>
<p>Die Behandlung beginnt mit dem unter ärztlicher Aufsicht durchgeführten akuten Entzug, dem sich eine psychotherapeutisch-psychiatrische und umfassende sozialmedizinische Langzeitbehandlung anschließt. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit einer medikamentösen Rückfallprophylaxe. Hierbei kommt den so genannten &#8220;<strong>Anti-Craving-Substanzen</strong>&#8221; eine besondere Bedeutung zu. Sie unterdrücken das heftige Verlangen nach Alkohol (Craving) und unterstützen so die Therapie.</p>
<p><strong>Neues Medikament hilft abstinent zu bleiben und die Kontrolle zu behalten</strong> </p>
<p>Neben zb Acamprosat ist seit 2010 auch ein Naltrexon-Präparat (Adepend®) zur Reduktion des Rückfallrisikos, Unterstützung der Abstinenz und Minderung des Verlangens nach Alkohol als Teil einer umfassenden Therapie bei Erwachsenen in Deutschland rezeptpflichtig zugelassen. Naltrexon besetzt Rezeptoren im Gehirn, die für das subjektiv belohnende Gefühl nach Alkoholkonsum verantwortlich sind. Die Wirksamkeit dieser Anti-Craving-Substanz ist durch mehrere wissenschaftliche Studien belegt. Die Behandlungsdauer ist je nach Patient sehr verschieden, sollte jedoch bei mindestens 3 Monaten liegen. Bereits 30 bis 40 Minuten nach der ersten Einnahme der 1x täglich einzunehmenden Tablette kann die Wirkung einsetzen. Naltrexon selbst führt weder zu einer psychischen noch zu einer körperlichen Abhängigkeit, so dass auch nach dem Absetzen des Medikamentes keine Entzugssymptome auftreten. Es ist außerdem gut verträglich und weist keine direkte Wechselwirkung mit Alkohol auf &#8211; kann und soll also auch im Falle eines Rückfalls weiter eingenommen werden.<br />
Lediglich zu Beginn der Therapie kann es möglicherweise vorübergehend zu Schwindel, Übelkeit oder Erbrechen kommen, die aber gut mit anderen Medikamenten zu behandeln sind. Naltrexon kann Alkoholabhängige darin unterstützen, abstinent zu werden, ist aber immer Teil einer umfassenden Therapie und stellt keinen Ersatz für psychotherapeutische und sozialmedizinische Maßnahmen dar.</p>
<p>Ob eine Behandlung Erfolg hat, hängt natürlich vom Willen der Betroffenen ab, lebenslang auf Alkohol zu verzichten. Voraussetzung ist, dass diese sich selbst und anderen ihre Sucht eingestehen und sie als Krankheit annehmen. Selbsthilfegruppen sowie die Unterstützung durch Familie und Freunde stellen eine zusätzliche große Hilfe für den Therapieerfolg dar. Suchtberatungsstellen, psychosoziale Beratungsstellen, das Gesundheitsamt und natürlich der Hausarzt sind erste Anlaufstellen für Hilfesuchende und vermitteln unter Wahrung der Persönlichkeit und auf Wunsch auch anonym die passende Therapie.</p>
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		<title>Substanz aus Baldrian: Wiener Forscher suchen neue Wirkstoffe gegen Angsterkrankungen</title>
		<link>http://www.pharmacon.net/2011/07/valeren/</link>
		<comments>http://www.pharmacon.net/2011/07/valeren/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 04 Jul 2011 20:39:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Psychopharmakologie]]></category>
		<category><![CDATA[Abhängigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Angst]]></category>
		<category><![CDATA[Herz]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf der Suche nach neuen Wirkstoffen gegen Angsterkrankungen gekennzeichnet durch Schlafstörungen, mangelnde Konzentrationsfähigkeit und Erregung haben Forscher der Universität Wien im Baldrian eine interessante Entdeckung gemacht. Die in der Heilpflanze enthaltene Valerensäure ist eine viel versprechende Basis für neue angstlösende Wirkstoffe&#8230; pte &#8211; http://www.univie.ac.at/ptox &#8211; Herkömmliche Medikamente wie Antidepressiva oder Tranquillizer haben nämlich viele Nebenwirkungen und können innerhalb von Wochen zur Abhängigkeit führen. Vor zwei Jahren hat das Team um Steffen Hering, Leiter des Departments für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Wien, erstmals gezeigt, dass der Naturstoff Valerensäure aus dem Baldrian einen bestimmten Typ von sogenannten GABA(A)-Rezeptoren auf Nervenzellen stimuliert. Dadurch wird die Erregbarkeit von Nervenzellen gehemmt. &#8220;In weiterführenden Untersuchungen wurde entdeckt, dass Valerensäure eine angstlösende und schlaffördernde Wirkung hat&#8221;, so die Pharmakologin Sophia Khom im pressetext-Interview. Pharmakologen und Chemiker forschen gemeinsam &#8220;Die Valerensäure ist in der Zwischenzeit ziemlich gut erforscht&#8221;, so Khom. Im gemeinsamen Forschungsprojekt von Johann Mulzer, Professor am Institut für Organische Chemie der Universität Wien, und Hering ist es nicht nur gelungen, den Naturstoff Valerensäure zu synthetisieren, sondern auch Derivate &#8211; von der Valerensäure abgeleitete Wirkstoffe &#8211; herzustellen und deren Wirkung zu charakterisieren. &#8220;Mehrere der synthetisierten Derivate sind im Vergleich zur Valerensäure deutlich stärker wirksam&#8221;, so Khom. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf der Suche nach neuen Wirkstoffen gegen Angsterkrankungen gekennzeichnet durch Schlafstörungen, mangelnde Konzentrationsfähigkeit und Erregung haben Forscher der Universität Wien im Baldrian eine interessante Entdeckung gemacht. Die in der Heilpflanze enthaltene Valerensäure ist eine viel versprechende Basis für neue angstlösende Wirkstoffe&#8230;<span id="more-2880"></span></p>
<p><a href="http://www.pressetext.de">pte</a> &#8211; http://www.univie.ac.at/ptox &#8211; Herkömmliche Medikamente wie Antidepressiva oder Tranquillizer haben nämlich viele Nebenwirkungen und können innerhalb von Wochen zur Abhängigkeit führen. Vor zwei Jahren hat das Team um Steffen Hering, Leiter des Departments für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Wien, erstmals gezeigt, dass der Naturstoff Valerensäure aus dem Baldrian einen bestimmten Typ von sogenannten GABA(A)-Rezeptoren auf Nervenzellen stimuliert. Dadurch wird die Erregbarkeit von Nervenzellen gehemmt. &#8220;In weiterführenden Untersuchungen wurde entdeckt, dass Valerensäure eine angstlösende und schlaffördernde Wirkung hat&#8221;, so die Pharmakologin Sophia Khom im pressetext-Interview.</p>
<p><strong>Pharmakologen und Chemiker forschen gemeinsam</strong></p>
<p>&#8220;Die Valerensäure ist in der Zwischenzeit ziemlich gut erforscht&#8221;, so Khom. Im gemeinsamen Forschungsprojekt von Johann Mulzer, Professor am Institut für Organische Chemie der Universität Wien, und Hering ist es nicht nur gelungen, den Naturstoff Valerensäure zu synthetisieren, sondern auch Derivate &#8211; von der Valerensäure abgeleitete Wirkstoffe &#8211; herzustellen und deren Wirkung zu charakterisieren.</p>
<p>&#8220;Mehrere der synthetisierten Derivate sind im Vergleich zur Valerensäure deutlich stärker wirksam&#8221;, so Khom. &#8220;Bei einer der neu synthetisieren Verbindungen war die Wirkung auf den Rezeptor mehr als doppelt so stark&#8221;, erklärt die Pharmazeutin. &#8220;Wir gehen davon aus, dass die aus Baldrian gewonnene Valerensäure nur auf bestimmte Subtypen von GABA(A)-Rezeptoren wirkt. Das wäre von Vorteil, da dadurch nur ganz bestimmte Hirnareale stimuliert werden, was wiederum bedeuten könnte, dass weniger unerwünschte Wirkungen entstehen.&#8221;</p>
<p><strong>Viel versprechende Wirkung</strong></p>
<p>&#8220;Wir sind auf einem guten Weg, auf Basis der Valerensäure neue, angstlösende Wirkstoffe zu finden, die für die Entwicklung von Arzneistoffen geeignet sind&#8221;, so Hering. &#8220;Einige der bisher untersuchten Substanzen haben bereits eine deutlich stärkere Wirkung als der Naturstoff aus dem Baldrian selbst. Es ist nicht ausgeschlossen, dass wir unter den Derivaten auch Wirkstoffe finden, die bei Epilepsie eingesetzt werden können&#8221;, meint der Forscher.</p>
<p>Die Forscher wollen die in der Praxis häufig verordneten Benzodiazepine &#8211; deren bekanntestes Medikament Valium heißt &#8211; durch andere, moderne Arzneimittel ersetzen. &#8220;Benzodiazepine führen schnell zur Abhängigkeit und verursachen unerwünschte Wirkungen, wie zum Beispiel Tagesmüdigkeit, Gangunsicherheit und Beeinträchtigung der Fahrtauglichkeit&#8221;, so Khom abschließend gegenüber pressetext.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Internationaler Aufruf: Den &#8220;Krieg gegen Drogen&#8221; beenden</title>
		<link>http://www.pharmacon.net/2011/05/krieg-gegen-drogen/</link>
		<comments>http://www.pharmacon.net/2011/05/krieg-gegen-drogen/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 26 May 2011 19:56:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Suchterkrankungen]]></category>
		<category><![CDATA[Abhängigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[AIDS]]></category>
		<category><![CDATA[Angst]]></category>
		<category><![CDATA[Drogen]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Heroin]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[In wenigen Tagen wird eine Gruppe von weltweit führenden Persönlichkeiten die UNO bitten, den Krieg gegen Drogen zu beenden und zu einer Politik der Regulierung überzugehen. Doch Politiker behaupten, dass die Öffentlichkeit keine liberale Drogenpolitik unterstütze. Zeigen wir ihnen nun, dass die Öffentlichkeit diese einmalige Gelegenheit unterstützt und dringende Maßnahmen fordert. Unterzeichnen Sie jetzt und erzählen Sie es weiter&#8230; Liebe Freundinnen und Freunde, in Kürze könnten wir endlich Zeuge des Anfangs vom Ende des Krieges gegen die Drogen werden. Dieser teure Krieg ist gänzlich an der Herausforderung gescheitert, die Plage der Drogenabhängigkeit einzudämmen. Stattdessen hat er zahllose Menschenleben gefordert, ganze Gemeinschaften zerstört und Milliarden von Dollar in gewalttätige, organisierte Verbrechernetzwerke fließen lassen. [HIER ABSTIMMEN] Experten sind sich darüber einig, dass Regulierung die sinnvollste Strategie ist. Doch die Politiker scheuen sich, auf das Thema einzugehen. In wenigen Tagen wird eine globale Kommission &#8211; darunter ehemalige Staatschefs und Außenpolitiker aus der UNO, der EU, den USA, Brasilien, Mexiko und anderen Staaten &#8211; das Tabu brechen und öffentlich neue Ansätze fordern, einschließlich der Entkriminalisierung und der Regulierung von Drogen. Dies könnte ein einmaliger Wendepunkt sein &#8212; wenn genügend von uns ein Ende dieses Wahnsinns fordern. Politiker behaupten zwar, sie würden einsehen, dass der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In wenigen Tagen wird eine Gruppe von weltweit führenden Persönlichkeiten die UNO bitten, den Krieg gegen Drogen zu beenden und zu einer Politik der Regulierung überzugehen. Doch Politiker behaupten, dass die Öffentlichkeit keine liberale Drogenpolitik unterstütze. Zeigen wir ihnen nun, dass die Öffentlichkeit diese einmalige Gelegenheit unterstützt und dringende Maßnahmen fordert. Unterzeichnen Sie jetzt und erzählen Sie es weiter&#8230;<span id="more-3351"></span></p>
<p>Liebe Freundinnen und Freunde,<br />
<strong>in Kürze könnten wir endlich Zeuge des Anfangs vom Ende des Krieges gegen die Drogen werden.</strong> Dieser teure Krieg ist gänzlich an der Herausforderung gescheitert, die Plage der Drogenabhängigkeit einzudämmen. Stattdessen hat er zahllose Menschenleben gefordert, ganze Gemeinschaften zerstört und Milliarden von Dollar in gewalttätige, organisierte Verbrechernetzwerke fließen lassen.</p>
<p><strong>[<a href="http://www.avaaz.org/de/end_the_war_on_drugs/?cl=1085040910&amp;v=9222">HIER ABSTIMMEN</a>]</strong></p>
<p>Experten sind sich darüber einig, dass Regulierung die sinnvollste Strategie ist. Doch die Politiker scheuen sich, auf das Thema einzugehen. In wenigen Tagen wird eine globale Kommission &#8211; <strong>darunter ehemalige Staatschefs und Außenpolitiker aus der UNO, der EU, den USA, Brasilien, Mexiko</strong> und anderen Staaten &#8211; das Tabu brechen und öffentlich neue Ansätze fordern, einschließlich der Entkriminalisierung und der Regulierung von Drogen.</p>
<p><strong>Dies könnte ein einmaliger Wendepunkt sein &#8212; wenn genügend von uns ein Ende dieses Wahnsinns fordern.</strong> Politiker behaupten zwar, sie würden einsehen, dass der Krieg gegen die Drogen gescheitert ist, doch sei die Gesellschaft noch nicht bereit für eine Alternative. Lassen Sie uns ihnen zeigen, dass wir eine bedachte und humane Politik nicht nur akzeptieren &#8212; sondern verlangen. Klicken Sie auf den Link, <strong>unterzeichnen Sie die Petition und sagen Sie es weiter</strong> &#8212; wenn wir 1 Million Stimmen sammeln, wird die Petition von der globalen Kommission persönlich an führende Regierungschefs übergeben:</p>
<p><a href="http://www.avaaz.org/de/end_the_war_on_drugs/?cl=1085040910&amp;v=9222"></a><strong>[<a href="http://www.avaaz.org/de/end_the_war_on_drugs/?cl=1085040910&amp;v=9222">HIER ABSTIMMEN</a>]</strong></p>
<p><strong>Mehr als 50 Jahre lang hat die derzeitige Drogenpolitik in jeder Hinsicht versagt, doch die öffentliche Debatte hat sich festgefahren, zwischen Angst und Fehlinformationen.</strong> Jeder, selbst das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung, welches für die Umsetzung dieses Ansatzes verantwortlich ist, stimmt zu. Das Militär und die Polizei einzusetzen, um Drogenfarmen niederzubrennen, Drogenhändler zur Strecke zu bringen und Händler und Süchtige einzusperren ist ein teurer Fehler, der unzähligen Menschen das Leben kostet. Von Afghanistan über Mexiko bis in die USA zerstört der illegale Drogenhandel Staaten auf der ganzen Welt, während Abhängigkeit, Todesfälle wegen Überdosis und HIV/Aids-Infektionen weiter zunehmen.</p>
<p>Indes haben <strong>Länder mit einer weniger strikten Gesetzeslage &#8212; wie die Schweiz, Portugal, die Niederlande und Australien &#8212; nicht den explosionsartigen Anstieg des Drogenkonsums beobachten müssen,</strong> der von den Befürwortern des Drogenkriegs prophezeit wurde. Stattdessen wurde dort sowohl ein wesentlicher Rückgang von drogenbedingten Verbrechen festgestellt, als auch niedrigere Abhängigkeitsraten und weniger Todesfälle. Diese Länder können sich demnach voll und ganz auf die Bekämpfung von organisierten Verbrechen konzentrieren.</p>
<p>Doch mächtige Lobby-Interessen stehen dem Wandel im Weg. Hierzu zählen das Militär, Strafverfolgungsbehörden und Justizvollzugsanstalten, die alle die Streichung Ihrer Haushaltsgelder fürchten. Und die Politker fürchten sich vor einer Abwahl durch die Bürger, denn sie glauben, dass eine Unterstützung liberaler Ansätze als Schwäche im Bereich der öffentlichen Ordnung und der Sicherheit ausgelegt werden würde. Doch viele ehemalige Minister und Staatschefs haben sich nach dem Verlassen ihrer Ämter für eine Reform ausgesprochen, und Umfragen zufolge wissen Bürger auf der ganzen Welt, dass der gegenwärtige Ansatz katastrophale Folgen hat. Doch die neue Strategie erhält immer mehr Unterstützung, vorallem in den Gebieten, die von dem Drogenkrieg heimgesucht sind.</p>
<p>Wenn es uns gelingt in den nächsten Tagen einen weltweiten Aufschrei zur Unterstützung des mutigen Vorstoßes der globalen Kommission einzuleiten, dann können wir die altbekannten Ausreden für den Status Quo übertönen. <strong>Unsere Stimmen halten den Schlüssel zum Wandel &#8212; Unterzeichnen Sie die Petition und erzählen Sie Freunden und Bekannten von der Kampagne:</strong></p>
<p><a href="http://www.avaaz.org/de/end_the_war_on_drugs/?cl=1085040910&amp;v=9222"></a><strong>[<a href="http://www.avaaz.org/de/end_the_war_on_drugs/?cl=1085040910&amp;v=9222">HIER ABSTIMMEN</a>]</strong></p>
<p>Gemeinsam haben wir die Möglichkeit, das Schlusskapitel dieses brutalen “Krieges” einzuläuten, der Millionen von Menschenleben zerstört hat. <strong>Nur die Weltöffentlichkeit kann bestimmen, ob dieser katastrophalen Politik ein Ende gesetzt wird, oder ob Politiker vor einer Reform zurückscheuen werden.</strong> Lassen Sie uns die Bedenken und Befürchtungen der Entscheidungsträger aus dem Weg räumen und sie gemeinsam zur Vernunft bringen.</p>
<p>Mit Hoffnung und Entschlossenheit</p>
<p>Alice, Laura, Ricken, Maria Paz, Shibayan und das ganze Avaaz-Team</p>
<p>Quellen:</p>
<p>Ein Geheimbericht erklärt den „Anti-Drogen-Krieg“ für gescheitert<br />
<a href="http://de.wikinews.org/wiki/Gro%C3%9Fbritannien:_Geheimbericht_erkl%C3%A4rt_Anti-Drogen-Krieg_f%C3%BCr_gescheitert">http://de.wikinews.org/wiki/Gro%C3%9Fbritannien:_Geheimbericht_erkl%C3%A4rt_Anti-Drogen-Krieg_f%C3%BCr_gescheitert</a></p>
<p>und auf Englisch, The Guardian:<br />
<a href="http://www.guardian.co.uk/uk/2005/jul/05/drugsandalcohol.freedomofinformation">http://www.guardian.co.uk/uk/2005/jul/05/drugsandalcohol.freedomofinformation</a></p>
<p>Berichte zeigen, dass alternative Ansätze auf der Basis von Regulierung und Entkriminsalisierung funktionieren (auf Englisch):<br />
<a href="http://idpc.net/publications/alternative-strategies-selected-publications">http://idpc.net/publications/alternative-strategies-selected-publications </a></p>
<p>Weniger Heroinkonsumenten in Zürich, Ärzteblatt<br />
<a href="http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=24419">http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=24419</a></p>
<p>Die Prohibition ist gescheitert, The European<br />
<a href="http://www.theeuropean.de/maximilian-plenert/3149-legalisierung-von-drogen">http://www.theeuropean.de/maximilian-plenert/3149-legalisierung-von-drogen</a></p>
<p>Krieg gegen Drogen ist gescheitert, Frankfurter Rundschau<br />
<a href="http://www.fr-online.de/politik/meinung/krieg-gegen-drogen-ist-gescheitert/-/1472602/4812886/-/index.html">http://www.fr-online.de/politik/meinung/krieg-gegen-drogen-ist-gescheitert/-/1472602/4812886/-/index.html</a></p>
<p>Die “Global Comission on Drug Policy”, welche die UNO aufruft den Drogenkrieg zu beenden (auf Englisch):<br />
<a href="http://www.globalcommissionondrugs.org/Documents.aspx">http://www.globalcommissionondrugs.org/Documents.aspx</a></p>
<p>Dossier Drogenkrieg, Spiegel:<br />
<a href="http://www.spiegel.de/thema/drogen_mexiko/">http://www.spiegel.de/thema/drogen_mexiko/</a></p>
<p>Fakten zum globalen Drogenkrieg, Spiegel:<br />
<a href="http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-57631.html">http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-57631.html</a></p>
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		<title>Heroin Kids: Gesundes Volksempfinden oder Freiheit der Kunst</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Apr 2011 08:55:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adm</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zwei Jahre arbeiteten Corinna Engel und Christian Kaiser aus dem bayrischen Kirchseeon am Projekt HEROIN KIDS. Sie setzten professionelle Models, aber auch Protagonisten aus dem einschlägigen Milieu, in Szene und schafften so Bilder, die auf beeindruckende Weise junge, drogenabhängige Menschen zeigen&#8230; Die Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) warf den Künstlern daraufhin vor, auf ihrer Internetseite „entwicklungsbeeinträchtigende Inhalte“ öffentlich zu machen, die „sozialethisch desorientierend“ seien und verhängte ein Bußgeld. Die Künstler wehrten sich bisher erfolgreich gegen diese Maßnahmen und sprechen von Zensur. Wie uns die Künstler, die durch den Düsseldorfer Medienanwalt Dr. Daniel Kötz vertreten werden, informierten, hat die Richterin beschlossen, das von der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien angestrebte Verfahren einzustellen. Die BLM habe Behauptungen aufgestellt ohne ein Gutachten vorlegen zu können. Zudem stellte das Gericht die von der BLM behauptete Möglichkeit einer &#8220;Entwicklungsbeeinträchtigung&#8221; grundsätzlich in Frage. Zensur wild galoppierender Moralapostel »Wir freuen uns, dass die Richterin mehr Verstand für die Kunst und deren Freiheit gezeigt hat als die Zensoren der BLM« stellt Aleks A.-Lessmann, politischer Geschäftsführer der Piratenpartei fest »Erneut erweist sich der sogenannte Jugendschutz als ein Mittel der Zensur wild galoppierender Moralapostel, wie es sich schon beim Jugendmedienschutzstaatsvertrag zeigte, den manche wiederbeleben wollen.« Die Heroin Kids Künstlerin [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zwei Jahre arbeiteten Corinna Engel und Christian Kaiser aus dem  bayrischen Kirchseeon am Projekt HEROIN KIDS. Sie setzten professionelle  Models, aber auch Protagonisten aus dem einschlägigen Milieu, in Szene  und schafften so Bilder, die auf beeindruckende Weise junge,  drogenabhängige Menschen zeigen&#8230;<span id="more-3315"></span></p>
<p>Die Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) warf den Künstlern daraufhin vor, auf ihrer Internetseite  „entwicklungsbeeinträchtigende Inhalte“ öffentlich zu machen, die  „sozialethisch desorientierend“ seien und verhängte ein Bußgeld. Die  Künstler wehrten sich bisher erfolgreich gegen diese Maßnahmen und sprechen von Zensur.</p>
<p>Wie uns die Künstler, die durch den Düsseldorfer Medienanwalt Dr.  Daniel Kötz vertreten werden, informierten, hat die Richterin beschlossen, das von der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien angestrebte Verfahren einzustellen. Die BLM habe Behauptungen aufgestellt ohne ein Gutachten vorlegen zu können. Zudem stellte das Gericht die von der BLM behauptete Möglichkeit einer &#8220;Entwicklungsbeeinträchtigung&#8221; grundsätzlich in Frage.</p>
<p><strong>Zensur wild galoppierender Moralapostel</strong></p>
<p>»Wir freuen uns, dass die Richterin mehr Verstand für die Kunst und deren Freiheit gezeigt hat als die Zensoren der BLM« stellt Aleks A.-Lessmann, politischer Geschäftsführer der Piratenpartei fest »Erneut erweist sich der sogenannte Jugendschutz als ein Mittel der Zensur wild galoppierender Moralapostel, wie es sich schon beim Jugendmedienschutzstaatsvertrag zeigte, den manche wiederbeleben wollen.«</p>
<p><a href="http://www.pharmacon.net/2011/04/heroin/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p>Die Heroin Kids Künstlerin Corinna Engel dazu: »Die Richterin unterbrach letzten Mittwoch die Verhandlung, um ihre Kenntnisse weiter zu vertiefen. Es freut uns, dass Sie genau das getan hat. Ein Urteil gegen uns wäre ein Schlag ins Gesicht aller Künstler gewesen, die von den willkürlichen Sanktionen der BLM betroffen sind.«</p>
<p><a href="http://www.vicious-videos.com">vicious-videos.com</a></p>
<p><em>Nach einer Pressemitteilung der Piratenpartei Deutschland, Landeverband Bayern zur Entscheidung in Fall &#8220;Heroin Kids&#8221;</em></p>
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		<title>Child-Surviver: Überleben als Kind</title>
		<link>http://www.pharmacon.net/2011/03/holocaust-und-trauma-3/</link>
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		<pubDate>Mon, 21 Mar 2011 16:07:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Psychotherapie]]></category>
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		<category><![CDATA[Trauer]]></category>
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		<description><![CDATA[Den Krieg als Kind überlebt zu haben scheint eine fundamental andere Erfahrung zu sein als ihn als Erwachsener zu überleben. Kinder sind im Gegensatz zu Erwachsenen gleichzeitig verwundbarer als auch anpassungsfähiger. Sie erlebten die Schrecken des Krieges in vielen Etappen ihrer kognitiven, emotionalen und persönlichen Entwicklung und erlitten während der vielen Jahre prägende Erfahrungen&#8230; Von Natan Kellermann, AMCHA, übersetzt von Anna Jaitner. Quelle: Kellermann, Natan P.F. (2001). The Long-term Psychological Effects and Treatment of Holocaust Trauma. Journal of Loss and Trauma. 6:197-218. Zusätzlich eigneten sie sich eine große Zahl unterschiedlicher und aussergewöhnlicher Überlebensstrategien an, um mit extremer Deprivation und Traumatisierung fertigzuwerden. Es ist daher nicht überraschend, daß ein ziemlich variierendes klinisches Bild von Holocaustüberlebenden, die zu Kriegsende jünger als sechzehn Jahre alt waren (Durst, 1995) existiert. Wie erwartet spiegelt sich solche eine frühe Traumatisierung in der gesamten Lebensspanne des „Child Survivor“ wider und viele der früheren Strategien werden während des ganzen Lebens beibehalten. Am offensichtlichsten ist, daß sich die „Child Survivors“ fühlen, als ob sie daran gehindert wurden, eine normale Kindheit zu haben. Das führt dazu, dass es ein konstant bleibendes Streben gibt, s.p.207 welches nach (infantiler) Bedürfnisbefriedigung sucht. Auf Grund der Umstände, unter denen sie aufwuchsen, wurden sie zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Den Krieg als Kind überlebt zu haben scheint eine fundamental andere Erfahrung zu sein als ihn als Erwachsener zu überleben. Kinder sind im Gegensatz zu Erwachsenen gleichzeitig verwundbarer als auch anpassungsfähiger. Sie erlebten die Schrecken des Krieges in vielen Etappen ihrer kognitiven, emotionalen und persönlichen Entwicklung und erlitten während der vielen Jahre prägende Erfahrungen&#8230;<span id="more-3172"></span></p>
<p><em>Von Natan Kellermann, AMCHA, übersetzt von Anna Jaitner. Quelle: Kellermann, Natan P.F. (2001). <a href="http://www.amcha.org/Upload/folgen.pdf">The Long-term Psychological Effects and Treatment of Holocaust Trauma</a>. Journal of Loss and Trauma. 6:197-218.</em></p>
<p>Zusätzlich eigneten sie sich eine große Zahl unterschiedlicher und aussergewöhnlicher Überlebensstrategien an, um mit extremer Deprivation und Traumatisierung fertigzuwerden. Es ist daher nicht überraschend, daß ein ziemlich variierendes klinisches Bild von Holocaustüberlebenden, die zu Kriegsende jünger als sechzehn Jahre alt waren (Durst, 1995) existiert. Wie erwartet spiegelt sich solche eine frühe Traumatisierung in der gesamten Lebensspanne des „Child Survivor“ wider und viele der früheren Strategien werden während des ganzen Lebens beibehalten.</p>
<p>Am offensichtlichsten ist, daß sich die „Child Survivors“ fühlen, als ob sie daran gehindert wurden, eine normale Kindheit zu haben. Das führt dazu, dass es ein konstant bleibendes Streben gibt, s.p.207 welches nach (infantiler) Bedürfnisbefriedigung sucht. Auf Grund der Umstände, unter denen sie aufwuchsen, wurden sie zu „kleinen Erwachsenen“, mit frühreifer, vorzeitiger Verantwortung. Ein weiblicher „Child Survivor“ berichtete:</p>
<blockquote><p>„Ich hatte keine richtige Kindheit. Als Kind musste ich wie eine Erwachsene sein. Es war gefährlich, ein Kind zu sein. Ich musste das Kind in mir verstecken und so tun, als ob ich jemand anderes wäre. Deswegen sehnt sich das Kind in mir immernoch nach Anerkennung und Unterstützung. Menschen finden es jedoch komisch eine alte Frau zu treffen, die in Wirklichkeit nur ein Kind ist und ich bin vorsichtig damit, mein Geheimnis zu enthüllen. Wenn ich aber mit Kindern zusammen bin, fühlen sie es direkt.“</p></blockquote>
<p>„Child Survivors“ sind heute (2001) zwischen 55 und 70 Jahren alt, abhängig von ihrem Alter am Ende des Krieges. Es wäre vielleicht richtiger, diese Population in drei Subgruppen zu unterteilen:</p>
<ul>
<li>1. Säuglinge oder Kinder, die nicht älter als 6 Jahre alt waren</li>
<li>2. „Child Survivors“, die zwischen zwölf und sechzehn Jahren alt waren und</li>
<li>3. Jugendliche, die am Ende des Krieges zwischen zwölf und achtzehn waren.</li>
</ul>
<p>Offensichtlich macht das Alter einen großen Unterschied bzgl. der Entwicklungsphase aus, in der das Trauma stattgefunden hat, wie z.B. bzgl. der bereits erworbenen kognitiven Fähigkeit zu verstehen, was vor sich geht, oder der Fixationen, die in bestimmten <strong>Etappen des Erwerbs von Vertrauen und Mißtrauen, Autonomie und Zweifel, Schuld und Identität</strong> auftraten. Anscheinend sind die Umstäde umso traumatischer und das Einwirken der Kriegserlebnisse um so schädigender, je jünger der/die Überlebende war. Im Folgenden werden einige der Probleme angeführt und erläutert, mit denen „Child Survivors“ zu kämpfen haben:</p>
<ul>
<li>a. erlernte Hilflosigkeit;</li>
<li>b. Verlassensein und Isolation;</li>
<li>c. unterbrochene Trauer um Verlusterlebnisse;</li>
<li>d. Identitätsprobleme;</li>
<li>e. Gedächtnisverluste und</li>
<li>f. primitive Verteidigungsstrategien s.p. 208</li>
</ul>
<p>Dadurch, dass die „Child Survivors“ sehr früh in ihrem Leben lernten, dass ihr Schicksal durch äußere Kräfte gesteuert wird, über die sie keine Kontrolle haben, entstand ein starkes Gefühl von erlernter Hilflosigkeit und Opfer-Gefühlen, indem sie sich als in der Gewalt von Anderen empfinden. Zusätzlich wird der Mangel an Sicherheit, Vorhersagbarkeit und Vertrauen gepaart mit überwältigender Angst, Machtlosigkeit und Verlust an Kontrolle zu einer permanenten Lernerfahrung, die ihr <strong>Gefühl von Unabhängigkeit und Autonomie beeinträchtigt</strong>.<br />
Des weiteren gibt es ein innewohnendes Gefühl von Verlassensein, existentieller Einsamkeit oder einer vagen <strong>Empfindung von Nichtgewolltsein</strong>, was zur Folge hat, dass manche „Child Survivors“ ständig meinen, ihren Wert beweisen zu müssen. Nach all den Jahren fühlen sie sich immer noch danach, sich verstecken zu müssen und empfinden eine starke <strong>Isolation</strong> von Anderen und sich selber. Das verstärkt die selbstauferlegte Stille und die Unterdrückung ihren Innenlebens, bis sie spüren, dass die Außenwelt sie so akzeptiert, wie sie wirklich sind. Miteinander in Konflikt tretende Gefühle wie Schuld, die Eltern und Geschwister zurückgelassen zu haben werden vermischt mit Wut darauf, nicht richtig beschützt worden zu sein.</p>
<p>Die zahlreichen und frühen Verluste von Eltern und Kindern verfolgen die „Child Survivors“ ihr ganzes Leben hindurch. Kinder wurden auf vielen verschiedenen und schmerzhaften Wegen von ihren Eltern und Geschwistern getrennt. Sie wurden an Pflegeeltern oder Klöster übergeben und in falsche Namen umbenannt. Sie wurden aus Zügen geworfen oder auf Dachböden, in Kellern oder Wäldern zurückgelassen und versteckt. Sie wurden in Züge gesteckt und in weit entfernte Länder gebracht, oder sie wurden auf brutale Weise von ihren Eltern in Konzentrationslagern getrennt. Selten war es möglich gewesen, auf Wiedersehen zu sagen.</p>
<p>Für viele „Child Survivors“ bleibt der unterbrochene Kummer mit einer häufigen und langanhaltenden Tendenz, die überwältigenden Verluste zu leugnen ein lebenslanger Kampf. Daraus resultiert, dass normale Trennungen im Laufe des Lebens auch weiterhin als sehr belastend empfunden werden, wodurch<strong> zwischenmenschliche Beziehungen immer an der Oberfläche gehalten</strong> werden.</p>
<p>Häufig treten bei den „Child Surivors“, die dazu gezwungen wurden, während des Krieges eine andere Identität anzunehmen, Identitätsprobleme auf. Während einer entscheidenden Phase ihrer Jugend wurden solche Kinder einer radikal anderen Sozialisation ausgesetzt, die in jedem Fall zu Identitätsverwirrungen, im schlimmsten Fall zu einer vollständigen Unterdrückung ihres früheren Selbst führen kann. In einigen der neueren Fällen wird es für viele Jugendliche nach dem Krieg schwierig, zu ihren eigentlichen Familien zurückzukehren und ihre ursprünglichen Namen wieder anzunehmen.</p>
<p>Der Verlust von Erinnerungen hinterlässt eine Leere in der inneren Welt der jugendlichen „Child Survivors“. Die Abstinenz jeglicher Kindheitserinnerungen führt zu einem Bruch in dem natürlichen Lauf einer Lebenserzählung.</p>
<p>Minderjährige „Child Survivors“ suchen also weiterhin mit Inbrunst nach etwas in sich selbst oder außerhalb von ihnen, was Spuren der Vergangenheit und ihrer Eltern zurückbringen kann. Sie suchen nach nichtsprachlichen Zeichen, wie z.B. bekannte Gerüche, ein Geräusch oder ein Bild, dass ein paar Fragmente des Hauses der Mutter, des Vaters oder des eigenen heraufbeschwört, um etwas ihrer verlorenen Kindheit wiederzuerleben und zu spüren. Ein „Child Survivor“, der von seinen Eltern getrennt wurde und von welchen er in seinen ersten fünf Lebensjahren keine Erinnerungen hat, erinnert nur eine einzige Sache seiner Kindheit: das Laufen im Matsch umgeben von Soldaten. Jemand hielt seine Hand, ohne zu wissen, wer dieser jemand war. Er erinnert nur, dass er fallen musste und dass jemand ihm hilft. Nach mehr als 50 Jahren fühlt sich der“Child Survivor“ noch immer als ob er tief im Schlamm liefe und nach Hilfe suche, dass jemand seine Hand hielte, um ihm den Weg zu weisen.</p>
<p>Ein Ergebnis des überwältigenden Schmerzes, der Machtlosigkeit und Isolation ist die häufigste Entwicklung von primitiven Abwehrmechanismen unter den „Child Survivors“, um emotional überleben zu können. Solche Verteidigungsmechanismen dienten, um sich nicht zu verraten s.p. 209, sowie darum, keine Gefühle zu zeigen, denn „Kinder die weinten, starben.“ Wenn aber die Wahrnehmung der Realität zu bedrohlich und überwältigend wurde, hinterließ dies „sprachloses Entsetzen“,… hinter den Worten. Somit wurden Gefühle häufig dissoziiert oder vollständig vergessen. Im Erwachsenenalter manifestiert sich dies manchmal in einer Form emotionaler Abkapselung, psychischer Taubheit und totaler Amnesie. Weniger dramatische Überlebensstrategien, die auch noch im Erwachsenenalter auftreten können, ist der Drang nach „Nichtgesehen werden wollen“, Nichtauffallen, leise, folgsam und brav zu sein. Ein 13-jähriges Mädchen sitzt nach einem Progrom, bei dem ihr Vater verhaftet und bei der Polizei geschlagen wurde, auf einer Fensterbank, offenbar unbeeinflusst von der Außenwelt. Sie liest ein Buch und lässt ihre überwältigenden Emotionen eingeschlossen, als wäre sie nicht da. Die emotionale Entwicklung hörte jedoch zu diesem Zeitpunkt auf. Sie gründete nie eine eigene Familie und es scheint als ob sie selbst jetzt noch, mit Ende sechzig, auf der Fensterbank säße um auf die Rückkehr ihres Vaters zu wartet.<br />
Während Childsurvivors häufig zu angepasst und „funktionstüchtig“ sind, bilden diese eine Gruppe, die ein hohes Risiko für emotionale Instabilität und Qualen in sich trägt (Dasberg, 1987). Einige sind auf eine besessene Weise besorgt um ihre unantastbaren Erinnerungen an die Vergangenheit, während andere diese vollständig zu vermeiden versuchen. Wenn sie dazu aufgefordert werden, immer widerkehrende Stresssituationen zu bewältigen, tendieren sie dazu, die schmerzvollen Momente der Vergangenheit von Trennung und Verlust wiederzuempfinden und an temporären Dysfunktionen im Verhalten und steigender Angst und Depressionen zu leiden.</p>
<p>Das klinische Bild von Childsurvivors des Holocaust scheint in vielen Bereichen den oben erwähnten PTSD Charakteristika zu ähneln, welches eine Reihe von traumatischen Erlebnissen über eine lange Zeitspanne miteinbezieht. Typischerweise manifesteieren sich viele verschiedene Persönlichkeitsstörungen durch Verhaltenshemmungen in frühen Jahren des Lebens, indem die Struktur der Erwachsenenpersönlichkeit von unerfüllten Bedürfnissen des traumatisierten Kindes dominiert wird. So ist Mißtrauen in Beziehungen ein häufig hinzukommender emotionaler Bestandteil.</p>
<p><strong>Behandlung von Childsurvivors</strong></p>
<p>Solche emotionale Charakteristika machen die Behandling von Erwachsenen, die als Kinder traumatisiert wurden, zu einer heiklen Angelegenheit. Über den offensichtlichen Focus auf unterstützende Therapie hinaus gibt es große Unterschiede sowohl im Ansatz als auch in der Dauer auf die eine solche therapeutischen Strategie angelegt wird. Für den Anfang werden zögernden Klienten zu kurzen Sitzungen eingeladen, um eine Umgebung zu schaffen, in der ein Erinnerungsprozess, Problemlösen und Symptomlinderung autreten kann. Das Ziel einer solchen Sitzung besteht darin, den Klienten in ein emotionales Gleichgewicht zu bringen und adäquates functioning so schnell wie möglich zu erreichen.</p>
<p>Zu diesem Zweck werden existierende Schutzmaßnahmen und Bewältigungsmechanismen in einem Rahmen von positivem Denken und kognititvem refraiming gestärkt. Außerdem werden die Klienten dazu ermutigt, Stressquellen in der Gegenwart ausfindig zu machen, die physische Reaktion auf solchen Stress zu beobachten und Wege zu finden, um die überwältigenden Gefühle zu kontrollieren. Zu diesem Zweck können Entspannungstraining, Meditation, Traumreisen, Desensibilisierungsprozeduren und ähnliche Techniken angewand werden. Da häufig emotional schmerzhaft besetztes Material nicht mit Worten zu beschrieben möglich ist…, bieten sich s.p. 210 expressive Therapien, wie Kunst, kreatives Schreiben, Musik und/oder Bewegungstherapie an. Gruppeninteraktionen und gemeinsames Teilhaben kann fördernde Ressourcen liefern, um mit dem Druck im Leben fertig zu werden.</p>
<p>Während der Zweck solch einer einleitenden Sitzung aus einer Linderung von Symptomen und/oder Lösung von gleichzeitig auftretenden familiären Problemen besteht, muss die Behandlung von Childsurvivors zu guter Letzt auch den Umgang mit der Erfahrung des Holocaust selbst einbeziehen. Deshalb wird eine<strong> explorative psychotherapeutische Methode </strong>vorgeschlagen, um einige unterdrückte oder dissoziierte Erinnerungen der traumatischen Kindheit durchzuarbeiten. Infolge der zweifelhaften Wirksamkeit von klassischer psychoanalytischer Therapie mit diesem Klientel basiert explorative Langzeit Psychotherapie häufig eher auf einer Art Psychology of the self, als auf den nach Innen gerichteten Focus zur Interpretation von unbewußten Konflikten. Schritt für Schritt zielt solch eien Therapie darauf ab, das Selbst zu stärken, damit es achtsamer und fähiger wird, um überwältigende Gefühle zu regulieren. Dies kann den Childsurvivors helfen, das schreckliche Ereignis von Verlassensein und gewaltsamen Trennungen von ihren engen Verwandten letztendlich zu bearbeiten.</p>
<p>Der Prozess der Vorwärts- und Rückwärtsbewegung zwischen Kummer/Traurigkeit und Zorn/Amgst steht im Mittelpunkt von Traumata (Shoshan, 1989, p. 193). Bis zu diesem Zeitpunkt, wo solche Erinnerungen an die Oberfläche gebracht werden&#8230; s.p. 211</p>
<p>Aus diesem Grunde sollten traumatische Erlebnisse innerhalb einer haltgebenden vertrauensvollen Umgebung langsam aufarbeitet werden, in welcher der Therapeut die Rolle einer guten Elternfigur einnimmt, die den Klienten beschützt, beruhigt und ermutigt. Durch stellvertretende Identifikation mit der elterlichen Seite des Therapeuten ist der Childsurvivor mit einer Art „korrektiver emotionaler Erfahrung“ versorgt, in welcher er/sie neue Kraft schöpfen kann, um mit Verlusten umzugehen. Außderdem kann solch eine Erfahrung ihm oder ihr zusätzlich neue Persektiven im Leben und neue Identifikationsmöglichkeiten bereitstellen.</p>
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		<title>Iwan Bloch: Sadismus, Masochismus und die Verschiedenheit der männ­lichen und weiblichen Natur</title>
		<link>http://www.pharmacon.net/2010/12/bloch-1b/</link>
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		<pubDate>Tue, 14 Dec 2010 14:57:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sexualmedizin]]></category>
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		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Haut]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Sex]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine allgemeine Ursache der Algolagnie, der aktiven sowohl als auch besonders der passiven liegt in dem verschiedenen sexuellen Verhalten von Mann und Weib, das wieder auf der Verschiedenheit der männ­lichen und weiblichen Natur beruht. Die der stürmisch begehrenden Aktivität des Mannes entgegengesetzte ruhige Passivität des Weibes, die man treffend mit einem Magneten verglichen hat, der bei aller schein­baren Unbeweglichkeit doch das Eisen (den Mann) un­widerstehlich anzieht und festhält, gewissermassen zu seinem Sklaven macht, diese Passivität begründet die unverkennbare Überlegenheit des Weibes in der rein sinnlichen Liebe&#8230;Iwan Bloch, Kap. 2.b. Die physische Natur allein verleiht ihr ein Übergewicht über den Mann, selbst dort, wo sie äusserlich geknechtet erscheint. So ist offiziell bei den Indianern Zentral-Brasiliens der Mann Herr und Ge­bieter der Frau — und tut, was sie will. Und so ist es auch unter der höchsten Kultur geblieben, wo rein sinn­liche Beziehungen allein in dem Verhältnis zwischen Mann und Weib massgebend sind. Der echte — es gibt auch scheinbare — „Pantoffelheld&#8221; unserer euro­päischen Kultur ist derjenige Mann, der von Anfang an durch sein übermässiges geschlechtliches Bedürfnis un­ter die Herrschaft seiner Frau gerät, durch dieses Be­dürfnis fortdauernd in Abhängigkeit von ihr erhalten wird, welche sich dann erst sekundär auf andere Ver­hältnisse erstreckt. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine allgemeine Ursache der Algolagnie, der aktiven sowohl als auch besonders der passiven liegt in dem verschiedenen sexuellen Verhalten von Mann und Weib, das wieder auf der Verschiedenheit der männ­lichen und weiblichen Natur beruht. Die der stürmisch begehrenden Aktivität des Mannes entgegengesetzte ruhige Passivität des Weibes, die man treffend mit einem Magneten verglichen hat, der bei aller schein­baren Unbeweglichkeit doch das Eisen (den Mann) un­widerstehlich anzieht und festhält, gewissermassen zu seinem Sklaven macht, diese Passivität begründet die unverkennbare Überlegenheit des Weibes in der rein sinnlichen Liebe&#8230;<span id="more-2712"></span><em>Iwan Bloch, Kap. 2.b.</em></p>
<p>Die physische Natur allein verleiht ihr ein Übergewicht über den Mann, selbst dort, wo sie äusserlich geknechtet erscheint. So ist offiziell bei den Indianern Zentral-Brasiliens der Mann Herr und Ge­bieter der Frau — und tut, was sie will. Und so ist es auch unter der höchsten Kultur geblieben, wo rein sinn­liche Beziehungen allein in dem Verhältnis zwischen Mann und Weib massgebend sind. Der echte — es gibt auch scheinbare — „Pantoffelheld&#8221; unserer euro­päischen Kultur ist derjenige Mann, der von Anfang an durch sein übermässiges geschlechtliches Bedürfnis un­ter die Herrschaft seiner Frau gerät, durch dieses Be­dürfnis fortdauernd in Abhängigkeit von ihr erhalten wird, welche sich dann erst sekundär auf andere Ver­hältnisse erstreckt. Dies ist das psychologische Geheim­nis des Pantoffelheldentums, ebenso auch der „Mä­tressen-Herrschaft&#8221;, die zuerst nur auf die rein geschlechtlichen Beziehungen zwischen König oder Fürst einerseits und der Mätresse andererseits sich gründet, später aber auch nach der politischen Seite sich betätigt.</p>
<p>Je grösser die sexuelle Passivität und Kälte des Weibes, desto leichter gewinnt es die Herrschaft über den Mann. Ein probates Mittel hierzu ist die „Koketterie&#8221;, die man auch als die Bemühung der Weiber, die Männer an sich zu fesseln und unter ihre Herrschaft zu bringen, de­finieren kann, und von der der angelsächsische „Flirt&#8221; nur eine leichtere Nuance ist, mehr geistig-ästhetische Koketterie, während die echte Kokette sich rein sinn­licher Mittel bedient und allein auf das Geschlecht spe­kuliert, und zwar ohne Rücksicht auf die geistigen Eigenschaften. „Ein wirklich gefallsüchtiges Weib hört die fadeste Schmeichelei des Geringsten mit Freuden an, gibt sich die Mühe, die Begierde des Verachtetsten zu reizen, auch wenn sie täglich von lechzenden Bewun­derern umschwärmt wird&#8221;&#8230; Joseph Peladan erzählt in einem seiner Romane, wie eine vornehme Mondäne beim Einsteigen in einen Wagen einem armen Manne absichtlich ihre Waden zeigt, obgleich sie fortwährend mit den Herren ihres Standes in gewagtester Weise ko­kettierte. Das Weib trachtet eben instinktiv nach Un­terwerfung des Mannes und die wollüstige Reizung dient ihm als das beste und erprobteste Mittel zu die­sem Zwecke. Insofern der Mann ein „Sklave&#8221; und „Opfer&#8221; seiner Sinnlichkeit wird, bekundet er seine masochistische Disposition, insofern er aber sich durch seine Kraft und Intelligenz über diese „Geschlechts­hörigkeit&#8221; erhebt und nunmehr die natürliche Aktivität und Energie auch in den geschlechtlichen Beziehungen zu dem ganz in die Passivität zurückgesunkenen Weibe rücksichtslos und brutal betätigt, wiegt bei ihm das sa­distische Element vor. Hieraus ersieht man schon, wes­halb Sadismus und Masochismus sehr oft bei derselben Person auftreten können, sie sind nur die aktive und passive Form der beiden zugrunde liegenden Algolagnie, die das eigentliche Wesen dieser Erscheinungen aus­macht.</p>
<p>Wenn wir im folgenden in Kürze die einzelnen Er­scheinungsformen und Typen des Sadismus bzw. Ma­sochismus schildern, so geschieht das also stets unter der stillschweigenden Voraussetzung, dass die meisten Typen keine reinen Formen von Sadismus oder Ma­sochismus sind, sondern eine Mischung von beiden. Das gilt vor allem von der am weitesten verbreiteten algolagnistischen Perversion, der sogenannten Flagellomanie (sexuelle Flagellationssucht oder Flagellantis­mus), d. h. dem Geisseln und Peitschen oder Gegeisselt­werden und Gepeitschtwerden zum Zwecke der ge­schlechtlichen Erregung. Die ausführlichste kritische Darstellung des sexuellen Flagellantismus in physiolo­gisch-psychologischer und literar- und kulturhistorischer Beziehung findet sich im zweiten Bande meines Werkes über das „Geschlechtsleben in England&#8221;. Hier ist ziem­lich vollständig das gesamte einschlägige ältere und neuere Material gesammelt.</p>
<p>Die Flagellation ist deshalb der hauptsächliche Mo­dus der Betätigung sadistischer Neigungen geworden, weil gerade bei ihr sich alle physiologischen sadistischen Begleiterscheinungen des geschlechtlichen Verkehrs vereinigen und stärker potenziert zutage treten. Sie ist eine Nachahmung und bewusste Synthese dieser sa­distischen Begleiterscheinungen und in dieser Form bereits bei Tieren zu beobachten. Bei bestimmten Salamandern kann man eine typische mit dem Schwanze ausgeführte Flagellation vor dem Koitus beobachten. Der wollüstige Genuss bei der Fla­gellation ist ein verschiedener, je nachdem es sich um die aktive oder passive Flagellation handelt. Das Werk der letzteren besteht darin, dass heftige Reibungen und Schläge, besonders in der Genitalgegend, speziell auf das Gesäss, einen durch die schmerzhaften Sensationen eigentümlich gesteigerten wollüstigen Reiz hervorrufen. Die Massage und Friktion der Haut hat diese Wirkung, besonders nach warmen Bädern was seit alters im Orient bekannt ist und in den tür­kischen Bädern geübt wird. Speziell die Reibung des Gesässes ruft eine rein physische, reflektorische Er­regung des spinalen und sympathischen Ejakulationszentrums hervor, noch schneller bewirkt dies das Geisseln, schmerzhafte Empfindungen sollen dabei schliesslich in reine Wollustgefühle übergehen aller­dings muss die Phantasie da wohl sehr nachhelfen und das masochistische Element tritt bei dem die Geisselung Erduldenden entschieden in den Vordergrund.</p>
<p>Der verstärkte Blutfluss zu den Geschlechtsteilen trägt freilich auch zur Hervor­rufung und Verstärkung des Wollustgefühles bei, gleichzeitig wird durch ihn die Erektion des Gliedes herbeigeführt, daher die schon von Petronius an einer berühmten Stelle des „Satyrikon&#8221; beschriebene sehr alte Benutzung der Flagellation zur Beseitigung von Impotenz. Für den aktiven Flagellanten ist die wollüstige Reizung wesentlich sadistischer Natur, der Anblick der unter der Flagellation zuckenden, sich rötenden oder gar blutenden Teile, das Schreien des Flagellierten, die ero­tische Wirkung der kallipygischen Reize spielen hier die Hauptrolle.</p>
<p>Die Neigung zur Flagellation, zur passiven und ak­tiven, lässt sich meist auf okkassionelle Veranlassungen zurückführen, so durch den zufälligen Anblick von Prü­gelszenen, während der Zuschauer gerade im Zustande sexueller Erregung sich befindet, durch die offizielle und rituelle Ausübung der Prügelstrafe in Schulen, Gefäng­nissen, Klöstern usw., durch das Prügeln und Schlagen bei Gesellschaftsspielen. Besonders gefährlich ist das Prügeln von Kindern, deren Geschlechtstrieb durch Schläge auf das Gesäss nur allzu häufig geweckt und dann mit dem Prügeln unbewusst in einen dauernden Kausalzusammenhang gebracht wird, woraus dann schliesslich eine sexuelle Perversion, eben die „Flagellomanie&#8221; hervorgeht. Bekannt ist Rousseaus diesen Zu­sammenhang schildernde Erzählung aus den „Confessions&#8221;. Ich teile hier folgende Darstellung eines Patien­ten über die ähnliche Entstehung seiner Neigung zur Flagellation mit:</p>
<blockquote><p>So ist bei mir leider seit frühester Jugend ein ähn­licher Flagellantismus, wie Sie ihn schildern, geweckt worden. Dieser wurde zuerst dadurch ausgebildet, dass meine Eltern den Dienstmädchen ein weitgehen­des Züchtigungsrecht einräumten. So erhielt ich noch in meinem 14. Jahre von diesen mit voller Einwilligung meines Vaters Schläge; und zwar wurden die­selben, da mein Vater jede andere Züchtigung als gesundheitsschädlich streng verboten hatte, stets auf das Gesäss verabfolgt und waren immer mit der Ent­blössung desselben verbunden. Ja, ich erinnere mich noch lebhaft, dass mich im oben genannten Alter ein Dienstmädchen, das kaum zwei Jahre älter war als ich, mit besonderem Eifer die Rute fühlen liess. Eben­sogut weiss ich aber auch, dass ich bereits in meinem neunten Jahre, als ich auf Sexta kam, infolge des aus­giebigen Gebrauchs, den gewöhnlich die Mädchen von ihrer Befugnis machten, mir nichts mehr aus den Schlägen machte, vielmehr schon von da ab, oft ab­sichtlich, eine Züchtigung durch die Dienstmädchen herbeiführte, was ja nicht schwer war. Und von mei­nem 14. Jahre ab gab ich dann persönlich den Mäd­chen die Erlaubnis, die Züchtigungen in obiger Weise ohne Wissen meiner Eltern fortzusetzen, und wurde stets durch eine solche geschlechtlich erregt. Eben eine solche Erregung hatte ich auch durch den blossen Anblick der Züchtigungen meiner etwas jüngeren beiden Schwestern, welche sogar bis in ihr 15. Jahr noch die Rute bekamen. Dies hatte nun bei meinen Schwestern die Folge, dass sie zwar nicht späterhin noch eine Fortsetzung dieser ihnen stets unangeneh­men Prozedur begehrten, dagegen immer gerne der Vornahme einer solchen bei mir zusahen. Ja, mein Lustgefühl wurde sogar durch ihre Gegenwart noch gesteigert. Auch bereitete es mir namentlich in spä­teren Jahren stets einen höheren Genuss, wenn das Dienstmädchen mir in Gegenwart von ihren Freundinnen Schläge gab, oder gar eine von diesen mich ihre Hand fühlen liess. Ich hatte nämlich am liebsten das Draufschlagen mit der blossen Hand, wenn ich mir auch mitunter grausame Züchtigungen mit dem Stock und der Hundepeitsche auf ihren besonderen Wunsch gefallen liess.</p></blockquote>
<p>In einem zweiten Falle meiner Beobachtung, der einen 28jährigen Juristen betrifft, war der ursächliche Zusammenhang für das Auftreten der Flagellomanie ein etwas anderer, mehr indirekter.</p>
<blockquote><p>Mit 11 oder 12 Jahren lag er einmal auf einer Hundehütte und masturbierte, wobei er sich die Füsse festband, um in der sexuellen Erregung nicht her­unterzurutschen. Seitdem hatte er stets das Bedürf­nis, sich fesseln zu lassen, was er durch Knabenspiele (Räuber und Gendarm) zu erlangen suchte, wobei er stets angenehme geschlechtliche Gefühle hatte, die durch onanistische Friktionen noch verstärkt wurden. Im Alter von 15 Jahren trat dann im Zusammen­hange hiermit das Bedürfnis nach Prügeln während der Fesselung ein. Der Patient hat zwar eine Ab­neigung gegen den normalen Koitus und gegen die weiblichen Genitalien, begehrt aber die Flagellation nur von einem Weibe. Ein zweimaliger Versuch zum normalen Geschlechtsverkehr misslang. Patient brachte auch einem Dienstmädchen die Neigung zur passiven und aktiven Flagellation bei, und diese war nach anfänglichem Widerstreben schon nach einem halben Jahre eine passionierte Flagellantin. — Der Patient ist sonst durchaus gesund, hat auch als Ein­jähriger bei der Kavallerie gedient.</p></blockquote>
<p>Was die Entstehung des leider sehr verbreiteten „Er­zieher-Sadismus&#8221; betrifft, wofür der allbekannte Fall des Lehrers Dippold ja ein so erschreckendes Beispiel lieferte, so kann der Lehrer oder Erzieher im Anfange seiner Tätigkeit noch durchaus frei von irgendwelchen flagellantistischen Neigungen sein. Diese stellen sich vielmehr erst im Laufe der gewohnheitsmässigen Aus­übung der körperlichen Züchtigungen ein, so dass diese allmählich dem Betreffenden einen sexuellen Genuss be­reiten. Solange sich diese Züchtigungen in normalen Grenzen halten und nur gelegentlich vorgenommen werden, handelt es sich um eine Neigung und Aber­ration der geschlechtlichen Befriedigung, die bei zahl­reichen gesunden Individuen vorkommt, auch wenn sie nicht Lehrer und Erzieher sind und meist im Bordell oder bei „Masseusen&#8221; Gelegenheit zur Betätigung su­chen und finden. In den Fällen aber, wo eine syste­matische Flagellomanie sich ausbildet und der Betref­fende nicht mehr prügelt, sondern misshandelt und fol­tert und zwar gewohnheitsmässig und mit bestialischer Grausamkeit, wie im Falle Dippold, da dürfte es sich doch wohl stets um einen auf dem Boden einer krank­haften Veranlagung entwickelten Sadismus handeln. Derart scheinen die folgenden Fälle zu sein:</p>
<p>1.<br />
Ein Fall, welcher an Dippold erinnert, kam vor der Strafkammer II in Hamburg zur Verhandlung. Angeklagt war ein den gebildeten Ständen angehöriger Mann, welcher Universitäten besucht hat, Re­serveoffizier geworden ist und noch mehrere andere Stellungen, zuletzt diejenige des Redakteurs eines Fachblattes, bekleidet hat, welches von einer Annoncenexpedition herausgegeben wird. Der An­geklagte wohnte in Berlin. Dort trat er in ein intimes Verhältnis zu einer Frau, die er veranlasste, ihm ihren Knaben zur Erziehung zu übergeben. Nachdem er im Juli nach Hamburg übergesiedelt war, veranlasste er Anfang Januar die Frau, ihren Knaben zum Zweck der Fortsetzung der Erziehung nach Hamburg zu senden. Hier gab er den Knaben in eine Pension, mietete aber, „um beim Unterricht nicht gestört zu werden&#8221;, noch ein besonderes Zimmer in der Nähe der Pension. Beim Mieten fragte er die Wirtin, ob auch Portieren und Vorhänge zum Verhängen der Fenster vorhanden seien. Gleich am ersten Tage des Besuchs des Zimmers bemerkte die Vermieterin, dass der Angeklagte den Knaben züchtigte, und da sie dies in ihrer Wohnung nicht dulden wollte, erstattete sie Anzeige bei der Polizei. Letztere fand aber keinen Grund zum Einschreiten. Nach einiger Zeit erfuhr die Frau bei Befragung des Knaben indessen merk­würdige Dinge, namentlich auch über die „Erzie­hungsmethode&#8221;, welche der Angeklagte in Berlin be­trieben hatte und erstattete sie abermals Anzeige, worauf der Angeklagte verhaftet wurde. Der Ange­klagte gab zu, den Knaben heftig mit dem Rohrstock gezüchtigt zu haben, doch sei dies nur aus erziehe­rischen Gründen geschehen, da der Knabe einen schlechten Charakter habe. Demgegenüber gaben so­wohl seine Berliner als die Hamburger Lehrer und die Inhaberin der Pension, in welcher der Knabe wohnte, demselben ein sehr gutes Zeugnis. Mit Rücksicht auf die Art und Weise der vorgenommenen Züchtigungen, welche in der unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindenden Verhandlung ein­gehend erörtert wurde, war es dem Gericht nicht zweifelhaft, dass der Angeklagte die Züchtigungen nicht im erzieherischen Interesse, sondern aus per­versen Neigungen vorgenommen hatte, und verur­teilte es ihn wegen Sittenvergehens zu einer Ge­fängnisstrafe von einem Jahre und zwei Jahren Ehr­verlust. Bemerkenswert ist, dass der Angeklagte in der letzten Zeit der Tat mit einer jungen Frau in glücklichster Ehe lebte.</p>
<p>2.<br />
Dippolds Nachfolger. Folgende seltsame Ge­schichte: Ein hiesiger Möbelpolierer machte sich an Knaben, die er auf der Strasse sah, heran, gab ihnen irgendeinen Auftrag und richtete es so ein, dass sie schliesslich zu ihm auf sein Zimmer kommen mussten. Hier gab er sich dann für einen Kriminalbeamten aus, zeigte den Jungen eine Marke, die sie für einen Aus­weis hielten, und hielt ihnen eine scharfe Straf­predigt. „Zu seinem Bedauern&#8221; teilte ihnen der Kri­minalbeamte schliesslich mit, dass er ihre Eltern we­gen der vielen Unarten und bösen Streiche der Jun­gen in eine Geldstrafe nehmen müsste, wenn die Übeltäter es nicht vorzögen, sich auf der Stelle kör­perlich züchtigen zu lassen. Der „Beamte&#8221; hatte leichte Mühe, seine Opfer zur Entgegennahme der Züchtigung zu bewegen. Nachdem er sie dann über das Knie gelegt und mit einem Stock bearbeitet hatte, sah er nach, ob die Schläge auch etwa zu deutliche Spuren hinterlassen hätten, und schickte nun die Jungen mit einigen Ermahnungen nach Hause. Die Gezüchtigten hüteten sich zwar, ihren Eltern zu er­zählen, was mit ihnen vorgegangen war, aber es kam doch an den Tag, und der neue Dippold, der nach einem Verhör auf freiem Fusse belassen wurde, wird sich nun wegen der Misshandlungen und wegen An­massung eines Amtes zu verantworten haben. Bisher kommen zwei Fälle in Betracht, wahrscheinlich aber dürften es noch mehr sein. Der 25 Jahre alte junge Mann macht mit seiner kleinen und schmächtigen Gestalt und einem blonden Schnurrbärtchen den Ein­druck eines Achtzehnjährigen.</p>
<p>Häufig wird die Neigung zur Flagellation erst in den Bordellen künstlich gezüchtet. Hogarth hat mit Recht in seinem „Weg einer Buhlerin&#8221; die Rute als notwendiges Requisit des Bordellinterieurs angebracht, und nur sel­ten fehlt dieses einfache Flagellationsinstrument in der Wohnung einer Prostituierten. Freilich hat es nur Eng­land, das klassische Land der Flagellomanie zu eigent­lichen „Flagellationsbordellen&#8221; gebracht, z. B. in dem berüchtigten Institut der Theresa Berkley, der Erfinde­rin eines besonderen Apparates zum Auspeitschen der Männer, des sogenannten „Berkley-Pferdes&#8221;. Es scheint, dass in England besonders das weibliche Ge­schlecht Geschmack an der aktiven (und auch passiven) Flagellation findet, wie denn auch ein deutscher Autor dem Weibe eine grössere Neigung zur Flagellomanie indiziert. Diese Neigung wird durch gewisse männ­liche Flagellanten gefördert, die in der Flagellation von Weibern Befriedigung finden. Guenole berichtet sogar von geheimen Stätten in Paris, wo junge Frauen und kleine Mädchen sich zu einer Art „Schule&#8221; versammeln, in der männliche Sadisten mit der Rute den „Unter­richt&#8221; erteilen!</p>
<p>Im Zusammenhang mit der Flagellation steht die eigentümliche Neigung zum Fesseln, zum Wehrlos­machen der zu flagellierenden Individuen, wofür es so­gar besondere Apparate nach Art des im 18. Jahrhun­dert vom Herzog von Fronsac erfundenen „Fessel­stuhles &#8221; gibt. Hierher gehört auch der Zwang, enge Schuhe und Handschuhe, und besonders enge Korsetts zu tragen, die sogenannte „Korsettdisziplin&#8221;, wobei die oder auch der Betreffende in ein ganz enges Korsett ein­gezwängt wird, was besonders in England mit der sexuellen Flagellation verbunden wird.</p>
<p>Ist die Flagellomanie nur in relativ seltenen Fällen ein die Zurechnungsfähigkeit gänzlich ausschliessender krankhafter Zustand, so ist letzterer in der Mehrzahl der Fälle bei den Formen von Sadismus vorhanden, die wir nunmehr besprechen. Dazu gehören:</p>
<p><strong>1. Sadistische Körperverletzungen und Lustmorde.</strong></p>
<p>Haupttypen dieser Kategorie sind die „Mädchen­stecher&#8221; und Lustmörder, die nur zum Zwecke der sexuellen Erregung bzw. bereits unter dem Einfluss der­selben, Frauen mehr oder minder schwere Verletzungen mit dem Messer oder anderen Mordinstrumenten bei­bringen. Die Absicht der Tötung besteht dabei wohl nur in den seltensten Fällen. Der „Lustmord&#8221; ist meist nur ein Mord im Anschluss an einen mit Gewalt er­zwungenen Geschlechtsakt (aus Furcht vor Entdeckung usw.), der mit diesem letzteren selbst nichts zu tun hat, oder erscheint auch nur als Lustmord, wenn der Tod ge­gen die Absicht des Attentäters infolge einer sadistischen Körperverletzung eingetreten ist. Die Tötung aus rein geschlechtlichen Motiven, als Akzessorium oder Surrogat des Geschlechtsaktes ist ein sehr seltenes Vorkommnis, wie die Fälle des Andreas Bickel, des Menesclou, Alton, Gruyo, Verzeni, „Jack the Ripper&#8221;, des Frauenmörders von Whitechapel. Viele „Mordepide­mien&#8221; (manie homicide), wie sie in Schweden im An­schluss an die vielfachen Morde des unbegreiflicher­weise dafür hingerichteten, zweifellos geisteskranken Nordlund auftraten, hängen gewiss mit sexuellen Din­gen zusammen. Die beiden folgenden Fälle aus Deutsch­land betreffen typische „Mädchenstecher&#8221;.</p>
<p>Nach Art des Whitechapler Frauenmörders machte ein unheimlicher Verbrecher seit Wochen den in der Richtung nach dem Vororte Mundenheim gelegenen Stadtteil unsicher. Nicht weniger als elf Mädchen wurden nach Eintritt der Dunkelheit durch Stiche in den Unterleib mehr oder weniger schwer verletzt. Heute nacht gelang es der Polizei, den Täter festzu­nehmen. Es ist der 28jährige Viehtreiber Wilhelm Damian. Er war schon vor fünf Jahren unter dem Verdacht, an einem Dienstmädchen einen Lustmord verübt zu haben, in Untersuchungshaft genommen, aber mangels genügender Beweismittel wieder frei­gelassen worden. Jetzt wird auch der Verdacht rege, dass Damian ausserdem einen vor zwei Jahren bei Mundenheim an einem siebenjährigen Mädchen be­gangenen Lustmord auf dem Gewissen habe, da die näheren Umstände die Täterschaft eines Schlächters voraussetzen, was bei ihm zutrifft.</p>
<p>Es ist noch immer nicht gelungen, des Messerhelden habhaft zu werden, der bereits seit acht Tagen sein Wesen in den verschiedensten Stadtteilen treibt. Wenn er anfangs sich ausschliesslich auf die nörd­lichen Quartiere beschränkt und dort nur Frauen und Mädchen verwundet hatte, so ist er in den letzten Ta­gen nicht nur im Mittelpunkt, sondern auch ganz im Süden der Stadt aufgetaucht, wo vorgestern abend noch ein Mädchen durch zwei Stiche am Hals und in der Hüfte verwundet worden ist. Inzwischen ist auch ein Mann, wie es scheint von demselben Täter, an­gestochen, aber nicht verletzt worden. Und dies hat sich ereignet in einer der belebtesten Strassen der Stadt, so dass das Entkommen des Täters geradezu rätselhaft ist.</p>
<p>Auch andere eigenartige sadistische Verletzungen kommen vor. So wurde von der Breslauer Strafkammer ein 22jähriger Buchdrucker verurteilt, weil er in dreizehn Fällen junge Damen mit Schwefelsäure begossen hatte! Auch hier hat es sich wahrscheinlich um sadistische Nei­gungen gehandelt. Ob ein Ende Oktober in Berlin beob­achteter Fall, in dem ein junges Mädchen einem anderen Mädchen vom Zahnarzt (!) zwei Zähne ohne Grund ausziehen liess (nach vorheriger Betäubung), sadistischer Natur ist, ist noch nicht festgestellt. Dagegen handelt es sich um zweifellosen Sadismus in jenen Fällen, wo Männer oder Frauen dem Liebespartner kleinere Ver­letzungen beibringen, um dann das Blut zu sehen bzw. auszusaugen, wobei sie sexuelle Befriedigung haben („sexueller Vampyrismus&#8221;). Auch manche Giftmorde, die mit Vorliebe von Frauen begangen werden, ent­springen sadistischen Neigungen. Wenigstens waren die meisten professionellen Giftmischerinnen, wie die Jegado, Brinvilliers, die Ursinus, die berüchtigte Bremer Giftmischerin Gottfried u. a. geschlechtlich sehr stark erregbare bzw. ausschweifende Frauen, so dass hier wohl Wollust und Mordlust in einem ursächlichen Zu­sammenhang stehen.</p>
<p><strong>2. Beeinträchtigung und Schädigung fremden Eigen­tums aus sadistischen Motiven.</strong></p>
<p>Hierzu gehören alle sadistischen Beschädigungen nicht der Person selbst, sondern des ihr gehörigen Eigentums, z. B. das Be­giessen der Kleidung mit Vitriol, wofür der folgende Fall ein Beispiel ist.</p>
<p>Mit Vitriol macht ein unbekannter Mann den Süd­osten Berlins unsicher. Der gefährliche Bursche hat es hauptsächlich auf helle Damenkleidung abgesehen. Gestern abend vernichtete er einer jungen Dame, welche die Hermannstrasse passierte, ihr helles neues Kleid fast vollständig. Der Täter, der sich an­scheinend nur ein Vergnügen macht, die Bekleidung von Damen zu beschädigen, ist von mittlerer Figur, etwa 35 Jahre alt, hat blondes Haar und trägt einen modefarbenen Überzieher.</p>
<p>Ferner gehört hierher die Brandstiftung aus sexuellen Motiven, die man früher aus einer Art von „Feuergier&#8221; ableitete, die aber wohl, wenn sexuelle Motive mit­spielen, rein sadistischer Natur ist. Ebenso ist die sexuelle Kleptomanie, der Diebstahl aus sexuellen Mo­tiven zu beurteilen. Schon Lichtenberg kannte ihn, da er sagt, dass „der Geschlechtstrieb so häufig zu Die­bereien verleitet&#8221;, und dem in England gemachten Vor­schlag, die Diebe zu — kastrieren, Beifall zollt. Die organische Bedingtheit der heute besonders in den gro­ssen Warenhäusern beobachteten Kleptomanie ist sehr häufig eine sexuelle (Pubertät, Klimakterium, Men­struationsanomalien usw.). Fälle solcher Art haben Worbe, Gönner, Schmidtlein, Unzer, Häussler, Lombroso und Verrero mitgeteilt. Jedenfalls ist der Verdacht einer sexuell-sadistischen Grundlage der Kleptomanie stets gerechtfertigt, wenn reiche Damen wiederholt ganz unbrauchbare und geringwertige Gegenstände entwenden.</p>
<p>Ausser diesen beiden Kategorien von Sadismus, die zum grossen Teil auf krankhaften Zuständen beruhen, gibt es nun noch symbolische Formen des Sadismus, wo dieser mehr in der Vorstellung als in der Wirklichkeit sich betätigte und in allen möglichen Phantasien der Schmerzzufügung und Demütigung schwelgt. Dieser abgeschwächte Sadismus steht wieder in einem gewis­sen Zusammenhange mit dem physiologischen Sadis­mus. So ist der sogenannte „<strong>Wortsadismus</strong>&#8221; weiter nichts als eine Steigerung und drastische Betonung der physiologischen Wollustlaute und Schreie in coitu, de­ren Wirkung im Wortsadismus durch die Akzentuierung des Tierischen, Brutalen, Rohen und Obszönen erhöht wird und stärkeren sexuellen Reiz hat. Der Wort­sadismus ist nicht etwa ein besonders ausgeklügeltes Raffinement moderner Wüstlinge, sondern eine folklo­ristische und ethnologische Erscheinung, eine ausser­ordentlich verbreitete Ausdrucksform der primitiven sadistischen Instinkte des Genus Homo. In der Volks­sprache aller Länder verbinden sich das Schimpfwort und der Fluch überaus häufig mit geschlechtlichen Dingen bzw. werden geschlechtlich nuanciert. Die Naivität dieser tausendfach variierten geschlechtlichen Zynismen und Flüche bezeugt ihren Ursprung aus rein instink­tiven Quellen der Volksseele, wie das schon die Ge­brüder Grimm erkannt haben, die dem obszönen Wort­schatz des deutschen Volkes in ihrem berühmten Wör­terbuch sorgfältige kritische Untersuchungen gewidmet haben. Reiches Material für das Studium der Quellen des Wortsadismus bieten die Vocabularia erotica von Hesychios bis auf die Neuzeit, ebenso die lokalen und provinziellen Rätsel- und Sprichwörtersammlungen. Ein typisch ausgebildeter Wortsadismus findet sich bei den Indern, besonders den Frauen, mit Recht leitet ihn der indische Erotiker Vütsyäyana aus den verschiedenen Lauten ab, die auch im normalen Beischlaf ausgestossen werden. In europäischen Bordellen sind die Wort­sadisten und Wortmasochisten wohlbekannte Erschei­nungen, Männer, die durch das Aussprechen möglichst roher, gemeiner, obszöner Worte, Flüche und Be­schimpfungen, sei es, dass sie selbst dies tun (Wort­sadismus) oder anhören (Wortmasochisten) einen ge­schlechtlichen Genuss finden. In einem erotischen Ro­man heisst es: „Denn wir müssen uns mit Worten sa­gen — das! Seufzer sind Lügen! Stöhnen ist nichts — Worte sind alles!&#8221;<br />
Zu diesen Wortsadisten gehören auch die von A. Eulenburg (Sexuale Neuropathie, S. 104) als „verbale Exhibitionisten&#8221; geschilderten In­dividuen, die sich gern vor anderen in lasziven Gesprä­chen ergehen bzw. Frauen schmutzige Worte ins Ohr flüstern. Viele Männer suchen bei Dirnen nicht Ge­schlechtsverkehr, sondern nur die Gelegenheit zu sol eher mehr als freien Unterhaltung. Der folgende noch durch bisexuelle bzw. masochistische Züge komplizierte Fall ist hierfür charakteristisch.</p>
<p>Ein Grosskaufmann in mittleren Jahren stattet von Zeit zu Zeit einer Kokette einen Besuch ab, zieht sich dann die Samtkleider des Mädchens an, während sie Herrenkleidung anlegen muss. Dann gehen sie Arm in Arm in dunkeln, wenig belebten Strassen spazieren und führen eine äusserst obszöne, zynische Unterhal­tung. Dies allein genügt ihm zur sexuellen Befriedi­gung. Während der ganzen Zeit rührt er das Mädchen nicht an.</p>
<p>Übrigens können diese sexuellen Zynismen und Be­schimpfungen auch brieflich mitgeteilt werden. Dann hätten wir eine Art von „Schriftsadismus&#8221; und „Schriftmasochismus&#8221;. Besonders der erstere wird in den Krei­sen der „Masseusen&#8221; und „strengen Erzieherinnen&#8221; gegenüber ihrer masochistischen Klientel oft angewen­det, während die Antworten der zweiten Gattung an­gehören.</p>
<p>Eine merkwürdige symbolische Form von Sadismus bzw. Masochismus stellt das Einölen und Einseifen zum Zwecke der geschlechtlichen Befriedigung dar. Beson­ders das Einseifen ist eine in der Bordellpraxis sehr be­kannte Erscheinung. Entweder findet der betreffende Mann im Einseifen der Dirne einen sexuellen Genuss oder er lässt sich selbst von ihr zum Zwecke geschlecht­licher Erregung einseifen. Als ich vor einiger Zeit in einem Zivilprozess, wo ein Mann der ersteren Hand­lung beschuldigt wurde, auf analoge Vorkommnisse in Bordellen bzw. bei Prostituierten hinwies, bestritt ein anderer Arzt dieses „Einseifen&#8221; zum Zwecke geschlecht­licher Erregung als ihm „unbekannt&#8221;. Es ist aber eine sehr bekannte Erscheinung, deren Existenz mir auch von Berliner und namentlich Hamburger Kollegen bestätigt wurde. Nach ihrer ganzen Art ist sie sadistischer bzw. masochistischer Natur. Ob dabei eine „Besudelung&#8221; vorkommt, wie in jenem von Krafft-Ebing berichteten Falle, wo ein Mann seine Geliebte mit Kohle schwärzt, ist dabei gleichgültig. Der larvierte Sadismus steckt in dem Akte der Manipulation des Einölens bzw. Einseifens selbst.</p>
<p>Als eine letzte Form des symbolischen Sadismus kann die Gotteslästerung aus sexuellen Motiven betrachtet werden, der sogenannte „Satanismus&#8221;, der besonders im Mittelalter eine grosse Rolle spielte und in der „Satansmesse&#8221; einen eigenen Kult fand, wo die religiöse Messe durch geschlechtliche Handlungen profaniert und aufs äusserste beschimpft wurde. Nach Schwäble sollen diese obszönen Messen wieder an zwei Orten in Paris gefeiert werden. Er schildert ausführlich eine solche Satansmesse in einem Hause der Rue de Vaugirard.</p>
<p>Die passive Algolagnie, der Masochismus, die Sucht, Schmerzen und Demütigungen und Erniedrigungen aller Art zum Zwecke der geschlechtlichen Erregung zu er­dulden, ist heute vielleicht noch mehr verbreitet als sein Widerspiel, der Sadismus. Die im Konventionalismus der Zeit liegende Ursache habe ich schon öfter hervor­gehoben. Hierfür spricht auch die merkwürdige Tat­sache, dass gerade Juristen, hohe Staatsbeamten und Richter ein unverhältnismässig grosses Kontingent zur masochistischen Klientel stellen, also Leute, denen in ihrer Lebensstellung eine gewisse Machtbefugnis eingeräumt ist, denen der Beruf eine strenge Amtsmiene aufzwingt. Gerade diese empfinden vielleicht die Betätigung masochistischer Neigungen als eine Art Befreiung vom konventionellen Druck und der Maske des Berufs. Der Zusammenhang zwischen Liebe, Wollust und Schmerzerduldung ist bereits beleuchtet worden. Beim Masochismus kommt noch das wichtige Moment der Demütigung, der völligen Hingebung mit Leib und Seele, der Opferung hinzu. Sehr schön schildert die Vereinigung dieser Empfindungen und ihre wollüstige Be­tonung Alfred de Musset:</p>
<blockquote><p>„Meine Leidenschaft für meine Geliebte war ge­radezu unbändig gewesen, und mein ganzes Leben hatte davon etwas Mönchisch-Wildes bekommen. Ich will nur ein Beispiel dafür anführen: Sie hatte mir ihr Miniaturbildnis in einem Medaillon gegeben; ich trug es auf dem Herzen — das tun viele Männer. Aber als ich eines Tages bei einem Trödler eine eiserne Geissel fand, an deren Ende ein mit Stacheln besetztes Plättchen angebracht war, da liess ich das Medaillon an dem Plättchen befestigen und trug es so. Die Stacheln, die bei jeder Bewegung mir in die Brust ein­drangen, verursachten mir eine so eigentümliche Wonne, dass ich zuweilen meine Hand darauf presste, um sie tiefer eindringen zu fühlen. Ich weiss wohl, so etwas ist Torheit; aber die Liebe macht noch ganz andere Torheiten&#8221;&#8230;</p></blockquote>
<p>Der physische Schmerz spielt beim Masochismus eine grosse Rolle. Die „Herrinnen&#8221; verfügen über ein reich­haltiges Instrumentarium zur Hervorrufung desselben, denn die Masochisten haben oft die seltsamsten Gelüste bezüglich der Art und Methodik der Schmerzzufügung. Einzig dastehend in ihrer Art sind wohl die beiden fol­genden authentischen Fälle, die mir vom Kollegen Dr. D. in Hamburg freundlichst mitgeteilt wurden:</p>
<p>1. Ein reicher Hamburger Kaufmann, der unter dem Namen „Nagelwilhelm&#8221; bei den Prostituierten be­kannt ist, verkehrte sexuell nur mit einigen Prosti­tuierten, die sich die Nägel ganz spitz wachsen liessen. Sie mussten ihn dann an der Raphe scroti und am Membrum so lange kratzen, bis das Blut in Strömen herablief. Eines Tages erschien er beim Arzt mit einem furchtbaren Oedema scroti et penis.</p>
<p>2. Ein anderer Mann liess sich mit dicken, sogenann­ten Packnadeln den Hodensack auf dem Polster des Sofas annähen, verharrte eine Zeitlang in dieser „fes­selnden&#8221; Situation, worauf der Knoten wieder ge­löst wurde.</p>
<p>Alle möglichen schneidenden und stechenden Instru­mente und brennenden Gegenstände dienen zur Befrie­digung der Schmerzlüsternheit der Masochisten. Diese lassen sich kratzen, beissen, zwicken, brennen, Haare ausreissen, mit Füssen treten, mit Ruten oder Ochsen­ziemern peitschen und auf alle mögliche Weise in be­sonderen „Folterkammern&#8221; und „Hinrichtungszimmern&#8221; „peinlich befragen&#8221;. Eine solche veritable Folter­kammer bei einer Hamburger Prostituierten hat Staats­anwalt Dr. Ertel beschrieben. Das in der Wohnung der betreffenden Dirne aufgenommene Protokoll des Unter­suchungsrichters hierüber lautet:</p>
<p>„Seitwärts hinter dem Badezimmer ist die Eingangstür zu dem sogenannten schwarzen Zimmer.<br />
Die sämtlichen Wände dieses einfenstrigen Zim­mers waren mit einem völlig schwarzen kalikoartigen Stoff überzogen, ebenso die Gipsdecke, von deren Mitte aus einer schwarzen Rosette ein Flaschenzug hing, bestehend aus den üblichen Rollen und Schei­ben, in diesem Falle von Metall, und einer starken, gedrehten Schnur.In der dunklen Ecke zwischen dem Fenster und der Wand stand ein eigentümliches, aus grob gehobelten Bohlen zusammengeschlagenes Gerüst, bestehend aus zwei nebeneinander gestellten gleichen Teilen. Mit der Rückseite war dies Gerüst an die neben dem Fenster befindliche Wand gelehnt.<br />
Der Zweck dieses Gerüstes war nicht ohne weiteres erkennbar. Von der Seite aus gesehen war die Gestalt dieses Holzgestelles etwa diejenige eines Gerüstes eines schweren, unbeholfen gearbeiteten Lehnsessels. Der obere Teil der Lehne befand sich etwa in Schul­terhöhe. An dem Gerüst am oberen Rand befanden sich fünf ziemlich starke eiserne Ringe eingeschroben. Das Gerüst hat Rollen unter den Fussbrettern und lässt sich fortschieben.<br />
An der Wand hing an einem Nagel ein mit Schnal­len versehener Ledergurt, an welchem ein grosser Prügelhaken war, ferner ein fast fingerdickes, am Ende in eine Schlinge auslaufendes Tau; weiter zwei Hundehalsbänder, ein Teil des Stockdegens — Griff mit kantiger, spitzer Stahlklinge —, dem Anschein nach aus einem hierzu eingerichteten Damensonnen­schirm oder Spazierstock stammend, wie an dem Griff zu erkennen war, ein etwa 50 cm langes Bambus­stäbchen, zwei Lederriemen, mehrere längere Schnüre und Taue und ein Paar schwere eiserne Handfesseln mit Schrauben und Schlüssel zum Fesseln sowie eine Laterna magica.<br />
Das von der Wand des schwarzen Zimmers nach dem Badezimmer führende  Milchglasfenster war durch besondere Vorhänge verhüllt. Die innere Seite  der Zimmertür war gleichfalls schwarz überzogen.</p>
<p>Bezüglich dieses schwarzen Zimmers hat die A. an­gegeben:<br />
Z. verlangte, dass ein Zimmer als „Zimmer des Ge­richts&#8221; ganz schwarz drapiert würde. Er schickte mir Flaschenzüge aus Köln, an denen er in die Höhe ge­zogen und aufgehängt werden wollte. Das regte ihn auf, er wurde ganz blau aussehend und „wurde dabei fertig&#8221;. Ich habe dabei Angst gehabt, dass er sterben könnte, und es nur einmal geschehen lassen.</p>
<p>Auf dem Gestell im schwarzen Zimmer wurde Z. festgeschnallt und festgebunden, wobei er die Illusion zu haben glaubte, dass er auf dem Schafott sei.&#8221;</p>
<p>Eine ausgebreitete masochistische Prostitution in allen Grossstädten dient den Gelüsten der männlichen und nicht selten auch weiblichen Masochisten. Diese Prieste­rinnen der Venus flagellatrix verbergen sich gewöhnlich hinter der Deckfirma einer „Masseuse&#8221;, einer „Erziehe­rin&#8221; oder „Gouvernante&#8221; mit dem vielsagenden Bei­wort „streng&#8221; oder „energisch&#8221;, auch „VJanda&#8221; ist ein beliebter Deckname, dem der masochistische Spitzname „Severin&#8221; (nach den Hauptpersonen in Sacher-Masochs „Venus im Pelz&#8221;) entspricht. Diese Weiber, die „Herrinnen&#8221;, behandeln nun ihre masochistische Klientel vollkommen als „Sklaven&#8221; oder „Hunde&#8221; und erhalten diese Fiktion nicht bloss bei sich, sondern auch in den Korrespondenzen — die Masochisten sind alle leidenschaftliche Korrespondenten — auf­recht. Auch das Verhältnis der „Dame&#8221; zu ihrem „Sklaven&#8221; ist sehr beliebt (sogenannter „Pagismus&#8221;). Die Art des Verhältnisses macht der folgende Originalbrief eines solchen Masochisten klar:</p>
<p>Gnädigste Dame! Vorerst bitte ich gehorsamst um Verzeihung, dass ich es wage, an Sie, hochverehrte Dame, zu schreiben. Ich sah letzthin eine Dame von herrlicher Figur und mit üppigen Hüften in Ihr Haus gehen und vermute, dass Sie diese Dame waren. Wenn Sie gnädigste Dame einen Diener und Sklaven wollen, der allen Ihren Befehlen blind gehorcht und Ihnen auf Kommando als willenloser Sklave die niedrigsten und schmutzigsten Dienste leistet, so wäre ich glück­lich, wenn Sie die Gnade hätten, mich dazu zu machen, und ich Sie von Zeit zu Zeit besuchen dürfte, um Ihnen, meiner strengen Herrin und Gebieterin, zu dienen. Wenn ich Ihnen einmal nicht gehorchen sollte, so können Sie mich aufs grausamste misshandeln und züchtigen.</p>
<p>Wollen Sie, gnädigste Dame, sich herablassen, mir, Ihrem niedrigsten Diener, zu antworten und sich bei­liegenden Kuverts zu bedienen, ob Sie des Abends Spazierengehen und wie und wo, in welchem Cafe vielleicht Sie den Abend verbringen und ob Sie meine strenge Herrin sein wollen und ich Ihr Sklave sein darf. Vielleicht könnten Sie, hochverehrte Dame, Freitag abend 8 Uhr an der Normaluhr am Oranienburger Tor sein, mit einer Rose in der Hand. Voll Unterwür­figkeit und Demut Ihrer strengen Befehle harrend und Ihnen die angebeteten Füsse und Hände sklavisch küssend, Ihr gehorsamster Diener und willenloser, niedrigster Knecht.</p>
<p>Solch ein Sklave schwelgt nun geradezu mit Wollust in den niedrigsten Dienstleistungen, in den ekelhaf­testen Erniedrigungen, die durch die Namen „Kopro&#8221;-und „Urolagnie&#8221; zur Genüge angedeutet werden. Mir liegen eine Reihe von diese Dinge mit allen Einzel­heiten schildernden Briefen von Masochisten vor, sogar in poetischer Form (!), die sich wegen ihres scheusslichen Inhaltes nicht wiedergeben lassen. Eine genügende Vor­stellung von diesem „Sklaventum&#8221; des Masochisten gibt der erwähnte Bericht des Staatsanwalts Dr. Ertel, in dem die „Herrin&#8221; u. a. erzählt:</p>
<blockquote><p>„Wenn ich meine Mahlzeiten einnahm, lag er ent­weder unter meinem Tisch oder in einer Ecke im Zim­mer, ich warf ihm Knochen zu und setzte ihm auch den Rest meiner Speisen vor. Er bellte manchmal wie ein Hund, hatte auch meistens ein Hundehalsband um mit einer Kette daran. Er hatte sich den Namen Nero gegeben, so nannte ich ihn. Wenn jemand ohne Erlaubnis zu mir kommen wollte, so biss er ihn in die Beine, das war die Vorstufe zum Sklaven. Er scheuerte bei mir die Zimmer auf, schälte Kartoffeln, machte einen Braten sowie sonstige Hausarbeiten. Er wollte auch mein Pferd sein, ich sollte auf ihm reiten, er trug mich so aus einem Zimmer ins andere. Wenn er sich gegen etwas sträubte, sollte ich die Peitsche anwenden. Er erzählte mir, er hätte früher mit einem Damen­komiker erst korrespondiert, dann verkehrt, er ist ihn aber bald über geworden und verschwand dann auf längere Zeit, um ihn loszuwerden, und der kam in­zwischen nach auswärts. Er sagte mir auch, er verab­redet sich mit den Frauenzimmern im Schaarhof (eine Strasse in Hamburg, in der die von den untersten Schichten der Bevölkerung aufgesuchten Dirnen zu wohnen pflegen), diese haben gerade am Sonnabend viel Verkehr, wenn die Arbeiter Geld bekommen haben, die Frauenzimmer annoncieren dann „Spitz­bart komme, alles bereit&#8221;. Er lässt sich auch Briefe senden unter der Chiffre „J. R. 18, Hauptpostl., Stephanplatz&#8221;.</p>
<p>Manchmal musste ich ihn in einen Kleiderschrank einsperren, dabei eine Kette am Hals und so kurz, dass er sich nicht rühren konnte, die Schranktür dabei geschlossen.</p>
<p>In meiner Wohnung musste ich ihm Sklavenklei­dung geben zum Tragen, damit er sich ganz als Sklave fühlte. Ich hatte ihm sein ganzes Geld abgenommen, seine sämtlichen Schlüssel von seiner Wohnung, Kon­tor, und vom Geldschrank und liess ihn nach einer Nacht und zwei Tagen wieder gehen. Z. tut das nur zeitweilig, dass er aus sich herausgeht, er ist manchmal sehr vernünftig. Es verkehrt kein anständiger Mensch mit ihm, sein Umgang, wobei er sich am wohlsten fühlt, sind Huren und sonst obskures Gesindel, das hat mir Z. selbst gesagt. Selbst die Leute, die ihn brau­chen, gehen ihm auf der Strasse aus dem Wege.</p>
<p>Er wollte noch das Frisieren und Schminken erlernen, wenn ich ihm den Befehl gäbe; geschminkte Ge­sichter reizen ihn.</p>
<p>Einmal sagte er mir, ich möchte doch noch einen Sklaven besorgen; dieses tat ich, ich habe vorher den Z. fesseln müssen an Händen und Füssen, den Kopf habe ich in Watte verhüllen müssen, um dem neuen Sklaven vorzureden, er sei so misshandelt worden und nun ins Lazarett gebracht (Mädchenzimmer); als spä­ter der eine Sklave kam, habe ich ihm alles so erklärt, wie mir Z. sagte, und führte ihn zu Z. hinein; der wunderte sich über den gefesselten Kerl, erschrak und ging bald nach Hause&#8221;.</p></blockquote>
<p>Es wäre ganz falsch, wenn man annehmen würde, dass es sich bei diesen ihre Menschenwürde aufs tiefste er­niedrigenden, sich ihrer Mannheit vollkommen ent­äussernden, bis unter das Tier sinkenden masochistischen „Sklaven&#8221; stets um effeminierte, degenerierte Schwächlinge handle. Nein, viel häufiger sind es ge­sunde, kraftstrotzende Männer, von imponierendem Aussehen und vornehmer Haltung, die sich in solchen traurigen Rollen gefallen und offenbare geschlechtliche Befriedigung durch diese gänzliche Umkehrung ihres Wesens finden. Der eben geschilderte Sklave war „von Natur gross und stattlich. Ein grosser Vollbart umrahmt seine sympathischen und energischen Gesichtszüge. Sein Auge ist klar und scharfblickend. In Handeln und Aus­sehen eine durchaus männliche Erscheinung!&#8221; In Berlin gibt es Masochisten in höchsten Staatsstellungen, nach Erscheinung und Beruf echte Herrennaturen, Übermen­schen, die nur bei ihrer „Herrin&#8221; zu Sklaven werden. Nach Sacher-Masoch sollen besonders Deutsche und Russen zum Masochismus neigen, doch ist er in Frank­reich und England ebenfalls sehr verbreitet. Zola schil­dert in „Nana&#8221; einen solchen Typus.</p>
<p>Nicht immer ist der Sklaventypus voll ausgeprägt, meist äussert sich der Masochismus in einer leichteren Form, es gibt da die verschiedenartigsten Nuancen, bis­weilen tritt sogar nur die rein seelische Beeinträchtigung und Demütigung hervor, in scheinbar läppischen Proze­duren und Praktiken (symbolischer Masochismus). Einige authentische Fälle mögen das illustrieren. Sie klingen zwar unglaublich, sind aber wahr.</p>
<p>1.<br />
Ein mit einer ebenso schönen Frau verheirateter schöner und stattlicher Offizier unterhielt einen stän­digen Verkehr mit einer — alten, robusten Wasch­frau, mit der er sich auch sexuell betätigte. Da er von diesem Weibe nicht lassen wollte, liess seine Frau sich von ihm scheiden.</p>
<p>2.<br />
Ein 5ojähriger höherer Staatsbeamter besucht ab und zu eine Prostituierte, zieht deren Kleider an, mit Korsett und Strümpfen, während sie Herrenkleider anlegt. Dann spielen sie zwei Stunden Karten. Um 11 Uhr legt er sich angezogen in ihr Bett, während sie nackt auf dem Kanapee liegen muss. Weiter geschieht ihr nichts. Er macht nicht den geringsten Versuch, sie zu berühren, und geht nach einiger Zeit fort, nachdem er ihr 50 Mark gezahlt hat.</p>
<p>3.<br />
Ein verstorbener aktiver Staatsminister (!) besuchte ebenfalls öfter eine Kokotte, die sich auf ihn setzen musste, und dann in corpus totum uriniert. Das genügte vollständig, um ihn geschlechtlich zu befriedigen (Urolagnie).</p>
<p>4.<br />
Ein Techniker trifft eine (vorher bereits instru­ierte) Prostituierte auf der Strasse und fragt sie, ob er für 20 Mark mitkommen dürfe. In der Wohnung der Dirne angelangt, erklärt er plötzlich weinerlich, er habe nur 5 Mark bei sich. Die Dirne überschüttet ihn mit Schimpfworten, nimmt ihm erst die 5 Mark ab und durchsucht dann sorgfältig seine Kleidung, bis sie dann irgendwo eingenäht einen — Hundertmark­schein findet! Der Moment dieser Entdeckung ist zugleich derjenige des sexuellen Orgasmus des Mannes. Auf sein Flehen und Winseln, ihm doch wenigstens die Hälfte zurückzugeben, bekommt er nur höhnische Antworten und neue Schelte. Schliesslich drückt sie ihm — eine Mark in die Hand und verabschiedet ihn. Dieser Vorgang wiederholt sich regelmässig alle vier­zehn Tage, ein teurer Spass für den durchaus nicht besonders finanzkräftigen Mann. Er kann aber von dieser absonderlichen Leidenschaft, die für ihn die einzige Art der geschlechtlichen Befriedigung ist, nicht lassen.</p>
<p>Der Masochismus ist bei Männern entschieden häufiger als bei Frauen, da letztere mehr Herrinnen über ihren Geschlechtstrieb sind und sich von diesem nicht so leicht unterjochen und versklaven lassen wie die Män­ner. Der physiologische Masochismus des Weibes ist mehr seelischer Natur. Doch kann auch bei geschlechtlich sehr erregbaren Weibern eine ähnliche „Geschlechtshörigkeit&#8221; wie bei Männern vorkommen. Schon Shake­speare hat der Helena im „Sommernachtstraum&#8221;, die sich als „Hündchen&#8221; des Demetrius fühlt, deutliche masochistische Züge verliehen.</p>
<p>Masochistisch angehaucht sind auch die in Bordellen oder auf der Strasse sich prostituierenden vornehmen Weiber, wie solche d&#8217;Estoc in „Paris-Eros&#8221; schildert, als deren Prototyp die berüchtigte Messalina gelten kann, ferner die vornehmen Damen, die mit Männern aus niedrigen Ständen, mit Arbeitern, Kutschern usw., dauernde geschlechtliche Beziehungen unterhalten, ja beim Strassengesindel geschlechtliche Genüsse suchen, wofür Lombroso Beispiele gesammelt hat. Dass es auch eine passive Algolagnie bei Frauen gibt, beweist der folgende Brief einer typischen Masochistin:</p>
<blockquote><p>Sehr geehrte Frau!<br />
Ich erlaube mir die höfliche An­frage, ob Sie mich in meiner Wohnung am Kurfür­stendamm einmal wöchentlich nach Ihrer Sprech­stunde abends besuchen wollen. Ich habe den eigentümlichen Wunsch, von Zeit zu Zeit in allerstrengster und in energischster Weise auf das allerschärfste bis aufs Blut gezüchtigt zu werden. Ich bin 28 Jahre alt, verwitwet, habe eine grosse, sehr üppige Figur. Für die Züchtigung erhalten Sie 50 Mark. Soll­ten Sie auf meinen Wunsch eingehen wollen, so bitte ich Sie, mir genau zu beschreiben, wie Sie dieselbe auszuführen gedenken. Auf welchen Körperteil soll sich dieselbe erstrecken, wie soll derselbe evtl. beklei­det sein, welches Züchtigungsinstrument wollen Sie anwenden? In welcher Lage soll ich mich bei der Züch­tigung befinden. Wieviel Hiebe werden Sie das erste­mal erteilen?Meine Wollust steigert sich nach dem sechsten Rutenhieb dermassen, dass mein Körper vor Sinnlich­keit zittert. Neigen Sie auch zur Sinnlichkeit und vollführen Sie die Prügelstrafe auch aus reiner Wollust?<br />
Ihrer w. Antwort sehe ich entgegen unter Postamt, 50, A. v. S.</p></blockquote>
<p>Ob hier eine homosexuelle Nuance mit hineinspielt, lässt sich nicht entscheiden. In meinen „Beiträgen zur Aetiologie der Psychopathia sexualis&#8221; (Bd. II, S. 183) habe ich den Brief einer anderen sicher heterosexuel­len Masochistin an einen „energischen&#8221; Mann mit­geteilt&#8230;</p>
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